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Internet-Regeln: Wer gute Manieren hat, braucht keine Verbote

Anonymität, Vorratsdatenspeicherung, "Killerspiele" - die Debatte über das Internet wird viel zu stark vom Ruf nach Gesetzen bestimmt. Dabei braucht das Netz nicht mehr Verbote als eine zivilisierte Gesellschaft. Schließlich werden Tischsitten und Höflichkeit auch nicht staatlich verordnet.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...783458,00.html
  1. #1

    ...

    Internet-Regeln: Wer gute Manieren hat, braucht keine Verbote
    Das ist ja sowas von richtig!
    Das Problem liegt aber in der heutigen Gesellschaft! Manieren sind da kaum noch zu erkennen.
    Und da wir ja beim Thema Internet waren: Gerade Anonymous lässt doch ALLES vermissen, was es an Manieren, Anstand, etc. gibt.
  2. #2

    ...

    Der Ruf nach Verboten und Gesetzen ist offene Hilflosigkeit aus Politik und Gesellschaft. Die Forderung nach guten Manieren und elektronischen Tischsitten ist allerdings genauso illusorisch.
    Die Menschheit ist keine höfliche, manierliche und freiwillig umgängliche Spezies. Ohne Regeln, ohne Verbote und besonders ohne die harte Kontrolle der Regelbefolgung (samt Sanktionen), würde unsere Gesellschaft innerhalb von Tagen zusammenbrechen.

    Es liest sich zwar sehr philosophisch, wenn nach freiwilliger Regelbefolgung gerufen wird, aber es wird nicht passieren. Gebt es auf, auch die Internetuser sind archaische Wesen, die dem menschlichen Streben nach Macht, Destruktion und Selbstverwirklichung auf Kosten anderer, folgen.
  3. #3

    Schöner Artikel

    Schöner Text, das muss man sagen - leider werfen sich mir jedoch einige Fragen auf.
    Ich bin ein Gegner jeglicher Kontrollen im Netz, die sich auf die individuellen Freiheitsrechte der Nutzer beziehen. Dazu gehören die angesurften Seiten genauso, wie Downloads auf meinen Rechner, solange kein berechtigter Verdacht gegen mich vorliegt, dass die Downloads illegal sind.
    Ich möchte nicht, dass der Staat auf meinem Rechner, den ich ähnlich betrachte, wie meine Wohnung, herumschnüffelt, weil ich möglicherweise ein Terrorist bin. Nein, danke.

    Aber zurück zum Artikel: Wie stellen Sie sich denn solche ungeschriebenen Regeln vor? Das man im Beet die Blumen nicht ausreist (obwohl das auch einige tun), kann ich mir damit erklären, dass ich damit andere verärgere und etwas schönes kaputt mache - im Zweifelsfall kann das auch teuer werden.

    Ich möchte unter keine Umständen mehr Gesetze im Netz, aber freie Regeln entwickeln sich nur mit der Zeit und innerhalb der Gesellschaft. Und der muss man ersmtal beibringen, mit dem Netz umzugehen.
  4. #4

    Auch das soll die Schule einrichten?

    Mal wieder die Forderung nach einem neuen Schulfach. Diesmal für's Internet. Als ob die unterschiedlichen Themen und Inhalte aus diesem Spektrum nicht schon längst in vielen Schulformen und Unterrichtsfächern angekommen wären. Besonders hübsch finde ich den Vergleich mit dem Ausspucken. In ferner Vergangenheit gang und gäbe...dann durch Manieren und Umgangsformen abgestellt. Wer sich heute vor Schulen oder Haltestellen umschaut wird jedoch feststellen, dass das Ausspucken vor dem Freundeskreis mittlerweile wohl wieder zum "guten Ton" gehört. Mobbing und Bullying greift auch immer weiter um sich. Sowas scheint mehr Interessenten zu finden als freundlich zu kommunizieren.

    Heißt das jetzt, dass alle diese Menschen keine guten Manieren haben? Wie überzeugt man diese Menschen vom "richtigen Verhalten", also wertschätzender Umgang oder korrektes Verhalten in der Umwelt? Kann man wirklich von der Schule erwarten, dass sie das übernimmt? Was ist eigentlich aus Eltern, Vereinen oder städtischen Einrichtungen geworden, die in der Vergangenheit wichtige Erziehungsarbeit übernommen haben?

