Die von Ihnen erwähnten Dokumente haben dann in Kürze den Wert, wie ihn diese Papiere hatten
http://mashopsimg.com/kaufmann/pic/2...ion_ii-iii.jpg
DPAKinder mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam lernen dürfen, doch Deutschland kommt bei der Inklusion nur langsam voran. In diesem Jahr soll jetzt alles besser werden, versprechen die Kultusminister. Theoretisch finden das alle gut, praktisch sind vor allem die Lehrer völlig überfordert.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/i...-a-876847.html
Die von Ihnen erwähnten Dokumente haben dann in Kürze den Wert, wie ihn diese Papiere hatten
http://mashopsimg.com/kaufmann/pic/2...ion_ii-iii.jpg
... und die Überforderung ist auch finanziell gegeben. Schon geht das Gezanke in NRW los:
Städtetag Nordrhein-Westfalen - Lehrer und Kommunen fordern höhere Finanz-mittel für Inklusion ? Qualität hat ihren Preis!
Das Land verspricht vollmundig, dass es der nötigen Ressourcen zur Verfügung stellt:
Ministerin Löhrmann: Wir investieren in Schule mit klarem Schwerpunkt bei Inklusion - MSW NRW Bildungsportal
Aber die Lehrerstellen sind nur EIN Posten. Die Ausstattung der Schulen (Aufzüge, behindertengerechte Sanitäranlagen etc. etc.) muss erst einmal gegeben sein. Und das ist sie an kaum einer weiterführenden Schule.
Die Kommunen bekommen es außerdem nicht einmal gebacken, den vorhandenen Sanierungsbedarf an Schulgebäuden zu bezahlen.
Na, da wurde mein Zitat ja nett aus dem Zusammenhang gerissen.
Wenn wir fair diskutieren möchten, ist es wichtig, die Dinge im richtigen Kontext zu betrachten: SchülerInnen mit Geistiger Behinderung mit überfordernden Lehrinhalten zu konfrontieren ist nicht das gleiche, wie sie auf einer Schule mit z.B. überdurchschnittlich Begabten bzw. im gleichen Klassenverband zu fördern.
Genau dafür gibt es Wochenplanarbeit oder Vermittlungsformen wie "Cross- Age Tutoring. Darüber habe ich nicht nur Studien sondern sogar eine Metaanalyse anzubieten, die den positiven Effekt auf leistungsstarke SchülerInnen nachweist:
http://www.fau.edu/CLASS/CRLA/Level_...f_Findings.pdf
Vorschlag: Statt die heilige Kuh, das deutsche Gymnasium, weiterhin unhinterfragt zu verteidigen (denn HIER liegt in Deutschland eigentlich des Pudels Kern!!!), schnell die Praxis dieser Lehrtechnik aneignen und im eigenen Unterricht, in dem doch hin und wieder Leistungsdifferenz auftritt, probehalber anwenden.
Im schlimmsten Fall hat man dann wieder was dazu gelernt....
Zu den einzelnen offenen Formen gibt es mehrere durchaus positive. Allerdings schwanken die Ergebnisse immer stark, da dies, wie Sie an anderer Stelle richtig bemerkten, unter anderem auch von der Fähigkeit der
einzelnen Umsetzenden unabhängig von der Lehrform geprägt wird (jetzt reiß das Zitat bitte nicht wieder aus dem Zusammenhang!).
Metaanalysen geben daher vielleicht eher Auskunft. Ich verlinke mal zu einer meiner Meinung nach mit wichtigsten Lehrform, da sie besonders für begabte SchülerInnen im Inklusiven Unterricht deutlich bessere Lernergebisse gegenüber deren Kontrollgruppen aufweist, und dies durchgänging in allen untergeordneten Studien nachweisbar, dem "Cross- Age Tutoring".
Es handelt sich um eine Methode, bei der stärkere SchülerInnen als TutorInnen für schwächere fungieren und somit ihr eigenes Wissen festigen und erweitern bzw. sich damit intensiver auseinandersetzen:
http://www.fau.edu/CLASS/CRLA/Level_...f_Findings.pdf
Wer meint, sie würden als billige Nachhilfskräfte ausgenutzt, der fehlt.
Den gleichen positiven Effekt hatte ich als Nachhilfelehrerin in der Abi- Zeit. Ich habe mir, um jüngere SchülerInnen zu unterrichten, selbsständig viel mehr Wissen angeeignet, um besser "unterrichten zu können" und hatte notenmäßig den größten Nutzen aus meinen Recherchen.
Hoppla. Ich empfinde es als (ver-)störend, von mir unbekannten Menschen geduzt zu werden.
Darum hatte ich die von leonardo01 recherchierte Studie aus dem Jahre 2010 verlinkt.
http://www.hks.harvard.edu/pepg/PDF/...Wuppermann.pdf
Ich stelle fest, dass das Papier aus dem Jahre 1982 datiert. Keine der referenzierten Quellen ist jüngeren Datums als 1980 eine sogar von 1969. Die Aktualität darf im Gegensatz zu der von mir benannten Quelle bezweifelt werden.
Das ist eben der Unterschied zwischen soziologischen und pädagogischen Studien und Befunden und Erkenntnissen aus der Mathematik (und teilweise Physik): Erstere verändern sich im Laufe der Zeit. Wenn Sie unlängst eine pädagogische Arbeit geschrieben hätten und als einzige Quellen solche von vor 30 Jahren genommen hätten, dann würde Ihnen Ihr Prof. die Arbeit völlig zu Recht um die Ohren hauen.
