Infektionen in Deutschland: Forscher planen Frühwarnsystem gegen Hantavirus

CorbisBetroffen sind vor allem die Schwäbische Alb, der Bayerische Wald und das Münsterland. Derzeit erkranken ungewöhnlich viele Menschen in Deutschland an einer Grippe-ähnlichen Krankheit, ausgelöst vom Hantavirus. Verbreitet wird der Erreger über die Rötelmaus. Jetzt planen Forscher Gegenmaßnahmen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...834533,00.html
  1. #10

    guter artikel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Betroffen sind vor allem die Schwäbische Alb, der Bayerische Wald und das Münsterland. Derzeit erkranken ungewöhnlich viele Menschen in Deutschland an einer Grippe-ähnlichen Krankheit, ausgelöst vom Hantavirus. Verbreitet wird der Erreger über die Rötelmaus. Jetzt planen Forscher Gegenmaßnahmen.

    Hantavirus breitet sich über Rötelmaus in Deutschland aus - SPIEGEL ONLINE
    im landkreis göppingen sind ca. 200 menschen erkrankt, in unserem dorf sind es 2 personen, davon 1 patient mit schweren nieren-schäden. ursache: krankheiit wurde weder vom patient noch vom arzt richtig erkannt. ich sehe in diesem artikel keine panikmache oder pharma-konzern abzocke, sondern eine sachliche information, die jeder, der in diesen gegenden lebt, lesen sollte. die nächste grippe ist vielleicht keine! wer solche sachlichen artikel immer nur mit hysterie und pharma-verschwörung abtut, hat nicht mehr alle nadeln an der tanne!
  2. #11

    Kein Grund zu spaßen!

    Ich habe so langsam kein Verständnis mehr für die Quatschköpfe, die hier im Forum gleich immer jeden Artikel ins lächerliche ziehen.

    Ein guter Freund, Ärztlicher Leiter eines Krankenhauses und Spezialist für Nierenerkrankungen erzählte mir am Wochenende von diesem Virus. Bei ihm werden seit ein paar Wochen täglich im Schnitt 3 Patienten eingeliefert, die sich mit diesem Virus infiziert haben.
    Es ist ernst, meine ewig lästernden Foren-Freunde!
    Zwar sind wir weit entfernt von einer Epidemie oder Pandemie, aber Grund zu spaßen gibt es in diesem Fall keinen.
  3. #12

    Heimatkunde 6

    Nach der Kartendarstellung im Beitrag ist neben Bayr. Wald und Schwäbischer Alb noch ein Schwerpunkt im Grenzgebiet zwischen Hessen und Thüringen zu erkennen.....wie kommen Sie im Text auf Münsterland ?
  4. #13

    Hantavirus

    memphisqueen, es ist gut, dass hier auch Jemand zu Worte kommt, der/die wirklich weiss, worum es geht. Als der Hantavirus in den 60-iger Jahren in Afrika auftrat, dauerte es eine Weile, bis Jemand die Verbindung erstellte zwischen einer reichen Piniennussernte und den herbeigelockten Maeusen. Dasselbe geschah einige Jahre spaeter voellig unabhaengig in einem Indianerreservat in den USA und in einem abgelegenen Dorf in Australien. Gut, dass das Robert-Koch-Institut diesmal schnell kombiniert hat. Es ist ein oft toedlich verlaufende Krankheit und es gibt keinen Impfstoff dagegen. Gerade deshalb muessen die Wissenschaftler Ueberstunden machen, damit sich diese Erkrankung nicht ausbreitet.
  5. #14

    Sorkfeber

    ...ist eine Infektionskrankheit die durch Mäuseexkremente der "roten Lapplandmaus" übertagen wird und in Skandinavien seit mehreren Jahrzehnten einem (fast)
    normalen Krankheitsbild angehört. Natürlich, es handelt sich hier um eine virale Infektion, die normalerweise nördlich des Dalaälven auftritt, also in einer recht kalten nordischen Region, die im Winter Temp. von mehr als -40° ausweist. Die Anzahl der in Schweden berichteten Fälle schwankt jährlich zwischen 53 und etwa 2532. Verursacherin ist die "rote Sorkmaus" (Myodes glareolus), mit ihrem Puumalavirus, von denen die Patienten infiziert werden. Es ist eine schwere Infektion und die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind teilweise nicht von Pappe oder auch sogar tödlich. Ich weiss, man kann auch alles überbewerten, neue virologische Forschungsprojekte etc... Wenn das so schlimm wäre, würde in Skandinavien kein Mensch mehr in den Wald gehen.
  6. #15

