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Internes Papier: Deutsche Post distanziert sich von "Mobbing-Leitfaden"
picture alliance / dpaEin "Mobbing-Leitfaden" für langsame, ungeschickte oder beratungsresistente Mitarbeiter: Bei der Deutschen Post kursiert ein Papier, das für Aufregung sorgt. Der Konzern distanziert sich jetzt davon, der verantwortliche Manager sei versetzt worden.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...818404,00.html
- #1 29.02.2012 14:37 von
Distanzieren? Etwa vom bereits gelebten Usus?
Gekappte Überstunden, nachdrückliche Wünsche der GL zu Weihnachten 7 Tage die Woche 4 Wochen am Stück zu arbeiten, ständige Verdichtung der "Bemessung" (Wieviel Zeit pro Brief/Paket), keine Ersatzmitarbeiter bei Ausfällen = Doppelschichten - friß oder stirb.
Ich will kein Zusteller sein. Ob Papier oder nicht - das Management zieht die Renditeschraube eh dauernd mit der großen Rohrzange weiter an. Und die Lieblingsschrauben sind halt die humanen Arbeitskomponenten, woanders Mensch genannt. - #2 29.02.2012 14:37 von
Tja...
da ist so was halt einmal durch glückliche Umstände rausgekommen. Bei wievielen Fällen in wievielen Unternehmen passiert derartiges täglich?
- #3 29.02.2012 14:55 von
- #4 29.02.2012 15:23 von
Doppelt zynisch...
Das mag sein. Es bleibt nur zu hoffen, daß man bei Zustellern und anderen einfachen Angestellten die gleiche Milde walten lässt. Wenn nicht (und dies befürchte ich leider, als ehemaliger Studentenjobber in einem Briefzentrum), dann ist es einfach nur doppelt zynisch. Auf der einen Seite überlegt man sich wie man seine Untergebenen knechten kann wenn sie nicht spuren, und andererseits, bei Entgleisungen des Managements, heißt es einfach "Sh*t happens".
Ein Postbote über den sich Anwohner beschwert haben kann jedenfalls von Glück sagen, wenn er einfach nur in einen anderen Zustellbereich versetzt wird. - #5 29.02.2012 15:24 von
Ich habe selbst mal als Zusteller gearbeitet, um die Zeit bis zum Studienbeginn zu überbrücken.
Was da teilweise an Schnarchnasen herumläuft ist echt der Wahnsinn.
Da kann ich es schon verstehen, dass das Management intern solche Aufstellungen macht.
Ich hatte genau eine Woche Anlernzeit, bevor die alte Zustellerin in den Ruhestand gegangen ist. Mir war der größte Bezirk der Stadt zugeteilt - in der ersten Woche war ich noch relativ spät wieder zurück. Und bis Feierabend dauerte es dann noch 1 1/2 Stunden. Man muss ja noch nicht zustellbare Einschreiben etc. in die Filiale bringen, unzustellbare Post aussortieren etc.
Ab der zweiten Woche war ich dann so schnell, dass ich für den Bezirk eine Stunde weniger benötigte als veranschlagt war.
Und wenn man dann andere Zusteller sieht, die nach zig Jahren in einem kleineren Bezirk immer noch abends um fünf durch die Straßen ziehen, muss man sich echt fragen was mit denen nicht stimmt. Oder wenn andere für die Einschreiben schon vorher die Benachrichtigungen schreiben, um bloß keine Zeit mit Kligeln zu verschwenden.
Wenn man gut ist, dann hat man als Zusteller echt ein gutes Leben. Man muss zwar früh aufstehen, hat aber auch um 13 Uhr Feierabend. - #6 29.02.2012 15:40 von
Mobbing
Wie ein Amtmann es mal vor Jahren auf dem Postamt 73 einen Sternreporter erklärte,sind alle Zusteller mehr oder weniger Idioten.
Es kam zur Arbeitsverweigerung.Die Zusteller konnten diesen "Lob" am folgenden Donnerstag im Stern nachlesen.
Wenn das kein Mobbing auf höster Ebene ist,was ist es dann ? - #7 29.02.2012 15:45 von
13 Uhr Feierabend
... ist schon lange nicht mehr drin. Klar, wenn du so als Jungspund vor dem Studium mal ein paar Monate so ein Tempo vorlegst und evtl. sogar in einer Schönwetterphase mit wenig Werbung etc., Glück hast mit dem Tourzuschnitt, dann mag es am Montag oder Dienstag evtl. noch manchmal klappen. Aber bestimmt nicht auf der längsten Tour der Stadt. Das halte ich für absolute Dämagogie. Stimmungsmache.
Unsolidarisch sind solche Äußerungen allemal. Es gibt überall schnellere und langsamere ArbeiterInnen, da kann es nicht sein, daß immer einer hintenrunter fällt.
Im Übrigen beschwerten sich zu meiner Zeit in der Zustellung ( ich war damals wesentlich älter als ein zukünftiger Student) auch hin und wieder Kunden, wenn die Post erst nachmittags kam. Aber denk mal nach: Wenn du vorne anfängst, bist du halt hinten fertig. Einer muss seine Post nachmittags kriegen. Und wenn die Touren jährlich neu bemessen werden, kann es vorkommen, daß derjenige, der seine Post jahrelang morgens bekam, sie nun am Nachmittag erhält. Und sogar einen oder zwei andere ZustellerInnen bekommt.
Im übrigen wurden unzustellbare Einschreiben nicht vom Zusteller selbst in die nächste Filiale gebracht. Dies war anders (aber wohl Betriebsgeheimnis) organisiert.
Ich hoffe, @hifimacianer ist inzwischen kein Manager geworden... obwohl, bei den Ansichten... - #8 29.02.2012 15:55 von
Also, es ist natürlich ein Unterschied, ob man mal als junger Mensch einmal in solch einen Job hineinriecht oder ob man da bis zur Rente bleiben muss.
Wenn man die Perspektive hat, dass nur ein paar Monate machen zu müssen, um dann ins Studium zu verschwinden, kann man da ganz anders herangehen, als wenn man das sein Leben lang machen muss.
Weiterhin habe ich den Eindruck, dass es gerade die ehemaligen Staatsbetriebe wie Post, Bahn und Telekom sind, die sich durch ein besonders schlechtes Verhältnis zu ihren Arbeitnehmern auszeichnen.
Wie sagen die Amerikaner so schön:"If you pay Peanuts, you get Monkeys" - #9 29.02.2012 15:57 von
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