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Insektensterben: Rätselhafter Bienentod alarmiert EU

Bienen bestäuben Blüten - sie sichern der Landwirtschaft gute Erträge. Doch die Insekten*sterben in großer Zahl, Forscher stehen vor einem Rätsel. Mit einem Notprogramm will die EU dem Massentod auf die Spur kommen. Doch bereits jetzt drohen hohe wirtschaftliche Verluste.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...741260,00.html
  1. #60

    Vorteile der Dunklen

    Nunja, das mit der Kärntner Biene (Carnica) ist nicht ganz so einfach. Folgendes noch zur Dunklen:

    * sie sticht nicht mehr als die Carnica (siehe nordbiene.de und Videos - Imkern im T-Shirt)
    * längere Brutpause im Winter, was ein Vorteil gegen die Varromilbe ist, die Milbe die Brut für ihre Jungtiere braucht
    * fliegt auch bei verregnetem Wetter (Klimaerwärmung -> erhöhte Verdunstung -> mehr Regen -> Dunkel Biene ;) )
    * wird allgemein als robust gelobt

    Allgemein wurde die Bienen leider zu sehr in Richtung Imkerei gezüchetet, was zum Beispiel zur Folge hat:

    * friedlich -> friedlich auch zur Milbe und zu Eindringlingen, die Krankheiten mitbringen
    * geringe Propolisproduktion (spezieller Kitharz) damit die Rähmchen nicht verkleben -> das ist der natürliche Schutz der Biene gegen Schimmel und Krankheiten

    ----------

    Interessant sind auch Ansätze wie der der Nestwärmeduftbindung, der sagt, mit jedem Öffnen der Beute geht die antibiotisch wirkende Stockluft verloren und macht die Bienen anfälliger. Hinzu kommt, dass die Rähmchenkonstruktion eine natürliche Wärmeverteilung stört und die Bienen verstärkt heizen müssen.

    http://www.seanet.com/~alexs/bien/bienenzucht_full.pdf

    Ich möchte auch keine neuen Medikamente in den Beuten sehen. Und selbst die Säuredusche mit Ameisensäure ist für die Biene sehr unangenehm. Das schlimme ist doch, dass die immer öfter wiederholten Säureduschen die Varroamilbe nur stärker gemacht haben, da immer ein paar überleben. Wo früher eine Säuredusche reichte sind es nun oft drei oder mehr. Ein langfristige Schädigung und Schwächung der Biene ist da nicht ausgeschlossen.

    Was ich mit all dem sagen will ist, der Mensch muß in seiner Beziehung zu seiner Umwelt radikal umdenken und natürliche Wege suchen. Die Imkerei ist da nur ein Beispiel, was ganz gut zeigt, dass der Mensch zu viel Druck auf Tier und Umwelt ausübt.
  2. #61

    Bienensterben

    Zitat von Shivananda Beitrag anzeigen
    Nunja, das mit der Kärntner Biene (Carnica) ist nicht ganz so einfach. Folgendes noch zur Dunklen:

    * sie sticht nicht mehr als die Carnica (siehe nordbiene.de und Videos - Imkern im T-Shirt)
    * längere Brutpause im Winter, was ein Vorteil gegen die Varromilbe ist, die Milbe die Brut für ihre Jungtiere braucht
    * fliegt auch bei verregnetem Wetter (Klimaerwärmung -> erhöhte Verdunstung -> mehr Regen -> Dunkel Biene ;) )
    * wird allgemein als robust gelobt

    Allgemein wurde die Bienen leider zu sehr in Richtung Imkerei gezüchetet, was zum Beispiel zur Folge hat:

    * friedlich -> friedlich auch zur Milbe und zu Eindringlingen, die Krankheiten mitbringen
    * geringe Propolisproduktion (spezieller Kitharz) damit die Rähmchen nicht verkleben -> das ist der natürliche Schutz der Biene gegen Schimmel und Krankheiten

