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Im Dschungel der Gefühle: "Lass heute rääääääääve"

Ohne Internet und Handy können sich Heranwachsende ihr Leben kaum noch vorstellen. Auf Cyber-Mobbing müssen sie gefasst sein.

http://www.spiegel.de/spiegelwissen/...693971,00.html
  1. #30

    .

    Die Jugendlichen nutzen die Rechner und das Netz zwar selbstverständlich, aber ob sie mehr Ahnung haben, bezweifle ich.

    Das gleiche gilt aber auch für die Leute in meinem Alter (29). Die stolzen Muttis, die mich damals als "Computerfreak" in der Schule belächelt haben, laden zwar im MeinVz fleißig ihre Bildchen hoch, aber ich bezweifel deren Fähigkeiten, wenn der Rechner mal zickt.

    Da kommt es eher auf die Einstellung an, nutze ich den Computer nur wie ein Fernsehgerät oder interessiere ich mich auch für die Materie. Das wird wohl bei den jüngeren auch so sein, ebenso bei älteren.

    Ich bin zwar beruflich nicht in der Materie, aber beschäftige mich seit Kindesalter schon mit Rechnern, konnte meinen Namen lange vor der Schulzeit schon auf dem C64er tippen, hab meine ersten Raytracing-Versuche auf dem Amiga mit 14-15 gemacht und war stolz als die selbsteingebaute und formatierte Festplatte im A2000 tadellos lief. Beim Rechnerkauf achte ich auf die einzelnen Komponenten und schraube ihn lieber selbst zusammen, als ein Fertiggerät zu kaufen. Mein Onkel, gut doppelt so alt wie ich, kennt sich gleich gut, wenn nicht sogar besser aus.

    Ich sehe da keinen Alters- sondern Interessenunterschied. Für die einen ist der Computer ein Gerät, welches seinen Zweck erfüllt, der andere interessiert sich auch für die verbauten Komponenten, deren Leistungsmöglichkeiten etc.

    Das im Artikel genannte "Brain" wird bestimmt eher in der Materie sein, als die mit Kußmund posierende "Schnatterlise". ;O)

    Seitdem ich im meiner Bundzeit mal langjährige Sachbearbeiter bestaunen durfte, die mit einem Taschenrechner vor Excel sitzen, schockt mich nichts mehr. ;O)
  2. #31

    huch

    Zitat von a.weishaupt Beitrag anzeigen
    Wer wie ich (33) noch mit dem C64 aufgewachsen ist, hat sicherlich tiefere Einblicke, wie die Dinge wirklich funktionieren. Die Grundlagen ändern sich nicht, das merkt man im Informatikstudium .....
    33 und mit dem C64 aufgewachsen?!? Wohl ein altes Gebrauchtgerät vom Wühltisch abgetaubt...
  3. #32

    .

    Hätte ich gern gelesen aber: 404.

    Zitat von blueniversity Beitrag anzeigen
    Wissen die von Ihnen porträtierten SchülerInnen überhaupt was ein RSS-Feed ist und lesen sie wirklich regelmäßig Blogs?
    Genau das wird bei dem unsäglichen digital natives Gebrabbel immer übersehen. Ich bekomme (ungewollt, über die Kinder meines Chefs oder Studenten die zeitweise bei uns arbeiten) auch mit die Teenager oder Leute in ihren Zwanzigern mit dem Internet umgehen. Planlos. Facebook, VZ, fertig. Nicht dass das etwas von Wert wäre, aber mit Mitte 30 weiss ich auch viel mehr von hirnlosen "Online-Trends" die mit technischen Entwicklungen nichts zu tun haben müssen. Meinem Eindruck nach haben Teenies grösstenteils also nicht mal Ahnung von der reinen Konsum/Spass-Kiste. Mal ganz unbescheiden: Die jungen Hüpfer haben Leute in meinem Alter ganz sicher nicht überholt.
  4. #33

    Mit der Benutzung fängt es doch an.

    Zitat von a.weishaupt Beitrag anzeigen
    Wer wie ich (33) noch mit dem C64 aufgewachsen ist, hat sicherlich tiefere Einblicke, wie die Dinge wirklich funktionieren. Die Grundlagen ändern sich nicht, das merkt man im Informatikstudium schnell.
    Unter den Jugendlichen werden wie gehabt nur die wenigsten wirklich in die Materie einsteigen, die meisten bleiben Konsumenten.

