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Internet-Debatte: Ohne Anonymität keine Freiheit

DPANorbert Lammert, Präsident des Bundestages, findet Anonymität im Internet problematisch. Sie verleite die Menschen zu Aggression und Beleidigungen. Diese Klage ist zu einer Art Mantra des politischen Berlin geworden - und spielt der Piratenpartei in die Hände.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...823733,00.html
  1. #90

    Recht haben Sie

    Zitat von alpenkraut Beitrag anzeigen
    Meinungen widerspiegeln in den seltensten Fällen objektive Fakten.
    Auch wenn der Meinende das denkt.
    Ist nämlich harte, zeitraubende Arbeit, sich umfassenden(!) Background zuzulegen. Und sehr oft schlicht unmöglich...

    meine Meinung ;)
    Vor allem bei Themen wie Euro-Rettungschirme und deren Auswirkungen und Langfristegen Folgen, kann doch Niemand sagen was Richtig oder Falsch ist. Das sind einfach nur Meinungen.

    Und von Offenlegung des Namens kann man nur Abraten, denn dann würde man schnell Post-Telefon-Morddrohungen von anders Denkenden bekommen.
    Die Moderatoren müssen entscheiden, was geht und was nur noch Beleidigungen sind.
    Bei Facebook und Twitter würde ich mich nie anmelden, denn es ist nur eine Geschäftsidee und man hat keine wirkliche Kontrolle, was mit seinen Daten passiert.
    Vielleicht kann sich ja noch Jemand erinnern was bei der Telekom damals passierte, als die Mitarbeiter abgehört wurden und die Telekom sogar Kontoauszüge der Mitarbeiter hatte. Habe mich damals schon gefragt, wie sie da dran gekommen sind.
  2. #91

    Zitat von Thomas Kossatz Beitrag anzeigen
    Dank Ihres anonymen Unsinns werden jetzt wieder einige den Schwachsinn glauben, den sie geschrieben haben. In namentlicher Abstimmung wird gerade deshalb beschlossen, damit man bei jedem einzelnen Abgeordneten das Stimmverhalten sehen kann.
    Die namentlichen Abstimmungen sind allerdings die Ausnahme, aber sei es drum, wenn Politiker ein Ende der Anonymität im Netz einfordern, weil sie selber im Bundestag nicht anonym agieren, dann ist dies doch völliger Unsinn, denn sie sind öffentliche Personen und verdienen ihr Geld damit, anders der Bürger in den Foren, außer ein paar Lohnschreibern verdient hier keiner Geld beim Ausüben seiner Meinungsfreiheit, das Beispiel mit den Pöbeleien ist auch Quatsch, denn bei Foren muss man sich bekanntlich anmelden und ist identifizierbar, dieses Gerede vom rechtsfreien Raum besonders von der cdu geht mit gehörig auf den Keks, wenn dem so wäre gäbe es keine Abmahnungen gegen Raubkopierer (blödes Wort, Musik/Filmkopierer wäre besser) und keine Ermittlungen gegen Kinderpornoringe.

    Anonymität ist ja gerade ein Merkmal der Freiheit, in Diktaturen, wie China wurde gerade der Klarnamenzwang mit Personalausweiregistrierung eingeführt warum wohl?

    Offizielle Begründung, um gegen Pornographie vorzugehen (bei uns wurde vor kurzem auch noch versucht Netzsperren einzurichten, Begründung, Kinderpornographie).

    Quark, hier geht es darum, Kritiker wie AI Wei Wei dingfest zumachen, um sie dann für 6 Monate an einen unbekannten Ort von der Polizei verschleppen zu können.

    Wer immer wieder, wie hauptsächlich die cdu aber auch Teile der spd versucht, das Internet unter seine Kontrolle zu bringen, wird damit rechnen müssen, dass längerfristig durch ein Erstarken der Piraten, die eigene Regierugsfähigkeit zu Recht flöten gehen wird.
  3. #92

    ...

    Zitat von Pingvin Beitrag anzeigen
    ...
    Im WWW dagegen kann ich mich in einem Mikrokosmos einrichten, in dem ich alternative Wahrheiten nicht einmal zur Kenntnis nehmen muß und stattdessen mein eigenes Weltbild verabsolutiere.
    Das kann fatale Folgen haben: Nach allem, was man weiß, bewegte sich Anders Behring Breivik in einer derartigen Welt, in die sich "normale" Leute höchstens kurz und versehentlich verirren, nur um sich schaudernd abzuwenden. Eine derartige Abschottung von allen Dizu einer Rechtfertigung extremster Maßnahmen gelangen...

    Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das Internet (und damit ist übrigens nicht nur das WWW gemeint) ist ein wunderbares Werkzeug.