    ----------

    Interessant sind auch Ansätze wie der der Nestwärmeduftbindung, der sagt, mit jedem Öffnen der Beute geht die antibiotisch wirkende Stockluft verloren und macht die Bienen anfälliger. Hinzu kommt, dass die Rähmchenkonstruktion eine natürliche Wärmeverteilung stört und die Bienen verstärkt heizen müssen.

    http://www.seanet.com/~alexs/bien/bienenzucht_full.pdf

    Ich möchte auch keine neuen Medikamente in den Beuten sehen. Und selbst die Säuredusche mit Ameisensäure ist für die Biene sehr unangenehm. Das schlimme ist doch, dass die immer öfter wiederholten Säureduschen die Varroamilbe nur stärker gemacht haben, da immer ein paar überleben. Wo früher eine Säuredusche reichte sind es nun oft drei oder mehr. Ein langfristige Schädigung und Schwächung der Biene ist da nicht ausgeschlossen.

    Was ich mit all dem sagen will ist, der Mensch muß in seiner Beziehung zu seiner Umwelt radikal umdenken und natürliche Wege suchen. Die Imkerei ist da nur ein Beispiel, was ganz gut zeigt, dass der Mensch zu viel Druck auf Tier und Umwelt ausübt.
    Ich stimme Ihnen zu das es sicher eine Überlegung Wert ist mit der Dunklen zu arbeiten, dass Problem ist und bleibt aber die erhöhte Verteidigungsbereitschaft.
    Sie sollten bedenken, dass wenn Sie als einziger mit der Dunklen arbeiten, ein großräumiges Gebiet mit Carnica/Mellifera (Dunkle)-Hybriden erzeugen. Und wie sie sicher wissen sind unreine Völker noch stechlustiger als die reinrassigen. Da werden sich die Nachbarn und die benachbarten Imker sicher freuen!

    Ihre Kritik an der Säure kann ich im übrigen nicht ganz nachvollziehen. Wenn die Behandlung richtig angewendet wird, überlebt keine Milbe. Und wenn Sie Ihre Völker mehr als 3 mal behandeln, machen Sie was falsch, da momentan 2 Behandlungen empfohlen werden. Zur Not kann man ja auch nochmal mit Oxalsäure nachbehandeln.
    Sicher sind diese Behandlungen für die Bienen nicht schön, aber von unzähligen Milben schon während der Entwicklung langsam ausgesaugt zu werden, ist sicher auch nicht schön.

    Für Interessierte empfehle ich folgenden Artikel, der die Ursachen der winterlichen Völkerverluste in Deutschland diskutiert. Wenn möglich bitte nicht nur den Abstrakt lesen, da besonders die Rolle der Pestizide etwas komplexer ist und im Abstrakt zu kurz kommt.

    http://www.apidologie.org/index.php?...014&Itemid=129
  3. #62

    Boykott und primitive Menschheit

    Zitat von cassandra13 Beitrag anzeigen
    haben dem Bauernverbhand hier kurz und knapp mitgeteilt dass sie ihre Völker nicht mehr fliegen lassen wenn auf die Pestizide nicht verzichtet. Wie man hört haben die Bauern nachgegeben ... zumindest hier.
    Ist ja auch richtig so.

    Und wenn unsere Imker auch noch am Genfood-Boykott teilnehmen, damit (in den USA patentierte) Genpflanzen nicht in Deutschland angebaut werden, dann nur zu!

    Kritisch seh ich nur im Artikel, dass wiedermal alles mit "Milliarden Euro" beziffert wird. Der wirtschaftliche Schaden wird stärker betont als der Schaden für die Umwelt - ein Schelm, der Böses dabei denkt. Offenbar ist der Mensch schon so primitiv geworden, dass er sich Schäden nur noch vorstellen kann, wenn man ihm eine möglichst schockierend große Zahl in Euro, Dollar oder Franken vorlegt.
  4. #63

