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Illegales Filmportal: Knapp vier Jahre Haft für Kino.to-Programmierer

SPIEGEL ONLINEZuletzt fungierte er als Chef von Kino.to: Der Programmierer des Raubkopie-Verzeichnisses ist in Leipzig zu fast vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht rechnete ihm sein Geständnis an und blieb unter dem vom Staatsanwalt geforderten Strafmaß.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...826929,00.html
  1. #100

    ...

    Zitat von sensei Beitrag anzeigen
    Aber wer das was gerade im Kino oder in den Hitparaden für 0€ will, ...
    "Meine" Musik und "meine" Filme kommen nicht in die Hitparade und oft genug nichtmal in den Handel. Ich sehe mich hier also nicht als "getroffener Hund", auch wenn ich mich durchaus öfter in rechtlichen Grauzonen bewege.
    Wie sind wir jetzt eigentlich zu mir persönlich gekommen?
    Zitat von sensei Beitrag anzeigen
    ...dem bleibt nur das fabulieren über Stars, gegen Reiche und das ganze Glitzergeschäft.
    Ich fabuliere nichtgegen Reiche. Man kann mit Sport, Gesang und Schauspielerei nur reich werden, indem man ein Millionenpublikum erreicht. Das wurde nur durch eben den technischen Fortschritt möglich der jetzt, mit etwas Verspätung, solche Geschäftsmodelle wieder kaputt macht. Das ist mir so oder so relativ egal, es scheint mir nur wichtig zu verstehen wie das kommt. Wenn ich hier aber ihre ständige Betonung von "€" lese frage ich mich: Geht es ihnen wirklich darum, was "richtig" ist, oder gönnen sie einfach nur den Menschen "kino.to" nicht? Lassen sie doch den Neid mal weg, und versuchen sie die Entwicklung mit etwas Abstand zu betrachten.
    Zitat von sensei Beitrag anzeigen
    Wenn man endlich die Nebelbomben entfernt, kann man ja gerne eine neue Welt mit neuen Gesetzen planen wo ein "Veröffentlichen" von was auch immer automatisch eine legale Kopiermöglichkeit eröffnet.
    Nebelbomben habe ich aber nicht nötig, an ihrer Menschenkenntnis müssen sie noch feilen (ist im Internet aber auch wirklich schwer).
    Gesetze sind von Menschen gemacht.
    Aber machen sie sich nichts draus: Der Glaube ans Gesetz ist uns Deutschen quasi in die Wiege gelegt, das ging selbst dem alten Kant so.
    Zitat von sensei Beitrag anzeigen
    Diese Welt wollen nur Irre und Phantasten.
    Ist das so? Was für ein Mensch sind dann sie, daß die Gegenwart für sie die beste aller möglichen Welten ist?
    Zitat von sensei Beitrag anzeigen
    Aber da man genau weiß dass man so eine Welt nicht hinkriegt, ist das bestenfalls eine weitere Nebelbombe. Aber eine "gute Entschuldigung" die "0€ Effizienz" des Marktes jetzt schon zu leben. D.h. man "akzeptiert" dass aktuell eben andere "Dumme" schon zahlen. Wo man bei dieser Argumentationskette bei einem interessanten Menschenbild landet.
    Da lehnen sie sich jetzt aber zu weit aus dem Fenster.
    Übernehmen sie sich nicht.
    Zitat von sensei Beitrag anzeigen
    Das hier waren keine echten Verbrecher.
    Richtig. Sitzt jetzt aber trotzdem 4 Jahre.
    Zitat von sensei Beitrag anzeigen
    Sie tun so als wären die Hingefallen und plötzlich waren 100.000 DVD Kopien auf deren Server gelandet. "Dafür konnten die doch nichts".
    Das ist dann weit in der Phantastik.
    Wo tue ich so? Verwecheseln sie mich mit jemandem? Oder sind sie soweit in der "Phantastik", daß ihnen schon egal ist was ich geschrieben habe?
  2. #101

    Kein Titel

    Zitat von denn76 Beitrag anzeigen
    Der sollte mit sicherheit nicht fuer 4 Jahre ins Gefaengnis, eine Geldstrafe oder Schadenersatz reichen da voellig!
    Schadenersatz ist grundsätzlich zu leisten und hat keinen Strafcharakter - schadenersatzpflichtig ist man auch, wenn keine strafbare Handlung vorliegt. Somit kann er nur zusätzlich zu einer Geldstrafe anfallen.

