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Illegale Downloads: Japan führt Strafen für Medien-Piraten ein

REUTERSDer illegale Download von Filmen oder Liedern kann nun sogar zu Gefängnisstrafen führen: In Japan tritt dieses Jahr ein neues Gesetz in Kraft. Kritiker bemängeln die schwammige Formulierung und fürchten eine Kriminalisierung der breiten Bevölkerung.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...840928,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der illegale Download von Filmen oder Liedern kann nun sogar zu Gefängnisstrafen führen: In Japan tritt dieses Jahr ein neues Gesetz in Kraft. Kritiker bemängeln die schwammige Formulierung und fürchten eine Kriminalisierung der breiten Bevölkerung.

    Japan verschärft Strafen für Filesharer - SPIEGEL ONLINE
    Die Kritik an dem Gesetz ist berechtigt: es ist bewusst schwammig gehalten. Und natürlich ist das Strafmaß absurd: richtet jemand, der ein paar dutzend Musiktitel herunterläd, wirklich einen Schaden von 20.000 Euro an?

    Wenn ich im Kaufhaus zwei CDs klaue und erwischt werd', hab ich 'ne Anzeige am Hals und Hausverbot, aber mit Knast dürfte ich wohl nicht rechnen.
    Aber für 20, 30 geklaute Musiktitel aus dem Web gibt's Knast & ruinöse Geldstrafen? Alle Achtung - Verhältnismäßigkeit ist so nicht gegeben.

    Prinzipiell plädiere ich dafür, bei Urheberrechtsvergehen nur gegen die Uploader vorzugehen. Die Begründung ist recht einfach:
    Wer ohne entsprechende Lizenz urheberrechtlich geschütztes Material weitergibt, richtet sehr wohl realen Schaden an: derjenige wird zur Konkurrenz für Anbieter mit der nötigen Lizenz. Es ist eindeutig ein Schaden angerichtet worden.
    Zudem wird bewusst eine Handlung durchgeführt, die offensichtlich illegal ist (eben wegen fehlender Erlaubnis durch eine Lizenz).

    Jemand, der etwas aus dem Netz herunterläd, kann jedoch davon ausgehen, dass der heruntergeladene Inhalt vom Rechteinhaber oder dessen Stellvertreter zur Verfügung gestellt wurde. Zudem ist es für den herunterladenden Nutzer nahezu unmöglich, legale und illegale Inhalte voneinander zu unterscheiden, wenn das Portal, von welchem heruntergeladen wird, einen hinreichend seriösen Eindruck macht. Zudem gilt: "kostenlos" ist kein Indikator für "illegal". Es gibt massenweise kostenlose legale Musik, die aus Demonstrationszwecken vom Rechteinhaber kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

    Kurzum: falls in Deutschland irgendwann mal solch ein Gesetz wie in Japan auf dem Tisch landen, sollte mal genau nachgedacht werden, ob das zielführend ist.
  2. #2

    wann etwas legal oder illegal sei." Und Sie wollen es ja auch gar nicht so genau wissen um sich besser rausreden zu können. Aber angebliche Unwissenheit schützt eben nicht vor Strafe.
  3. #3

    Die Content Industrie konnte sich leider durchsetzen in Japan.
    Aber was das einzige Mittel ist: Eine Kulturflatrate oder man kriminalisiert Millionen.
  4. #4

    Zitat von tobyrd72 Beitrag anzeigen
    wann etwas legal oder illegal sei." Und Sie wollen es ja auch gar nicht so genau wissen um sich besser rausreden zu können. Aber angebliche Unwissenheit schützt eben nicht vor Strafe.
    Mal angenommen Du kaufst Dir ein Iphone, dass ein Samsung-Patent verletzt, weil einer der Entwickler nicht wußte, dass eine bestimmte Technologie bereits von Samsung entwickelt und patentiert wurde. Wer soll bestraft werden, nur Apple oder auch Du als Käufer?

    Nach Deiner Denkweise, müsste auch der Konsument bestraft werden, er wäre in der Pflicht sich zu informieren, welche Patente möglicherweise verletzt werden, genauso wie er sich informieren muss welche Rechte ein freies oder gekauftes Youtube-Video möglicherweise verletzt (z.B. Samples wie z.B. in Madonnas 'Time goes by so slowly' oder Cover-Versionen).
  5. #5

    "Nach RIAJ-Angaben wurden 2010 in Japan 4,36 Milliarden Musiktitel illegal heruntergeladen, bei einem Gesamtschaden von 668,3 Milliarden Yen (6,69 Milliarden Euro)."

