Es fehlt das gleichermaßen lustige, wie überflüssige "Spiel" Stroker ;o)
"Rambo", "River Raid", "Beach Head" - reihenweise landeten pixelige, alberne*Computerspiele in den achtziger Jahren auf dem Index, weil sie als Gefahr für die Jugend galten.*Heute wirken die Begründungen der Jugendschützer von damals amüsant. Eine Auswahl.
http://www.spiegel.de/netzwelt/games...784721,00.html
Es fehlt das gleichermaßen lustige, wie überflüssige "Spiel" Stroker ;o)
Spätestens, als ein Spiel, bei dem man auf Nazis schiesst, mit der Begründung, es würden rechtsextreme Symbole verwendet, indiziert wurde, nahm ich die BPS nicht mehr ernst.
Damals hat man sich die Spiele auf dem Schulhof besorgt, heute kauft man einfach im Umland (England, Schweiz, Österreich) und freut sich über die schnelle Lieferung. Ist ja zum Glück nur Deutschland, das sich so wirr aufführt.
Ok und Australien. Die sind ähnlich bekloppt.
.. erscheint rückblickend vor allem die pixelige Grafik. Man sollte sich aber nichts vormachen: als Teenies sind wir damals über Stunden und Tage in die Realität dieser Spiele abgetaucht. Die Grafik war ja nur Basisvorlage für die eigene Fantasie. Natürlich hat man gekichert, weil vieles so herrlich gegen die political correctness war. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man nächtelang davon geträumt hat, mit erhobenem Schwert durch Wizardy-Labyrinthe zu laufen oder sich bei 180 (mehr konnte man dem GTI auf Strecke damals nicht zumuten) auf der Autobahn immer mal wieder sagen musste, dass man eben nicht vom Rand wieder startet, wenn jetzt rechts einer ohne zu schauen ausschert. Nein, man hat kein weiteres Leben.. nicht auf der A2. Dieses Gefühl hat mich erst in den Dreissigern verlassen, als ich hinten Kindersitze ins Auto montierte.
Natürlich ist es quatsch, diese Spiele, die nur noch die Generation 45+ aus Nostalgiegründen spielen würde, noch weiter indiziert zu lassen. Dennoch sollte man vielleicht mal drüber nachdenken, ob wir in Bezug auf Indizierung aktueller Spiele nicht etwas zu dickhäutig geworden sind. Durch bessere Grafik, Sound und Bedienelemente ist die Grenze zwischen Kopf/Spiel und Realität sicher nicht grad offensichtlicher geworden.
Unterm Strich ists egal, ob ein labiler Jugendlicher durch Computerspiele, Filme, Bücher, Internet-Communities oder Live-Action Realitätsflucht betreibt und sich in irgendeinen Wahn reinsteigert, der dazu führt, dass er (final oder auch nicht) aus dem Ruder läuft. Das Problem ist nicht die Technik, sondern die Labilität. Die Frage ist, ob mans ihm durch laxe Indizierungen noch besonders einfach dabei machen muss.