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Immobilien: Mieterbund warnt vor dramatischer Wohnungsnot

DPAIn Deutschland werden zu wenige günstige Wohnungen gebaut, während das Luxussegment boomt. Der Deutsche Mieterbund und die Immobilienwirtschaft warnen vor einem drastischen Wohnungsmangel vor allem in den Groß- und Universitätsstädten: In nur fünf Jahren fehlen 825.000 Mietwohnungen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...839565,00.html
  1. #290

    Zitat von return33 Beitrag anzeigen
    Angebotsverknappung und steigende Preise kommen ganz maßgeblich eben durch den überzogenen Mieterschutz (Räumungsklagendauer, Schönheitsreperaturen etc) zustande. Und darunter leiden eben alle Mieter. Aber die wenigen schwarzen Schafe möglichst gut zu schützen und alle Ehrlichen dafür bluten zu lassen ist ja angeblich sozial.
    Das stimmt so nicht. Preise steigen durch die Entwicklung von Infraktruktur, durch Effekte wie "In-Bezirke", durch Verteuerung bei den Energiekosten und staatliche Modernisierungsvorgaben, nicht aber hauptsächlich durch den Mieterschutz. Das kann ich hier bei mir in der Dresdner Neustadt sehen. Hier bezahlen Sie mittlerweile für relativ wenig Komfort in einer relativ lauten Umgebung teils gepfefferte Preise für Wohnraum. Das liegt am Status des Viertel, das der "Kneipen- und Szenebezirk" in Dresden ist und diese Entwicklung lockt Investoren in Geschäft und Immobilie an und natürlich geht es um Gewinn oder Rendite.
    Es geht soweit, dass kleine Geschäfte hier schließen müssen, weil sich die Mieter die Quadratmeterpreise nicht mehr leisten könne. Das geht schlussendlich auf Kosten der Attraktivität des Viertels, der seinen Ruf eben auch ob dieser kleinen Einzelhändler hat.
    Zudem wandelt sich die Bevölkerung hier, weg vom bunten Miteinander aller Bevölkerungs- und Einkommensschichten, hin zu einer von Neureichen geprägten Klientel. Der Charakter des Viertels geht natürlich so flöten und gerade junge Startups mit kreativen, neuen Ideen verschwinden nach und nach.

    Also einfach die Schuld für solche Dinge dem Mieterschutz zuzuschieben, halte ich für wenig reflektiert und auch nicht zutreffend, zumal es wie gesagt um Einzelfälle geht, die dem Vermieter horrende Kosten bescheren.
  2. #291

    ...

    Zitat von 01099 Beitrag anzeigen
    Wenn Sie soviel Angst vor den Menschen haben, dann suchen Sie sich vielleicht eine Einnahmequelle mit weniger Risiko.
    Hab 5 Bekannte mit Wohnungen, die vermietet sind. So richtig gluecklich ist keiner.
    Konsequenterweise hab ich mein Geldin Aktien (d.h. Indexfonds) stecken.

    Die schwanken zwar, aber wenn da mal eine Firma Aerger macht oder pleitegeht, macht das aufgrund der Streuung so wenig aus, dass ich es vernachlaessigen kann.

    Um mich fuer 'ne vermietete Wohnung zu begeistern muesste
    - das ganze Abenteuer nicht mehr als 30.000 Euro kosten
    - eine Fremdfirma das Management uebernehmen (d.h. es muss eine groessere Wohnanlage sein)
    - und danach 5% uebrig bleiben.

    Und damit sind wir bei den "preiswerten Wohnungen", die der Mieterbund fordert.

    Also z.B. eine Beteiligung an sowas, nur halt z.B. am Rand von Muenchen oder sonstwo, wo sich der Mieterbund ueber fehlende Wohnungen beschwert.
  3. #292

    Eigentümer

    Zitat von 01099 Beitrag anzeigen
    Nein, ich besitze kein vermietbares Eigentum, aber ich warne trotzdem vor dem Reflex, Mieter unter Generalverdacht zu stellen!
    Ich bin an der Supermarktkasse auch schon besch*ssen worden, aber kann nicht durch diesen einzelnen Fall darauf schließen, dass alle KassiererInnen Betrüger sind? Was schafft denn das für ein gesellschaftliches Klima, wenn wir keinem Menschen mehr vertrauen, nur weil es einzelne, schwarze Schafe gibt?
    Ich kenne die Fälle, die Sie hier beschreiben, da ja diese ständig medial ausgschlachtet werden, aber daraus zu schließen, in jedem potenziellen Menschen steckt ein Mietnomade mit Neigung zum Messietum, ist unsinnig und gefährlich. Denken Sie doch einmal an die Bewohner, die seit Jahrzehnten ohne Grund zu Beanstandung ihre Miete zahlen und selbst bei Nebenkosten-Abzocke noch ruhig bleiben.

