Forum


 

Internet-Nutzung: Das Web macht uns nicht dümmer

Verändert das Internet unser Denken? Müssen wir uns regelmäßige Online-Auszeiten verordnen, um nicht völlig debil zu werden? Der Journalist und Blogger David Bauer hat keine Lust auf digitales Fasten. Um den letzten Zweifel auszuräumen, macht er den gründlichen Gehirn-Check.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...750325,00.html
  1. #10

    *

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verändert das Internet unser Denken? Müssen wir uns regelmäßige Online-Auszeiten verordnen, um nicht völlig debil zu werden? Der Journalist und Blogger David Bauer hat keine Lust auf digitales Fasten. Um den letzten Zweifel auszuräumen, macht er den gründlichen Gehirn-Check.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...750325,00.html
    Schirrmacher beklagt, daß wir uns ändern, um der Maschine gerecht zu werden, ansonsten sind de Probleme auf der Hand:
    - verplemperte Zeit
    - Verdummung durch haltlose Fakten, die übernommen werden
    - die langfristige Konzentrationsfähigkeit ändert sich

    Es ist schön, wenn der Autor schreibt:
    "Insgesamt sind meine Resultate sehr gut. Visuelles Kurzzeitgedächtnis, Arbeitsgedächtnis, visuell-räumliches Lernen, auditiv-verbale Aufmerksamkeit und die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung - funktioniert alles bestens, heavy Internetuser zum Trotz."

    Allerdings ist es auch recht nichtssagend, vielleicht möchte er den Test wiederholen und die Aufgaben mit einer Rezeption von Nietzsches Schriften ersetzen?
    Das könnte erhellend sein, muß es aber nicht.
  2. #11

    ...

    Zitat von sowosammerneger Beitrag anzeigen
    Schirrmacher beklagt, daß wir uns ändern, um der Maschine gerecht zu werden, ansonsten sind de Probleme auf der Hand:
    - verplemperte Zeit
    - Verdummung durch haltlose Fakten, die übernommen werden
    - die langfristige Konzentrationsfähigkeit ändert sich
    Ich wüsste nicht, daß ich und andere vor der Erfindung des Internets weniger Zeit verplempert haben. Man hat sie üblicherweise nur anders verplempert. Und überhaupt, wer will beurteilen, was Verplempern bedeutet? Auch vorher haben die wenigsten Leuten in ihrer Freizeit Kant rezipiert.

    Was die Verdummung durch haltlose Fakten betrifft, muß man doch erst einmal dazusagen, daß durch das Internet zum ersten Mal überhaupt die Möglichkeit besteht, sich viele Fakten zu verschaffen. Das Herrschaftswissen früherer Zeiten wird immer geringer. Wenn man sich anschaut, welche noch so absonderlichen Details z.B. über Quantenmechanik die Wikipedia vorrätig hält, Details, die es früher in kein Lexikon geschafft hätten und heute noch selten in ein Fachbuch zu dem Thema! Wer will, kann sich also heute sehr viel besser bilden, als früher. Natürlich macht das der Großteil der Menschen nicht, nur muß man diesen Umstand dem Medium ankreiden (es gibt da das Zitat mit dem Buch und dem Kopf und dem hohl klingen, das ist hier zu übertragen).

    Was schließlich die Konzentrationsfähigkeit angeht. Langfristig können sich die wenigsten konzentrieren. Ich behaupte, das war auch schon früher so. Vielleicht ist es evolutionär gar nicht vorgesehen, sich andauernd zu konzentrieren. In speziellen Situationen, ja, aber eben nicht ständig.

    Schirrmacher begeht wie viele Technikkritiker den Fehler, schlecht von etwas zu denken und zu schreiben, das er selber gar nicht wirklich versteht oder in dem Sinne nutzt, wie man es eben auch nutzen kann. Mit einer selektiven Wahrnehmung gesegnet kann man so ziemlich Alles runterschreiben. Nur wird das nichts daran ändern, wie viele Menschen trotzdem heftigs weitersurfen etc. Schirrmacher könnte ja konstruktiv sein und vorschlagen, wie sich das Ganze, da es nun mal schon in der Welt ist, weiterentwickeln könnte oder sollte. Aber dazu fehlt ihm die Kreativität.
  3. #12

    Internet?Im Alter vom Vorteil!

    Bin schon älter,lebe im Ausland.
    Durch das Internet habe ich die Möglichkeit mich noch weiter zu bilden.
    Damit habe ich Kontakt zu den Medien,Behörden und Gestze in Deutschland.
    Wobei mich keine Spiele oder sonst was Interessieren,nur Information ist Wichtig.

    Nur durch das Inenet ist es mir Möglich gewesen,eine Verfassungsbeschwerde beim BVG einzureichen.
  4. #13

    Nicht dümmer - aber dicker

    Seitdem ich Internet habe, hab ich 10 Kilo zugenommen.

    Schö
  5. #14

    Eine bessere Welt?

