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Im Dauerstress: Kollaps der Synapsen

Mehr Bildung und mehr Nahrung, mehr Lebensjahre für fast alle und sogar die Wirtschaft wächst. Nur mein Verstand wächst nicht. Uns Menschen geht es auf dieser Welt angeblich immer besser. Warum fühlt es sich dann nicht so an?

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...846406,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Bildung und mehr Nahrung, mehr Lebensjahre für fast alle und sogar die Wirtschaft wächst. Nur mein Verstand wächst nicht. Uns Menschen geht es auf dieser Welt angeblich immer besser. Warum fühlt es sich dann nicht so an?

    Ewiger Stress: Kollaps der Synapsen - SPIEGEL ONLINE
    Probleme über Probleme.
    Ich denke, der Versuchsaufbau "Mensch auf Erde" geht bald - netterweise abseits meiner Aufmerksamkeits- und Lebensspanne - zu Ende.
    Da hilft auch kein lautes Nachdenken.
    Ich lebe lieber in dieser Welt in Internet- und Sensationssucht anstatt mit einem Knochen in der Hand durch die Steppe zu jagen.
    Und was für ein Privileg, genau hier und jetzt sein zu dürfen!
    Knapp daneben wäre weniger nett!
  2. #2

    tolle zustandsbeschreibung...

    ..frau berg,doch leider keine lösungsvorschläge...aus meiner sicht sind wir fast hoffnungslos verfangen in unserer eigenen dummheit und der daraus entstandenen verkommenheit... beispiel...würde sich herausstellen das es für die von vielen empfunden überforderung,burn out... u.s.w. ...eine technische ursache gibt... wie die mobilfunkstrahlung.....was wäre dann?..ich behaupte selbst wenn dies zu 100% bewiesen wäre,wäre die gesellschaft nicht bereit oder im stande dieses problem abzustellen...das anscheinend vernunftbegabte geschöpf mensch ist einfach zu dumm und zu verkommen um auf lange sicht zu überleben..so siehts leider aus
  3. #3

    so gut

    Danke Frau Berg,

    ich lese Ihre Kolumne wirklich gern. Etwas Interessantes im Nachrichteneinerlei.
  4. #4

    .

    Zitat von enfanterrible Beitrag anzeigen
    Probleme über Probleme.
    Ich denke, der Versuchsaufbau "Mensch auf Erde" geht bald - netterweise abseits meiner Aufmerksamkeits- und Lebensspanne - zu Ende.
    Da hilft auch kein lautes Nachdenken.
    Ich lebe lieber in dieser Welt in Internet- und Sensationssucht anstatt mit einem Knochen in der Hand durch die Steppe zu jagen.
    Und was für ein Privileg, genau hier und jetzt sein zu dürfen!
    Knapp daneben wäre weniger nett!
    Woher wollen Sie wissen, dass es Ihnen mit dem Knochen in der Hand nicht besser ginge?
    Dieses, entweder so wie jetzt oder wir landen in der Steinzeit, ist so lächerlich und lediglich dem Versuch geschuldet den Status Quo aufrecht zu erhalten.
    Irgendwie finde ich den Gedanken sympathisch, dass Alle mal das Tempo drosseln, gemeinsam überlegen wie es weitergehen soll und sich Ziele jenseits von Quartalszahlen, Aktienkursen und Ratings zu setzen.
    Wir würden, selbst wenn morgen sämtliche Computer der Welt verschwunden wären, nicht in der Steinzeit landen, denn dazu haben wir zu viel Wissen. Oder haben Sie Ihr Erlerntes lediglich auf der Festplatte Ihres PCs gespeichert?
  5. #5

    Das Ende der Welt (2)!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Warum werden die Menschen immer gereizter, die Straßen voller, das Leben hektischer?
    [...] Die globalisierte Welt überfordert mich, und ich glaube wie viele: Das kann doch keiner mehr verstehen.

    Ewiger Stress: Kollaps der Synapsen - SPIEGEL ONLINE
    Ja, ja: Die Nerven liegen blank, in diesen Tagen. Aber vielleicht ist
    das Problem ja auch ganz lokal und gar nicht virtuell?
    Bei Poldi und Bibi jedenfalls war wohl nicht das Internet Schuld.
    Wovon ich schreibe? Vom Ende der Welt natürlich:
    http://cdn-storage.br.de/mir-live/MU...115-Jahren.mp3
  6. #6

    Volltreffer

    Diese Kolumne ist mir auf den Laib geschrieben. Warum nur kann ich mich nicht so ausdrücken? Genau so fühle ich mich schon seit Wochen; und es ist beruhigend, dass auch andere sich machtlos fühlen und deshalb wütend sind, weil sie die Welt nicht ändern/verbessern können.
    Danke für diese wunderschöne Kolumne.
  7. #7

    ...