    Wenn Sie soviel Angst vor den Menschen haben, dann suchen Sie sich vielleicht eine Einnahmequelle mit weniger Risiko.
    Wenn der Eigentümer 2 Mal im Jahr sein Eigentum besichtigen will, generieren Sie daraus einen Generalverdacht das alle Mieter Messies sind ? Solange der Eigentümer die Vermietung ernst nimmt, kann eine Besichtigung nachträglich eine Menge Ärger ersparen, wenn z.B. Schäden rechtzeitig behoben werden.

    Da Sie kein Eigentum haben, kann ich Ihre Auffassung noch verstehen. Sobald Sie Eigentum haben (womöglich sogar ihre Altersicherung) wird sich diese Meinung sehr schnell ändern.

    Ab einer bestimmten Menge Eigentum wird dann auch schon mal die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses durch den neuen Mieter fällig. Bei einer Frau in Berlin mit 100ten Mietwohnungen bekommt man ohne Zeugnis wegen schlechter Erfahrungen keinen Mietwohnraum.
  4. #293

    Zitat von Wilder Eber Beitrag anzeigen
    Wenn der Eigentümer 2 Mal im Jahr sein Eigentum besichtigen will, generieren Sie daraus einen Generalverdacht das alle Mieter Messies sind ? Solange der Eigentümer die Vermietung ernst nimmt, kann eine Besichtigung nachträglich eine Menge Ärger ersparen, wenn z.B. Schäden rechtzeitig behoben werden.

    Da Sie kein Eigentum haben, kann ich Ihre Auffassung noch verstehen. Sobald Sie Eigentum haben (womöglich sogar ihre Altersicherung) wird sich diese Meinung sehr schnell ändern.

    Ab einer bestimmten Menge Eigentum wird dann auch schon mal die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses durch den neuen Mieter fällig. Bei einer Frau in Berlin mit 100ten Mietwohnungen bekommt man ohne Zeugnis wegen schlechter Erfahrungen keinen Mietwohnraum.

    Na wie klingt das denn sonst? Das generiere nicht ich, sondern eben die, die sowas fordern.
    Also, wenn ich als Mieter in meiner Wohnung einen Mangel entdecke, dann kümmere ICH mich darum, dass er beseitigt wird und geschieht das nicht, kann ich ja in bestimmten Fällen den Mieterschutz bemühen und die Meite senken. Ich brauche dafür nicht die Kontrolle des Vermieters.
    Es mag auch Fälle geben, die Schäden bewusst oder fahrlässig herbeiführen und da kann ich es nachvollziehen, dass der Vermieter da kontrollieren möchte, aber das generell einzuführen? Nunja...
    Wie gesagt, ich würde mir als Vermieter die Nasen ganz genau angucken, die ich in mein Haus lasse und wenn ich irgendwie das Gefühl habe, da stimmt was nicht, dann bekämen sie die Bude erst gar nicht. Das Erspart die Kontrolle und den Ärger. Ohne Mietschuldenfreiheitsurkunde MIT zusätzlichem Nachfragen beim vorherigen Vermieter und dem Nachweis eines Einkommens, würde sowieso nichts gehen.
    Dass in Berlin die Zustände natürlich anders sind als in meinem beschaulichen Dresden, kann ich mir gut vorstellen und wenn es rechtlich keine juristischen Einwände gegen das Vorlegen eines Führungszeugnisses gibt, kann besagte Vermieterin das gerne machen. Ich frage mich eben nur, ob ein solches Zeugnis wirklich etwas über die Zuverlässigkeit eines Mieters aussagt. Es kann durchaus sein, dass auch ein ehemaliger Taschendieb zuverlässiger ist, als der Banker mit sicherem Einkommen. Schwierige Angelegenheit, Menschen ob ihrer Vergangenheit in Schubladen stecken zu wollen.
  5. #294

    ...

    Zitat von 01099 Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, ich würde mir als Vermieter die Nasen ganz genau angucken, die ich in mein Haus lasse[...]
    Schwierige Angelegenheit, Menschen ob ihrer Vergangenheit in Schubladen stecken zu wollen.
    Aufgrund des Naseneindruckes ebenfalls.

    Da das anscheinend zwischendrin verlorengegangen ist: Die Vermieter argumentieren, dass die Mieten so hoch sind, weil sie immer das Risiko eines Worst-Case-Mieters einkalkulieren muessen.