    In den Firmen und im Privatleben wird nicht mehr von Angesicht zu Angesicht kommuniziert. Die Email und die SMS ersetzten den zwischenmenschlichen Kontakt. Persönliche Daten und Bilder werden im Internet für jeden sichtbar ausgestellt. Wie überall entscheidet die Dosis. Das Internet macht die Welt nicht schlechter, aber auch schlechte Menschen nutzen das Internet. Eine jüngere Generation wird Fähigkeiten verlieren, oder erst gar nicht entwickeln, die für eine gesunde Entwicklung wichtig sind. Es ist wie beim Auto. Das Auto produziert jeden Tag Verkehrstote und Abgase und wird trotzdem intensiv genutzt.
  6. #15

    Neue Anforderungen der Medienexplosion

    Eine einschneidende Veränderung im System der Medien wie das Internet verändert natürlich zwangsläufig auch die menschliche Art zu denken und Wissen zu organisieren. Insbesondere in der Hinsicht, dass mit dem Internet viel mehr Informationsmengen als früher bewältigt werden. Das wird langfristig z.B. auch Auswirkungen auf Gedächtniskapazitäten haben.
    Der große Vorteil des Internets - die historisch einmalige Explosion der Menge von an einem Ort verfügbaren Einzelmedien - bringt zugleich ebenso große neue Probleme, diese neuen Massen an Medien zu bewältigen. Es kostet viel mehr Mühe und vor allem viel mehr Zeit, die Medien im Internet zu suchen und zu finden, die einen persönlich interessieren könnten. Wozu man viel mehr Medien und Beiträge als früher begutachten und dann entweder wegklicken oder lesen muß. Natürlich unter einer Bedingung: Dass man das Internet überhaupt vermehrt nutzen will für Information, Bildung, Unterhaltung, Kommunikation. Man muß das Internet nicht nutzen. Aber wenn man es interessiert und gründlicher nutzen will, hat man hierbei einen erheblich größeren Aufwand als bei der Nutzung anderer Medien.
    Meiner Meinung hinken die Werkzeuge und Methoden für die effiziente Handhabung und Organisation der Medienmassen des Internets noch um Jahre den Anforderungen dieses Riesenmediums hinterher. Die Entwicklung der Browser hat sich bisher weitgehend auf die Verbesserung der Qualität des Internetsurfens (wie Geschwindigkeit, Navigation, Javascript usw.) beschränkt und sich noch viel zu wenig mit den Anforderungen der Organisation von Internetmedien befasst. Mein Ideal wäre z.B. eine Art Medien- und Aufgabenplaner im Browser mit mehreren Sparten, mit dem man Links und Beschreibungen wie heute schon bei nomalen PC-Aufgabenplanern hin und her, hoch und runter schieben kann. Erste Ansätze besserer Medienorgansiation in Browsern sehe ich z.B. im Tab Stacking Operas, in den Tab-Gruppen von Firefox oder in der in mehrere Karteiseiten unterteilbaren Schnellauswahl vom neuen Firefox 4, mit der man gut persönliche Linkübersichten zu einzelnen Themensparten erstellen kann.
  7. #16

    Nicht dümmer...

    ...aber solange der Großteil der Bevölkerung weiterhin ungeniert das Internet mit dem Web gleichsetzt, ist der Beweis erbracht, dass Internet-Nutzung auf keinen Fall schlauer macht.
  8. #17

    Titel diese Woche guenstiger an der Uni Bayreuth

    Zitat von Hercules Rockefeller Beitrag anzeigen

    Und früher hat ja auch keiner behauptet, wenn man morgens die Zeitung liest und nebenbei das Radio dudelt, dass man dann total verblödet.
    Aber das Gegenteil scheint bei den Kids einzutreten/getreten zu sein, die nur wahllos Glotzen, oder den Rechner nur zum Spielen benutzen.
    Daher fragte ich schon: Vergleichstest mit dem Nur-Gamer??
  9. #18

    .

    Zitat von vaikl Beitrag anzeigen
    ...aber solange der Großteil der Bevölkerung weiterhin ungeniert das Internet mit dem Web gleichsetzt, ist der Beweis erbracht, dass Internet-Nutzung auf keinen Fall schlauer macht.
    Solche Kritik könnte man auch als schlaumeierisch auffassen. Ich finde die Gleichsetzung von Web und Internet jedenfalls genauso unproblematisch und legitim wie z.B. die von Popmusik und Musik. Dass es noch andere Musik gibt, wissen natürlich die Meisten. Internet hat sich solchermaßen eben auch als großer Oberbegriff für das WWW eingebürgert. Ein kleiner kurzer Exkurs über wichtige andere Bestandteile des Internets wäre aber natürlich trotzdem auch interessant.
  10. #19

    *

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Was die Verdummung durch haltlose Fakten betrifft, muß man doch erst einmal dazusagen, daß durch das Internet zum ersten Mal überhaupt die Möglichkeit besteht, sich viele Fakten zu verschaffen.
    Eben das halte ich für ein unbestätigtes Gerücht.
    Man kann eine Menge Dinge lesen, die irgendwer irgendwohin geschwurbelt hat, in weit es sich dabei um "Fakten" handelt, muß von Fall zu Fall geklärt werden, was aber kaum einer macht und noch weniger können.
    Das Herrschaftswissen ...
    Sicher.

    Wer will, kann sich also heute sehr viel besser bilden, als früher.
    Wenn man unter BILDung die Huberei fraglicher Fakten verstehen mag, dann mag das so sein.

    Schirrmacher begeht wie viele Technikkritiker den Fehler, schlecht von etwas zu denken und zu schreiben, das er selber gar nicht wirklich versteht oder in dem Sinne nutzt, wie man es eben auch nutzen kann.
    Irgendwie habe ich da ein anderes Buch gelesen als Sie.
    Ich kann nicht sehen, daß er "schlecht" von Technik denkt - was immer das "schlecht" bei Ihnen auch bedeuten mag.
    Er versteht es auch gut, aber verliert sich und das, was seine Person ausmacht nicht so aus dem Blick, wie es viele andere halt tun.

    Schirrmacher könnte ja konstruktiv sein und vorschlagen, wie sich das Ganze, da es nun mal schon in der Welt ist, weiterentwickeln könnte oder sollte. Aber dazu fehlt ihm die Kreativität.
    Das ist keine Frage von Kreativität, sondern von Unmöglichkeit. Niemand wird den rasenden Zug stoppen, bis auf eine Katastrophe. Schwurbeleien darüber was könnte, wenn man würde, sind ziemlich sinnfrei.


TOP



TOP