    Wenn ich mir die Zahlen anschaue, komme ich zu dem Schluss, dass diese Rechnung bestimmt wie immer auf der folgenden Annahme beruht: Jedes Lied, das heruntergeladen wurde, wäre ansonsten gekauft worden.

    Ich frage mich echt, wann auch der letzte Depp merkt, dass diese Rechnung nicht der Realität entspricht.
  6. #6

    Hirnverbrant

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der illegale Download von Filmen oder Liedern kann nun sogar zu Gefängnisstrafen führen: In Japan tritt dieses Jahr ein neues Gesetz in Kraft. Kritiker bemängeln die schwammige Formulierung und fürchten eine Kriminalisierung der breiten Bevölkerung.

    Japan verschärft Strafen für Filesharer - SPIEGEL ONLINE
    Das heißt für Musik, die man im Radio kostenfrei hören und aufnehmen kann, kann man ins Gefängnis kommen bzw. persönlich ruiniert werden, wenn man diese über den Empfangskanal Internet bezieht.
    Wo bitte ist da die Verhältnismäßigkeit bzw. wo ist hier die Aufgabe des Staates, für die Rechte der Bürger einzutreten, noch gegeben?!?
    Man kann nur hoffen, das solch hirnverbrantes Gedankengut bei unseren Gesetzgebern niemals Gehör finden wird und dass diese den weit geöffneten Brieftaschen der Lobbyisten weitestgehend wiederstehen können!
  7. #7

    Zitat von cor Beitrag anzeigen
    "Nach RIAJ-Angaben wurden 2010 in Japan 4,36 Milliarden Musiktitel illegal heruntergeladen, bei einem Gesamtschaden von 668,3 Milliarden Yen (6,69 Milliarden Euro)."

    Wenn ich mir die Zahlen anschaue, komme ich zu dem Schluss, dass diese Rechnung bestimmt wie immer auf der folgenden Annahme beruht: Jedes Lied, das heruntergeladen wurde, wäre ansonsten gekauft worden.

    Ich frage mich echt, wann auch der letzte Depp merkt, dass diese Rechnung nicht der Realität entspricht.
    Deswegen mein Eingangsbeitrag: der reine Download richtet überhaupt keine Schäden an. Der Kunde nutzt lediglich den günstigsten Anbieter.
    Wenn der günstigste Anbieter kostenlos ist und keine Lizenzen zum Vertrieb von Musikstücken & co hat, macht er sich in meinen Augen strafbar und kann belangt werden. Der Kunde am anderen Ende dagegen kann nicht (immer) erkennen, ob der zur Verfügung gestellte Download rechtlich einwandfrei ist, weil "kostenlos" nicht automatisch "illegal" bedeutet. Es gibt genügend Künstler, welche zu Demonstrationszwecken ihre Musik kostenfrei zum Download anbieten und dadurch hinreichend bekannt werden, um ihre CDs verkaufen zu können!
  8. #8

    @The Captain
    Recht bedeutet wohl auch in Japan nicht automatisch GErecht.

    Es kann allerdings so ziemlich jeder, der auf der Suche nach einem Titel ist und auf Seiten wo irgendwas mit "Untergrund" oder sowas steht, sich ausmahlen, dass der Download nicht legal sein kann. Abgesehen davon, wer davon ausgeht einen aktuellen Titel für lau runterzuladen, wo der gleiche Titel bei Amazon oder Itunes Betrag X kostet, kann sich ebenfalls sicher sein, dass der Download illegal war.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der illegale Download von Filmen oder Liedern kann nun sogar zu Gefängnisstrafen führen: In Japan tritt dieses Jahr ein neues Gesetz in Kraft. Kritiker bemängeln die schwammige Formulierung und fürchten eine Kriminalisierung der breiten Bevölkerung.

    Japan verschärft Strafen für Filesharer - SPIEGEL ONLINE
    Das wird den russischen und schwedischen VPN Anbietern nur weiter die Kunden in die Arme treiben.

    PS:
    "Nach RIAJ-Angaben wurden 2010 in Japan 4,36 Milliarden Musiktitel illegal heruntergeladen, bei einem Gesamtschaden von 668,3 Milliarden Yen (6,69 Milliarden Euro)."

    Ja nee, ist klar. Jeder Japaner der sich ein Lied aus dem Interweb runtergeladen hat, hätte das auch für 1,53€ gekauft....


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