Forum


 

Internet-Konferenz: Nationen streiten um die Freiheit des Netzes

Auf einer Internetkonferenz in London stoßen zwei Philosophien aufeinander: Russland und China wollen das Netz schärfer regulieren, die USA und Großbritannien allenfalls einen freiwilligen Verhaltenskodex einführen. Doch die Haltung des Westens ist widersprüchlich.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...795376,00.html
  1. #1

    ..

    Der Aussage von Jimmy Wales ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen:

    "Die größte Bedrohung der Freiheit im Netz, sagte er, seien nicht die Trolle in den Internet-Foren oder die Cyber-Kriminellen, sondern überzogenes Regierungshandeln."

    Viel wichtiger als die Regulierung des Internets wäre ein international verbindliches Datenschutzabkommen, damit die Datenerfassung und der Datenhandel international argierender Firmen wie Facebook, Google oder jüngst Electronic Arts in ihre Grenzen gewiesen wird und Verstöße richtig geahndet werden können.
    Firmen spionieren uns aus während Regierungen gleichzeitig unseren Zugriff aufs Netz regulieren wollen...
  2. #2

    so

    wie die ganze Menschheit funktioniert:

    eigentlich eine gute Idee, doch wir sind zu doof dazu und zerstören alles und damit uns selbst.
  3. #3

    .

    "Cameron klagte, die Angriffe auf Firmennetzwerke, Regierungsserver und Privatkonten kosteten weltweit eine Trillion Pfund im Jahr."

    Das Welt-BIP pro Jahr liegt nicht einmal so hoch. Sicherlich ist eine Billion gemeint (engl. "trillion" = dt. "Billion").
  4. #4

    debahn wie die ganze Menschheit funktioniert: eigentlich

    dem ist nichts hinzuzufügen!
  5. #5

    Die Lösung der Probleme

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auf einer Internetkonferenz in London stoßen zwei Philosophien aufeinander: Russland und China wollen das Netz schärfer regulieren, die USA und Großbritannien allenfalls einen freiwilligen Verhaltenskodex einführen. Doch die Haltung des Westens ist widersprüchlich.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...795376,00.html
    Kehren wir also wieder zum guten, alten Versandkatalog, Telefon, Fax und Leserbrief zurück! Wollen die das?
  6. #6

    Regulierung oder Wahn?

    "Der 12-Punkte-Kodex, der als Uno-Resolution verabschiedet werden soll, würde Staaten unter anderem erlauben, "die Verbreitung von Informationen zu unterbinden, die zu Terrorismus, Sezessionismus und Extremismus aufrufen" oder aber "das geistige und kulturelle Klima" eines anderen Landes stören. Es wäre ein Persilschein für autoritäre Regime in aller Welt, ihnen unangenehme Webseiten zu blockieren."

    Vor derartigen Freifahrtscheinen sollten wir uns mindestens so sehr in Acht nehmen, wie vor phishing versuchen! Es steht nämlich mehr auf den Spiel als ein paar läpische Penunzen. Stellen wur uns nur einmal vor Hitlers Regime hätte die o.g. Möglichkeit gehabt. Stellen wir uns vor so eine politische Wildsau hat Zugriff auf IP-Adressen oder Klarnamen, auf sämtliche Bewegungen, Spuren, Beiträge, die ein bestimmter Nutzer im Internet hinterlässt. Und darüber hinaus habe so eine Wildsau noch Einfluss darauf, wer was ins Netz stellen darf und was nicht. Das betrifft dann nicht nur die Freiheit im Internet oder die Freiheit des Internets. Es betrifft dann auch nicht nur ein paar Münzen oder Geldscheine. Dann betrifft es potentiell jedermans persönliche Freiheit. Wer sich nicht systemkonform verhält, wird eingesperrt oder gleich 'hingerichtet' - also staatlich legitimiert ermordet.
    Vielleicht halten mich nun manche für hysterisch. Aber viele haben eben auch Mahner in Deutschland 1933 für hysterisch gehalten. Manchen hat diese Haltung später das Leben gekostet.
    Das Netz muss so frei wie möglich bleiben und die Idee des geistigen Eigentums und seines Schutzes muss neu gedacht werden. Sie muss angepasst werden an die heutige Realität. Vorschläge dazu gibt's wie and am Meer. Besonders gut ist der einer Kulturflatrate. GEMA bezahle ich ja eh schon für jede LEER-CD und -DVD. Und mal ehrlich: Wäre es denn so schlimm, wenn Spitzenschauspieler, Popstars, Bestsellerautoren usw. nur noch ein paar 100.000 Dollar im Jahr verdienen würden?