    Das Gift "DRC-1339" und die toten Vögel!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bienen bestäuben Blüten - sie sichern der Landwirtschaft gute Erträge. Doch die Insekten*sterben in großer Zahl, Forscher stehen vor einem Rätsel. Mit einem Notprogramm will die EU dem Massentod auf die Spur kommen. Doch bereits jetzt drohen hohe wirtschaftliche Verluste.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...741260,00.html
    Monsanto und Co. sind eindeutig schuld! Was gibt es dar denn noch zu diskutieren? Die angeblichen Experten die über das Bienensterben rätseln, sind in meinen Augen verlogene Heuchler die von den Gen und Pestizidekonzernen Geld bekommen, damit Sie Lügen und Tatsachenverdrehung betreiben können! Es liegt doch ganz klar auf der Hand warum Bienen und andere Insekten sterben. Bienen müssen sterben damit Sie nicht unerlaubt Blumen und Getreide bestäuben können, denn alles soll gekauft werden und nicht umsonst von Mutter Natur genommen werden! Das ist eine bittere Wahrheit die viele einfach nicht glauben wollen, weil Sie sich nicht vorstellen können das es solch böse Menschen gibt! Nehmen wir mal das Thema "rätselhaftes Vogel und Fischsterben" das jetzt anfang des neuen Jahres in den USA und anderswo eingetreten ist. Da rätseln viele Experten und Tierschützer auch, wie es sein kann, das so viele Vögel tot vom Himmel fallen und hunderttausende Fische tot auf dem Wasser treiben. Dabei hat das US-Landwirtschaftsministerium die Antworten doch schon teilweise angeberisch und stolz verbreitet! Man hat Gift verteilt damit man diese Schädlinge endlich los wird und man kann stolz darüber berichten, das man mit dem Gift "DRC-1339" ein paar Millionen Vögel damit ermorden konnte, siehe hier: http://www.naturalnews.com/files/USD...-Blackbird.pdf
    Und siehe hier: http://www.aphis.usda.gov/wildlife_d...2009_Short.pdf. Dies ist die Originalseite, die man wohl bald schnell vom Netz nehmen wird! Massentötung durch die Regierung! Leider müssen nicht nur "unbedeutende" Vögel sterben, sondern auch Eulen, Falken, Habichte, Reiher usw. Die USA machen da ganze Sache, zusammen mit den Konzernen die das Gift bereitstellen! Wer glaubt jetzt noch an Zufall oder an unerklärliche Phänomene? Das alles kann man tatsächlich hier lesen: http://info.kopp-verlag.de/hintergru...n-voegel-.html und auch hier auf der Homepage des US-Landwirtschaftsministerium: http://www.aphis.usda.gov/wildlife_d...2009_Short.pdf .
    Das gleiche machen die USA und die anderen Westlichen Demokratischen Regierungen mit anderen Tieren und Insekten. Wie lange wird es wohl noch andauern bist es keine Bienen und diverse andere Insekten nicht mehr gibt und auch weniger Menschen, denn die bekommen das Gift ja auch ab! Krebs nur durch rauchen und Alkohol? Nein, auch durch ungesunde Ernährung, in dehnen unsere Regierungen Ihre Giftfinger mit im Spiel haben. Überbevölkerung? Dagegen kann man was machen, langsam aber sicher! Experten die Rätseln? Na klar! Bei dem ganzen Geld was die von den Konzernen bekommen, würde ich auch anfangen zu Rätseln! Mensch Leute, wacht doch endlich auf und macht was dagegen! Ich meine nicht den Mund auflassen oder sich am Kopf kratzen!
  5. #64

    Theorie und Praxis?

    Zitat von netbla Beitrag anzeigen
    Sie sollten bedenken, dass wenn Sie als einziger mit der Dunklen arbeiten, ein großräumiges Gebiet mit Carnica/Mellifera (Dunkle)-Hybriden erzeugen. Und wie sie sicher wissen sind unreine Völker noch stechlustiger als die reinrassigen. Da werden sich die Nachbarn und die benachbarten Imker sicher freuen!
    Wir reden hier nicht von Kreuzungen einer Europäischen Rasse mit einer afrikanischen, was in der Vergangenheit Probleme mit sich gebracht hat. Carnica und die Dunkle sind beide Apis mellifera, beide sind europäische Honigbienen, extrem nah verwandt. Von Stechern auf Grund von Kreuzung der beiden war aus der Praxis noch nichts zu hören. In der Zeit des Überganges von Dunkle zur Carnica hätte sich das schon einmal zeigen müssen.
    Und als konkretes Beispiel sei hier die in Deutschland oft vorkommende Rasse "Buckfast" erwähnt, die eine Kreuzung aus Dunkle und einer italienischen Rasse ist, mit dem Ergebnis: "Das Ergebnis ist eine friedliche, schwarmträge Bienenrasse ..."