    Im übrigen teile ich nicht die pessimistische, um nicht zu sagen zynische, Ansicht, "die Politik" (die gibt's gar nicht) habe Angst davor, daß sich die Bürger informieren. Im Gegenteil, sie haben ein Interesse am mündigen Bürger. Die Gegenüberstellung von "der Politik" (als ob das ein monolithischer Block wäre und "den Menschen" (als ob Politiker keine Menschen wären) erinnert fatal an Argumentationen von Verschwörungstheoretikern. Auch Verschwörungstheorien florieren aus den oben beschriebenen Gründen.
    Ich bin kein Freund irgendwelcher Verschwörungstheorien!
    Dass "die Politik" mündige Bürger will, halte ich allerdings für ein Gerücht. Wenn, dann nur bis zu einem gewissen Level.

    Um sich einen eigenen, von mir auch abgeschotteten Gedankenkosmos zu schaffen, braucht es nicht unbedingt das Internet. Solche Zirkel gab es schon immer.
    Klar ist das www. ein gutes Werkzeug. Der Umgang damit ist der springende Punkt.
  4. #93

    Zitat von wolfgang.mursch Beitrag anzeigen
    Ich habe 40 Jahre in der DDR mit der Lüge gelebt. Eine meiner Hoffnungen an das Leben in Deutschland war offen und mit meinem Namen für meine Überzeugungen eintreten zu können. Ich brauche in der politischen Meinungsäußerung keine Anonymität in diesem demokratischen Land. Ich will, wenn ich mich äußere, vor dem Adressaten mit meinem Namen für meine Äußerung stehen. Auf gar keinen Fall mit meinem "Decknamen"
    Ich habe auch in der DDR gelebt, nur habe ich das Problem, wenn ich meinen Namen google, existiert der weltweit genau EINMAL. Also verweist jede Netzaktivität mit Klarnamen direkt auf mich, während zum Beispiel Klaus Müller immer noch anonym bleibt, weil es den wahrscheinlich tausendmal gibt.

    Ich hatte schon Anrufe nach Leserbriefen von mir in der Lokalzeitung und das kanns ja dann auch nicht sein.

    Bei der Klarnamenregelung habe ich weniger "Angst" vor der Regierung als vor ein paar Irren, denen man verbal auf die Füße getreten ist.
  5. #94

    Argument für Anonymität

    Zitat von antizins Beitrag anzeigen
    ...die alten Maenner im Bundestag. Von nichts eine Ahnung, aber dafuer davon reichlich.

    Schaltet das Internet doch endlich ganz ab, dann kann niemand mehr so einfach rausfinden was ihr fuer Versager bzw. was fuer Verbrecher und Volksverraeter ihr seid...
    Ohne Anonymität würde es solche Äußerungen nicht geben und der denkende Teil der Gesellschaft würde nie erfahren, welch unglaublich dumme Menschen unter uns leben.
  6. #95

    Aktion gegen Killerphrasen

    Zitat von Thomas Kossatz Beitrag anzeigen
    Dank Ihres anonymen Unsinns werden jetzt wieder einige den Schwachsinn glauben, den sie geschrieben haben. .
    Sehr geehrter Herr Kossatz (oder einer , der sich dafür ausgibt) , sie faseln und setzen Diffamierung obenauf.

    Ich zitiere aus der Website des Bundestags

    "Der Bundestag entscheidet über politisch umstrittene Fragen in einer namentlichen Abstimmung. Im Plenarprotokoll wird dokumentiert, wie jede Abgeordnete und jeder Abgeordnete votieren. Seit Februar 2007 können die Ergebnisse der Abstimmungen (Namenslisten) im Internet eingesehen werden."

    Hieraus wird klar, dass namentliche Abstimmung nicht die Regel ist. Es liegt in der Entscheidung eines Gremiums, zu entscheiden, ob eine Entscheidung zur namentlichen Abstimmung kommt oder nicht.

    Folgerung : es gibt eben keine Transparenz, sondern nur den Hauch davon, immer in der Willkür der MdBs. Ein Grundsatz, der nicht immer gilt, ist kein Grundsatz.
  7. #96

    Nicht kompetent

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Norbert Lammert, Präsident des Bundestages, findet Anonymität im Internet problematisch. Sie verleite die Menschen zu Aggression und Beleidigungen. Diese Klage ist zu einer Art Mantra des politischen Berlin geworden - und spielt der Piratenpartei in die Hände.