    Zitat von Trondesson Beitrag anzeigen
    Ein interessanter Artikel, der jedoch einmal mehr falsche Schlüsse zieht. Der Hantavirus wird ja keineswegs nur durch Rötelmäuse übertragen; auch in bewohnten Gegenden lebende Nagetiere wie die Wanderratte sind oftmals Überträger. Ein Versteifen auf die Rötelmaus als Überträger und daraus resultierende Maßnahmen wie ein "Frühwarnsystem" wäre bestenfalls eine unsinnige und ineffiziente Maßnahme, schlimmstenfalls ein fataler Fehler....
    Was allerdings richtig ist, ist, daß man ein Infektionsrisiko minimieren kann, indem man sich vernünftig verhält und sich der Gefahr bewußt ist, wenn man im Sommer schon die Wälder zur "Erholung" heimsuchen muß, und nicht wie eine Büffelherde durchs Unterholz kracht. ...
    Der Genus Hantavirus umfasst mehrere verschiedene, umgangssprachlich, Hantaviren. Alle in Europa vorkommenen Hantaviren (Dobrava, Puumala, Saarema, Tula und Soichi virus) sind stark an ihren Wirt gebunden und werden meist nur von einer Nagetierart uebertragen. In diesem Jahr, wie auch in dem letzten epidemischen Jahr zirkulierte v.a. das Puumala virus. Wie schon von einem anderen Forenteilnehmer richtig erkannt wird Puumala nur von Myodes glareolus (Roetelmaus) uebertragen. Die Wanderratten koennen aber nur das sog. Seoul virus uebertragen. Auch ein Hantavirus aber mit sehr wenigen Ausnahmen nicht vorkommend in Europa. Wie gesagt den Hantavirus gibt es nicht, hoechstens das Hantaan virus - kommt aber bisher nur in Asien vor. Diese Epidemie, welche uebrigens nicht nur in Deutschland auftritt sondern auch in anderen eruopiaeschen Laendern verursacht das Puumala virus.

    Zitat von Montanabear Beitrag anzeigen
    memphisqueen, es ist gut, dass hier auch Jemand zu Worte kommt, der/die wirklich weiss, worum es geht. Als der Hantavirus in den 60-iger Jahren in Afrika auftrat, dauerte es eine Weile, bis Jemand die Verbindung erstellte zwischen einer reichen Piniennussernte und den herbeigelockten Maeusen. Dasselbe geschah einige Jahre spaeter voellig unabhaengig in einem Indianerreservat in den USA und in einem abgelegenen Dorf in Australien. Gut, dass das Robert-Koch-Institut diesmal schnell kombiniert hat. Es ist ein oft toedlich verlaufende Krankheit und es gibt keinen Impfstoff dagegen. Gerade deshalb muessen die Wissenschaftler Ueberstunden machen, damit sich diese Erkrankung nicht ausbreitet.
    Soweit mir bekannt ist gab es bis 2006 keine Beweise fuer das vorkommen von Hantaviren in Afrika. Und auch ab da erst sehr spaerlich (v.a. nur kurze Genomfragmente).
    Neuere Untersuchungen zeigen aber auch das es nicht nur auf die "Vollmast" von Buchen u.a. ankommt. In Belgien gab es zB mehrere epidemische Jahre, mit hohen Zahlen infizierter Patienten, denen keine "Vollmast"-Jahre vorausgegangen sind. Es muss also noch deutlich mehr dazubeitragen. Deswegen denke ich das dieses Fruehwarnsystem mehr schlecht als recht helfen wird.