    Aber es ist schön, dass die Welt endlich aufgeholt hat und man nicht mehr der komische Kauz mit dem Computer ist..
    Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich früher einmal ein Einführungsbuch zu Homecomputern (Anfang 90er) gelesen, welches empfahl, mit Computerspielen zu beginnen, da man so den Computer am schnellsten zu einer Interaktion bewegt.
    Den grundlegenden Umgang lernt man so glaube ich am einfachsten (Tastatur, Maus, Joystick, Laden, Speichern, Kopieren). So ähnlich sehe ich das heute mit Online Games, Social Networks, usw. Ein Großteil wird es auch in Zukunft beim reinen Konsum belassen, bei einigen wird Interesse geweckt, sich eingehender mit der faszinierenden Welt der Computertechnik zu beschäftigen.
    Nehmen wir eine andere Breitentechnik, den Pkw:
    Ich meine, wie viele Leute, die z.B. mit 18 ihren Führerschein gemacht haben, können denn ihr Auto selbst reparieren oder umbauen?

    Was mir etwas mehr Sorgen macht, ist das hier:

    http://blog.trendone.de/wp-content/u...Spiegel_11.jpg

    Z.B. ein "iPhone" macht das Leben sicherlich angenehmer, aber man sollte sich von dieser neuen Technologie nicht so sehr abhängig machen, daß man ohne sie völlig aufgeschmissen ist (oder sollte ich sagen "mit auftretenden Problemen völlig überfordert"...).
  5. #34

    Die Ureinwohner

    "Digital Natives" - allein die Verwendung des Begriffs für die Generation der 90er+ zeugt schon von Unwissen über Technologie. Der einzige Grund warum sich die Generation überdurchschnittlich gut auskennt ist klar: Sie verwenden viel mehr Zeit dafür. Aber von wirklichem Fachwissen kann man auch selten sprechen. Kaum einer weiß beispielsweise aus wie vielen Bits ein Byte besteht - oder was überhaupt ein Bit sein soll. Grundwissen.

    Die Behauptung, es bestehe bei Jugendlichen eine besondere technische Souveränität, ist eigentlich nur Zeuge des eigenen Unwissens. Mir persönlich erscheint die ältere Generation eher zu faul zu sein, um sich auch in der Freizeit mit Computern zu beschäftigen. Computer sind meistens Arbeitsmittel. Computer aus - Arbeit vorbei, dann kommt die Freizeit.

    Eben das ist der Unterschied zu Schülern: Schule aus - Computer an. Vielleicht stößt das Thema deswegen so oft auf Unverständnis.
    So mancher der älteren Generation müsste aber lernen den Computer auch zum Bestandteil der Freizeit zu machen. Das ist die Grundlage, um sich eigenständig zu bilden.

    Ein Jugendlicher wird nicht selten als Genie bewundert, wenn er seinen PC aufschrauben und eine Grafikkarte einbauen kann. Doch das ist heute selbstverständlich. Wer ein schönes Bild aufhängt ist noch lange kein Künstler. Um eine Grafikkarte einzustecken, braucht man kaum Wissen darüber, wie ein Computer funktioniert.

    Ich entschuldige mich lieber schonmal, dass ich bei diesem Thema etwas emotional werde, aber man findet es leider immer wieder und es zeugt von Desinteresse an der Kultur, die sich durch das Internet entwickelt hat. Computer sind lange keine reinen Arbeitsmittel mehr. Sie sind wie Bücher, Fernsehfilme und Tonträger wesentliche Kulturgüter. Sie lösen nicht die Bücher ab, sie stehen mit ihnen auf Augenhöhe - als ein neues Medium. Ich rede bewusst von Kultur, denn die scheint einigen vollständig zu entgehen.

    Unsere Generation ist keine Generation von Säufern, Pornosüchtigen und Sexgeilen. Jugendliche können Pornos distanziert bewerten. Der offene Umgang mit der Sexualität stärkt uns und macht uns überlegen. Wir haben für uns herausgefunden, dass Liebe und Sex nicht das selbe sind. Vielleicht ist unsere Generation sogar deutlich besser in der Lage, einen festen Lebenspartner zu finden.
    Das hat bei unseren Vorgängergenerationen, denen die soziale Verantwortung vor Partner und Kindern scheinbar abhanden gekommen sind, nicht so gut funktioniert zu haben.

    Die Vorwürfe an uns sind nur ein Zeichen von Eifersucht und Verwirrung. Von Angst und Faulheit dazu, sich einer völlig neuen, digitalen Kultur anzuschließen, die feste Ideale und träumerische Zukunftsvisionen mit sich trägt. Kein tragischer Verlust der Realität, sondern romantischer Eskapismus prägt unsere Generation. Eskapismus in eine faszinierende Welt, die für Freiheit, das Individuum und Träume steht.
  6. #35

    ---

    Zitat von bluemax32 Beitrag anzeigen
    ... 10jähriger Tätigkeit in der IT-Branche lächel ich nur über die Bewertungsmassstäbe die von aussen angelegt werden.
    Man staune: ein Job in der IT-Branche erhebt Sie über den restlichen Bodensatz an Ahnungslosen. – Ich denke, da haben sich einige grundsätzliche Wahrnehmungen gravierend bei Ihnen verschoben. Ich möchte jedenfalls nicht das Wertesystem von Fachidioten übergestülpt bekommen.
    Zitat von bluemax32 Beitrag anzeigen
    Das Einzige was man heute seinen Kindern mitgeben muss ist ein angepasster Umgang mit den Daten. Dass man sich durchaus bewusst sein sollte, was mit seinen Daten passiert. Insofern hat sich das Medium verändert aber nicht die Gesellschaft. Das wäre aber auch Aufgabe der Schulen, die wie damals nicht Schritt gehalten haben mit der Entwicklung.
    Erschreckend eingeschränkter Sichtradius. Da halte ich es doch lieber mit Goethe: »Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.«
  7. #36

    Da spricht doch nichts dagegen.

