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Internet-Debatte: Ohne Anonymität keine Freiheit

DPANorbert Lammert, Präsident des Bundestages, findet Anonymität im Internet problematisch. Sie verleite die Menschen zu Aggression und Beleidigungen. Diese Klage ist zu einer Art Mantra des politischen Berlin geworden - und spielt der Piratenpartei in die Hände.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...823733,00.html
  1. #80

    grenzen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Norbert Lammert, Präsident des Bundestages, findet Anonymität im Internet problematisch. Sie verleite die Menschen zu Aggression und Beleidigungen. Diese Klage ist zu einer Art Mantra des politischen Berlin geworden - und spielt der Piratenpartei in die Hände.

    Internetdebatte: Ohne Anonymität keine Freiheit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    freiheit im internet ist eine chimäre.

    wenn man sich im internet äußert dann eben meist über die foren von bestimmten betreibern, die politisch oder wie auch immer eine bestimmte position vertreten.

    diese betreiber haben ein auge darauf, dass diskussionen sich in bestimmte richtungen entwickeln, sie sind herr über leben und tod eines jeden diskussionsbetrages, geht durch, oder geht nicht durch.

    für den unbedarften betrachter ergibt sich das bild einer freien diskussion, die suggeriert der mainstream hätte eine bestimmten gemeinsame haltung.

    der manipulation im internet sind keine grenzen gesetzt, sie ist leichter und versteckter als es die mainstream-medien je hätten berwerkstelligen können.
  2. #81

    ...

    Zitat von Bernd.Brincken Beitrag anzeigen
    Eine treffende Analyse, womit die täglichen Widersprüche im Verhältnis von Internet und Politik gut dargestellt werden.

    Dass allerdings am Ende die Piratenpartei quasi als drohender Wächter der Anonymität dargestellt wird, zeigt, dass der Autor selbst nur oberflächlich hingeschaut hat.

    Denn in dieser Partei hat sich mit "Post privacy" (oder auch "trans Privacy" usw.) eine Bewegung Raum und Gehör verschafft, und wird auch häufig in anderen Medien hofiert, welche als gesellschaftliche Vision die Anonymität am völlig abgeschafft sieht, und mit großem Eifer auf dieses Ziel hinarbeitet.
    Und das ist mitnichten ironisch oder provokativ gemeint.
    da haben sie aber jetzt auch nicht genau hingeschaut... bei post-privacy geht es zwar um totale transparenz aber nicht auch zwingend um eine aufgabe der anonymität... einige der populärsten vertreter der post-privacy-bewegung gehören auch zu den schärfsten kritikern des klarnamenzwangs bei google+...
    und vor allem geht es bei post-privacy auch um die persönliche kontrolle über die daten... dass jeder auch weiß wer welche daten über ihn hat... post-privacy ist auch weniger eine politische forderung, mehr eine erkenntnis... den großen konzern (facebook, google) interessiert es nicht was ich im konkreten mache... denen ist völlig egal ob ich auf porno- oder handwerkerseiten herumsurfe... die interessiert höchstens wie oft der typische männlich nutzer mitte 30 in der woche direkt nach dem konsum von pornografie was bei praktiker online bestellt... im querschnitt aus 1.000.000 nutzern...
  3. #82

    "Ohne Anonymität keine Freiheit": so ist es. Wer würde in einem Überwachungsstaat ansonsten noch die Regierung kritisieren, wenn er dabei seinen Namen angeben soll? Man könnte auch sagen: Klarnamen sind der wichtigste Grundstein für einen totalen Überwachungsstaat.
  4. #83

    Ich kann Hr. Lammert schon verstehen: Die Idee einer bürgerlichen Gemeinschaft, die sich eine demokratische und rechtsstaatliche Ordnung gibt, ist gebunden an die persönliche Verantwortung für das eigene Handeln. Anonyme Verantwortung gibt es nicht. Das Internet passt in dieses Ideal gar nicht so richtig rein.

    Nun ist das Internet da, und man sieht, dass es (auch) positiv wirkt im Sinne von Offenheit und Pluralität. Es ist eine Gefahr für Diktaturen. Also muss es ja irgendwie etwas Gutes sein. Es gehört (auch) in die Privatsphäre und ist somit schützenswert. Also hat der Staat sich da nicht einzumischen. Trotzdem bleibt das ungute Gefühl, unserer Gemeinschaft damit vielleicht einen Bärendienst zu erweisen.

    Vermutlich ist Hr. Lammert nicht klar, wie grundlegend wichtig die Anonymität im Netz ist. Gerade, weil das Netz nie vergisst und prinzipiell für jeden zugänglich ist. Deshalb ist das Verbot der Anonymität sogar noch schwerwiegender, als auf der Straße mit dem Personalausweis am Revers zu laufen und von einer Videokamera beim Nasepopeln gefilmt zu werden.

    Aber Bauchschmerzen über die Anonymität halte ich für legitim und verständlich. Eine offene Diskussion bedeutet auch, dass ein Mensch Zweifel äußern darf.
  5. #84

    Zitat von KuGen Beitrag anzeigen
    Soviel ich weiss, lehnt der Bundestag es ab, Voten transparent zu machen.
    Zu gut deutsch : die feigen MdBs verstecken sich bei grundlegenden Entscheidungen unserer Nation in der Anonymität. Gleichzeitig witrd Pseudonymität angegriffen.