    Lehrerinnen und Lehrer können sich den Mund fusselig reden, wenn sonst keiner gleiches vorlebt. Und wenn schon jahrelang ohne Manieren erzogen wurde, wird's wohl ein schwieriger Prozess des Umlernens. Also bitte nicht wieder einfach nur ein Schulfach "Internet" fordern - haltet die Standards tagtäglich oben. Beschwert euch, wenn jemand euch vor die Füße spuckt. Werft euren Müll in die Mülleimer und seid nett zueinander...könnte helfen.
  5. #5

    Anonymität vs Manieren

    Für mich besteht das größte Problem bei der Etablierung solcher Netz-Manieren in der Anonymität. Wenn ich anonym bin, habe ich keinen Ruf und somit auch keinen Ruf zu verlieren. Hat man aber keinen Ruf zu verlieren, warum sollte man sich dann an "ungeschriebene Gesetze" halten? Chaoten gib es immer, wenn aber diesen nicht Einhalt geboten wird, breiten sich deren Unsitten schnell aus (was dann zu Flamewars in Foren beispielsweise führt). Auf der anderen Seite ist ja die "Anonymität des Internets" auch eines seiner stärksten Errungenschaften. Keine Ahnung wie man das lösen kann.
  6. #6

    Wer es glaubt...

    Ich glaube es nicht. Gordon Gecko hat es in Wallstreet 1 auf den Punkt gebracht: "Die Gier funktioniert".
    In unserem Fall, die Gier nach Besitz von digitalen Inhalten und die Gier mit dem geistigen Eigentum Dritter Geld zu verdienen, am Besten ohne viel Aufwand.
    Nein Herr Lobo, es ist keine Sache der Manieren. Die Generation Facebook hat keinen Respekt vor Leistungen anderer, plündert diese schamlos. Natürlich könnte man das auf mangelnde Manieren schieben, ich schiebe es auf niederste Instinkte. Auch Leute mit guten Manieren klauen in Netz wie die Raben, sogar Leute, die sich es eigentlich leisten könnte, Dinge auf legalem Wege zu kaufen.

    "Geiz ist geil und ich bin doch nicht blöd", haben das Übrige zu der Geisteshaltung getan.

    Ändern könnte nur eine Verödung der Kulturkandschaft etwas. Wenn niemand mehr Geld damit verdient, wird es auch keine Werke geben, so einfach ist das.
  7. #7

    ...

    Ihr Text widerspricht sich ein wenig. Einerseits stellen Sie die Analogie zum Eßbesteck her, dessen Gebrauch im privaten Rahmen gelehrt wird, andererseits fordern Sie ein Schulfach Internet. Es ist mir auch nicht klar geworden, was Sie mit Ihrem Beitrag genau aussagen wollen.

    Solange im Internet Inhalte verbreitet werden, die eine Verhöhnung des Zivilisatorischen darstellen, seien es Bombenbastelanleitungen, Suizid-Foren oder Kinderpornos, solange muß und wird man sich Gedanken machen, wie das zu unterbinden ist. Der Hinweis "Benehmt euch mal 'n bißchen besser" wird es jedenfalls nicht richten.
  8. #8

    Richtig!

    Gute Manieren haben die Wenigsten. Wie man hier sehen kann, ist eine Grundregel der Kommunikation völlig außer Kraft gesetzt worden. Nämlich einfach mal die Fre... halten, wenn man vom Thema keine Ahnung hat. Und weil das so ist und es für Diskutanten mit Fachwissen extrem unhöflich und ärgerlich ist, wenn irgendwelche Laien "ihre Meinung" unfiltirert zum Besten geben, ist es auch keine Frage, dass die Antwort entsprechend ausfallen MUSS, ohne gegen die guten Manieren zu verstossen.

    Danke.
  9. #9

    ~

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anonymität, Vorratsdatenspeicherung, "Killerspiele" - die Debatte über das Internet wird viel zu stark vom Ruf nach Gesetzen bestimmt. Dabei braucht das Netz nicht mehr Verbote als eine zivilisierte Gesellschaft. Schließlich werden Tischsitten und Höflichkeit auch nicht staatlich verordnet.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...783458,00.html
    Ich bin zu Tränen gerührt (schnief).
    Ein klein wenig vager, und Oohhmmmmm hätte genauso eine Aussagekraft wie der Artikel.
    Niemand ist "im" Internet, sondernn Menschen sitzen vor Geräten und visualisieren klassisch ihre Gedanken und Meinungen mittels Schrift und Bilder. Ein bisschen mehr kommt noch mittels andere technischer Möglichkeiten hinzu.

    "Schulfach Internet" ist allerdings interessant.
    Denn genau das ist praktisch mit dem Internet ausgehebelt, das klassische Schulfach, also die Predigt.

    Es funktioniert ja praktisch überall gleich. Einer erzählt den Vielen anderen was. In den Kirchen, oder allgemein Religionen, in der Schule, und Fernsehenn und Rundfunk ist da auch nicht viel anders, weil die ja an sich kein Kommunikationsmittel sind, das, wie laut Gesetz beschrieben "Senden" und "Emfangen" als Merkmale hat. Eben der "natürlichen" Kommunikation entsprechend.

    Das Internet ist der Speakers Corner im Hyde Park oder die Leute samt Fußgängerzonen die dort gerne was erzählen. Und, es ist die Post obendrein. Und, das Telefon.








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