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Induktives Ladesystem für E-Busse: Kraft ohne Kabel

Conductix WampflerLaden ohne Ladekabel, sozusagen durch die Luft - hört sich erstmal nach Science Fiction an. Aber was bei elektrischen Zahnbürsten klappt, soll nun auch die innerstädtische Mobilität revolutionieren. Ein erfolgreicher Langzeitversuch gibt Hoffnung, dass es klappen könnte.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...837696,00.html
  1. #10

    Zitat von Gerdd Beitrag anzeigen
    Also, wenn das bei elektrischen Zahnbürsten so schön klappt, warum kann man das dann nicht auch in Herzschrittmacher einbauen - ich kenne da Leute, die alle paar Jahre eine manchmal traumatische OP erdulden müssen, "weil die Batterie leer ist und somit das Gerät ausgewechselt werden muß."

    Oder wäre so ein Ladezyklus im Vergleich zu billig?

    (Wenn man das Gerät durch ein fortschrittlicheres ersetzen muß, okay. Aber das ganze Trauma und Risiko nur wegen der Stromversorgung?)
    Gibt es doch schon lange:

    Ein Herzschrittmacher kann Jahrzehnte im Körper bleiben, die Batterie wird induktiv von außerhalb des Körpers aufgeladen.

    Herzschrittmacher
  2. #11

    Überraschung ...

    Das überraschende hier ist, daß die Aufladungszeit an den Haltestellen lang genug ist, um einen Unterschied zu machen. Ich erwarte, daß man an den Endstationen und nachts im Depot auch noch längere Ladezeiten braucht, oder?

    Noch'ne Idee: Wenn diese Induktionsmethode so effizient sein kann, dann darf man sich vielleicht für später mal ein System erhoffen, wobei unter dem Asphalt der Straßen ein Wanderfeld installiert wird (wie beim Transrapid) mit dem man die Autos nicht nur auflädt, sondern auch automatisch gesteuert und koordiniert voranbewegt. In Koordination mit den verschiedenen Automatismen, die in absehbarer Zeit den Fahrer überflüssig machen sollen, wäre das doch womöglich eine ganz praktische Idee. Und zur Abrechnung dient dann das für die Maut sowieso kommende Sensorensystem. Man kann dann pro Kilogramm und Kilometer bezahlen.

    Damit sollten sich Hasso Plattners Vordenker mal befassen, statt mit Schufa und Facebook ...
  3. #12

    Positive Studien sagen gar nichts!

    Zitat von Oberleerer Beitrag anzeigen
    Die Frage ist natürlich, wie hoch sind die Übertragungsverluste und wie hoch ist die Leistung, die gefahrlos übertragen werden kann.
    Ich glaube eine klassische Oberleitung (allerdings nur 50m vo bis 50m hinter die Haltestelle) kann in diesen Fällen zusätzlich die Bremsleistung und den Anfahrstrom kompensieren und den Akku noch besser schonen.
    Das ist der richtige Ansatz! Wie hoch sind die Übertragungsverluste? Bei einem Trafo kommt es auf den Abstand der Spulen an und die Verluste des Masgnetfeldes. Klar kann man induktiv durch drauflegen seine Zahnbürste aufladen, dabei fragt aber niemand wieviel elektrische Energie dabei verloren geht! Ich vermute 50% sind weg. Schon die Erwärmung eines normalen Trafos zeigt Verluste an. Wenn der Bus über Schleifen im Boden steht, kann das nicht sehr effizient sein, sonst würde man Trafos simpler bauen.
    Leider werden bei solchen 'Studien' immer nur die Interessen der Verkäufer gesehen. 'Gekaufte Experten', mit einem Auge, nennt man das. Wenn schon der Strompreis nicht genannt wird, dann ist was faul! Aber Strom kommt ja fast umsonst aus dem Atomkraftwerk, da hat sich doch nichts geändert, oder??
  4. #13

    Energieeffizienz

    Bei all den Überlegungen zu Elektrobussen und sonstigen Elektrofahrzeugen wird das Thema Energieeffizienz nicht berücksichtigt. Zunächst muss die elektrische Energie zum Laden der Akkus ja erst einmal hergestellt werden. Und dabei geht (aus physikalischen Gründen) schon eine Menge Energie verloren. Diese elektrische Energie wird meistens nach wie vor durch Kraftwerke hergestellt, die durch Verbrennung von Kohle, Öl, Gas oder Müll Schadstoffe (unter anderem CO2) in die Luft bläst. Bei der Umwandlung der elektrischen Energie in Motorantrieb geht (wiederum aus physikalsichen Gründen) erneut Energie verloren. Und auch das Laden per Induktion ist nicht verlustfrei. Insgesamt dürfte somit der Gesamt-Schadstoffausstoß wesentlich höher liegen als bei einem (modernen) Dieselantrieb.
  5. #14

    Zitat von hansulrich47 Beitrag anzeigen
    Klar kann man induktiv durch drauflegen seine Zahnbürste aufladen, dabei fragt aber niemand wieviel elektrische Energie dabei verloren geht! Ich vermute 50% sind weg.
    Ich habe das mal in einem anderen Thread hier mal naeherungsweise ausgerechnet und kam bei meiner Zahnbuerste auf:
    Eingangsleistung ~3Watt, der Akku hat 600 mAh bei 1,2V. Also ungefaehr 0,7 Wh.
    Er braucht 14 Stunden zum Laden, also wird effektiv eine Leistung von 0,05 Watt uebertragen.
    Das heisst der Wirkungsgrad von der Steckdose bis zur Buerste betraegt ungefaehr 1,7%...
  6. #15