    2x im Jahr vorbeigucken, schlimmstenfalls 'nen Kaffee trinken und ein paar Standardstellen (z.B. Bad wg. Schimmel, etc.) anzugucken, nimmt diesem Argument den Wind aus den Segeln und sollte daher auch die Mieten senken.
  6. #295

    Führungszeugnis

    Zitat von 01099 Beitrag anzeigen
    Dass in Berlin die Zustände natürlich anders sind als in meinem beschaulichen Dresden, kann ich mir gut vorstellen und wenn es rechtlich keine juristischen Einwände gegen das Vorlegen eines Führungszeugnisses gibt, kann besagte Vermieterin das gerne machen. Ich frage mich eben nur, ob ein solches Zeugnis wirklich etwas über die Zuverlässigkeit eines Mieters aussagt. Es kann durchaus sein, dass auch ein ehemaliger Taschendieb zuverlässiger ist, als der Banker mit sicherem Einkommen. Schwierige Angelegenheit, Menschen ob ihrer Vergangenheit in Schubladen stecken zu wollen.
    Ohne Führungszeugnis bekommt man bei dieser Frau keine Wohnung. Die lässt die Wohnung lieber jahrelang leerstehen, Probleme mit Geld hat sie definitiv nicht.

    Ob ein Führungszeugnis allein Sinn macht möchte ich ebenfalls bezweifen, aber zusammen mit den anderen Massnahmen wie Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, Lohnabrechnung, Schufa, Telefonat mit Vormieter ergibt sich ein gutes Bild über den Mieter. Wenn ich nach der Prüfung den Vermieter dann in die "Weisse Weste Schublade" stecken kann ist mir das allemal angenehmer als Negativeinträge zu lesen.
  7. #296

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Aufgrund des Naseneindruckes ebenfalls.

    Da das anscheinend zwischendrin verlorengegangen ist: Die Vermieter argumentieren, dass die Mieten so hoch sind, weil sie immer das Risiko eines Worst-Case-Mieters einkalkulieren muessen.

    2x im Jahr vorbeigucken, schlimmstenfalls 'nen Kaffee trinken und ein paar Standardstellen (z.B. Bad wg. Schimmel, etc.) anzugucken, nimmt diesem Argument den Wind aus den Segeln und sollte daher auch die Mieten senken.
    Naja, wenn einer zitternd, abwesend wirkend oder mit Alkoholfahne vor mir steht, dann gibt's natürlich ein klares "Nein!". Das meine ich mit "Nasen angucken". Ansonsten würde ich mich auf meinen sechsten Sinn verlassen. Aber Vermieter haben ja gerade in den Großstädten nicht unbedingt ein Problem, Mieter zu finden, wenn mittlerweile schon 200 Leute für eine Wohnung antanzen.
    Wie gesagt, wenn ich Schimmel im Bad habe, werde ich als Mieter selbst aktiv.
  8. #297

    Zitat von 01099 Beitrag anzeigen
    ....Wie gesagt, ich würde mir als Vermieter die Nasen ganz genau angucken, die ich in mein Haus lasse und wenn ich irgendwie das Gefühl habe, da stimmt was nicht, dann bekämen sie die Bude erst gar nicht. Das Erspart die Kontrolle und den Ärger. ....... Es kann durchaus sein, dass auch ein ehemaliger Taschendieb zuverlässiger ist, als der Banker mit sicherem Einkommen. Schwierige Angelegenheit, Menschen ob ihrer Vergangenheit in Schubladen stecken zu wollen.
    Gerade in Dresden gibt es sehr unterschiedliche Stadtquartiere: Villenviertel in Blasewitz, Elbhanglage, Löbtau, Gorbitz, Prohlis, Oberloschwitz, äußere Neustadt usw. Es gibt "Goldstaubviertel" mit Einzelvillen zum herrschaftlichen Wohnen bis hin zu Massenquartieren. Und das bewirkt, dass sich die Wohnungssuchenden bereits auf Gegenden orientieren, die ihnen angemessen sind. Heute sind die Einwohner viel mehr als vor der Wende nach Stand und Geldbeutel sortiert. Und die Vermieter haben es mit entsprechenden Leuten zu tun.
  9. #298

    Zitat von Wilder Eber Beitrag anzeigen
    Ohne Führungszeugnis bekommt man bei dieser Frau keine Wohnung.
    Die Höhe des Dispo-Kredits dürfte auch etwas aussagen. Dann macht die Bank das Rating für Sie ;-)
  10. #299

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Gerade in Dresden gibt es sehr unterschiedliche Stadtquartiere: Villenviertel in Blasewitz, Elbhanglage, Löbtau, Gorbitz, Prohlis, Oberloschwitz, äußere Neustadt usw. Es gibt "Goldstaubviertel" mit Einzelvillen zum herrschaftlichen Wohnen bis hin zu Massenquartieren. Und das bewirkt, dass sich die Wohnungssuchenden bereits auf Gegenden orientieren, die ihnen angemessen sind. Heute sind die Einwohner viel mehr als vor der Wende nach Stand und Geldbeutel sortiert. Und die Vermieter haben es mit entsprechenden Leuten zu tun.
    Ja, leider ist das so, aber manchmal bin ich auch ganz froh, nicht mit dem degenerierten Neureichtum Tür an Tür wohnen zu müssen. Ich bleiben dann doch lieber unter "Menschen mit Brüchen".


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