    Die Krankheit welche die Puumala und Dobrava viren hervorrufen koennen verlauft meist recht glimpflich, kann aber zu schweren Komplikation bis zum Nierenversagen fuehren. Von dem vermehrten Anzeichen fuer chronische Sequelen ganz abgesehen. Ich denke Panik ist nicht angebracht, allerdings sollten Risikogruppen (Waldarbeiter, Bauern, Soldaten, etc.) informiert werden. Aus dem einfachen Grund das diese Leute bei den auftretenden Symptomen zum Arzt gehen und sich nicht zu Hause mit Tee versuchen auszukurieren, den dies kann zu einem schwereren Krankheitsverlauf fuehren.
  7. #16

    Wirte

    sind übrigens nicht ausschließlich Rötelmäuse. Es ist tatsächlich auch schon Puumala nachgewiesen worden beim MEerschwein. Selbiges saß in einer waldreichen Gegend Deutschlands in einer Eigenheimsiedlung in einem Käfig im Garten. Das Tier kam nicht raus, aber Mäuse aus dem Wald kamen wohl rein. Der Vater war infiziert, die Kinder, die das Viech gerne geknuddelt haben, hatten wohl Glück. Da der Vater keiner Risikogruppe (s. Kommentar Banjo) angehörte, war ausgiebig getestet worden.

    Übrigens muss es auch gar nicht sooo sehr der Wald sein. In Köln gab es vor ein Paar Jahren eine starke Häufung der Hanta-Fälle - Quelle war ein großer Park am Rhein, da wohnten auch Mäuse. Da war dann bissel Panik, weil kurz drauf der Papst vorbeikommen sollte zwecks Kirchentag...

    Die Pharma verdient übrigens nicht wirklich viel an Hanta. Impfung gibts nicht, es wird ja überhaupt erst seit paar Jahren am Nachweis gearbeitet! Behandelt wird symptomatisch. Wer Pech hat, brauch Dialyse, wer viel Pech hat, brauch sie auch länger. Und das Immunsystem ist nach der Erkrankung erstmal ne Weile am A****. Gibt schönere Krankheiten, für alle Beteiligten.
  8. #17

    Zitat von contradictioinadiecto Beitrag anzeigen
    Nach der Kartendarstellung im Beitrag ist neben Bayr. Wald und Schwäbischer Alb noch ein Schwerpunkt im Grenzgebiet zwischen Hessen und Thüringen zu erkennen.....wie kommen Sie im Text auf Münsterland ?
    Die Grafik im Artikel ist von März.

    Hier: SurvStat@RKI kann sich jeder seine eigene Ansicht für jede Zeit und jeden Zeitraum für die meldepflichtigen Krankheiten zusammenstellen.
  9. #18

    Keine Panik!

    Ich möchte bei der ganzen Diskussion darauf hinweisen, wie wenig Menschen sich mit diesem Virus infizieren. Bevor jetzt Alle aufstöhnen: Ich habe soeben eine Hantavirusinfektion überstanden, weiß also wovon ich spreche. Meiner Meinung nach, ist es gut und wichtig, dass und wie in diesem Artikel über den Hantavirus informiert wird. Es ist weniger wichtig, wie oder wo man sich den Virus einfängt, sondern mehr, dass es ihn überhaupt gibt und welche Symptome sich zeigen könnten. Viele Menschen- mich eingeschlossen- gehen bei den Anzeichen einer Grippe nicht unbedingt zum Arzt, was im Fall einer Hantavirusinfektion fatal wäre.... Ich persönlich werde mein Leben in der Natur nicht verändern, aber sicher beim Auftreten unklarer Symptome einen Arzt aufsuchen.
    Zitat von Flari Beitrag anzeigen
    Die Grafik im Artikel ist von März.

    Hier: SurvStat@RKI kann sich jeder seine eigene Ansicht für jede Zeit und jeden Zeitraum für die meldepflichtigen Krankheiten zusammenstellen.
  10. #19

    Richtig! Keine Panik. Aber informieren tut not!

    Ich habe diesen Artikel bei Spiegel Online vorgeschlagen, um die Menschen zu informieren. Offensichtlich hatten nur Wenige überhaupt von diesem (Danke für die Pumaala-Details. Nicht ohne Grund habe ich spon ausgewählt, hier hat das Forum richtig Klasse!) Virus gehört und wussten auch nicht, dass diese in unseren Wäldern vorkommen. Ich musste also etwas tun, um weitere Fälle, einen Nachbarn hatte es wenig später auch erwischt, zu verringern. Im Internet hatte ich bisher nur wenige Informationen gefunden und diese waren zum Teil mehrere Jahre alt.
    Ich würde mich freuen, wenn hier noch mehr Infos und Krankengeschichten zusammengetragen werden, so könnte man einen besseren Überblick über die Ausbreitung und die Krankheitsverläufe bekommen. Denn wenn man sich diesen Virus auf die ein oder andere Art holt, sind Infos darüber sehr wichtig.