    Typhon sagt: "Firmen spionieren uns aus während Regierungen gleichzeitig unseren Zugriff aufs Netz regulieren wollen..." und so erlebe ich das auch...!

    Besonders interessant finde ich, mit welcher Energie und Geschwindigkeit Vorschläge zur Regulierung / Zensur des Internets von Regierungen gemacht werden. Denn Gleichzeitig spielt der Finanzmarkt international verrückt und gefährdet nicht nur die Existenz einzelner Individuen sondern gleich ganzer Staaten. Sollte hier nicht erstmal eine internationale Regulierung erfolgen? Ist das nicht wichtiger als Internetnutzer zu gängeln, zu zensieren und sie an ihrer freien Meinungsäußerung wie Informationsbeschaffung zu hindern? Wessen Existenz gefährdet eigentlich ein unzensiertes Internet? Doch höchstens die Existenz irgendwelcher Despoten, Tyrannen und schlechter Regierungen, die entweder nicht kommunizieren können oder tatsächlich gegen das Interesse ihres Volkes handeln. Da wird dann auch offensichtlich, wer am meisten Interesse daran hat, die Informations- und Meinungsfreiheit im Internet nicht zuzulassen.

    Internetnutzer aller Länder vereinigt Euch und wehret den Anfängen totalitärer Bevormundung!
  7. #7

    Herrliche verlogene Doppelzüngigkeit

    Ich habe mich ja schlapp gelacht, als ich den Schlusssatz
    Zitat von Artikel
    Die Debatte über die Regulierung des Internets ist daher mit Vorsicht zu genießen. Einen der besten Redebeiträge lieferte in London der Gründer der Online-Enzyklopädie Wikipedia, Jimmy Wales. Die größte Bedrohung der Freiheit im Netz, sagte er, seien nicht die Trolle in den Internet-Foren oder die Cyber-Kriminellen, sondern überzogenes Regierungshandeln.
    gelesen habe.

    Ja, dass überzogenes Regierungshandeln eine Bedrohung ist, da stimmt ich Mr. Wales zu! Aber wenn nicht die Regierungen regulieren, dann machen es wohl die großen Webseitenbetreiber gleich selber, oder wie? Amazon löscht gekaufte elektronische Bücher (G. Orwell: "1984") von Lesegeräten, Facebook produziert einen Datenschutz-Aufreger nach dem anderen...

    ...und sogar die von Jimmy Wales selber gegründete Wikimedia Foundation (WMF), Betreiberin der Wikipedia, plant die Einführung eines zensierenden Bildfilters!

    In der Hoffnung, jetzt nicht nach [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law|Godwins Gesetz] verurteilt zu werden - heute scheint die deutsche Wikipedia-Gemeinschaft mehr richtig zu machen als es ein Großteil des deutschen Volkes in den Jahren ab 1933 tat...

    Weiterer Lesestoff:
    - Seite über die Überlegung, die deutsche Wikipedia zu "forken", also unabhängig von der Wikimedia Foundation zu betreiben, es gibt eine Diskussionsseite dazu
    - einige Aussagen und Diskussionen mit einer der bezahlten Angestellten der Foundation (auf Englisch); Sue Gardner ist eine "Executive Director" der WMF

    Viel Vergnügen beim Lesen.








TOP



TOP