    http://de.wikipedia.org/wiki/Buckfastbiene

    Ist schon traurig wie unsere einheimische Bienenrassen immer wieder durch Wiederholung von Vorurteilen ins schlechte Licht gerückt wird.


    Zitat von netbla Beitrag anzeigen
    Ihre Kritik an der Säure kann ich im übrigen nicht ganz nachvollziehen. Wenn die Behandlung richtig angewendet wird, überlebt keine Milbe. Und wenn Sie Ihre Völker mehr als 3 mal behandeln, machen Sie was falsch, da momentan 2 Behandlungen empfohlen werden. Zur Not kann man ja auch nochmal mit Oxalsäure nachbehandeln.
    Auch hier scheint die Praxis ein anderes Bild zu zeigen. Nach einer Ameisensäurebehandlung wird der Varroafall unter dem Volk kontrolliert. Ein Varroafall von 0 ist da eher die Ausnahme und viele Imker greifen nach den Säureduschen im Herbst im Winter mit Oxalsäure schon wieder ein, weil die Ameisensäuredusche es nicht gebracht hat.

    Aber es gibt auch Ansätze durch eine sanfte Betriebsweise die Völker gesund und stark zu halten, durch eine sanfte Behandlung zum Bsp. mit Thymol (Thymianextrakt) die Varroa zu schwächen und viel mit Schwärmen zu arbeiten (beim konventionellen Imker ist dieses natürliche Verhalten auch nicht beliebt und wird durch Zucht und Betriebsweise möglichst unterdrückt).

    Ich kann nur Wiederholen - auch die Imkerei ist wie die konventionelle Landwirtschaft zu stark von den natürlichen Lebensvorgängen abgekommen. Ein Umdenken ist auf beiden Seiten notwendig, wenn der Biene geholfen werden soll.

    Denkbar wäre, dass der Bienenstock im Hausgarten wieder mehr zu finden ist. Vor allem in der Stadt stehen die Chancen gut. Imkerei muß nicht kompliziert sein und alternative Betriebsweisen angelehnt an traditionelle Betriebsweisen erlauben mit wenig Zeitaufwand viel Freude zu haben. Und wer damit anfangen will, sollte keine zu große Angst vor Stichen haben, den erstens sind die meisten Völker extrem friedlich und ein Schleier über dem Kopf und ein paar Handschuhe helfen auch dem ängstlichsten weiter. Und falls die Biene doch mal sticht ... es ist eine gute Rheumavorsorge. ;)
    Und zum Glück gibt es in den letzten Jahren immer mehr Menschen denen die Biene und weniger der Honig wichtig ist - Bienenhaltung statt Imkern ist ihr Motto. Das sollte nicht zu einem Streit zwischen beiden Richtungen führen. Es wäre schön, wenn beide ihren Platz finden würden.
  6. #65

    Monsanto lehnt Produkthaftung ab!

    Und zur Bienenbehandlung und besserem Verständnis: Seit ca. 10 Jahren werden ökologisch geführte Bienenvölker nach der letzten Honigentnahme und gegen die Varroamilbe mit Lösungen von:
    1.Milchsäure `geduscht´, indem ein feiner MS Sprühnebel auf die Bienenwaben aufgebracht wird
    2.Ameisensäure `bedampft´, indem ein mit AS leicht befeuchtetes Küchenschwammtuch als Verdunster, in die Kästen gelegt wird
    3.Oxalsäure `beträufelt´, indem gelöste OS zwischen die Waben direkt auf die Bienen getropft wird. Es ist die letzte Behandlung im Jahr und findet Mitte Dezember statt
    Diese 3 Säuren sind, in schwacher Konzentration, natürliche Bestandteile eines jeden Honigs. Es sind nur 3 von ca. 160 (!) weiteren natürlichen Inhaltsstoffen die in naturbelassenem Honig zu finden sind.
    Andere Medikamente wie z.B. Perizin/Bayer (bildet Rückstände im Wachs) sind bei mir Tabu und Antibiotika für Bienen sind per Gesetz in Deutschland verboten, für den Obstbau aber nicht!

