Integrationsdebatte: Die Muslim-Studie? Völlig missverstanden

dapdSind viele junge Muslime gar nicht bereit zur Integration? Eine Studie im Auftrag des Innenministeriums hat Scharfmacher mit Schein-Argumenten versorgt. Peter Holtz ist einer der Autoren der Papiers. In einem Gastbeitrag beklagt er, dass der Bericht gar nicht gelesen und grob falsch zitiert wurde.

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  1. #210

    Zitat von simon23 Beitrag anzeigen
    Ich widerspreche Ihnen da ja gar nicht. In Deutschland gilt das Grundgesetz und das ist wunderbar! Es ging nur darum, ob Muslime in ihrem Religionsverständnis Spielräume haben.
    Warum sollten man ihnen das mehr als anderen einräumen?

    Zitat von simon23 Beitrag anzeigen
    Sie sind da, aber eben nur relativ.
    Relative 14% finde ich schon viel, um darauf zurück zu kommen.

    Zitat von simon23 Beitrag anzeigen
    Für eine Demokratie, wie wir sie in Deutschland haben, reichen sie nicht aus.
    Um was zu tun?
    Schauen Sie sich bitte die Nummer mit den ultras in Israel an. Das ist auch nur eine Minderheit.

    Zitat von simon23 Beitrag anzeigen
    Letztendlich ist es für einen bekennenden Muslim immer schwierig, wenn man ihn in eine Grundsatzdiskussion verstrickt.
    Er muss dann auch für Positionen einstehen, die er persönlich vielleicht gar nicht einnimmt. Da ist es manchmal besser zu schweigen, um die Person nicht in Verlegenheit zu bringen.
    Ansonsten bin ich immer für offene Diskussionen. Aber hier mag es angebracht sein, diplomatisch zu sein.
    Nein. Auf keinen Fall. Warum auch?
  2. #211

    [QUOTE=simon23;9760323]
    Zitat von forumgehts? Beitrag anzeigen

    Stellen Sie sich ein Kind vor aus einer bildungsfernen Familie. Die Wahrscheinlichkeit des es ordentlich Deutsch lernt, ist minimal. Es kommt in die Schule oder den Kindergarten und ist schon außen vor. Es wird von Lehrern abgeschrieben, die keine Lust mehr haben Sisyphos zu spielen und einfach ihre Zeit rumbringen wollen. Es hat nur schlechte Noten und erlebt jeden Versuch erfolgreich zu sein, als eine katastrophale Demütigung. Dazu wird ihm des öfteren vermittelt, das das daran liege, das es nicht zu dieser Gesellschaft gehöre.
    Die wenigsten beißen sich durch sowas hindurch. Viele geben auf und begeben sich in die ihnen angedachte Rolle. Das ist nicht gut und die Charaktere die dabei herauskommen, sind wahrlich nicht die allerbesten.
    Man kann natürlich jetzt anfangen, wer da schon alles versagt hat. Die Eltern und der türkische Ministerpräsident usw. Das stimmt auch. Aber es muss auch in unserem Interesse sein, es nicht soweit kommen zu lassen. Klar muss jeder für sich selber sorgen und seinen Arsch hochkriegen. Aber wenn du von Anfang an unter Beschuss stehst wird es zumindest nicht einfacher.
    von welcher schule sprechen sie, in dem EIN kind nicht deutsch kann?
    dorfschule? (falls es so etwas gibt). in großstädten gibt es schulen, wo es klassen gibt, wo entweder eine minderheit oder gar kein autochtones kind mehr zu finden ist.

    tut mir leid, aber sie phantasieren sich her was zurecht, das mit der realität überhaupt nichts mehr zu tun hat.

    ist ihnen denn überhaupt nicht gekannt, dass autochtone kinder die rudimentäre sprache der allochtonen annehmen, um nicht schikaniert zu werden?
  3. #212

    Zitat von atech Beitrag anzeigen
    Unsinn. Für eine moderne Bibelauslegung musste auch nicht die Bibel umgeschrieben werden. Sie musste nur modern ausgelegt werden.
    Oder gelten heute noch die Paulusworte, dass die Frau ihr Haupt verhüllen und in der Kirche schweigen solle?
    Ist die Frau heute noch - wie in den 10 Geboten - ein Besitzstück ihres Mannes, das kein anderer Mann begehren soll?

    Dasselbe gilt für den Islam. Es geht nur um die Koranauslegung, die der Moderne angepasst werden muss.
    stimmen sie mir zu, dass der koran nicht verändert werden darf, für alle zeit und an jedem ort gültig ist und wortwörtlich zu verstehen und zu befolgen ist? (dem himmel sei dank befolgen nicht alle ihn wortwörtlich).

    wenn ja, dann erklären sie mir bitte, wie man, nur um ein beispiel von mehr als 200 an die moderne angepasst werden soll:


    Sure 2,191
    Pa: Und tötet sie (d.h. die heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben!
  4. #213

    Zitat von atech Beitrag anzeigen
    In den USA selbst gibt es in vielen Großstädten ein Chinesen-Viertel (Chinatown), ein Latino-Viertel, ein ...Viertel. Von wegen "melting pot". Man bleibt unter sich, komplett mit eigener Sprache und Kultur.
    Im unterschied zu Deutschland werden hier in den USA die Immigranten nicht mit Sozialleistungen gepäppelt. Darin sehe ich ein Hauptproblem in Deutschland. Es fehlt der Druck zur Integration.
  5. #214

    Zitat von weltsichtig Beitrag anzeigen
    Was die Heirat angeht haben Sie leider recht; auch in zweiter oder dritter Generation heiratet man viel stärker unter sich als andere Migranten, was leider die Separation noch verstärkt. Einer Muslima ist es verboten einen Nichtmuslim zu heiraten und viele männliche Muslime heiraten lieber eine "unverdorbene" Frau aus der Türkei als eine "verwestlichte" deutsche Frau.

