Integration: Hässliche Heimat

Der deutsch-türkische Anwalt Mehmet Daimagüler galt lange als Vorzeigezuwanderer. Nun rechnet der frühere FDP-Mann mit Staat und Gesellschaft ab.

http://www.spiegel.de/0,1518,792399,00.html
  1. #1

    Und immer wieder ist die Gesellschaft schuld ...

    Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, waren seine Eltern und das zugehoerige Umfeld das wesentliche Problem. Jeder, der nicht aus der Oberschicht kommt, muss(te) sich besonders anstrengen, die gebratenen Tauben, die einem in den Mund fliegen, gibt es nicht.
    Die deutschen Arbeiterkinder, die sich um Karriere bemuehten, hatten allerdings keine Sozialarbeiter an ihrer Seite, und wussten, dass Jammern nichts bringt.
  2. #2

    Schwierig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der deutsch-türkische Anwalt Mehmet Daimagüler galt lange als Vorzeigezuwanderer. Nun rechnet der frühere FDP-Mann mit Staat und Gesellschaft ab.

    http://www.spiegel.de/0,1518,792399,00.html
    Aus dem Bericht
    Für die Familie stand fest: Irgendwann würden sie in die Türkei zurückkehren. Ihr Leben in Deutschland empfanden sie nicht als ihr wirkliches Leben. Es war ein Provisorium. Daimagüler erinnert sich, dass seine Eltern auf Bitten, etwa nach einem Fahrrad, stets dieselbe Antwort gaben: "Türkiye'ye temelli gidince" ("Wenn wir für immer zurück in die Türkei gehen"). Die ersten Gastarbeiter bereiteten ihre Kinder und Enkel nicht auf eine Zukunft in Deutschland vor.

    Die Politik hat dieses Versäumnis nicht ausgeglichen. Sie nahm an, dass die Menschen, die man ins Land geholt hatte, es auch irgendwann wieder verlassen würden.
    Also, wenn man Herrn Daimagüler richtig versteht, beschwert er sich, dass der deutsche Staat nicht gegen die Vorstellungen seiner Eltern eingeschritten ist. Das sollte man sich im Hinblick auf heutige Integrationsanstrengungen gut merken.
  3. #3

    .

    "Die Erziehung müsse schon im Kindergarten mit Sprachkursen beginnen. Und sich in der Schule fortsetzen."

    Wir wäre es denn, wenn die Eltern ihren Kinder Deutsch beibringen? Die meisten Kindergartenkinder und Grundschüler mit Migrationshintergrund haben Eltern, die doch auch schon in Deutschland geboren sind oder zumindest seit Jahren hier wohnen. Es würde auch helfen, wenn zu Hause nicht nur ausländisches Fernsehen laufen würde.
  4. #4

    dieser Mann liegt falsch!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der deutsch-türkische Anwalt Mehmet Daimagüler galt lange als Vorzeigezuwanderer. Nun rechnet der frühere FDP-Mann mit Staat und Gesellschaft ab.

    http://www.spiegel.de/0,1518,792399,00.html
    Dieser Artikel ist typisch für so manch einen Einwanderer. Die Schuld für den eigenen Misserfolg immer bei der Gesellschaft suchen, das ist schön einfach.

    Nur: wieso schaffen es Einwanderer aus verschiedenen Kulturkreisen, in höchst unterschiedlichem Maße, in der deutschen Gesellschaft aufzusteigen bzw. ihren Erfolg zu finden?

    Das ist doch die Verfifizierung, dass es möglich ist und insbesondere vom eigenen Einsatz und Willen abhängt! Dieser Mann noch im Grunde der Beleg dafür ist, das es an der Mentalität einiger Einwanderer liegt! Während Einwanderer aus Griechenland gut integriert sind, schaffen es andere nicht so gut. Beide kamen aber zur gleichen Zeit nach Deutschland und hatten die gleichen Voraussetzungen.

    Zudem zeigt sich doch gerade z.B. an dem mangelnden Sprachkenntnissen, wie hoch der Grad der Anstrengung in Sachen Migration ist. Will mir jemand erzählen, er könne nach 25 Jahren in einem fremden Land nicht mal die Sprache erlernen?

    Deutschland hat nur insofern Schuld an der Misere, als dass niemals verbindliche Standards geschaffen wurde, was hier von einem Migranten erwartet wird. So gesehen wurde zu viel Freiheit gelassen.

    Es hätte (wie in anderen erfolgreichen Ländern) klare Vorgaben geben müssen.

    Und der Gipfel dieser Gesellschaftskritik ist ja noch, dass die "Deutschen" jetzt noch deswegen verurteilt werden, weil sie eben mit dem täglichen Integrationsmisserfolg konfrontiert werden.

    Mal ganz ehrlich - wer würde denn als Ladeninhaber das Risiko eingehen, jemanden z.B. mit stark dogmatischer Lebensweise in religiöser Hinsicht, einzustellen? Gesetzlich darf niemand diskriminiert werden, aber solange es genug Bewerber gibt, ist es selbstverständlich, wenn manche Menschen mit so einer Einstellung nicht einverstanden sind.