    Ohne diese Behandlung würden sicher 90% der Völker durch Milbenbefall sterben. Umgekehrt hat man einen durchschnittlichen Verlust von 15% der Völker.

    In den letzten Jahren sind aber in DE beunruhigende Beobachtungen von vielen Imkern am Bienenvolk gemacht worden: Bienensuizid.
    Im Winter und bei Minusgraden verlassen viele Bienen den 25 Grad warmen und sicheren Stock und fliegen in den Kältetod. Nach der Ursache wird von den in DE führenden Bieneninstituten geforscht. Die Bitte an die Imker lautete, diese toten Insekten im Schnee einzusammeln und einzusenden. Das Ergebnis dürfte spannend sein.

    Solange Monsanto keine Produkthaftung für gentechnisch manipuliertes Saatgut übernehmen will und nicht einmal die grössten Versicherungen diese Risikotechnologie versichern möchten, ist an dieser Technik offensichtlich etwas faul.

    Solange der Mensch unter Kulturlandschaften, eine Landwirtschaft contra natura versteht, welche von Chemieriesen und finsteren Saatgutmanipulierern vereinnahmt werden soll, könnten uns noch weitere unangenehme Überraschungen bevorstehen.
  7. #66

    Bienensterben

    Zitat von Shivananda Beitrag anzeigen
    Wir reden hier nicht von Kreuzungen einer Europäischen Rasse mit einer afrikanischen, was in der Vergangenheit Probleme mit sich gebracht hat. Carnica und die Dunkle sind beide Apis mellifera, beide sind .......
    Also zum ersten ist gehört die Afrikanische Honigbiene ebenfalls zur ART: Apis mellifera. Alle heute für die Imkerei benutzten Rassen stammen von dieser, nennen wir sie afrikanischen Rasse, ab. Die afrikanische Rasse wird im übrigen sehr erfolgreich für die Imkerei in Südamerika eingesetzt und ist in Nordamerika auch als "Killerbiene" bekannt. Alles die selbe Art! Andere Bienenarten der Gattung Apis kommen soweit mir bekannt hauptsächlich in Asien vor.

    Das es beim Übergang der Rassen keine Probleme gab ist ja wohl eher ein Irrglaube. Fragen Sie mal einen Alten Imker, wie die Imkerei in den 50er oder 60er Jahren aussah. Da war nix mit ohne Schleier Imkern!
    Ich denke der Effekt der stechfreudigeren Hybride wurde durch die allgemeine Stechfreudigkeit der Dunklen, die damals ja hauptsächlich vorkam, maskiert. Soll heißen es fiel nicht besonders auf, dass Sie aggresiver waren. Ich garantiere Ihnen das das beim Übergang der recht friedlichen Carnica zurück zur Dunklen anders sein wird, da die Imker, wie auch die Bevölkerung allgemein, sich an die Carnica gewöhnt haben.


    Zitat von Shivananda Beitrag anzeigen
    Auch hier scheint die Praxis ein anderes Bild zu zeigen. Nach einer Ameisensäurebehandlung wird der Varroafall unter dem Volk kontrolliert. Ein Varroafall von 0 ist da eher die Ausnahme und viele Imker greifen nach den Säureduschen im Herbst im Winter mit Oxalsäure schon wieder ein, weil die Ameisensäuredusche es nicht gebracht hat.
    Der Sinn der Behandlung ist ja ein möglichst großer Fall von Varroen. Bei unseren Völkern kommt es im übrigen schon vor das die Zahl der Varroen nach der 2.Behandlung annähernd 0 ist.

