dapdIn dem Gedicht "Was gesagt werden muss" greift Literaturnobelpreisträger Günter Grass Israel scharf an. SPIEGEL ONLINE dokumentiert das am Mittwoch in der "Süddeutschen Zeitung" erschienene Gedicht.
Im Wortlaut: "Was gesagt werden muss" von Günter Grass - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
Man kann Herrn Grass gratulieren, daß er sich getraut hat, einmal offen Wahrheiten anzusprechen. Daß jeder deutscher Israel-Kritiker sofort als Antisemit beschimpft wird, ist sehr traurig. Ich denke, daß sehen weit mehr Deutsche so als die Presse vermuten läßt.
Also ich finde nicht, daß man derart über diesen klugen und weitsichtigen Autor herfallen muß, daß kommt mir heuchlerisch vor. Warum soll er nicht seine Meinung sagen dürfen? Die ist doch frei, oder nicht mehr???
Er hat sich ausdrücklich gegen den Staat Israel, nicht gegen die Juden gewandt, nur soviel zum allseits zitierten Thema Altlasten. Ich will mitnichten irgendetwas zu diesem Thema sagen, da bin ich gar nicht praedestiniert. Aber was sich der Staat Israel mit seiner rücksichtslosen Siedlungspolitik den Palästinensern gegenüber herausnimmt, birgt m.E. wirklich Gefahrenpotential in sich. Keinem anderen Land in der Welt gestattet die Völkergemeinschaft solch ein kontinuierliches Vorgehen. Muß das sein?
Was den vermuteten Bau einer Atombombe betrifft, erinnere ich mich an das Vorgehen im und gegen den Irak.
Er verzerrt die Verzerrung.
Es wird verzerrt über das Thema Nahost geredet, seit Jahrzehnten. Günter Grass versucht nun, dieses Problem zu entzerren, wenn man so will.
Ihm gebührt mein aufrichtiger Dank. Denn er warnt vor dem Iran und er erhebt dennoch den Zeigefinger vor einem israelischen Angriff.
Günter Grass hat einen vorbildlichen Beitrag zur Lösung der Lage geboten.
Warum ist man so undankbar?
Es ist traurig, sehr traurig, das ein Mensch seine Meinung nicht kund tun kann ohne gleich massiv beschimpft zu werden. Wer etwas gegen das politische Verhalten von Israel sagt, der wird gleich als Judenhasser oder Antisemit abgestempelt. Aber das ist nicht wahr Günther Grass und das wissen alle, ist ein Freund Israels, wie ich auch. Aber dennoch ist die Politik Isarels die Falsche. Sie beruht auf gegen Gewalt und das ist nicht richtig. Israel und die Westlichen staaten verlangen vom Irann (zu recht) das er sein Atomprogramm offen legt, aber Israel selbst verspert sich selbst gegen diese Offenlegung des eignen Arsenals. Was für eine heuchlerei ist das von den Weststaaten und vor allem warum. Warum kann und will Israel nicht selbst tun was es von anderen Verlangt. Diese Frage stellt sich zu recht. Es ist eine Schande wie diese Land und der Zentral rad der Juden mit Kritik umgehen, damit sähen sie nur selbst immer mehr Antisemitismus auf der Welt. Aber Sie scheinen zu blind um das zu erkennen. Schade, ein trauriges beispiel von Intolleranz, Aroganz und Egoismus wie es sondergleichen kaum zu sehen ist.
Ich bin ein freund Israels, der Palistinenser und des Irakischen Volkes, aber nicht deren Politiker die auf allen seiten nur Hass und Angst sähen.
Genau DAMIT habe ich ein Problem: ich dachte eigentlich, dass in den sogenannten "westlichen" Zivilisationen Sippenhaft nicht zulässig wäre, daher ist die Schuld eines ganzen Volkes für irgendetwas schon einmal zweifelhaft - speziell sehe ich überhaupt nicht ein, inwiefern ich für die Verbrechen, die die Generation meiner Großeltern verübt hat, schuldig sein soll! Ich finde die Ereignisse der Zeit des 3. Reiches mindestens mal erschreckend, ekelhaft, unmenschlich, unverständlich ... aber ICH BIN NICHT DARAN SCHULD ! Ich kann nicht nachvollziehen, wieso die Verbrechen unserer Vorfahren uns dazu verpflichten sollen, gegenüber dem Staat Israel keine Kritik zu üben und ihm extrem teure Maschinen im Wesentlichen zu schenken!
Was den eigentlichen Anlass dieser Diskussionen betrifft, finde ich das "Gedicht" unnötig schwer verständlich formuliert. Eine Kritik begründet durch Volks- oder Religionszugehörigkeit kann ich nicht sehen, insofern liegt meines Erachtens kein Antisemitismus vor. Kritisiert wird eine vielleicht nur eingebildete politisch-militärische Absicht, das MUSS in einer "westlichen" "Demokratie" möglich sein, egal ob es um die deutsche oder französische oder amerikanische oder eben israelische Aussenpolitik geht ...
Die Tatsache, daß Grass' jüngste schriftliche Äußerungen eine scheinbar reflexartige Explosion breiter Empörung auslöste (der aufmerksame Leser mag sich hier erinnern, daß ein Reflex als rasche, gleichartige Reaktion definiert ist, welche sich einer ausgiebigen Evaluierung entzieht), zeigt doch sehr wohl, daß die Kritisierung einer israelischen Regierung hierzulande ein fest verankertes Tabu darstellt. Um es vorwegzunehmen: ich bin weder Antisemit, noch stimme ich Grass' Behauptung zu, Isreal sei der "Verursacher" des Konfliktherdes. Letzteres wäre eine naive und zu primitive Interpretation der Sachlagen im Nahen Osten. Analog dazu wäre es jedoch ebenso naiv, der aktuellen und vorherigen isrealischen Regierungen blind eine vollkommene Unschuld an den Konflikten in der Region zu attestieren. Aber genau diesen Fehler begehen viele heute mit ihrer reflexartigen Abweisung aller Äußerungen von Herrn Grass, und sie begehen diesen Fehler wiederkehrend durch das stillschweigende Hinwegsehen so mancher Aktionen seitens der isrealischen Regierung und dessen Geheimdienst und Militärapparates.
Man sollte doch hier einmal differenzieren: Wir reden hier nicht über einen Mann der zum Hass aufruft. Ganz im Gegenteil, Herr Grass ruft zu Gewaltverzicht und Transparenz auf beiden Seiten auf. Und wer sich mit den Problemen in der besagten Region wirklich rational auseinandersetzt, kommt unweigerlich zum Ergebnis, dass genau dies, also Gewaltverzicht und Abbau der Spannungen durch Transparenz, Demilitarisierung und offener Dialog, die einzige Chance für eine friedliche und wer weiss ... vielleicht einmal gar hoffentlich freundschaftliche Zukunft im Nahen Osten ist. Dies nimmt daher aber auch definitiv Isreal mit in diese Pflicht.
In Anbetracht dessen, daß (mindestens) zwei einander durch und durch misstrauisch zugewandte Staaten buchstäblich bereits mit Waffen aufeinander zielen (womöglich gar atomar), so sind Reflexe doch nun das Letzte was der Nahe Osten und die gesamte Welt jetzt brauchen ...