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Im Wortlaut: "Was gesagt werden muss" von Günter Grass
dapdIn dem Gedicht "Was gesagt werden muss" greift Literaturnobelpreisträger Günter Grass Israel scharf an. SPIEGEL ONLINE dokumentiert das am Mittwoch in der "Süddeutschen Zeitung" erschienene Gedicht.
Im Wortlaut: "Was gesagt werden muss" von Günter Grass - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
- #240 08.04.2012 11:44 von
Freiheit?
Bitte was?
Grass in die Schranken weisen und von Freiheit sprechen? Irgendwie sehr gegensätzlich... Wo bleibt die Meinungsfreiheit? Haben sie den Text überhaupt gelesen?
Der Text beinhaltet keinen Antisemitismus sondern lediglich die Meinung eines Mannes, von der es möglich sein muss, sie in einer modernen Welt auch frei zu äußern.
Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Gut unserer Gesellschaft, welcher Meinung man auch ist, man sollte in der Lage sein sie äußern zu dürfen. (sehen wir mal von Beleidigungen oder Hasspredigen ab, aber dass ist der Text nun wirklich nicht) - #241 08.04.2012 12:10 von
sekundärliteratur
Wieder haben alle eine Meinung. Bei einigen wird darüber berichtet. Isreal verhängt einreiseverbot, Westerwelle findets absurd, Achmadi findets ganz gut. Anhand von solchen Randmeldungen wird darüber entschieden ob man für oder gegen den Text sein soll. Der spiegel, die taz und die ftd suggerieren mit "faktenchecks" selbst extrahierter Thesen den Anschein von differenzierter Betrachtung.
Ich finde es beispielsweise bemerkenswert, dass er zur deutschen vergangenheit zunächst feststellt, dass "ureigene Verbrechen, die ohne Vergleich sind" die zu "ewigwährendem Makel" führen. Diese Erkenntniss wird inzwischen gern relativiert oder einfach abgestritten. Miirmacht das viel mehr Sorgen als 100 Günther Grass Gedichte. Auch der Spiegel befördert sochle Tendenzen: "Mao und Stalin haben viel mehr Menschen umgebracht" (hurra, wir sind gar nicht so schlimm gewesen).
Das die iranische Führung als "von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk" deklariert wird und damit wohl nur bedingt zur Propaganda zur Propanganda taugt geht auch völlig unter.
Dadurch wird die zentrale Aussage übersehen: Das von Isreal behauptete Recht auf den Erstschlag ist nicht zwangsläufig "Veruracher der erkennbaren Gefahr" sondern eher eben jener Wahn der Menschen zur entscheidung dafür oder dagegen zwingt. - #242 08.04.2012 12:27 von
[QUOTE=Annika Hansen;9956465]
"(...) Blah blah blah. Wortwahl und Satzbau sehr gut, Inhalt pathetischer Müll, wie auch der Rest dieses Gedichtes."
Annika Hansen, was SPEJISMO mit dem stilistischen Wahnsinn meinte, betraf -glaube ich- den letzten, oberen Satz Ihrer Aussage. - #243 08.04.2012 12:42 von
Auch Kritik ist Meinungsfreiheit
Ja - und Günther Grass kann sagen, was er will.
Aber er muß dann eben auch die Kritik ertragen. Und wer Israel beschuldigt, daß es den Weltfrieden gefährdet, verfälscht die Geschichte. Israel hat nur dank seiner miltärischen Überlegenheit in den letzten 60 überlebt. Würde es sich auf seine "angeblichen" Freunde verlassen, gäbe es Israel schon längst nicht mehr.
Daß einer wie Günther Grass, der seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS verschwiegen hat sich zum Richter über Israels Sicherheitsdenken aufspielt und den Iran als bedrohtes Opfer der israelischen Politik darstellt, hat schon Chuzpe. - Shalom - #244 08.04.2012 13:21 von
Israels Dilemma
Grass in die Schranken weisen und von Freiheit sprechen? Irgendwie sehr gegensätzlich... Wo bleibt die Meinungsfreiheit? Haben sie den Text überhaupt gelesen?
Der Text beinhaltet keinen Antisemitismus sondern lediglich die Meinung eines Mannes, von der es möglich sein muss, sie in einer modernen Welt auch frei zu äußern.
Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Gut unserer Gesellschaft, welcher Meinung man auch ist, man sollte in der Lage sein sie äußern zu dürfen. (sehen wir mal von Beleidigungen oder Hasspredigen ab, aber dass ist der Text nun wirklich nicht)[/QUOTE]
Ganz richtig, reisender...! Ich finde diesen allgemeinen Aufschrei der Empörung in den Nahen Osten - wie mehrere andere Länder auch nicht. Die heutige politisch verfahrene Lage dort war aber schon bei Staatsgründung absehbar. Dieser hat den Herd für einen Dauerkonflikt gelegt. Dafür können freilich die heute dort lebenden Israelis nichts. Wer in einem von Selbstmordattentätern heimgesuchten Land lebt, wird sich schnell wie in einer von Feinden umringten Trutzburg fühlen. Ich weiß auch keine Lösung für dieses Dilemma - aber ein Erstschlag dürfte dies auch nicht lösen, da gebe ich Günther Grass recht. Er hat ja inzwischen geäußert, sein Gedicht (warum nur diese Form??) beschäftige sich nur deshalb nicht auch mit dem Iran, weil er in der Vergangenheit schon Kritik an diesem geäußert habe. Das ist sehr ungeschickt, aber zu einem Antisemiten macht es ihn keineswegs! - #245 08.04.2012 18:54 von
Was gesagt werden kann
Manöver laufen. die Fristen schmelzen.