    Zitat von Shivananda Beitrag anzeigen
    Aber es gibt auch Ansätze durch eine sanfte Betriebsweise die Völker gesund und stark zu halten, durch eine sanfte Behandlung zum Bsp. mit Thymol (Thymianextrakt) die Varroa zu schwächen und viel mit Schwärmen zu arbeiten (beim konventionellen Imker ist dieses natürliche Verhalten auch nicht beliebt und wird durch Zucht und Betriebsweise möglichst unterdrückt).
    Das bestreite ich auch nicht und finde es auch, wenn praktikabel, durchaus unterstützenswert.

    Das Problem ist leider, gerade bei jungen Leuten, häufig die Zeit. Da hat man leider nicht die möglichkeit ständig Schwärme zu fangen. Und wenn man, wie die meisten Imker, nur ca. 10 Völker hat, will man im Winter natürlich auch die Verluste möglichst gering halten. Aus diesem Grund ist auch der Selektionsansatz, der in letzter Zeit verstärkt diskutiert wird, für die meisten nicht praktikabel.
  8. #67

    Vorsicht, Bienen!

    Zitat von Shivananda Beitrag anzeigen
    Denkbar wäre, dass der Bienenstock im Hausgarten wieder mehr zu finden ist. Vor allem in der Stadt stehen die Chancen gut..."
    Wehrhafte, weil rückgezüchtete Bienenvölker in Hausgärten oder gar in der Stadt? Bei den steigenden Allergien der Bevölkerung in den Industrieländern werden Bienenstiche selbst von friedlichen Bienen, zumindest in deutschen Wohngebieten eine Klagewelle auslösen: Nicht machbar, Herr Nachbar.

    Sanftmütige, also friedliche Bienen, erhält man nur durch akurate Züchtung und Auslese. Damit sind oft selbst Altimker überfordert. `Wildes´ Schwärmen bzw. Begattungsflüge, das haben Forschungen und langjährige Imkererfahrungen gezeigt, führen zur `wesensgemäßen´ Stechlust, weil diese als Verteidigung der Honigvorräte gedacht ist. Eine voll `wesensgemäße Imkerei´ (also Königinnen-Nachwuchs und Auslese (s.Darwin) werden den Bienen überlassen), bringt dramatische Veränderungen mit sich: Stecher! Für Imker mit Vollschutz absolut kein Problem. Aber in Wohngebieten?

    Und jetzt zur neuerdings `hippen´ Stadtimkerei. Wer glaubt, den Bienen ein von Feinstaub und Schwermetallen belastetes Pollenspektrum zumuten zu können, handelt gedankenlos.

    Klar, stimmt das Nahrungsangebot fast ganzjährig: Balkonpflanzen, süsse Speiseeisreste vor Eisdielen bis in den Herbst und defekte Glaskontainer mit offenen halbleeren Marmeladengläsern, sichern den Bienen die Energieversorgung aber `Stadthonig´ wäre ekelerregend und nicht verkehrsfähig.
  9. #68

    Stadtimkerei

    Zitat von ibramaru Beitrag anzeigen
    Und jetzt zur neuerdings `hippen´ Stadtimkerei. Wer glaubt, den Bienen ein von Feinstaub und Schwermetallen belastetes Pollenspektrum zumuten zu können, handelt gedankenlos.

    Klar, stimmt das Nahrungsangebot fast ganzjährig: Balkonpflanzen, süsse Speiseeisreste vor Eisdielen bis in den Herbst und defekte Glaskontainer mit offenen halbleeren Marmeladengläsern, sichern den Bienen die Energieversorgung aber `Stadthonig´ wäre ekelerregend und nicht verkehrsfähig.
    Stellt sich die Frage, was ist gesünder: Pestizide oder Feinstaub? Ach verdammt die industrialisierte Landwirtschaft erzeugt ja auch Feinstaub. Also ist die Frage wohl eher: Pestizide und Feinstaub vs. Feinstaub!

