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Hype um Laura Dekker: Runter vom Schiff, rein in den Rummel

500 Tage Einsamkeit, Wind und Wellen - und jetzt das. Laura Dekker ist in der Karibik angekommen, als jüngste Weltumseglerin überhaupt. Doch auf Hype und Mediengetöse*hat die 16-Jährige keine Lust. Sie will vor allem erstmal eins: Teenager sein.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...810612,00.html
  1. #70

    erfüllte wunsch

    Zitat von hojas Beitrag anzeigen
    Ja ja - wenn das Boot aber gekentert wäreund was weiß ich noch passiert wäre, dann würden alle schreien, dass es unverantwortlich war, einen Teenager so einer Strapaze auszusetzen.
    Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass so eine Aktion mehr dem Geltungsbedürfnis unverantwortlicher Elternteile (hier der Vater) geschuldet ist.
    ME sollte das Guiness Buch nur noch Rekorde von Volljährigen aufnehmen, um solch gefährlichen Blödsinn nicht noch attraktiv zu machen.
    Das Kapitel: Jüngste etc. wurde von Guinness Buch der Rekorde abgeschafft, Laura wird nicht im Buch der Rekorde kommen.
  2. #71

    Egotripperei

    Zitat von lorn order Beitrag anzeigen
    Mein Beitrag ist ernst gemeint.

    Was heisst hier infame Unterstellungen?

    Das Mädchen war keinem Argument zugänglich, zunächst die Schule zu beenden und anschliessend alleine um die Welt zu segeln. Es ging ihr von vornherein um den fragwürdigen Welrekord. Das nenne ich selbstsüchtig und egozentrisch.

    Es wird immer wieder von der Erfüllung eines Lebenstraums gesprochen. Handelt es sich nicht vielmehr um eine jugendliche Schwärmerei? Für einen Lebenstraum sollte die betreffende Person doch deutlich älter und reifer sein.

    In meinen Augen muss jeder Mensch, der anderthalb Jahre Einsamkeit und Entbehrungen auf sich nimmt, um eine Einhand-Weltumseglung zu unternehmen, ein gerüttelt Mass an Ichbezogenheit mitbringen.
    So ein Solo-trip ist doch dann eine Egotripperei.

    Was soll an dieser meiner Weltsicht denn naiv sein, ich finde sie vielmehr ernüchternd, da ich mich nicht an den Helden- und Lobgesängen für Laura Dekker beteilige.
    Vor ein paar Monaten unterhielt ich mich mit einem holländischen Geschäftspartner. Traditionell landeten wir dann auch prompt wieder beim Fussball.
    Ich riet ihm endlich einzusehen, dass Deutschland die bessere Nationalmannschaft hat, aber mit dieser 16jährigen Weltumseglerin sind sie uns eindeutig voraus. Wir haben nur Lena.
  3. #72

    ach

    Zitat von Ursprung Beitrag anzeigen
    Aus diesem Beitrag spricht der Laie:
    es gibt Autobahnen zur See. Manche duerfen Sie nicht mal kreuzen, steht auch in jeder Karte.
    Natuerlich fahren Segler nicht auf Autobahnen.(...)
    ach so, außerhalb der Autobahnen muss man nicht gucken. Das wusste ich in der Tat noch nicht. :-)

    Ein weitere Gefahr besteht in der Kollision mit treibenden Containern, was einem nachts natürlich auch mit Ausguck passieren kann. Tagsüber wäre es natürlich ärgerlich, wenn man sich kurz vorher in die Koje gelegt hätte, oder vorm Bordcomputer hing beim Chatten.
  4. #73

    Ganz unagressiv

    Zitat von Ostwestfale Beitrag anzeigen
    Ist das so ungewöhnlich, dass ich `ne Landratte bin und vom Segeln keine Ahnung habe? Ich hab´in einem früheren Posting doch schon meine Hochachtung vor Laura geäußert und wollte mit Hilfe meiner Fragen nur ein genaues Bild der möglichen konkreten Gefahren machen.Sorry, dass ich jenseits aller vorschnellen moralisch-engstirnigen Einwände gegen Lauras Weltumsegelung echtes Interesse geäußert habe, um die ganze Sache besser einordnen zu können...
    Ich versuchte nur darzustellen, dass Ihre Fragen zu beantworten, ein Buch fuellen koennte und doch nicht Ihre Neugier befriedigen wuerde.
    Nichts, aber auch gar nichts ist agressiv gemeint. Sorry, dass Sie irgendwo Anlass dafuer in meinem Text sahen.
  5. #74

    Zitat von prandtner Beitrag anzeigen
    Ich bin ja auch für Ordnung und Regeln- für die Mehrheit der Leute. Aber bitte nicht für die Ausnahmen.