    Und eine bloße Geldstrafe ist angesichts der von ihm millionenfach gewerbsmäßig begangenen Urheberrechtsverletzungen und den erzielten Millionengewinnen absurd. Angesichts der geringen Aufklärungsquoten wäre die Abschreckungswirkung praktisch gleich Null.

    Der Strafrahmen für einfachen Diebstahl reicht schon bis zu fünf Jahren, insofern ist man bei Urheberrechtsverletzungen mit maximal drei Jahren großzügig bedient. Interessant wäre hier allerdings, woher die "restlichen" zehn Monate gekommen sind.
  3. #102

    ...

    Zitat von sensei Beitrag anzeigen
    Mir ist das Verbrechen egal. Der Punkt ist hier, dass er 1 Million Euro oder mehr "erwirtschaftet" hat mit dem was er getan hat. Jeden verdammten Tag. Mit Vorsatz. Er hätte jeden Tag aufhören können, hat er aber nicht. Wie er selbst sagte "Ich wusste nicht dass es Gefängnis bedeuten könnte". Wie lange brauchen sie um eine Million oder mehr nach Steuern auf dem Konto zu haben? Daran muss das Strafmaß gemessen werden.
    Erzählen Sie das mal bitte den Hells Angels oder den Hamburger Kiez-Drogendealern die nicht mal einen Hel um ihren Illegalen Drogen Großhandel machen!

    Wenn Sie mal in Hamburg auf der Reeperbahn unterwegs sind,
    schauen Sie sich mal in den unzähligen Seitenstraßen nach den kleinen Cafés um ...

    Sehen Sie eine oder mehre Luxuskarossen vor einem Cafe -> gehen Sie mal Probehalber in selbiges - und dann bestellen sie nen Kafee und hören Sie zu. Mehr nicht.

    Dort unterhalten sich die "Fahrer" dann - bei normaler Lautstärke - ganz unverholen darüber, wie Sie Wöchentlich mittlere 5 stellige Beträge mit ihrem Drogenhandel "erwirtschaften"... und prahlen damit wie oft Sie schon verhaftet wurden, aber nix passiert ist.

    Wo ist da der tolle Staat mit seinen 4-5 Jahren Haftstrafe ohne Bewährung? ... und diese Typen haben schon ihre Vorstrafen im 3 Stelligen Bereich... und erwirtschaften ebenfalls steuerfrei Unsummen!

    Erklären sie mir, als einfachem Bürger, dieses Verhalten der Justiz einmal.

    Zitat von sensei Beitrag anzeigen
    Wenn man 18 Monate auf Bewährung kriegt und das Geld auf x internationalen Zwischenkonten verteilen kann, baue ich sofort 10 solcher Dienste auf. Da ist mir als später mehrfacher Multimillionär (und 100% Steuerhinterzieher) die lächerliche deutsche Bewährungsstrafe(?) die hier in der Diskussion liegt ja auf der Südseeinsel so was von vollkommen egal.
    Dann machen Sie es doch!
    Kim Schmitz ist doch auch gerade dabei sich einfach frei zu kaufen.

    Das Gewaltverbrechen, Erpressung, Drogenhandel und (realer) Diebstahl sich mehr als lohnen, sollte doch inzwischen mehr als klar sein.

    Sie und mich hält alleine unsere Moral davon ab. Das ist alles.

    Passieren würde ihnen von "offizieller" Seite auch nie etwas...
    Mehr als 1-2 Tage U Haft oder eine Nacht in der Zelle ist da nicht drin - sofern Sie nachweisen können das sie Migrant in zweiter Generation sind, eine Schwere Kindheit hatten - oder beides auf ein mal.
  4. #103

    _

    Zitat von themistokles Beitrag anzeigen
    Das ist, gelinde gesagt, Blödsinn ^3. Darf ich fragen, wie alt Sie sind? Ich erinner mich noch an Zeiten, da wurden 5 1/4 und 3,5 Zoll Disketten auf dem Schulhof getauscht, etc. Das ist mittlerweile gut und gerne 25 Jahre her...
    Und schon damals habt die Lobby dagegen gewettert und das Ende der Industrie in X Jahren vorhergesagt.