    Im übrigen gehen Bienen nicht auf Süßigkeiten oder Abfälle. Bienen suchen sich immer die reichhaltigsten Trachtquellen in der Nähe des Stocks und ein Mülleimer ist da nicht attraktiv. Bienen kommen ja selbst an reichgedeckte Tisch nur dann, wenn es Trachtmangel gibt, und selbst das nur in Ausnahmefällen (eigene Erfahrung).
    Bitte die Bienen nicht mit Wespen vergleichen, die verhalten sich diesbezüglich grundlegend anders, was am breiteren Nahrungsspektrum liegt.

    Wir imkern seit Jahren auch in der Stadt und haben keine Unterschiede in der Qualität des Honigs feststellen können. Die erträge sind sogar deutlich größer, als auf dem Land, was auf die besseren Trachtbedingungen und die geringer Konkurrenz durch andere Völker zurückzuführen ist.

    Als Fazit: Mir und meinen Kunden schmeckt der Stadthonig sehr gut.
  10. #69

    Analysen für Stadthonig.

    Zitat von netbla Beitrag anzeigen
    Als Fazit: Mir und meinen Kunden schmeckt der Stadthonig sehr gut.
    Sie haben das Dilemma klar verdeutlicht: Für welche Lebensmittelproduktion, hier Honig, sollen wir uns, sollen sich die Honigkäufer, entscheiden? Entscheidungen sind nur möglich wenn Alternativen verfügbar sind.
    Industrialisierte d.h. konventionelle Landwirtschaftsbetriebe mit hohen Pestizideinträgen, bergen für die Bienengesundheit, wie mehrfach vorgekommen, hohe Risiken. Überdies bilden sich schonmal Rückstände im Honig, der dann unverkäuflich ist.

    Stadthonig schmeckt sicher gut, Analysen hingegen könnten den Verbrauchern das Fürchten lehren. In Städten dienen unsere Insekten als Bioindikatoren, mit welchen sich preiswert die Umweltbelastungen in Städten nachweisen lassen.

    Hühnereier mit Dioxin haben zigtausenden gut geschmeckt, aber seitdem die Sache aufflog, brach der Absatz ein. Mit Honig sollten wir es nicht soweit kommen lassen.

    Und Grundsätzlich sollte jeder Imker im Sinne seiner Bienen und seiner Kunden die Völker in grösstmöglicher Entfernung (min. 15km) von Gewerbegebieten, Industrieanlagen, KohleKW (Quecksilber) Autobahnen, Müllverbrennungsanlagen (Dioxin) und Städten aufstellen. Wer das nicht kann, wird diesen Honig selber essen müssen, weil einmal aufgeklärt der Kunde fernbleibt. Und Aufklärung ist Pflicht, damit nicht im Ansatz der Verdacht auf Vertuschung aufkommen kann, will man sich nicht in die Reihen der Panscher einsortieren lassen.

    Umweltgifte wie Quecksilber, Dioxin, DDT und neuerdings das transgene Gift des bacillus thuringiensis, welches Dank Monsanto, und dessen Lobby in DE, in Maispflanzen eingebaut wurde, wirken z.T. kumulativ auf Menschen und verursachen Gesundheitsschäden mit hohen Folgekosten für die Gesellschaft. Die Auswirkungen auf Bienen werden hoffentlich bald erforscht und veröffentlicht. Bis dahin gilt, lieber präventiv zu Bio- oder Öko-Honig greifen.

    Und übrigens, Bienen verhalten sich in Sonderfällen ähnlich wie Wespen. Sie gehen sehr wohl an Süssigkeiten (aber zum Glück nicht an Aas, wie Wespen). So geschehen vor Jahren, mit einer Süsswarenfabrik in Hessen die unbekümmert unverschlossene, nicht restentleerte Tanks im Freien aufstellte, welche dann von hundertausenden von Bienen angeflogen wurden. Im Honig der nahgelegenen Imkereien wurde eine Verfälschung durch einen extrem hohen Rübenzuckergehalt festgestellt. Geschmacklich war nichts zu beanstanden...


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