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Im Wortlaut: "Was gesagt werden muss" von Günter Grass
dapdIn dem Gedicht "Was gesagt werden muss" greift Literaturnobelpreisträger Günter Grass Israel scharf an. SPIEGEL ONLINE dokumentiert das am Mittwoch in der "Süddeutschen Zeitung" erschienene Gedicht.
Im Wortlaut: "Was gesagt werden muss" von Günter Grass - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
- #140 05.04.2012 05:11 von
Ansichtssache
Naja. Also ich habe dazu folgende Meinungskette (und die hat nix mit einem Schwur zu tun):
Grundsätzlich hat kein souveräner Staat der Erde das Recht einen anderen anzugreifen. Damit ist ein Angreifer auch nie im Recht. Sollte Isreal zuerst angreifen, wäre es Isreal, das eine reale Agression ausübt, Psycho- oder technologische Bedrohung seitens des Irans hin oder her.
Als Einzelperon kann ich strafrechtlich belangt werden kann, wenn ich jemandem bedrohe, ohne ihn tatsächlich zu verletzten oder zu töten. Andererseits berechtigt mich die Androhung von Gewalt ja nicht dazu meinem vermeintlichen Mörder zuvorzukommen und ihn in Selbstjustiz zu bestrafen. Außer es ist unmittelbare Notwehr. Aber was ist zwischen zwei Staaten unmittelbare Notwehr? Wenn Iran eine Rakete mit der Bombe startet. Genau ab dann hat Isreal das Recht sich zu verteidigen. Solange der Iran nur Drohungen ausspricht, aber keine Kriegserklärung (oder hat es das schon?), solange kann der Iran nur mit Sanktionen und anderen Maßregelungen belangt werden.
Isreal kann als Angreifer keine Hilfe von Bündnispartnern erwarten (Isreal ist ja glaub ich nicht mal in der NATO oder gibts da noch was bilaterales zw. Deutschland und Isreal?), nur als Verteidiger. Und ein Verteidiger ist nur jemand, der angegriffen wird. - #141 05.04.2012 05:42 von
Danke!
... für diese sehr gute Zusammenfassung!
Genau das beobachte ich seit Jahren und wundere mich darüber. Kritik wird nicht mehr diskutiert, nicht mehr darüber nachgedacht - der Kritiker wird diskreditiert. Damit begeben wir uns eines sehr wichtigen Instruments der gesellschaftlichen Weiterentwicklung. - #142 05.04.2012 05:58 von
Recht hat er...
... und die am lautesten wettern, werden am Jahresende ihre Bestuerztheit ueber die Eskalation in dieser Region zum Ausdruck bringen...
- #143 05.04.2012 06:15 von
Nach dem Literaturkennern kommen nun
auch noch die Militärstrategen zu Wort. Ich weise darauf hin, dass jede der 20 bei mir gefundenen Waffen wie Makaroff, AK47, Handgranaten, Pumpgun, Macheten und Patronen- und Sprengstoffgürtel eine Zweitschlagwaffe ist, damit ein potentioneller Angreifer erst gar nicht auf die Idee kommt, mich anzugreifen.
Und da ich den visuellen Fähigkeiten der potentiellen Angreifer nicht traue, werde ich prophylaktisch zunächst mal jeden erschießen oder irgend so was Ähnliches (in die Luft sprengen / köpfen etc.), bevor ich ihn nach seinen Absichten frage. Das ganze ist dann ein leider unvermeidbarer Kollateralschaden. - #144 05.04.2012 06:16 von
wer G. Grass einen Antisemiten nennt, verharmlost die Verbrechen an den Juden
Wer Grass jetzt denunziert und ihn mal einen alten Verwirrten, mal einen Antisemiten nennt, verharmlost den Holocaust. Ich lese in jeder Zeile seines Gedichts eine tiefe, hoch ehrenwerte Verantwortung für die Welt und den Nahen Osten.
Sowohl Israel als auch der Iran haben eine rechtskonservative Regierung. Bei dem gegenwärtigen Konflikt im nahen Osten müssen verantwortungsvolle Worte unabhängig von der belasteten Vergangenheit erlaubt sein. - #145 05.04.2012 06:42 von
Stille für jene, die sie fordern!
Diese Aussage über das moralische Recht Deutschlands halte ich für so gewagt und gleichermaßen erzürnend, dass ich das, ob der Tatsache, dass Sie diesen Kommentar wahrscheinlich nicht lesen werden, nicht einfach so stehen lassen kann. Dass Sie den Nachfahren des NS-Regimes, die direkt als auch indirekt von jeglicher Schuld freizusprechen sind, den Mund verbieten, kann ja nicht ihr Ernst sein!
Wenn Israel die Palästinenser kollektiv vertreibt und unterdrückt und dem Iran mit Krieg droht, dann sollen wir brav applaudiern? Denn wenn wir Israel schon mit Unmengen an Kriegsgeräten und Waffen versorgen, dann sollen sie die militärische Stärke deutschen Ursprungs auch rigoros und unbehelligt einsetzen?
Ja, was soll man dazu sagen... - #146 05.04.2012 06:53 von
Falsch
Quatsch. Jedes ethische Wesen kann jederzeit Kritik an jedem unethischen Objekt wie z.B. dem israelischen Staat üben und muss es sogar. Schweigen führt zu Mitschuld.
Einen Staat der Leute massiv unterdrückt, ihnen den Zugang zu lebensnotwendigen Resourcen verweigert, Mauern baut, Leute in Ghettos steckt hatten wir schonmal aber wie es scheint haben die Israelis aus der Geschichte auch nix gelernt. Dieses Vorgehen gegenüber den Palästinensern rückt sie meiner Meinung nach aber ganz verdammt nah an das Regime des damaligen Staates.
Ansonsten stimme ich dem Inhalt des Gedichts voll umfänglich zu wobei der Zentralrat der Juden und die Politik einmal mehr ihre Scheinheiligkeit durch die geübte Kritik an Grass voll umfänglich beweisen. Ich kann in Grass Gedicht auch keine antisemitischen Züge entdecken sondern bestenfalls eine Aufzählung von Fakten und Einschätzungen dazu, die ich durchaus teile. - #147 05.04.2012 07:00 von
- #148 05.04.2012 07:11 von
- #149 05.04.2012 07:43 von
Endlich!
Herr Grass zeichnet in nüchternen, präzisen Worten die Situation im Nahen Osten auf. Warum verschliesst Deutschland - als angeblicher Freund Israels - seit Jahren die Augen davor? Es sollte gerade in einer freundschaftlichen Beziehung möglich sein, darauf hinzuweisen, dass sich hier eine gefährliche Entwicklung anbahnt. Israel kann seit Jahrzehnten tun und lassen was es will. Menschenrechte werden täglich verletzt. Länder werden nur schon auf Verdacht, sie könnten Israel gefährlich werden, angegriffen. Dabei wird auch bewusst in Kauf genommen, dass Unschuldige getötet oder verletzt werden. Angebliche Terroristen werden ohne Gerichtsurteil gezielt getötet. Die Welt - und speziell auch Deutschland - schaut einfach zu resp. weg. Es tut gut, dass sich gerade ein Deutscher mahnend zum Verhalten Israels äussert. Und das in tiefster Freundschaft!
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