    Unglaublich, diese Politikerkaste.
    Dank Ihres anonymen Unsinns werden jetzt wieder einige den Schwachsinn glauben, den sie geschrieben haben. In namentlicher Abstimmung wird gerade deshalb beschlossen, damit man bei jedem einzelnen Abgeordneten das Stimmverhalten sehen kann.

    Da Sie wahrscheinlich zu faul und träge sind, das Protokoll auf dem Bundestagsserver zu lesen, können sie auch mit Poleitzahl-Sortierung bei Angeordnetenwatch nachsehen, da bekommen sie die Auflistung Ihres Abgeordneten.

    Verleumdung, Beschimpfung, falsche Tatsachenbehauptungen, das geht einem flott von der Hand, wenn man dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann.

    Ich bin für die MÖGLICHKEIT der Anonymität im Netz. Es kommt darauf an, wie man damit umgeht, und wann man sie einsetzt. Offenbar istr die große Mehrzahl der Forsiten HIER nicht in der Lage, für die eigenen Beiträge einzustehen.
  6. #85

    Was für fadenscheinige Argumente der Autor dieses Artikels hier doch anbringt. Wer an Alkoholismus etc. leidet, soll gefälligst zum Arzt gehen. Ich kann ebenso entgegnen, dass Pädophile, die an einer inzwischen anerkannte Krankheit leiden, ebenfalls die Anonymität nutzen, um ihre "peinlichen Hobbys" zu pflegen. Also wirklich!

    Und die anonymen Zwischenrufe auf Kundgebungen mit den bodenlosen Beleidigungen im Internet zu vergleichen, ist auch gezinkt. Bei Kundgebungen ruft wenigstens der Gedanke der Strafverfolgung zur Sitte und zu Respekt, nicht aber die Anonymität im Internet. Hier gilt die Straffreiheit. Das Internet scheint ein Katalysator für die Urinstinkte des Menschen zu sein, hier können sie sich primitivst ausleben, fernab von Normen und Moral.
  7. #86

    Zitat von lutz-breunig Beitrag anzeigen
    ... Vertrauenswürdig erscheint, wer Fakten nachprüfbar offen legt. Misstrauen erntet, wer transparentes Verhalten verweigert....
    Meinungen widerspiegeln in den seltensten Fällen objektive Fakten.
    Auch wenn der Meinende das denkt.
    Ist nämlich harte, zeitraubende Arbeit, sich umfassenden(!) Background zuzulegen. Und sehr oft schlicht unmöglich...

    meine Meinung ;)
  8. #87

    Ich gehe zu Fuss aus dem Haus.
    An der Ampel muss ich meinen Namen eingeben bevor ich die Strasse überquere. Die Ampel speichert meinen Namen.
    Dann steige ich in den Buss, muss meinen Namen für die Fahrt abgeben.
    Ich setze mich hin, sage jedem Mitfahrer meinen Namen. Alle schreiben sich meinen Namen auf.
    Ich steige aus, und muss wieder meinen Namen abgeben. Alle schreiben sich wieder meinen Namen auf.
    Ich gehe ins Kaufhaus, Namen abgeben.
    Kaufe Brot, Mineralwasser Erdbeeren ein, für jeden Artikel den Namen angeben.
    Ich bezahle, Namen abgeben,
    usw.usw.

    Das, was die Datenspeicher Fetischisten im Internet verlangen, Klarnamen und Identität abgeben und speichern. wirkt nicht nur im richtigen Leben idiotisch, paranoid und rechtswiedrig, sondern ist es auch im Internet. Dem Staat geht mein Privatleben nichts, aber auch rein gar nichts an.
  9. #88

    Genau: Politiker waehlen auch anonym

    Zitat von KuGen Beitrag anzeigen
    Soviel ich weiss, lehnt der Bundestag es ab, Voten transparent zu machen.
    Zu gut deutsch : die feigen MdBs verstecken sich bei grundlegenden Entscheidungen unserer Nation in der Anonymität. Gleichzeitig witrd Pseudonymität angegriffen.

    Unglaublich, diese Politikerkaste.
    Genau so ist es. Im Bundestag gibt es bei manchen Themen genauso gute Gruenden anonym zu waehlen als im Internet. Und das stoert manche Politiker natuerlich auch! Alle erinnern sich wahrscheinlich noch die Aufregeung in der CDU als einige "abfaellige" Parteimitglieder nicht fuer Wulf als Praesident gewahlt hatten. Diese besser nachdenkende Waehler haette es vielleicht ohne anonyme Wahlen nicht gegeben.
  10. #89

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    findet Anonymität im Internet problematisch.
    Anonymität im Internet ist problematisch, weil Anonymität im Internet eine Lüge ist. Und wenn Ihr zehnmal die Piraten wählt und auf eine Anti-SOPA-Demo geht, es gibt kein anonymes Internet. Das ganze ist ein Mythos, der ausschließlich auf technischem Unverständnis und Ignoranz basiert. Vielleicht sollte man statt 2mal im Jahr ein neues smartphone zu kaufen mal drüber nachdenken wie sowas eigentlich funktioniert.








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