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Internet-Pranger: Sportlerin Friedrich verteidigt Outing eines Stalkers
Getty ImagesLeichtathletik-Ass Ariane Friedrich hat die Nase voll von Stalkern. Ein Unbekannter schickte ihr eine anzügliche E-Mail plus Foto seines Genitals - sie veröffentlichte daraufhin seinen Namen bei Facebook. Jetzt streiten ihre Fans: Darf eine Prominente sich auf diese Art wehren?
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...829002,00.html
- #480 22.04.2012 21:43 von
- #481 22.04.2012 21:44 von
Hat Ihre Glaskugel Ihnen gesagt?
Klar, Sie haben Recht: Alle Menschen auf der Welt haben sich lieb, keiner hat mit irgendwem Streit, kein Mensch käme auf die Idee irgendeinem anderen Menschen eins auswischen zu wollen... Wo leben Sie denn?
Obwohl hier zigmal darauf hingewiesen wurde, dass es hier in jedem Fall einen Unschuldigen treffen wird - den Namensvetter gibt es ja auch noch - hält sich der Mob kollektiv die Ohren zu. "Der war's, ganz sicher!" hat der Mob auch in Emden geschrien, nachher will es keiner gewesen sein. Das, was hier im Internet stattfindet, ist um Längen widerwärtiger als das Versenden eines Pimmelbildes, egal wer es nun war. Eine Existenz könnte unschuldig zerstört sein, dem Mob ist das völlig egal - Hauptsache sie können sich über wen aufgeilen - und Friedrichs Trainer macht sich Sorgen, das Ganze könnte sie "Stressen". - #482 22.04.2012 21:45 von
.....leider meistens anonym. Sie wähnen sich im Schutze des Cyberspace. Taransparenz kann hier helfen. Für mich ist der Schritt vollkommen richtig. Natürlich ist das grenzwertig, jedoch kann man damit den Spieß umdrehen. Ich hoffe viele Fraue folgen dem Beispiel. Sie können sich sicher sein, dass Ihnen viele Männer beistehen.
- #483 22.04.2012 21:46 von
Nur dann, wenn tatsächlich eine Straftat vorliegt. Also Totschlag beispielsweise oder eben üble Nachrede. Wenn die Dame recht hat und der Genannte der Urheber der Mail war, ist es sehr schwierig, ihr einen Straftatbestand üble Nachrede nachzuweisen, da dafür regelmäßig eine unwahre Tatsachenbehauptung im Raum stehen muss. Eventuell hätte er noch Chancen, wenn er nachweisen könnte, dass sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Mail nicht über genügend Informationen verfügt hat, die zumindest wahrscheinlich machen, dass er der Urheber ist. Im Prinzip, wenn er es war, aber sehr unwahrscheinlich. Das wäre dann also ein Fall von "Selbstjustiz" der zumindest strafrechtlich nicht relevant wäre. Oder beispielsweise, wenn ein gestalkter Ex-Partner den Stalker beim Finanzamt wegen Steuerhinterziehung anzeigt, dieses etwas findet. Nicht strafrechtlich relevant. Oder, wenn einem Schwarzarbeiter z.B. der Lohn verweigert wird und dieser den Ex-Arbeitgeber (auch anonym) anzeigt. Strafrechtlich nicht relevant. Sie sehen also, nicht jeder Fall, der landläufig so unter "Selbstjustiz" oder "Rache" fällt, ist gleich ein Straftatbestand. Nur wenn Sie zu Mitteln greifen, die eben einen Straftatbestand erfüllen, können Sie verfolgt werden, niemals aber wegen "Selbstjustiz" oder "Rache". Das wäre in diesem Fall noch zu prüfen. Auch und gerade grundsätzlich (Notwehr im Fall von Internetkriminalität).
- #484 22.04.2012 21:46 von
- #485 22.04.2012 21:47 von
Wie gestern in der schönen Spiegel-Doku im Fernsehen: je lautstarker und eindeutiger die Forderungen nach harter Bestrafung sind, am besten öffentlich, desto eher ist eine Neigung zum Sadismus erkennbar.
Denken Sie mal darüber nach, wie so Ihr emotionaler Zustand bei dieser Forderung ist. Mir wird bei Lynchjustiz immer übel. - #486 22.04.2012 21:48 von
- #487 22.04.2012 21:51 von
- #488 22.04.2012 21:52 von
Naja, die Öffentlichkeit kennt die Vorgeschichte nicht.
War es die Folge einer Serie von E-Mails oder hatte sich da schlichtweg jemand spontan von seinen Hormonen dahin reißen lassen...
Man darf nicht übersehen, dass es das Internet sehr, sehr leicht macht, spontan einen Fehler zu begehen, den man hinterher bereut. In der analogen Welt war bis zum Absenden eines Briefes genügend Zeit, sich die Sache noch einmal zu überlegen. Diese "Reifezeit" wird heute nicht mehr möglich sein. Wir kennen das aus zahlreichen "Flame-Wars" in sozialen Netzwerken wir z. B. Foren.
Man sollte m. E. die Aktion des Herren ggf. nicht so hoch aufhängen. Wenn jeder sich für seine Menschlichkeit rechtfertigen müsste, wo kämen wir da hin. Wir sind schließlich alle keine perfekt funktionierenden Maschinen. Und eine einzige E-Mail hat noch niemanden ins Grab gebracht. - #489 22.04.2012 21:54 von
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