    Eigentlich müssten sich auch jeder schämen der einen Videorekorder (bzw inzwischen DVD- oder HDD-Rekorder) besitzt, auch den hat die Lobby damals als Raubmordkopierteufelsmaschine beschimpft und durch mehrere Instanzen dagegen geklagt das die verkauft werden dürfen.

    Home-Taping sollte ja bereits die Musikindustrie töten.
  5. #104

    Kein Titel

    Zitat von taggert Beitrag anzeigen
    Erklären sie mir, als einfachem Bürger, dieses Verhalten der Justiz einmal.
    Das Problem dabei ist schlicht und ergreifend die Beweislast. Zwischen dem "Wissen" der Ermittlungsbehörden über begangene Straftaten und gerichtsfesten Beweisen liegen Welten. Einfach mal so nach Gutdünken an die Wand stellen geht - zum Glück - in unserem heutigen Rechtsstaat nicht mehr. Seien Sie froh darüber. Wer weiß, vielleicht mein die Polizei einmal fälschlicherweise zu "wissen", daß Sie etwas verbrochen haben. Spätestens dann lernen Sie rechtsstaatliche Prinzipien zu schätzen...
  6. #105

    Zitat von wll Beitrag anzeigen
    (...) Angesichts der geringen Aufklärungsquoten wäre die Abschreckungswirkung praktisch gleich Null.
    (...)
    Ist sie jetzt groesser?
    Ich vermute, sie ist sogar kleiner Null, da die Medienindustrie bald saemtliche Sympathie verspielt hat und jeder nur noch nach der Devise "jetzt erst recht" handelt.
  7. #106

    Kein Titel

    Zitat von moev Beitrag anzeigen
    Und schon damals habt die Lobby dagegen gewettert und das Ende der Industrie in X Jahren vorhergesagt.
    Ich kann mich noch an die seligen Amiga-Zeiten erinnern, als wegen der grassierenden Schwarzkopiererei reihenweise Spielefirmen eingegangen sind. Darunter auch viele, die qualitativ hochwertige Titel produziert hatten. Soviel zum dem Argument "gute Sachen werden auch gekauft". Teilweise kamen auf jede legal gekaufte Kopie eines Spiels 100 und mehr Schwarzkopien.

    Zitat von moev Beitrag anzeigen
    Eigentlich müssten sich auch jeder schämen der einen Videorekorder (bzw inzwischen DVD- oder HDD-Rekorder) besitzt, ... Home-Taping sollte ja bereits die Musikindustrie töten.
    Bei analogen Kopien (VHS, Musikkassette) nimmt die Qualität mit jeder Generation deutlich ab, so daß massenhaftes Kopieren nie zu einem großen Problem wurde - gewerbsmäßige Schwarzkopierer mit Profi-Ausrüstung einmal ausgenommen. Bei digitalen Medien können prinzipiell von einem Master unendlich viele qualitativ identische Kopien gezogen werden. Und zu VHS- und Kassettenzeiten gab es auch das Internet als Vertriebsplattform noch nicht, d. h. die Verbreitungsreichweite einer Kopie (bzw. deren Vorlage) war normalerweise auf den eigenen Bekanntenkreis beschränkt.
  8. #107

    ...

    Zitat von wll Beitrag anzeigen
    Das Problem dabei ist schlicht und ergreifend die Beweislast. Zwischen dem "Wissen" der Ermittlungsbehörden über begangene Straftaten und gerichtsfesten Beweisen liegen Welten. Einfach mal so nach Gutdünken an die Wand stellen geht - zum Glück - in unserem heutigen Rechtsstaat nicht mehr. Seien Sie froh darüber. Wer weiß, vielleicht mein die Polizei einmal fälschlicherweise zu "wissen", daß Sie etwas verbrochen haben. Spätestens dann lernen Sie rechtsstaatliche Prinzipien zu schätzen...
    Das Mag zwar stimmen, aber finden Sie nicht das über 50 Vorstrafen inklusive Drogenhandel, Drogenbesitz, Körperverletzung und Erpressung als Nachweis für "Berufs-Kriminalität" reichen sollten?

