Zitat von
Paul Panda
Ich weiß, dass ich ein (leichter) Hypochonder bin und meinen Mitmenschen deswegen schon oft auf den Keks gegangen bin. Ein Arzt bescheinigte mir einmal, dass ich nun mal "sehr sensibel" sei und damit leben müsse. Aber was soll ich machen: Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendwas an irgendeiner Körperstelle ziept oder kneift oder es mir flau im Magen oder Darm ist, oder ich über Sodbrennen oder Augenbrennen, Hautreizungen, plötzliche Gelenkschmerzen oder allgemeines Unwohlsein klage. Vor allem auf Reisen, wo ich den ganzen Mist am wenigsten gebrauchen kann.
Gelegentlich sind es auch nur störende (aber nicht schmerzhafte) Empfindungen an bestimmten Stellen im Körper - das heißt: ich spüre Organe, die man normalerweise gar nicht spürt. Das kann dann für ein paar Tage ganz schön nerven. Oft genügt schon der Kauf entsprechender Medizin (ohne deren Einnahme), und die Symptome hören auf oder, was noch interessanter ist, wechseln.
Mein Verstand sagt mir zwar, dass dies alles harmlos sei und ich mir alles einbilde, aber eingebildete Beschwerden sind nun mal genau so unangenehm wie echte, und das ist das Hauptproblem. Aus diesem Grunde würde ich mich schon über etwas mehr Verständnis für Hypochonder freuen. Zum Arzt renne ich, zur Beruhigung aller, die Krankenkassenbeiträge zahlen, damit so gut wie nie, da ich inzwischen herausgefunden habe, wogegen welche rezeptfreien Mittelchen bzw. Verhaltensweisen am besten helfen. Ursache? Vielleicht liegt meine Hypochondrie daran, dass ich schon als kleines Kind fast immer mit anhören musste, wenn sich meine Großeltern mit ihren Bekannten ausgiebig über Krankheiten unterhielten, was sehr häufig geschah.