Internet-Satire: Ahmadinedschads Netz der falschen Freunde
Die Nutzer von MySpace und Facebook haben eine neue Form der Unterhaltung entwickelt: Social-Network-Satire. Da ist Irans Präsident mit Adolf Hitler befreundet, die Berliner Mauer steht noch - und Josef Stalin hat einen Schnurrbart-Fanclub.
Wieviel Leute sind im Studivz? 4 Mio? Im Facebook weit mehr. Das ist ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung also ist es durchaus legitim hin und wieder mal einen Artikel drüber zu schreiben.
Mit 39 Millionen Mitgliedern kann man schon davon ausgehen, dass viele Menschen an Facebook etc interessiert sind.
Allerdings finde ich, dass dieser Artikel dem beschriebenen Satire-Phänomen zu viel Bedeutung zukommen lässt. Mit nur zirka 100 - 150 Freunden bzw 129 Mitgliedern in der Stalin-Gruppe kann man wirklich davon reden, dass "die Nutzer" von facebook viel Zeit mit Internet-Satire verbringen. Ein typischer College Student hat an die 400 Freunde auf Facebook und die beliebtesten Gruppen zählen 100 000 Mitglieder - 1 Millionen Mitglieder.
Die geringen "friends" bzw "group members" zeigen, dass diese Internet-Satire wirklich nur ein Randphänom ist. Um in Facebook wirklich von einem Phänomen zu sprechen, müssen viel mehr Mitglieder involviert sein (wie z.B. in der "For every 1,000 people who join this group, I will donate 1 dollar to Darfur" mit zirka 430 000 Mitgliedern).
Wenn man schon einen Artikel über solche Randerscheinung schreibt, hätte man zumindest herausfinden können, wer denn hinter den Profilen steckt und warum die Profile entstanden sind. Eine einfache Nachricht an die Personen bzw. eine Freundschaftseinladung an die Personen, hätte da doch schon viele Zusatzinformationen gebracht.
Wenn nun so ein Scherzkeks Christian Stöker zum Freund von - na, nehmen wir was Harmloses und nicht die ganz harten Sachen - Roland Kaiser machen würde ... Wäre das komisch? Nö. Ungefähr so lustig wie die Geldbörse an der Angelschnur.
Also, Krischan, vergiss es. Es gibt bessere Themen. Auch im Internet.
ISt es nicht der Spiegel, der in den letzen 30/40 Jahren mit Adolf Hitler seinen prominentesten Vertreter auf den Titelseiten hatte?
Man stelle sich vor: Adolf Hitler, der Dämon, Unmensch, Vampir etc., ist öfters auf Spiegel-Titelseiten erschienen als alle anderen Politiker unserer Zeit!
Wissen die Schreiberlinge beim Spiegel denn nicht, dass Hitler schon tot ist?