Internationale Studie: Furcht vor Demütigung treibt Depressive in die Einsamkeit

CorbisSie gehen keine Beziehung ein, sie bewerben sich nicht auf einen Job: Erstmals haben Forscher weltweit Menschen mit Depressionen befragt, ob sie diskriminiert werden. Vier von fünf Betroffenen fühlten sich schon einmal entwürdigt - selbst in der eigenen Familie.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-861871.html
  1. #1

    Würde

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie gehen keine Beziehung ein, sie bewerben sich nicht auf einen Job: Erstmals haben Forscher weltweit Menschen mit Depressionen befragt, ob sie diskriminiert werden. Vier von fünf Betroffenen fühlten sich schon einmal entwürdigt - selbst in der eigenen Familie.

    Psyche: Patienten mit Depression fühlen sich diskriminiert - SPIEGEL ONLINE
    Würde kommt aus einem selber, man kriegt sie nicht verliehen und sie wird einem auch nicht entzogen.
  2. #2

    Zitat von iconoclasm Beitrag anzeigen
    Würde kommt aus einem selber, man kriegt sie nicht verliehen und sie wird einem auch nicht entzogen.
    Das mag sein. Aber eine Depression ist etwas anderes, als die Frage, wo Würde herkommt. Wenn Sie einmal in diesem Kreislauf aus steigender Unsicherheit und schleichender (innerer) Vereinsamung stecken, dann hoffen Sie, dass jemand da ist, der Sie hält.
  3. #3

    ...

    Zitat von iconoclasm Beitrag anzeigen
    Würde kommt aus einem selber, man kriegt sie nicht verliehen und sie wird einem auch nicht entzogen.
    Das der Satz nur begrenzt gilt, sieht man doch schon an den alt-bekannten Geschichten der Nazis.
  4. #4

    Anstrengend

    In einer ökonomischen Gesellschaft ist Depression einfach zu anstrengend und daher ineffizient. Sie wird abgelehnt. Im Job wie in der Familie. Die Ironie daran ist, dass es gerade das ökonomische Denken ist, welches Depressionen auslösen oder begünstigen kann.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie gehen keine Beziehung ein, sie bewerben sich nicht auf einen Job: Erstmals haben Forscher weltweit Menschen mit Depressionen befragt, ob sie diskriminiert werden. Vier von fünf Betroffenen fühlten sich schon einmal entwürdigt - selbst in der eigenen Familie.

    Psyche: Patienten mit Depression fühlen sich diskriminiert - SPIEGEL ONLINE
    Um mal 5 große Philosophen aus Karl-Marx-Stadt zu zitieren.

    ein bisschen Melancholie - ist manchmal ok
    ein bisschen traurig sein - und den Grund nicht verstehen
    ein bisschen depressiv - aber trotzdem entspannt
    denn glückliche Menschen sind nicht interessant.

    Quelle: Melancholie von Kraftklub
  6. #6

    Schön wär´s

    Zitat von iconoclasm Beitrag anzeigen
    Würde kommt aus einem selber, man kriegt sie nicht verliehen und sie wird einem auch nicht entzogen.
    Das Empfinden von "Würde" ist immer ein sozialer Prozess, d.h., ob sie einem zugestanden wird oder nicht. Die Selbsteinschätzung ist nur dann allein ausschlaggebend, wenn das würderelevante Ereignis nur Ihnen selbst bekannt ist. So bald jedoch ein Zweiter beteiligt ist, zählt dessen Einschätzung ebenfalls. Insbesondere kommt es auf die Wertung anderer an, wenn Ihnen deren Ansichten über Sie wertvoll sind. Es reicht allein schon, wenn Sie von Ihrem Vorgesetzten im Beisein von Kollegen entwürdigend behandelt werden. Dann ist es ausschlaggebend, ob die sich mit Ihnen solidarisieren oder das Vorkommnis zum Anlass nehmen, sie mit Hohn und Spott zu überziehen, und Sie in Zukunft nicht mehr ernst nehmen.
  7. #7

    Würde kann man verlieren - oder auch nur den Glauben daran

    @iconoclasm: So ein Kommentar kann nur von jemandem kommen, der sich selbst noch keiner Diskriminierung ausgesetzt gesehen hat ... und nie von einer ganzen Gruppe asusgeschlossen wurde ...
  8. #8

    Zitat von twan Beitrag anzeigen
    Um mal 5 große Philosophen aus Karl-Marx-Stadt zu zitieren.

    ein bisschen Melancholie - ist manchmal ok
    ein bisschen traurig sein - und den Grund nicht verstehen
    ein bisschen depressiv - aber trotzdem entspannt
    denn glückliche Menschen sind nicht interessant.

    Quelle: Melancholie von Kraftklub
    Wie dämlich. Das sind wieder Menschen, die keine Ahnung haben, was der Begriff "Depression" bedeutet und ihn als Modewort für ihre Verstimmungen benutzen. Genau diese falsche, verniedlichende, irreführende, schlechte Verwendung des Begriffes macht Betroffenen das Leben schwer, da ja dann jeder glaubt zu wissen, was mit dem Wort gemeint ist.
    Wahrscheinlich wäre es weitaus einfacher, wenn ein lateinisches Mehrwortbegriffsungetüm für die Krankheit benutzt werden würde, das keine Trivialbedeutung hat.
  9. #9

    Ich verstehe den ganzen Artikel nicht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie gehen keine Beziehung ein, sie bewerben sich nicht auf einen Job: Erstmals haben Forscher weltweit Menschen mit Depressionen befragt, ob sie diskriminiert werden. Vier von fünf Betroffenen fühlten sich schon einmal entwürdigt - selbst in der eigenen Familie.

    Psyche: Patienten mit Depression fühlen sich diskriminiert - SPIEGEL ONLINE
    Keine Beziehung eingehen zu können, wenn nicht schon eine besteht, sich nicht auf einen Job zu bewerben, sich diskrimiert zu fühlen, sind klassische Symptome einer Depression und keine Folge dieser Krankheit.

    Mir fehlt hier die Unterscheidung zwischen einer akuten Depression (da bewirbt sich wohl kaum einer um einen Job) oder einer Person, die depressiv war und in dem betreffenden Moment beschwerdefrei ist. Sind Letztere gemeint, ergibt der Artikel halbwegs Sinn, andernfalls ist er ziemlicher Blödsinn (bzw. die Studie).
    Wenn man es als akut Depressiver bis zu einem Vorstellungsgespäch geschafft hat (sehr unwahrscheinlich), sagt, man sei depressiv und dann den Job nicht bekommt, ist das wohl kaum als Diskriminierung zu bezeichnen.
    Wenn man sagt, ich hätte den Job gerne, werde aber voraussichtlich 5 bis 6 Monate pro Jahr ausfallen, sind die Chancen wohl auch nicht gerade rosig.
    Wurde man erfolgreich behandelt und ist beschwerdefrei, sollte man die Krankheit tunlichst nicht erwähnen.