...was auch schon mal hier geschrieben wurde:
Selbstmord-Serie: Tausend indische Bauern gehen in den Tod - SPIEGEL ONLINE
Aber es geht ja im Bericht nur um Erträge, nicht um die Menschen...
DPAGentechnisch veränderte Baumwolle kann zumindest für die Kleinbauern in Indien ein Segen sein. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Göttingen in einer Langzeitstudie. Kritiker warnen jedoch vor ungewissen Risiken der grünen Gentechnik.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...842163,00.html
...was auch schon mal hier geschrieben wurde:
Selbstmord-Serie: Tausend indische Bauern gehen in den Tod - SPIEGEL ONLINE
Aber es geht ja im Bericht nur um Erträge, nicht um die Menschen...
Prinzipiell ist eine kritische Haltung gegenüber der Gentechnik nichts schlechtes, doch jedem sollte klar sein das der Bevölkerungsdruck uns auf kurz oder Lang zum Einsatz Gentechnisch veränderter Pflanzen zwingen wird.
Es ist also zu begrüßen das die Forschung und Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt erfolgt wo uns die Lage der Dinge nicht zu überhasteten Maßnahmen mit vielleicht fatalen Folgen zwingt.
Von daher kann man zu den Wissenschaftlern nur sagen:
"Viel Erfolg, seid um Himmelswillen vorsichtig und lasst euch nicht von eurer Hybris zu Dummheiten verleiten"
Wegen des Saatgutmonopols haben sich 250.000 Bauern in Indien umgebracht. Die Suizide häufen sich in den Baumwollregionen, besonders seit der Einführung der Gentech-Baumwolle im Jahr 2002. Damals sind die Kosten für Saatgut drastisch gestiegen. Deshalb machen die Bauern Schulden, die sie oft nicht mehr bedienen können - viele bringen sich dann um - siehe Alternative Nobelpreisträgerin über Gentech: "Die sind auf Lügen spezialisiert" - taz.de
Der Verfasser der Studie der Uni Göttingen ist übrigens Prof. Martin Quaim - einer der vehementesten Pro-Gentechnik-Streiter in Deutschland
Patente auf Lebewesen anzumelden ist nicht segensreich. Über das Monsanto und Co. - Saatgut wird eine neue Form des Kolonialismus begründet und etabliert. Wer das Saatgut kontrolliert, führt die einst teilweise freien Bauern wieder zurück in Leibeigenschaft. Diese Leibeigenschaft ist mittelbar. Sie muss nicht dauerhaft mit Gewalt durchgesetzt werden. Es reicht, wenn die speziellen Düngemittel, die das Saatgut braucht nicht geliefert werden und die wirtschaftliche Existenz des Bauers ist ruiniert. Er verhungert.
Jede Form von Widerstand gegen die Interessen des Lehnsherren, also dem Saatgutlieferanten, wird unmöglich. Eine Situation, in der man auch kaum noch auf andere Produkte ausweichen kann, da die gesetzte Pflanze, die bestimmten Mittel des Lieferanten braucht.
Es ist das Ausschalten jeder Form von Marktwirtschaft und Freiheit. Es ist der Rückschritt in die Feudalwirtschaft.
Hab ich den Segen, den das ganze mit sich bringt übersehen? Wie laufen solche Studien ab? Messen die kurzfristige Ertragssteigerungen oder betrachten sie Systeme ganzheitlich. Wer hat diese Studie denn finanziert? Ich seh vor Fragen den Segen nicht. Aber vielleicht bin ich ja nur ein notorischer Miesmacher.
"Kritiker bemängeln die ungewissen Auswirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen auf Umwelt und Artenzusammensetzung. Befürchtet wird etwa ein Genfluss zwischen kultivierten Arten und Wildarten." Und was ist mit "normalen" Züchtungen. Auch hier werden Gene im Züchtungsprozess verändert, sonst würde keine neue Pflanze entstehen. Und wir haben ständig neue Züchtungen von Pflanzen und kein Mensch regt sich darüber auf oder befürchtet z.B. " Genfluss zwischen kultivierten Arten und Wildarten".
Viele Organisationen leben in Deutschland auch davon, gegen gentechnische Entwicklungen zu sein, ohne je den Nachweis erbringen zu können, dass Schäden entstanden sind. Sie bringen tausend "könnte gegebenenfalls" und "könnte vielleicht" von denen nie eines eingetroffen ist. Misstrauen sähen, Phobien erzeugen und schüren, um sich dann als Kämpfer für "die Natur" zu geben. So wird der Spendenfluss hochgehalten. Das ist Sinn und Zweck der ewigen Dagegen-Voter.
In der Presse sollte mehr thematisiert werden, wie viele Arbeitsplätze dieses krude Denken in Deutschland schon gekostet hat. Siehe der Verweis auf die ehemaligen Arbeitsplätze in der BASF.
Das habe ich mir beim Lesen des Artikels auch gleich gedacht. Da wurden im Auftrag der Lobby einfach ein paar Bilanzen hin- und hergeschoben, bis etwas positives zur Veröffentlichung herauskommt.
Es gibt ausreichend Dokumentationen, die das Gegenteil beweisen, weil Bt-Baumwolle allein im Vergleich zum konventionellen Baumwollsorten-Mix sehr empfindlich gegen extreme Temperaturschwankungen bzw. Dürren ist. Damit kann in einem Jahr die komplette Ernte verloren gehen, was eben zu den beschriebenen Selbstmorden der Kleinbauern geführt hat.
Aber interessiert ist, dass hier (wie bei unserer Energiewende) das Schlüsselwort Mix eigentlich die Lösung ist, aber keiner sie wahr haben will und lieber aus Gier zur Monopolsorte greift.
Dass die Erfolge langfristig Bestand haben, denke ich nicht, weil die unglaublich vielen uniformen bt-Pflanzen eine breite Angriffsfläche für die weiterhin divers evolvierenden und noch wesentlich zahlreicheren Schädlinge bieten. Resistenzen sind da nur eine Frage der Zeit (Bei Antibiotika hat es ja auch eine Weile gedauert). Die extreme wirtschaftliche Abhängigkeit der Bauern von den Konzernen ist, wie schon erwähnt, noch ein weiteres Problem. Ich halte diese "Lösung" für eine Sackgasse!
Sinnvoller könnten sein:
- Mischkultur (bei geschickter Anlage höhere Biomasseproduktion, weniger Ausbreitung von Schädlingen)
- genetisch abwechslungsreiches Saatgut (Gentechnik ist dafür eher ungeeignet - zu aufwändig - natürliche Kreuzung erzeugt von selbst Diversität)
- Wo möglich zumindest teilweise Anpflanzung mehrjähriger Pflanzen, die die Bodenerosion hemmen
Ja. super. Dann bauen bald alle gentechnisch veränderte Baumwolle an, der Preis fällt wegen Überangebot noch weiter (wie bereits seit 2 Jahren), und die Bauern sind am Ende genauso arm wie vorher. Und bei uns werden T-Shirts dann nach einmaligem Tragen weggeschmissen, oder was ? Sehr nachhaltig das Ganze. Gentechnik - Nein danke.