Innovatives Zelt-Design: Erst blasen, dann pennen

HeimplanetEin Zelt ist ein Zelt, unverbesserbar, perfekt. Sollte man meinen. Doch selbst so einen Sommerklassiker veredeln Designer immer weiter. Siehe: "The Cave". Die preisgekrönte mobile Herberge ist zum Aufblasen und steht in nur 30 Sekunden. Ideal also für Festivalgänger und Surfer.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...845294,00.html
  1. #1

    500 Euro sind ein bisserl happig...

    in 30 Sekunden aufblasen geht nur, wenn ein Stromanschluß da ist, mit dem das elektrische Gebläse befeuert wird. Das Füllvolumen der Verstrebungen ist deutlich mehr, um per einfacher Luftpumpe in dieser Zeit aufgefüllt werden zu können.

    Des weiteren ist die "Dackelgarage" nicht so groß, um mit Zelten mit Stehhöhe innen verglichen zu werden. Insofern ist der Vergleich nur zu normalen Kleinzelten erlaubt. Und hier sind mittlererweile Klapp-/Teleskop-/Federzugstangen im Einsatz, die einen nahezu gleich schnellen Aufbau ermöglichen. Ob die Windfestigkeit eines konventionellen Kleinzelts so viel schlechter ist als die dieses Zelts, sei dahin gestellt. Auch das Einpacken wird nicht schneller gehen als bei konventionellen Zelten.

    500 Euro für ein Zelt dieser Kategorie ist dann eher was für den DINK (Double Income, No Kids) oder Zielgruppen, die mit Z4 Cabrio und Co. auf solche Festivals anreisen und rumposieren wollen, wie schon im Artikel beschrieben - endlich hat man die Zielgruppe auch hier erreicht.
    Aber es gibt immer ein paar Dumme, die jeden Tag aufstehen und sich viel Geld für wenig Mehrleistung aus der Tasche ziehen lassen...
    Und noch ein Vorteil bleibt: man sieht schon von Fern auf den Festivalplätzen, welchen Leuten man möglichst weit aus dem Weg gehen muss.
  2. #2

    Das Rad neu erfund, nun eckig...

    ich bin ja für Innovationen, aber warum soll ich mich vom winzig kleinen Packmaß und Gewicht eines Nylonzeltes mit Fiberglasstange dass in Sekunden steht verabschieden um für das 5fache des Betrages ein Zelt zu kaufen dass a) schwerer b) teurer und c) zerstöranfälliger ist. FESTIVAL POSER ist das Schlagwort. Wer sich dem Wahnsinn neines Rock Im Park mal hingegeben hat weiss dass hier die Flaschen ebenso fliegen wie die Zigaretten und die Glut unzähliger Lagerfeuer samt Funkenflug sei gar nicht extra erwähnt (nun doch). Adieu ihr Luftkammern.Übrigens, da VW Zelt das zu sehen ist wurde meiner Firma als Exklusivvertrieb in Deutschland angeboten, der Preis ist verrückt, die Qualität steht in keiner Relation zum Produkt und wer auch nur mal 10 Minuten weg ist ist der HATTE ein Zelt. Grüße an alle Festival Poser, ein treffender aber kein schöner Begriff.
  3. #3

    Windstärke 9?

    > Es hält Windstärke 9 aus.

    ohne Häringe sehe ich da auch kein Problem, wenn es auf Windstärke 9 beschleunigt, gibts auch keine Last am "'Gestänge"...
    ich hoffe daher doch, dass man Häringe nutzen kann.
    Die Wassersäule wäre noch interessant, aber mit über 5kg bei dem Preis ist es doch eher nur was für gutsituierte Designfans.
  4. #4

    Hab ich das jetzt richtig verstanden? Haben die einen Preis bekommen für etwas, was sie kopiert haben?
  5. #5

    Was für eine Innovation

    In den 1990er Jahre wurde in der Bundeswehr das "luftgestützte Zelt" (LGZ) in den Luftlande Sanitätskompanien eingeführt. Aus insgesamt neun dieser aufblasbaren Zelte (6 Stk. mit 8,3 m x 5,6 m und 3 Stk. mit 6,3 m x 4,6 m Grundfläche) entsteht ein leichtes Luftlanderettungszentrum mit 20 Betten, 3 Intensivbetten, OP, Ambulanz, Sonografie, Röntgen und Labor.