    Außerdem ist auch schon wieder die angebliche Diskriminierung in der Schule usw. eine falsche Behauptung, jedenfalls in Bezug auf die Auswirkungen für die Integration.

    Während vielleicht früher noch ein "rauer" Ton gegenüber den Einwanderkindern herrschte, wird kein Realist heute behaupten, dass ein Lehrer mit "Nazisprüchen" nicht direkt vom Unterricht suspendiert würde. Aber trotzdem sind die Einwanderer der 1. Generation besser integriert als die Einwanderer der 3. Generation. Wie kann man das denn erklären?
  5. #5

    Ein Schichtenproblem!

    Dem deutschen Arbeiterkind geht es auch nicht anders.
    Die anachronistische Trennung nach vier Jahren Schule in "Dumm", "Mittelmäßig" und "Schlau" gehört abgeschafft. Das gibt es nur in DE und AT.
    So begabt kann dieser Mann aber auch nicht sein, wenn er mal in der "Fast Drei Prozent" - Partei war.
    Das spricht nicht gerade für einen hohen Intellekt.
  6. #6

    auch ich

    muss meinem Vorredner Recht geben, es sei denn, der Artikel ist wieder mal stark verkürzt und verfälscht!?

    In irgendeinem kleinen Nebensätzchen steht die andere Seite der Medaille: sie müssen sich auch mehr einbringen. Integration funktioniert nicht einseitig.

    Grundsätzlich aber liegt die Wahrheit wie so oft IN DER MITTE!
  7. #7

    Warum immer greinen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der deutsch-türkische Anwalt Mehmet Daimagüler galt lange als Vorzeigezuwanderer. Nun rechnet der frühere FDP-Mann mit Staat und Gesellschaft ab.

    http://www.spiegel.de/0,1518,792399,00.html
    Vorab: ich habe Indologie und Sinologie studiert (indische und chinesische Sprachen), habe jahrelang in Asien bei Software-Unternehmen gearbeitet und habe immer das Gleiche erlebt - Beispiel Südindien: Trotz Nachweis der Qualifikation und Jobnachweis einmal im Monat der Gang zur Polizei mit jeweils erneutem Nachweis; Begründung - wir wünschen keine Hippies. In Indonesien wurde mir, nachdem mir mein Arbeitgeber gekündigt hatte, nach 2 Wochen nahe gelegt, ein Rückflugticket nach zuweisen, ich bekam einen neuen Job und durfte bleiben.
    Dann kam ich nach Deutschland zurück und durfte erleben, wie Immigranten wie Herr Daimagüler sich permanent über dies ach so furchtbare deutsche Integrationssystem beschweren. Meine indischen, chinesischen und vietamesichen Freunde beschweren sich nicht, sondern sorgen dafür, das ihre Kinder eine vernünftige Schulausbildung bekommen, dass sie Deutsch sprechen und möglichst Bestnoten bekommen. Die Statistik spricht für sich;
    Ein großer Teil der Immigranten aus Asien hat schon in der zweiten Generation einen Hochschulabschluß, andere interessanterweise weisen im Schnitt dieselbe Zahl an Nichtabschlüssen auf. Kann es vielleicht daran liegen, dass, wie ich es selbst erleben durfte, in Asien im Gegensatz zu muslimisch dominierten Gegenden ein anderer Erfolgsdruck herrscht?
    Anders gefragt: Wieviel Nobelpreisträger im Beriech Naturwissenschaften kommen aus muslimisch dominierten Gebieten und wieviel aus den anderen?
    Antwort: Zwei bisher aus muslimisch dominierten Gebieten, nämlich 1999 - Ahmed Zewail im Bereich Chemie 1999 und Abdus Salam im Bereich Physik 1979.

    Ahmed Zewail prangert immer wieder die Selbstgefälligkeit im islamischen Raum an, zurecht, wie ich meine.

    Weniger Alkohol trinken, Herr Daimagüler, weniger greinen, sondern wie ich als Europäer in Asien die berühmten ... zusammenkneifen und sich durch bessere Leistung imigirieren.
  8. #8

    typisch

    Zitat von cinder_cone Beitrag anzeigen
    Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, waren seine Eltern und das zugehoerige Umfeld das wesentliche Problem. Jeder, der nicht aus der Oberschicht kommt, muss(te) sich besonders anstrengen, die gebratenen Tauben, die einem in den Mund fliegen, gibt es nicht.
    Die deutschen Arbeiterkinder, die sich um Karriere bemuehten, hatten allerdings keine Sozialarbeiter an ihrer Seite, und wussten, dass Jammern nichts bringt.
    das ist eine typische antwort von leuten die mitschuld sind am
    intergrations problem.
    lebe seit 25 jahren meistens im ausland und sehe noch immer keinen fortschritt in deutschland, in sache integration.
  9. #9

    Das Problem liegt doch nicht an Deutschland.

    Fast ein Drittel der Männer ausländischer Herkunft zwischen 25 und 35 besitzt keinen Berufsabschluss.
    Das Problem sind Einwanderer denen der Ehrgeiz oder sonst etwas fehlt. Wenn die Einwanderer die deutsche Sprache beherrschen haben sie die selben Chancen.