Die israelische Regierung droht der iranischen
mit einem möglichen militärischen Erstschlag
gegen Reaktoren und Anreicherungsanlagen
in heute noch erreichbarer Tiefe.
Ob im Iran das Uran für erlaubte Kernkraftwerke
oder den Bau verbotener Atombomben
angereichert wird ist immer noch unklar.
Die dort Regierenden sagen oder heucheln,
solche Waffen seien unmoralisch.
Gerechtfertigt sei aber der Erstschlag,
erklären die Befürworter in Israel,
weil die iranische Regierung ihrerseits
den jüdischen Staat scharf ablehnt
und dessen leidvolle Geschichte bezweifelt.
Eine Atombombe in der Hand
der iranischen Regierung
oder ihrer gewalttätigen Freunde
bedrohe die Existenz Israels massiv.
Sie gefährde bald alle Welt..
Viele Freunde Israels halten strikt dagegen:
Der öffentlich angedrohte Erstschlag
gegen Irans Nuklear-Anlagen
erhöht unabschätzbare Risiken.
Er kann zum Dritten Weltkrieg eskalieren.
Sie schweigen, aber es kann vermutet werden,
dass die in Dimona Regierenden ein Potential
von mehr als 200 Atombomben besitzen,
das nicht international kontrollierbar ist.
Israel verlangt nicht einmal gutes Vertrauen.
Dass deutsche Staatsräson zu Israels Schutz
U-Boote baut, liefert und subventioniert,
die dort zum Gefecht mit atomarer Munition
aufgerüstet werden und gen Iran patrouillieren,
muss auch die Lieferantin betroffen machen.
Erste Liebe statt Erstschlag:
Sofern israelische und iranische und deutsche
Menschen befreundet und in Frieden leben wollen,
müssen sie sich zusammen ihre Regierenden
abrüsten und unter Kontrolle bringen. - #246 08.04.2012 19:45 von
Was wollen Sie denn? Grass hat sein Gedicht doch veröffentlichen dürfen! Sollen nun die Kommentare dazu unterdrückt oder verboten werden? Es ist schon grotesk, wie hier mit unsinnigen Behauptungen versucht wird, Kritik zu diskreditieren. Grass ist kein Heiliger; wer so austeilt wie er sollte auch das Echo vertragen können, ohne Mimosengeschrei. Dass manche Kritik drastisch ausfällt, hat er sich zum Teil selber zuzuschreiben, abgesehen von einzelnen wirklichen Ausreißern.
- #247 08.04.2012 19:49 von
Nicht nur das Verhalten des ertappten Israels, nein, das Verhalten der reflexartig Schuldbewussten hierzulande ist schändlich.
Da schreibt jemand seine Meinung nieder und wird sofort in die Antisemiten-Ecke gedrängt. Wenn er es über Nord-Korea oder den Iran geschrieben hätte, hätten alle applaudiert. Aber es darf eben nicht gesagt werden, was gesagt werden muss.
Ich stehe als Deutscher in dritter Generation nach den Nazi-Verbrechen, als in den späten 60ern Geborener, den Israelis und Juden vollkommen gleichgültig gegenüber. Ihre Ahnen haben gelitten aufgrund deutscher Verbrechen. Das gibt ihnen aber nicht auf alle Zeit das Recht, von anderen zu fordern, während das Geforderte selbst nicht beachtet wird.
Die offiziellen Organe dieses Volkes drücken sich in eine Opfer-Rolle und man kommt nicht umhin anzunehmen, dass sie das auch mit Berechnung tun.
Mir ist Israel seit den Ereignissen um Grass ausgesprochen unsympathisch geworden. Ich hoffe, die Regierenden und Offiziellen stehen nicht für das ganze Volk. - #248 08.04.2012 19:58 von
Wenn die Kritik konstruktiv wäre, könnte man darüber reden - nur sie ist leider allgemein diffamierend. Russland hatte vor einiger Zeit Wahlen und Putin wurde von aller Welt der Wahlfälschung bezichtigt - warum hat der nicht einfach behauptet, alle Kritiker wären Russenfeinde? Bei Israel funktioniert das doch auch. Sobald Kritik an irgendeiner israelischen Entscheidung laut wird, kommen die allgemein bekannten "Verdikte" zu Tage.
- #249 09.04.2012 10:52 von
Selbstverständliches ausgesprochen
Im Grunde hat doch Grass nur ausgesprochen, was zehntausende Menschen weltweit seit Jahren denken. Natürlich hat Israel das Recht sein Territorium zu verteidigen, aber dieses Land besteht auf sehr viel mehr, nämlich auf dem Privileg grundsätzlich als Sonderfall der Geschichte außerhalb der geltenden internationalen Rechtsordnung stehen zu dürfen: Keine Resepektierung von UNO-Resolutionen, keine Kontrollen durch die Internationale Atomenegiebehörde, atomare Hochrüstung ohne Rechenschaftspflicht usw. Wenn das keine Gefahren für den Weltfrieden birgt, was denn bitteschön dann?
(Grass hat ja nirgends behauptet, Israel sei die einzige Gefahr für den Weltfrieden...)
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