    Es ist zwar auch richtig, dass Bildung Radikalisierung nicht verhindert, aber ich halte Separation für ein größeres gesellschaftliches Problem als Terrorismus.

    Bei den in der Studie genannten 15% gewaltbereiten, abgehängten Jugendlichen sehe ich eher Bandenbildung denn Terrorismus als Problem an, vegleichbar etwa mit rechtsradikalen deutschen Losern.
    sie haben natürlich auch recht.

    nur sehe ich (ich habe im freundeskreis einige lehrer) das problem mit der bildung, dass gerade in vielen islamischen familien bildung, wie sie unsere demokratie anbietet, wenig stellenwert hat. wichtig ist und das zählt in eben diesen familien, dass die kinder in den islamunterricht gehen (sie wissen sicher, dass der koran komplett auswendiggelernt, einen sicheren platz im paradies bedeutet).
  6. #215

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Im unterschied zu Deutschland werden hier in den USA die Immigranten nicht mit Sozialleistungen gepäppelt. Darin sehe ich ein Hauptproblem in Deutschland. Es fehlt der Druck zur Integration.
    richtig.

    den chinesen ist es auch von der religion nicht vorgeschrieben, die ganze welt chinesisch zu machen. um beim beispiel chinatown zu bleiben.
  7. #216

    In

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Im unterschied zu Deutschland werden hier in den USA die Immigranten nicht mit Sozialleistungen gepäppelt. Darin sehe ich ein Hauptproblem in Deutschland. Es fehlt der Druck zur Integration.
    den USA können die Immigranten dann in die Schule der Nation, die Army, gehen. Ersatzweise in den Knast. Die Asiaten ziehen es jedoch vor, ab der 2. Generation auf die Unis zu gehen, wo sie oft Jahrgangsbeste werden und die Stipendien absahnen. So gehts auch.
  8. #217

    nun

    Zitat von simon23 Beitrag anzeigen
    Erstens wird die Zahl der Statistikmoslems eher kleiner bleiben, solange der Übergang in die deutsche Gesellschaft durch (Vor)Urteile und ähnliches erschwert wird.
    Zweitens: Natürlich will der Koran Wort für Wort ernst genommen werden. Ich denke, was solche Ideologien betrifft,...

    Ich denke das sehen Sie etwas zu optimistisch. Vorherige Untersuchungen haben ergeben, dass ein sehr grosser Teil eben doch sehr glaeubig ist. Hier ein Zitat aus einer Auswertung einer solchen Studie durch den Soziologen Hartmut Krauss:

    "Demgegenüber geben 53,5 % an "eher gläubig" und 33,8% "sehr stark gläubig" zu sein"
    Der Link zu der interessanten Auswertung:
    GLASNOST Berlin - Hartmut Krauss: Muslime in Deutschland: (Des-)Integration, religise Bindung, weltanschaulich-politische Orientierung und islamistische Radikalisierungspotentiale.

    Und hier dann auch noch ein Link zu einem weiteren Text des Autors, der sich mit den Argumenten der Verharmloser aussetzt:

    Hintergrund - Verlag - Texte* Islam

    Krauss ist uebrigens nicht verdaechtig, ein "Rechter" zu sein.



    Natürlich macht dies alles kompliziert, aber die Situation ist nunmal gegeben. Und Lösungen kann man nur aus der tatsächlich gegebenen Situation heraus finden. Sie sind da. Was machen wir jetzt?
    Gute Frage. Aber Appeasemt und Schoenreden wird da nicht helfen



    Drittens habe ich das Interview nur kurz überlesen, fand es aber insgesamt schwach. Ich würde mich nicht auf diese Herren berufen, die etwas sehr alarmistisch sind mit leichter Tendenz zum Verfolgungswahn (bei allen auch von mir registrierten Problemen) und auch das Grundgesetz nicht so genau kennen (Religionsfreiheit).
    Die Religionsfreiheit im Grundgesetz ist nicht allumfassend. Das ergibt sich schon aus anderen Artikeln.

    Im UN-Zivilpakt (geltendes Voelkerrecht) ist die Religionsfreiheit im Artikel 18 folgendermassen eingeschraenkt:

    "(3) Die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu bekunden, darf nur den gesetzlich
    vorgesehenen Einschränkungen unterworfen werden, die zum Schutz der öffentlichen Sicherheit,
    Ordnung, Gesundheit, Sittlichkeit oder der Grundrechte und -freiheiten anderer erforderlich sind."

    http://www.auswaertiges-amt.de/cae/s...tZivilpakt.pdf

    Es genuegt also einfaches Gesetz, eine Religion, die sich nicht an das GG haelt, einzuschraenken.
    Dies kann bis zu einem kompletten Betaetigungsverbogt fuehren.



    Um es zum Ende zu bringen: gegen Fanatiker hilft es nicht, selber fanatisch zu werden. Entspannung, Humor, Einfühlungsvermögen auf der einen Seite, klare Kante auf der anderen, wenn die Herrschaften nicht begreifen wollen, wie die Gesetze lauten.
    Und denjenigen, die diesen Wahn nicht wollen, möglichst viele Brücken bauen, anstatt sie in die Arme der Fanatiker zu treiben.
    Ich denke nicht, dass man einen "Kulturmoslem" davor bewahren muss, zu den Fanatikern ueberzulaufen.
    Diesem kann man Hilfestellung geben, sich aus der ganzen sozialen Gruppe zu loesen. Was allerdings sehr schwierig sein wird.