    Was gibt es subjektiveres als Wohlbefinden und Glück?
    Wir leben eben nicht in der besten aller Zeiten sondern NUR in einer sehr guten, aber was heisst das schon?
    Priviligierte sind nicht automatisch glücklich und kaum jemand kriegt den Hals voll genug, sonst würden Reiche ja ersticken dieser Tage...
    und da sind wir schon wieder bei so einem Thema:
    Die Ungerechtigkeiten wollen einfach nicht aussterben, sie wandern nur umher und suchen sich ein neues Ereignisfeld.
    Mal eben noch die Welt retten ist im internet ein nettes Zeitvertreiben und kann auch eigene Sorgen temporär lindern.
    Ich geh mich jetzt entschleunigen, bin schliesslich alt genug und hab heute schon genug gelitten :-)
  8. #8

    Zitat von enfanterrible Beitrag anzeigen
    Ich lebe lieber in dieser Welt in Internet- und Sensationssucht anstatt mit einem Knochen in der Hand durch die Steppe zu jagen.
    Seltsamerweise sind Einborenenstämme im Schnitt glücklicher als der Durchnitts-Erste-Welt-Mensch.

    Nicht dass ich mit denen tauschen möchte, aber ich denke unser Lebenstil forciert durch den Überfluss die Beliebigkeit, da man im Prinzip fast alles haben kann. Aber damit auch die Unzufriedenheit.

    Wie ein verwöhntes Kind, das ein neues Spielzeug nach dem anderen haben will, daran aber innerhalb von Stunden das Interesse verliert und es in die Ecke schmeißt. Um den Vorgang dann mit dem nächsten Spielzeug zu wiederholen. Und je öfter man das macht, desto kürzer werden die Abstände.
  9. #9

    einfache Wahrheit

    Wer mit Twitter umgehen kann, muß schon noch ein paar Synapsen frei haben. Ich verstehe diesen Irrgarten nicht und kann immerhin noch schreiben. Wem auffällt, daß die Jubelwelt subjektiver Wahrnehmung aus veröffentlichter Meinung mit der Realität nicht ganz zusammenpaßt, hat schon mehr Synapsen zur Verfügung als der Durchschnitt. Wer dazu noch die Falsifizierungsbelege bei destatis.de findet, ist ein Genie. Mein heißer Tip für den Einstieg: deutsche Exporte der letzten 30 Jahre und der medien-notorische "Exportweltmeister".

    Menschen haben die Welt noch nie verstanden, nur hatten sie früher weniger davon gesehen und durch viele Aufgaben und Pflichten auch keine Zeit, sie sich anzusehen.

    Mir werden ständig Argumente geboten, wie "komplex" und unerklärlich alles sei. Es fällt mir auf, solches speziell von dort zu hören, wo die Profiteure von Übeln sitzen, und deren Planer, welche mit Komplexitäten ansonsten kein Problem haben.

    Mir dünkt: ihr Geheimnis ist, verallgemeinern zu können, während sie eben das zugleich verdammen. Wer wirklich nur Einzelfälle sehen könnte, würde einen Stuhl für ein Gerät mit mindestens vier Stützbeinen halten. In der nächsten Bar wäre er nicht in der Lage, ein Gerät auf drei Stützen als Sitzgelegenheit zu erkennen. Die Abstraktion als Produkt der Verallgemeinerung wird in der Erkenntnistheorie als eine höhere Funktion von Intelligenz erkannt. Sie erkennt durch Einzelfallvergleich gemeinsame Grundmuster, kann daraus ein gedankliches Profil ableiten und kommt beim nächsten Einzelfall zu schnelleren Erkenntnissen. Ein Thomas älterer Zeiten entdeckte als Scholastiker die zutreffende Erkenntnis: Die Wahrheit ist im Grunde sehr einfach. Was kompliziert aussieht und es auch ist, bleibt davon weit entfernt.

    Das ist die Wahl:
    entweder sich selbst für unmündig erklären und von der Rolle als Kind zu träumen, oder mit denselben Instrumenten der Logik arbeiten wie jene, welche die Entscheidungen treffen, heute zumeist nur die falschen aus fragwürdigen und egoistischen Motiven auf Kosten des Allgemeinwohls.


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