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Internet-Debatte: Ohne Anonymität keine Freiheit

DPANorbert Lammert, Präsident des Bundestages, findet Anonymität im Internet problematisch. Sie verleite die Menschen zu Aggression und Beleidigungen. Diese Klage ist zu einer Art Mantra des politischen Berlin geworden - und spielt der Piratenpartei in die Hände.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...823733,00.html
  1. #20

    Klarnamen sind Problematisch

    Und Sebastian T. findet Klarnamen im Internet Problematisch. Seit er das veröffentlicht hat bekommt er täglich droh emails von wütenden Anonymen Menschen, die sich als Norbert Lammert ausgeben.

    Das können Klarnamen bringen wenn man per Gesetz eine Pflicht einführt.
    Nicht die Avatare von jedem Nutzer sind problematisch, sondern der Missbrauch von Klarnamen oder gleiche Namen, die man nicht unterscheiden kann. Wenn eine eindeutige Identizfizierung im Internet möglich sein soll, dann muss man sich mit seinem Personalausweis bei jedem Computer einloggen und seine sämtliche Daten immer an einen Server des Bundes versenden.

    Oder es bleibt bei der Anonymität mit der jeder jeden Beleidigen kann und sich auch jeder ausloggen kann ohne Konsequenzen zu fürchten.
  2. #21

    Anonymität nicht in jedem Fall

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Norbert Lammert, Präsident des Bundestages, findet Anonymität im Internet problematisch. Sie verleite die Menschen zu Aggression und Beleidigungen. Diese Klage ist zu einer Art Mantra des politischen Berlin geworden - und spielt der Piratenpartei in die Hände.

    Internetdebatte: Ohne Anonymität keine Freiheit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Ich habe 40 Jahre in der DDR mit der Lüge gelebt. Eine meiner Hoffnungen an das Leben in Deutschland war offen und mit meinem Namen für meine Überzeugungen eintreten zu können. Ich brauche in der politischen Meinungsäußerung keine Anonymität in diesem demokratischen Land. Ich will, wenn ich mich äußere, vor dem Adressaten mit meinem Namen für meine Äußerung stehen. Auf gar keinen Fall mit meinem "Decknamen"
  3. #22

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Norbert Lammert, Präsident des Bundestages, findet Anonymität im Internet problematisch. Sie verleite die Menschen zu Aggression und Beleidigungen. Diese Klage ist zu einer Art Mantra des politischen Berlin geworden - und spielt der Piratenpartei in die Hände.

    Internetdebatte: Ohne Anonymität keine Freiheit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Ich persönlich empfinde es als erfrischend, wenn mir im Netz eine Meinung ungefiltert entgegenschlägt, die nicht unbedingt meine ist. Würde die Anonymität aufgehoben, wäre die "Meinungsvielfalt" wahrscheinlich sehr schnell am Ende. Jeder würde es sich gut überlegen, ob er vom Mainstream abweichende Meinungen offen vertreten würde. Man muss dazu bedenken, das das Internet nichts vergisst. Anders als bei irgendeiner bierseligen Kneipen-Diskussion wird man die eigene Stellungnahme noch nach Jahren ungefiltert vor die Nase gehalten bekommen, wenn man Pech hat.
    Und da bekannt ist, das Unternehmen das Internet gezielt nach ihren Mitarbeitern durchforsten, kann das ziemlich unangenehme Folgen haben.
    Ein Ende der Anonymität wäre ein Ende der Diskussion.
    Ende der Diskussion. :-)
  4. #23

    Das können Sie so halten ...

    Zitat von wolfgang.mursch Beitrag anzeigen
    Ich habe 40 Jahre in der DDR mit der Lüge gelebt. Eine meiner Hoffnungen an das Leben in Deutschland war offen und mit meinem Namen für meine Überzeugungen eintreten zu können. Ich brauche in der politischen Meinungsäußerung keine Anonymität in diesem demokratischen Land. Ich will, wenn ich mich äußere, vor dem Adressaten mit meinem Namen für meine Äußerung stehen. Auf gar keinen Fall mit meinem "Decknamen"

    ... wie Sie es wollen, aber sägen Sie bitte nicht an der Freiheit der anderen, die es freier, nämlich anonymer wollen. Freiheit ist, wenn beides möglich ist: Das was Sie wollen und das was ich will.

    Und mit einem KlarnamensZWANG, wie er hier diskutiert wird, ginge ein wichtiges Stück Kultur und Meinungsfreiheit verloren. Wir verkämen zu einem Schrebergarten, indem die Zwerge das Sagen haben: Solche wie Guttenberg. Dieser Mann wäre heute noch an der Macht und auf dem Weg zum Kandisbrunzler, wenn es Anonymität nicht gegeben hätte. Und wurde die Anonymität missbraucht? Nein, aber sie machte Guttenplag erst möglich, indem es die Arbeit für Guttenplag erträglich für die Leistenden machten. Die Leistenden, die etwas taten, wofür eigentlich Guttenbergs Professoren sehr gut bezahlt werden.
  5. #24

    1

    Ich sehe das ganze Problem nicht. Oder besser gesagt, das Problem wird maßlos übertrieben, aufgebauscht und verallgemeinert- von Leuten die ganz einfach mal keine Ahnung haben.

    Das Internet IST ein weitgehend rechtsfreier Raum. Wer einmal miterlebt hat, wie dreist und skrupellos hier professionell getäuscht, betrogen und erpresst wird, wird mir sicher zustimmen. Umsomehr wahrscheinlich, wenn man das laxe Handeln der Behörden beobachtet. Ich habe zum Beispiel noch keinen der Vertreiber und Produzenten des Schadprogramms "Spyaxe" gesehen. Von den ganzen Abofallen und Mogeleien- bis hin zu den diversen Abmahngeschäften- mal ganz zu schweigen.