Also: Wo sind Ihre aktuellen Befunde?
Zunächst stimme ich Ihnen zu, was die fachlich positiven Effekte von Nachhilfeunterricht für den Nachhilfelehrer (m/w), der i.a. selbst Schüler (m/w) ist, anbelangt. Ich habe in der Schul- und Studienzeit auch als Nachhilfelehrer gearbeitet und später als studentische Hilfskraft. Dabei habe ich viel gelernt. Meine Schützlinge z.T. ( :-) ) auch.
Aber es ist etwas ganz anderes, ob ich das in meiner Freizeit mache, oder in der Zeit, in der ich gerade selbst dabei bin, einen u.U. hochabstrakten Sachverhalt zu erarbeiten und verstehen. Da kann ich nicht parallel die Verständnisprobleme eines Banknachbarn (m/w) mit aus dem Weg räumen.
Werter Mitforist. Ich bin nun seit weit über 20 Jahren Lehrer. Da hat man schon das eine oder andere Mal einen Methodenwechsel im Unterricht vollzogen. Aber die Erfahrung lehrt mich, dass die von Ihnen genannte Methode (wie viele andere auch) zwar zur Auflockerung sinnvoll sein kann, aber keinesfalls dauerhaft dem Frontalunterricht (und das ist nicht ausschließlich Lehrervortrag) überlegen ist.
Und was das Gymnasium anbelangt: Es hat gottlob bislang allen Versuchen von Bildungsideologen mit ihrem Gleichheits-Credo und Gleichmacher-Bestrebungen erfolgreich getrotzt.
Sehen Sie sich doch einmal die Ergebnisse im Zentralabitur an:
http://www.standardsicherung.schulmi...stufe-2012.pdf
Da sehen Sie eine Vergleichsmöglichkeit zu einer anderen Schulform.
Okay, zugegeben, die Studien zeigen leicht fossilen Charakter. Ich werde, SIE, geschätztes Diskussionsgegenüber, daher bitten, sich noch ein Weilchen zu gedulden, bis brandaktuelle, inklusionsdeutsche, unanfechtbare Studien erschienen sind. Das könnte dauern...
Ich bezweifle aufrichtig, dass sich in den letzten Jahrzehnten irgendetwas Wesentliches an der Wirkung der Tutoren- Methode verändert haben soll...
Worin wir uns aber wohl einig sind (?!): Keine Methode ist die allein Glückseligmachende. In der angemessenen Methode zur richtigen Zeit liegt das Mittel der Wirkung. Und wenn Sie hier in den vergangenen 20 Jahren fleißig variiert haben, sind Sie (ja, den Eindruck habe ich) ein gar wackerer Kollege. Weiter so! Aber Wochenplan in der Oberstufe... haben bisher die wenigsten ausprobiert. Sie? Nicht? Wenn nein, warum? Das schläft spätestens in Klasse 6 ein, wenn die Pubertät zuschlägt...
Könnte aber in der 9 viel häufiger wieder aufgegriffen werden und auch im aufgelösten Klassenverband(OS) zumindest in variabler Form weitergeführt werden. Natürlich gilt auch hier, die Lösung ist dies nicht, nur eine weitere kleine Möglichkeit.
Ich glaube aber nicht, dass es hier an Möglichkeiten fehlt. Nur ist Umdenken erforderlich, Ausprobieren und auch Fehler riskieren (wie bei jeder Veränderung, die trotzdem untrennbar zum gesellschaftlichen Wandel gehört). Ich denke, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und vielleicht scheitert vieles bisher an eben diesem.
Heute der Hammer - und das spricht nicht unbedingt nur für Integration ('Inklusion'), sondern speziell für den von mir eigentlich nicht geliebten Einsatz von 'Schulbegleitern':
Ein Lehrer kommt auf einen 'Schulbegleiter' zu und freut sich, dass dieser (weil im Unterricht zurzeit nicht benötigt) nun öfter draußen sitzt. Grund: Man fühle sich (als Lehrer) ja sonst so beobachtet.
Das zeigt, wie wichtig es ist, den Unterricht auch insofern zu 'öffnen', als verschiedene Kräfte beteiligt werden. Unterricht ist keine Privatsache. Er gehört umso mehr beobachtet, als er immer noch v. a. von Beamten durchgeführt wird.
Gestern hatte ich eine Unterhaltung mit 2 Müttern auf einem Kindergeburtstag.
Eine Mutter hat ihre älteste Tochter in der 4. Klasse, deren Freundin eine 2 Jahre ältere Schwester an der Schule hatte, die allerdings weder dem bilingualen Unterricht, noch dem naturwissenschaftlichen Inhalt intellektuell folgen konnte und nur noch in der Ecke sass und malte.
Der Lehrer konnte sich nicht um sie kümmern (ausser eben, dass er dem Kind Malblätter gab) und sie auch nicht einzeln unterrichten, da sie ja nicht einmal die Unterrichtssprache Englisch bzw. Französisch verstand.
Die Eltern des Mädchens begriffen leider nicht, dass sie das Kind an der falschen Schule hatten, selbst nach Gesprächen mit der Schulleitung, die sie schliesslich bat es von der Schule zu nehmen. Sie sind angeblich nicht einmal in der Lage zu sehen, dass die älteste Tochter besondere Förderung braucht und sind nun auf die Schule schlecht zu sprechen.
Was macht man mit solchen Eltern?
Soll der Elternwille über allem stehen, egal ob es den Kindern gut tut oder nicht?