    Zitat von Gerdd Beitrag anzeigen
    Noch'ne Idee: Wenn diese Induktionsmethode so effizient sein kann, dann darf man sich vielleicht für später mal ein System erhoffen, wobei unter dem Asphalt der Straßen ein Wanderfeld installiert wird (wie beim Transrapid) mit dem man die Autos nicht nur auflädt, sondern auch automatisch gesteuert und koordiniert voranbewegt.
    10 Jahre Elektrobusse mit IPT® Charge - Wampfler Group
    "Beim Laden nähern sich die Abnehmerspulen des Busses bis auf 40 mm der Ladespule im Boden an, so sehr effizient übertragen wird: 95 % der aus dem Stromnetz entnommenen Energie wandern im Normalbetrieb in die Batterie. "
    Die Spulen haben einen Durchmesser von ca. 2m. Bei einem Abstand von 40mm, trotz Asphalt und Schutzabdeckung ist klar, dass die Spule am Boden aufliegt. Der Transrapid hat auch seine eigene Trasse, die er ganz flach überfliegt.
    Auf einer Straße ist das nicht vorstellbar. Am ehesten sehe ich LKW mit Stromabnehmer in der Stadt. Und ein Stromstecker mag zwaqr hinderlich sein, aber überträgt 100% und größere Leistungen.
  7. #16

    Zitat von eigene_meinung Beitrag anzeigen
    Bei all den Überlegungen zu Elektrobussen und sonstigen Elektrofahrzeugen wird das Thema Energieeffizienz nicht berücksichtigt. Zunächst muss die elektrische Energie zum Laden der Akkus ja erst einmal hergestellt werden. Und dabei geht (aus physikalischen Gründen) schon eine Menge Energie verloren. Diese elektrische Energie wird meistens nach wie vor durch Kraftwerke hergestellt, die durch Verbrennung von Kohle, Öl, Gas oder Müll Schadstoffe (unter anderem CO2) in die Luft bläst. Bei der Umwandlung der elektrischen Energie in Motorantrieb geht (wiederum aus physikalsichen Gründen) erneut Energie verloren. Und auch das Laden per Induktion ist nicht verlustfrei. Insgesamt dürfte somit der Gesamt-Schadstoffausstoß wesentlich höher liegen als bei einem (modernen) Dieselantrieb.
    Das sehe ich absolut nicht so.
    Gerade im Stadtverkehr wird ein Diesel-Linienbus kaum über einen Wirkungsgrad von 20% kommen.
    Schon ein mieses Braunkohlekraftwerk erreicht Werte von 45%.
    Und nun ziehen Sie da mal alle folgenden Verluste ab.
    Selbst dort werden Sie noch zu einer richtig positiven Bilanz für den E-Bus kommen.
    Bei einem EE-Mix sieht es noch ganz gewaltig besser aus.
  8. #17

    Warum Vergleich Diesel?

    Die Idee des nachladens mit Induktion finde ich interessant. Die Frage ist, warum die Busse mit Bleiakkus und nicht mit modernen Li-Akkus fahren. In den meisten Städten fahren die konventionellen Busse allerdings mit Gas und nicht mit Diesel. Interessant wäre ein Vergleich mit Gas-Bussen. Ich vermute, dass hinsichtlich Umweltbilanz und Preis die Batterietechnik da nicht viel besser dastehen wird.
  9. #18

    Zitat von Jule25 Beitrag anzeigen
    Bei den Kosten wird übersehen, dass der Staat den Strom für Elektrofahrzeuge besteuern wird und es über kurz oder lang kaum einen nennenswerten preislichen Vorteil gegenüber Diesel und Benzin geben wird. Oder glaubt jemand der Staat wird den Wegfall der Benzinsteuer nicht irgendwie kompensieren wollen? ;-)
    Ja! das sehe ich ähnlich.

    Ich überlege nur, ob die den Strom allgemein entsprechend nochmal besteuern, also nur für Privatkunden (natürlich...) oder ob in den E-Autos ein Zähler gesetzlich eingebaut und "verplompt" werden muss, oder über TrollCollect oder ähnliche Mautsysteme über die gefahrenen KM berechnet wird.

    Wenn ich mir meine Stromrechnung ansehe, und mit anderen Ländern vergleiche, reicht es mir ehrlich gesagt auch heute schon.

    Dieses ganze Missmanagement mit Photovoltaik-Subvention, die der Privatkunde zahlt, keine Konzepte und nur anhand der Stimmungslage des Wahlvolks handelne Regierung traue ich alles zu, aber der SPD genau so. (Die wollen ja gerne Euro-Bonds... Wetten, wenn das kommt, die anderen Länder sich gesundgestoßen haben, und wir hilfe brauchen, wird es abgeschafft?!)

    Was ich sagen will, Heiz- und Stromrechnung werden bald zentrale Punkte werden, denn wenn es so weiter geht, kann sich ein nicht kleiner Teil der Bevölkerung einen kalten Winter nicht mehr leisten...
  10. #19

    Schön

    wie hier wieder gefachsimpelt wird. Wirkungsgrad, Diesel/Gas/Öl Kosten/Steuern und so weiter. Hauptsächlich geht es allerdings um was ganz anderes:
    Wo fahren solche Busse? In Städten, wo viele Menschen auf engem Raum wohnen. Potentiell fallen hier ne Menge Abgase an durch Verkehr, Heizen, furzen. Selbst wenn ein Elektroantrieb also am Ende genau so viel Emissionen erzeugen würde wie ein Dieselfahrzeug, so habe ich wenigstens die Möglichkeit diese Abgase besser zu "verteilen" und die Schadstoffbelastung in den Zentren zu senken, weil ich den Strom woanders erzeugen kann.


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