    Eine Verschleierung der Identität ist eine einfache Form des Selbstschutzes, mehr nicht. So lange in Timbuktu, Peking oder den Caiman Inseln nicht die selben Rechtsstandards wie hier gelten, ist eine Verschleierung absolute Bürgerpflicht.

    Hinzu kommt folgender Aspekt: wenn man ernsthaft in einem Forum unterwegs ist, nimmt man sich i.d.R. Avatare, die eine symbolische Beziehung zu sich selbst haben. Im Grunde ist es egal, ob Klarnamen oder Avatare verlangt werden- hinter beiden steckt ein und dieselbe Person (oder eine Eigenschaft dessen). Und so behandeln die meisten auch ihren Avatar. Viele behalten ihren Namen, sei es aus Verbundenheit oder Tradition. Man kann so sogar Leute in anderen Foren wiederfinden, da Avatare recht oft Unikate sind.

    Und zu guter letzt werden Pöbeleien und Trolle masslos überbewertet. Es gibt sie zwar, aber sie sind definitiv eine winzig kleine Randgruppe. Und von diesen gibt es noch einen sehr grossen Prozentsatz Leute, welche einfach nur einen schlechten Tag hat (und auch mit Klarnamen pöbeln würde). Die Masse der Leute verhält sich nach meinen Erfahrungen im Internet genauso wie im RL.
  6. #25

    Zitat von wolfgang.mursch Beitrag anzeigen
    Ich habe 40 Jahre in der DDR mit der Lüge gelebt. Eine meiner Hoffnungen an das Leben in Deutschland war offen und mit meinem Namen für meine Überzeugungen eintreten zu können. Ich brauche in der politischen Meinungsäußerung keine Anonymität in diesem demokratischen Land. Ich will, wenn ich mich äußere, vor dem Adressaten mit meinem Namen für meine Äußerung stehen. Auf gar keinen Fall mit meinem "Decknamen"
    Und das Schöne ist, Sie können dies tun. Und das noch Schönere ist, Sie können es auch lassen. Und das Allerschönste ist, Sie haben die Freiheit, es selbst zu entscheiden.

    In Bezug auf wirkliche Kriminalität ist es natürlich etwas anderes, aber meines Wissens ist nach richterlichem Beschluss sowohl die Aufdeckung der Identität als auch die Hausdurchsuchung möglich.
  7. #26

    ...

    Zitat von wolfgang.mursch Beitrag anzeigen
    Ich habe 40 Jahre in der DDR mit der Lüge gelebt. Eine meiner Hoffnungen an das Leben in Deutschland war offen und mit meinem Namen für meine Überzeugungen eintreten zu können. Ich brauche in der politischen Meinungsäußerung keine Anonymität in diesem demokratischen Land. Ich will, wenn ich mich äußere, vor dem Adressaten mit meinem Namen für meine Äußerung stehen. Auf gar keinen Fall mit meinem "Decknamen"
    Das ist ja auch ehrenwert. Aber es ist doch gut, das Sie das entscheiden können, das Sie das so machen wollen, oder nicht?
  8. #27

    Angst

    Die Herrschenden haben Angst vor der ungefilterten Meinung der Bürger.
    Also ich bin schon recht lang im Netz unterwegs. Und ja - hin und wieder gab es ein flame. Aber selten.

    Wir können unsere Probleme untereinander schon gut selbst regeln.

    Überwiegend profitiert die Diskussion und Meinungsäußerung enorm von der Anonymität.
  9. #28

    Die Anonymität in der Politik ist ein Problem

    Die scheinbare Anonymität in der Politik finde ich gefährlicher als die anonyme Meinungsäußerung im Internet. Beispiele ACTA, EU Kommission, etc.
    Wenn jemand im Internet seine Meinung äußert schadet er damit erstmal niemandem. Es sei denn er mobbt jemand. Wenn die Politik hinter verschlossenen Türen, unter Auschluss der Öffentlichkeit und geradezu in Nacht und Nebel Aktionen Gesetze verfasst und erlässt, die meine Bürgerrechte einschränken, dann ist das etwas anderes. Selbst wenn es politisch korrekt formuliert und rechtskonform ist.

    peace
  10. #29

    ...

    Zitat von loeweneule Beitrag anzeigen
    Übrigens gab es im schönen altmodischen Bereich der Meinungsäußerung immer schon die Möglichkeit, anonym zu bleiben. Man erinnert sich vielleicht noch an Lesebriefe, unter denen stand "Der Name ist der Redaktion bekannt". Der Absender hatte nämlich gebeten, seine Zeilen anonym zu veröffentlichen.
    Berühmte Beispiele hierfür sind z.B. auch die Federalist- und die Anti-Federalist Papers aus der Zeit der Gründung der USA. Anonymität gab es schon immer, und trotzdem kennen wir heute zumindest bei den Federalist Papers die Namen der Urheber sehr genau ;)

    Ist mit dem Internet genau das selbe. Ich schreibe hier unter dem Pseudonym "Zereus", meine IP sowie eine meinem wirklichen Namen zuordnungsbare E-Mail Adresse sind dem Forenbetreiber aber bekannt, heißt, ich kann hier eben doch nicht alles machen, wonach mir gerade der Sinn steht. Trotzdem kann ich - in Grenzen - meine wahre Meinung zu gewissen Dingen schreiben, ohne in Zukunft schief auf der Straße angeschaut zu werden. Das darf gerne so bleiben, und daran werden Herren wie Lammert auch wenig ändern können.








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