    Zitat von Lehrer Beitrag anzeigen
    33 und mit dem C64 aufgewachsen?!? Wohl ein altes Gebrauchtgerät vom Wühltisch abgetaubt...
    Es gibt auch jüngere Leute, die noch mit dem C64 großgeworden sind. Wie so vieles ist das eben u.a. eine Geldfrage.
    Wenn meine Eltern mir einen gekauft hätten, wären meine Computerkenntnisse als Schüler vielleicht besser gewesen. (besaß "nur" einen Amiga 500+ als ich das nötige Geld dazu hatte, bzw. zeitweise einen aufgemotzten Amiga 500...naja, dafür hatte ich als Kind immerhin ein paar Elektrobaukästen...)
  8. #37

    Die Auto Analogie...

    von Mr. Gamer als alternative 'Breiten-Technologie' finde ich passend und gut.

    Natürlich weiß kaum jemand genau wie sein Auto funktioniert.

    Aber jeder weiß dass es nen Motor hat, jeder hat schonmal von Vergaser, Zündkerzen gehört und ne vage Vorstellung was die so machen. Auspuff, Schaltung Kuplung, Führerschein, welche Bezinsorte ist die Richtige, StVO, also das Detailwissen beim Auto geht doch weit über 'Reinsetzen, Schlüssel rumdrehen' heraus.
    dazu kommen noch Randkompetenzen wie Karte lesen, Orientierung, Erste Hilfe, räumliches Denken etc...
    Das vermisse ich alles bei der Generation 30+ und sehe es bei der Jugend eher.
    An die IT Kollegen:
    Kein A... muß wissen wieviel Bit ein Byte hat um souverän mit nem Rechner umgehen zu können oder 'Online mündig' zu sein. Das ist das beliebte 'auf das eigene KnowHow und Fachbegriffe onnanieren' welches in der Branche üblich ist und die Consultat Fatzkes oder Admin Halbgötter hervorbringt.

    Es ist nicht die Technik die wichtig ist, es ist die Konsequenz des Handelns die man abgeschätzen können muss. Mein Schmuddelphoto von früher mit dem Freund/der Freundin auf Polaroid wird wohl nie in der Schule rumgehen, denn es gibt nur 1 physisches Exemplar und ich weiß wer es hat (am besten ich!) aber digital sind schnell beliebige Kopien erstellt/unterwegs wenn die Beziehung in die Brüche geht und/oder einer ein Idiot ist...
  9. #38

    ok

    Zitat von mr.gamer Beitrag anzeigen
    Es gibt auch jüngere Leute, die noch mit dem C64 großgeworden sind. Wie so vieles ist das eben u.a. eine Geldfrage.
    Wenn meine Eltern mir einen gekauft hätten, wären meine Computerkenntnisse als Schüler vielleicht besser gewesen. (besaß "nur" einen Amiga 500+ als ich das nötige Geld dazu hatte, bzw. zeitweise einen aufgemotzten Amiga 500...naja, dafür hatte ich als Kind immerhin ein paar Elektrobaukästen...)
    Ja, das kann ich gut verstehen. Musste mir selbst immer Dinge kostengünstig besorgen.
  10. #39

    Staunen

    Zitat von taiga Beitrag anzeigen
    Man staune: ein Job in der IT-Branche erhebt Sie über den restlichen Bodensatz an Ahnungslosen. – Ich denke, da haben sich einige grundsätzliche Wahrnehmungen gravierend bei Ihnen verschoben. Ich möchte jedenfalls nicht das Wertesystem von Fachidioten übergestülpt bekommen.

    Erschreckend eingeschränkter Sichtradius. Da halte ich es doch lieber mit Goethe: »Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.«
    Ich [!] staune eher wie sie dem Herren das Wort im Munde umdrehen, um ihn dann als Fachidioten zu bezeichnen.
    Ferner könnte man übrigens das geschilderte Vorgehen so interpretiern, dass er sehr wohl Goethes Rat befolgt.
    Zudem sollten Sie solche Kommentare in Zukunft mit "ich" anfangen, wenn Sie von sich reden. "Man" staunt sich über andere Dinge.


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