    Ca. 15 Jahre später baut jemand das Ganze in klein nach - toll.
  6. #6

    Design Top, Preis Flop

    Für die Idee, die Technik und das Design kann man gratulieren.

    Aber wenn dann so ein Preis herauskommt habe ich wenig Verständnis. Denn leicht und klein ist das Zelt ja im Packmaß nicht. Und dann kann man auch bewährte Wurfzelte kaufen. Die sind noch schneller auf- und abgebaut, höher und kosten einen Bruchteil!
  7. #7

    immer schön langsam...

    Das Zelt ist mit der Handpumpe in 30 sec aufgepumpt. Wenn man keine Ahnung hat sollte man nicht per Ferndiagnose wirres Zeug behaupten. Das tolle an dem Zelt ist das einfache Aufbauen. Das hängt nicht nur mit den 5 Luftkammern zusammen sondern auch damit, dass Innenzelt, Flysheet und "Gestänge" nicht jedesmal eingefädelt/zusammengesteckt werden müssen. Man lässt einfach die Luft raus und faltet es zusammen. Aber wer so schnell urteilt lässt sich jetzt sowieso nicht mehr auf ernsthafte Diskussionen ein... Wer sich auf mehr Informationen seine Meinung bilden will sollte mal auf heimplanet.com schauen. Da ist alles sehr gut erklärt.

    Keine Ahnung was du mit "kopieren" meinst. Die geodätische Struktur nutzen hunderte von Zelten - aber nur dieses hier lässt sich aufpumpen. Ist nicht umsonst ein patentiertes System von Heimplanet.
  8. #8

    Zelte, die die Welt nicht braucht

    Ob die Erfinder dieses 500-Euro-Zelts schon mal auf einem Rock-Festival gewesen sind? Nicht wenige derjenigen, die ihre Sixpacks mit Bier palettenweise heranschleppen, lassen nach dem Festival nicht nur die Bierdosen verstreut auf dem Platz zurück, sondern auch ihr Zelt einfach stehen, wenn sie mit schwerem Kopf abreisen. Die 20 Euro für ein einwandiges oder 40 Euro für ein zweiwandiges Kuppelzelt sind dann zusätzlich zum Karten- und Bierpreis auch noch drin, aber doch nicht 500!

    Im übrigen würde mich mal der Round-Trip-Vorteil beim Auf- und Abbau interessieren: Wenn man da beim Einpacken nämlich erstmal die Luft überall mühsam herausquetschen muß, kann es leicht sein, dass man die beim Aufbau gegenüber einem konventionellen Igluzelt gesparte Zeit, dann am Ende beim Abbau wieder draufpacken muß, um alles wieder luftfrei und auf Packmaß verstaut zu bekommen.
  9. #9

    Werbung für ein schlechtes Produkt

    Es gibt bereits für um die 50 Euro zahlreiche Varianten von Wurfzelte, welche innerhalb von 5 Sekunden aufgebaut sind. Leichter sind sie sie auch noch.
    Der Windtest im Werbefilm ist dubios. Er geht nicht eindeutig bis Windstärke 9 und ich meine zu erkennen, das dort doch Heringe eingesetzt werden. Der Auf- und Abbau werden nicht gezeigt und keine Angabe zur Größe der zusammengepackten Zelttasche. Ebenfalls keine Angaben zur Wassersäule.
    Für weniger Geld bekommt man bereits in der Größe ein himalayataugliches Zelt im Highendbereich für Profis. Und das, ohne eine sperrige große Hubkolbenpumpe mit sich schleppen zu müssen.
    Der Autor ist sehr wahrscheinlich kein erfahrener Camper.