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Insektengift DDT: Wie die Malaria-Wunderwaffe Bauern in die Armut treibt
Von Mücken übertragene Malaria tötet täglich Hunderte Menschen in Uganda - deswegen setzt die Regierung auf das Insektengift DDT. Doch der Pestizid-Einsatz hat gravierende Folgen für die Landbevölkerung: Lieferanten von Bio-Produkten können ihre Ware nicht mehr verkaufen, ihnen droht bittere Armut.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...768654,00.html
- #220 20.06.2011 13:57 von
...
Aber ja, die WHO hat ja auch kürzlich in einer ihrer "grossangelegten Studien" "belegt", wieso Mobilfunkstrahlung Krebs erzeugt..Witz lass nach.
Permanent von "Alternativen" zu sprechen suggeriert eine eindimensionale Entweder-oder-Situation, die so halt in der Realität nicht besteht. Die meisten Methoden zur Bekämpfung von Malaria sind vielmehr komplementär zu sehen und ein Erfolg ist wohl nur möglich, wenn alles koordiniert ins Feld geworfen wird. Wobei halt auch DDT eine Rolle zukommen kann, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt. Dogmatismus hilft da sicherlich nicht weiter, weshalb Bio-Organisationen auch lieber zu einer konstruktiven Lösung beitragen würden anstatt da mit einer unnötigen Exklusivität zusätzliche Probleme zu generieren.Wieso also mit einem gesundheitsschädlichen Insektizid, das zudem das Einkommen der Biobauern gefährdet gegen Malariamücken schissen, wenn sichere und effektive ALTERNATIVEN vorhanden sind? - #221 20.06.2011 14:09 von
x
Tolle Idee. Schon mal überlegt wovon eine Kleinbauernfamilie die null Geld hat die Umbauten der Hütten, Kauf der Moskitonetze, Trockenlegung der stehenden Gewässer usw. bezahlen soll?
Wenn überhaupt schaffen die es nur durch drastische Steigerungen ihrer Mini-Ernten bei gleichzeitig guten Marktpreisen. Bei der Malaria ist es ähnlich wie beim Hunger oder hohen Geburtenraten: Es sind fast ausschließlich Menschen mit extrem geringer Kaufkraft betroffen.
Genau hier liegt meiner Meinung nach die Lösung des Problems. Das wird aber so oder so viele Jahre oder gar Jahrzehnte dauern. Bis dahin muß man die Mittel anwenden die praktikabel und finanzierbar sind, um möglichst viele Menschen vor der Malaria zu schützen. - #222 20.06.2011 14:10 von
Billig
Nein, tun sie nicht. Billigstpreise entsprechen GENAU dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. In dem angedeuteten Fall sitzt nur auf der Abnehmerseite ein Unternehmen, das dieses Prinzip -wegen seiner Größe- besser nutzen kann als der Kleinbauer, der seinen Überschuss irgendwie loswerden muss.
- #223 20.06.2011 14:14 von
Ersthaft?
Sie wollen die Häuser von 700 Millionen Afrikanern umbauen? und entsprechend viele Moskitonetze verteilen? Selbst wenn man das auch die Malaria-Gebiete beschränkt dürften das entspannt 50Millionen Gebäude sein (meist eher Lehmhütten). Mal abgesehen das auch in Thailand und Indien DDT Millionen Menschen das Leben rettet, wer soll das bezahlen?
Und viel wichtiger, was machen die Menschen bis die 50 Millionen Häuser fertig sind? Sterben?
Kindern schadet DDT eben-sowenig wie Erwachsenen (mal ab von brutalsten Überdosen), das Problem ist eher das auch andere Insekten dran glauben müssen.
Sie können sich gern für die Schmetterlinge einsetzten, mir sind die Kinder (und die Erwachsenen) wichtiger. Ich lebe lieber auf einem Scherbenhaufen als das ich Kinder sterben lasse wegen irgendwelchem Biogefasel. Von den Niederlanden bis nach Tibet wurde die Malaria ausgerottet und wir leben heute in Wohlstand, Warum wollen Sie Afrika das verweigern? Bio Bananen? Lächerlich. - #224 20.06.2011 14:17 von
Kombination von Alternativen wohl kaum Eindimensionalität
Aber DDT kann leider nicht als eine komplementäre Methode bezeichnet werden, da sie sogar andere Methoden konkurriert: Durch den DDT Einsatz haben die Malariamücken nämlich Resistenzen gegen die imprägnierten Bettnetze entwickelt, welche eine tragende Rolle im Schutz der Bevölkerung darstellen. Von Eindimensionalität kann bei einer kombinierten Strategie wie ich sie beschrieben habe keines Wegs der Rede sein!