    Unabhängig davon ob die ersten 20 Vorstrafen noch in "jungen Jahren" begangen wurden? (Was es in meinen Augen NOCH schlimmer macht! Denn es zeigt wie Unbelehrbar diese Menschen schon von jungen Jahren an waren.)

    Wenn mich die Justiz zu unrecht beschuldigt etwas getan zu haben,
    was ich NICHT getan habe, kann das passieren... Dann ist es ja nur gut und richtig, nicht jeden sofort für X Jahre in den Knast zu stecken.

    aber das passiert doch nicht 50 - 100 oder gar 150 mal?
    Alles "politisch Verfolgte"? Die "zu Unrecht" beschuldigt wurden und ihre Vorstrafen nur aus "versehen" besitzen?

    Bei aller liebe - da hört das Verständnis bei mir irgendwo auf.
  9. #108

    Kein Titel

    Zitat von dale_gribble Beitrag anzeigen
    Ist sie jetzt groesser?
    Ich vermute, sie ist sogar kleiner Null, da die Medienindustrie bald saemtliche Sympathie verspielt hat und jeder nur noch nach der Devise "jetzt erst recht" handelt.
    Der kleinen Schwarzkopierer, der sich den einen oder anderen Film bzw. Song herunterlädt, gerät kaum in das Visier der Ermittlungsbehörden oder der Abmahnanwälte - außer er ist dämlich genug, selbst Dateien illegal hochzuladen.

    Die Strafverfolgung konzentriert sich auf die gewerbsmäßig agierenden Schwarzkopiererbanden, und hier dürften Haftstrafen von drei bis vier Jahren doch eine gewisse Abschreckungswirkung haben.

    Wie der Webprogrammierer selbst gesagt hat, rechnete er nicht mit einer derart hohen Strafe (auch wenn da natürlich Prozeßtaktik mit im Spiel sein dürfte). Die jetzt gefällten Urteile haben also sehr wohl eine Signalwirkung.

    Was die von Ihnen angesprochenen Sympathien angeht, so ist mein Eindruck, daß die ehrlichen Kunden der Medienindustrie durchaus Verständnis für ein hartes Vorgehen haben - auch wenn manchem das Strafmaß zu hoch erscheint - und die scharfe Ablehnung mehrheitlich aus "kopieraffinen" Kreisen stammt. Und deren "Sympathien" dürften die Medienindustrie eher peripher tangieren...
  10. #109

    Kein Titel

    Zitat von taggert Beitrag anzeigen
    Das Mag zwar stimmen, aber finden Sie nicht das über 50 Vorstrafen inklusive Drogenhandel, Drogenbesitz, Körperverletzung und Erpressung als Nachweis für "Berufs-Kriminalität" reichen sollten?
    Auch bei 99 Vorstrafen muß das 100. Delikt erst einmal nachgewiesen werden. Dazu braucht es solider Beweise. Die Vorstrafen spielen nur bei der Glaubwürdigkeit des Angeklagten eine Rolle, etwa wenn seine Aussage gegen die eines Zeugen steht. Zudem werden viele Delikte noch nicht einmal angezeigt oder es kann kein Täter ermittelt werden.

    Was man aber der Justiz ankreiden kann und muß, ist die unfassbare Nachsicht, mit der vor allem jugendliche Kriminelle behandelt werden - da gebe ich Ihnen absolut recht. Beim ersten Delikt mag diese noch akzeptabel werden, immerhin werden die meisten Jugendlichen anschließend nicht erneut straffällig. Bei wiederholten Straftaten muß m. E. aber grundsätzlich der Schwerpunkt von der Erziehung auf die Bestrafung und Spezialprävention verlegt werden. Dem harten Kern kommt man mit Erlebnisferien oder Sozialstunden nicht bei, da hilft leider nur noch Wegsperren, um Schlimmeres zu verhindern...








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