    Internetdebatte: Ohne Anonymität keine Freiheit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Wer, wie vermutlich Herr Lammert, sein Leben lang mit wohlsituierten Leuten in wohlgesetzten Worten wohlanständig parliert hat, der muss mit dem auf Anonymität gegründeten herzlich-rüden Ton im Netz zwangsläufig in Konflikt geraten, da er ja in der Tat jede Achtung vermissen lässt, die Respektablitäten wie Herr Lammert für sich gepachtet haben, kostenlos natürlich. Tatsächlich wäre es aber auch für einen wie ihn ein Gewinn, aus dem Netz zwar anonym aber dafür ungeschminkt zu erfahren, was man von ihm hält. Das kann natürlich enttäuschend sein. Aber es könnte auch eine Bereicherung sein, es sei denn, er wäre bereits so verknöchert, dass er nichts mehr an sich ändern könnte. Dann, freilich, sollte er dem Netz fernbleiben und sich tunlichst auch nicht dazu äußern. Denn dann ist er dafür schlicht nicht kompetent.
  8. #97

    anonym

    Zitat von morrisfan Beitrag anzeigen

    Ich hatte schon Anrufe nach Leserbriefen von mir in der Lokalzeitung und das kanns ja dann auch nicht sein.

    Bei der Klarnamenregelung habe ich weniger "Angst" vor der Regierung als vor ein paar Irren, denen man verbal auf die Füße getreten ist.
    das ist auch nicht unbegründet.

    anonym ist eine meinung eine meinung.

    mit namen ist die meinung eine zuordnerbares persönliches statement, die online-bestellungen, die sie dann eines tages vor der tür finden könnten sind dann ausdruck eines persönlichen gegenstatements.
  9. #98

    Zitat von sigiof Beitrag anzeigen
    Argument für Anonymität
    Ohne Anonymität würde es solche Äußerungen nicht geben und der denkende Teil der Gesellschaft würde nie erfahren, welch unglaublich dumme Menschen unter uns leben.
    Da finde ich gibt es bessere, hier zum Beispiel, was das Bundesverfassungsgericht über Videoüberwachung bei Demonstrationen sagt:

    Das Bundesverfassungsgericht sprach sich schon in seinem Volkszählungsurteil von 1984 implizit gegen Videoüberwachung auf Demonstrationen aus. Wer nämlich damit rechne, dass eine Teilnahme an einer Versammlung behördlich registriert werde, „wird möglicherweise auf eine Ausübung seiner entsprechenden Grundrechte verzichten.“ Nicht nur die individuellen Entfaltungschancen wären dann beeinträchtigt, sondern auch das Gemeinwohl: „Weil Selbstbestimmung eine elementare Funktionsbedingung eines auf Handlungsfähigkeit und Mitwirkungsfähigkeit seiner Bürger begründeten freiheitlichen demokratischen Gemeinwesens ist", so das Bundesverfassungsgericht.
    Überwachung auf Demonstrationen: Kriminelle Kameras - taz.de

    Dies trifft ebenso auf das Grundrecht der Meinungsfreiheit zu.

    Wer weiß, dass z.B sein Chef, in den Foren in denen man schreibt, mitliest, wird sich sehr wahrscheinlich mit Klarnamen anders verhalten.

    Wer weiß, dass er in einem Forum über Krankheiten nicht mehr anonym schreiben kann, wird hier auch eventuell nicht mehr schreiben.

    Wer weiß, dass seine Telefonnummer beim Anruf einer psychologischen Beratungsstelle
    mittels Vorratsdatenspeicherung gespeichert wird, überlegt sich vielleicht auch diesen Schritt.

    Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.
    Videoüberwachung verändert Verhalten: Überwacht bis in die Kaffeeküche - taz.de
    Umfrage: Vorratsdatenspeicherung schränkt Kommunikation stark ein | Das Datenschutz-Blog
  10. #99

    Wahlrecht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Norbert Lammert, Präsident des Bundestages, findet Anonymität im Internet problematisch. Sie verleite die Menschen zu Aggression und Beleidigungen. Diese Klage ist zu einer Art Mantra des politischen Berlin geworden - und spielt der Piratenpartei in die Hände.

    Internetdebatte: Ohne Anonymität keine Freiheit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Unser Wahlrecht schreibt geheime Wahlen vor. Nur so treffen die Wähler *ihre* Entscheidung, statt z.B. auf Erwartungsdruck o.ä. Rücksicht zu nehmen. Das fehlende Wahlgeheimnis signalisiert ein totalitäres System. (Da fällt mir grade auch noch das Thema Betriebsratswahlen ein... manche Unternehmen haben ja auch ein kleines Problem mit sowas, und mit freier Meinungsäußerung usw.). Ich finde, freie Meinungsäußerung und Wahlrecht haben hier eine Gemeinsamkeit. Zeitungen veröffentlichen übrigens auch anonyme Zuschriften - wollen wir das auch verbieten.


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