- #225 20.06.2011 14:19 von
- #226 20.06.2011 14:23 von
DDT ist Gefährlich
Da kann ich mich Ihnen anschliessen. Selbst wenn DDT "nur" in Hütten auf die Wände gesprayt wird, ist die Belastung für den Menschen gefährlich. Hohe Belastungen beim sogenannten Indoor Residual Spraying (IRS) wurden bei aktuellen Studien in Südafrika und Mexiko nachgewiesen (Aneck-Hahn et al. 2007; Bouwman et al. 1991, De Jager et al 2006; Van Dyk et al 2010 and Yanez et al 2002).
Die Resultate zeigen, dass sogar drei Monate nach dem Sprayen die Luft in den behandelten Räumen mit DDT kontaminiert ist.
Negative Folgen sind unter anderem: Leberkrebs, Risiko ist um 77% höher bei Bevölkerungsgruppen, welche DDT ausgesetzt sind (McGlynn et al. 2006). Diese haben auch ein höheres Risiko für Diabetes (Rignell-Hydbom A. et al. 2009).
Ausserdem ist bei einer Belastung mit DDT ein höheres Risiko für Fehlgeburten nachgewiesen. (Venners et al. 2005).
Also: DDT ist nicht harmlos. Man braucht es nicht auf die Felder zu sprühen, um die Gesundheit der Betroffenen zu gefährden, auch das Besprühen der Wohnräume, sogar bei korrekter Anwendung, ist gefährlich.
Literaturhinweise;
Aneck-Hahn NH, Schulenburg GW, Bornman MS, Farias P, de Jager C. (2007): Impaired semen quality associated with environmental DDT exposure in young men living in a malaria area in the Limpopo Province, South Africa. In: Journal of Andrology, Vol. 28, No. 3, May/June 2007.
Bouwman H, Cooppan RM, Becker PJ, Ngxongo S. (1991): Malaria control and levels of DDT in serum of two populations in Kwazulu. In: J Toxicol Environ Health 33:141–155.
De Jager C, Farias P, Barraza-Villarreal A, Avila MH, Ayotte P, Dewailly E, et al. (2006): Reduced seminal parameters associated with environmental DDT exposure and p,p’-DDE concentrations in men in Chiapas, Mexico: a cross-sectional study. In: J Androl 27:16–27.
McGlynn, K. et al (2006): Serum Concentrations of 1,1,1-Trichloro-2,2-bis ( p -chlorophenyl)ethane (DDT) and 1,1-Dichloro-2,2-bis ( p -chlorophenyl)ethylene (DDE) and Risk of Primary Liver Cancer. In: Journal of National Cancer Institute, S. Vol. 98, No. 14, pp. 1005-1010.
Rignell-Hydbom A. et al. (2009): Exposure to p,p9-DDE: A Risk Factor for Type 2 Diabetes, S. Volume 4/Issue 10/ e7503.
Van Dyk JC, et al. (2010): DDT contamination from indoor residual spraying for malaria control, In: Sci Total Environ (2010), doi:10.1016/j.scitotenv.2010.03.002
Venners et al. (2005): Preconception serum DDT and pregnancy loss: A prospective study using a biomarker of pregnancy. In: American Journal of Epidemiology, S. Volume 162, pp. 709-716.
Yanez L, Ortiz-Perez D, Batres LE, Borja-Aburto VH, Diaz-Barriga F. (2002): Levels of dichlorodiphenyltrichloroethane and deltamethrin in humans and environmental samples in malarious areas of Mexico. In: Environ Res 88:174–181. - #227 20.06.2011 14:24 von
schräg
Afrika wurde schon immer ausgeräubter. Erst von uns, dann von den Chinesen, jetzt von allen.
http://derhonigmannsagt.wordpress.co...he-investoren/
Und ausgerechnet der Bio Anbau ist im Angesicht jahrhundertelanger Kolonalisierung, Ausplünderung und struktureller Unterdrückung Schuld am Elend Afrikas.
Das ist echt schräg. - #228 20.06.2011 14:25 von
1 Unternehmen
Das muss die Buhmann Ltd. sein, nicht wahr? Wieso gibt es denn dann eine Boerse in London und anderswo, wo z. B. Kakao gehandelt wird? Ich versteh das alles nicht. http://futuresource.quote.com/quotes...ymbol=C+N1-ENC
Das alles nur fuer die Buhmann Ltd.? - #229 20.06.2011 14:29 von
Alternativen sind Billiger als DDT
Ich sehe das auch so, dass die Finanzierung die Knacknuss sein könnte. Doch die Modifikation der Häuser muss nicht kostspielig sein, mit lokal vorhandenen Materialien kann der Spalt zwischen Dach und Mauer abgedichtet werden, und die Malariamücken fliegen nicht mehr rein.
Wenn die zehn Millionen Dollar von der USAID statt für DDT für Moskitonezte, Drainage und vor allem für eine Aufklärungskampagne ausgegeben worden wären, hätten wir das Problem bereits gelöst.
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