    Nach Ihrem Standard war auch so ziemlich jeder selbstsüchtig und egozentrisch, der die Menschheit vorangebracht hat.

    Das hat sie zwar nicht. Aber für ihre Entwicklung als Persönlichkeit war die Weltumsegelung allemal wertvoller als die Schuljahre.

    Wer fest glaubt, etwas Ungewöhnliches zu können und dran bleibt, wird häufig ein interessanter Mensch und hat überdurchschnittlich häufig auch Erfolg. Für solche Leute ist es schädlich, wenn man sie zwingt, die ausgetreten Pfade zu gehen, die für Menschen ohne einen so starken Willen durchaus nützlich sind.
    Nebenbei Schüler die ein Austauschjahr machen wiederholen oft das Schuljahr in Deutschland, das sie halt ein Jahr verpasst haben in der deutschen Schule.
  6. #75

    Unterm Kiel

    Zitat von kl1678 Beitrag anzeigen
    ach so, außerhalb der Autobahnen muss man nicht gucken. Das wusste ich in der Tat noch nicht. :-)

    Ein weitere Gefahr besteht in der Kollision mit treibenden Containern, was einem nachts natürlich auch mit Ausguck passieren kann. Tagsüber wäre es natürlich ärgerlich, wenn man sich kurz vorher in die Koje gelegt hätte, oder vorm Bordcomputer hing beim Chatten.
    Richtig, ausserhalb der Autobahnen muessen Sie nicht meistens nicht so auf den Verkehr schauen gemeinhin.
    Wer nicht Regatten gegen die Zeit segelt, Beispiel Ellen McArthur, wenn die einhand unterwegs ist und nun Angst vor Containern hat, kann ja auch in Ruhe beidrehen, wenn er `ne Muetze voll Schlaf braucht.
    Dann sind die vielen an der Seeoberflaeche rumschwabbelnden Container zumindest weniger gefaehrlich.
    Meistens sind die allerdings ein paar Tausend Meter weit weg, unterm Kiel beispielsweise.
  7. #76

    Re: Herausforderung für Pädagogen

    Zitat von friedollin Beitrag anzeigen
    Die Weltumsegelung der Teenagerin stellt die allzu schematische Sichtweise der Pädagogik in Frage, die Kinder und Jugendliche in erster Linie als schutzbedürftig und als Objekte von Erziehung ansieht.
    Diese Sichtweise nicht nur von Pädagogen, sondern auch Möchtegern-Pädagogen, hat sich ja tief bis in die Gesetzgebung gefressen. Sie hätte Laura beinahe das Leben gekostet. Man kann ihr dankbar sein, dass sie dieser Sichtweise entgegengewirkt hat, mit einer beeindruckenden Leistung statt Worten.
  8. #77

    Re: Erziehung

    Zitat von lorn order Beitrag anzeigen
    Dieses Mädchen war während ihrer Pubertät, einer besonders prägenden Lebensphase, 500 Tage allein und ohne jede Erziehung durch Eltern oder soziales Umfeld.

    Während dieser Zeit konnte sie ihren selbsüchtigen, egozentrischen Wunsch ausleben, die bislang jüngste Weltumseglerin zu werden.

    Diese Ichbezogenheit und Egotripperei wurde während dieser 500 Tage, davor und jetzt danach auch noch unterstützt.

    Ich fürchte, dass unter diesen Umständen kein besonders angenehmer Mensch aus dem Mädchen wird und bin froh, nichts mit ihr zu tun zu haben.
    Noch besteht die Chance, dass sie sich zufällig für dasselbe Studienfach entscheidet wie ich, denn dieses Fach ist maritim, eine Herausforderung und etwas exotisch, für Ego-Trips gut geeignet, und dass es sie in dieselbe Firma zieht. Mit so einer Kollegin würde ich sehr gerne zusammenarbeiten.
  9. #78

    Außergewöhnlich

    Aus diesem tollen Mädchen wird sicher auch eine ganz starke, tolle Frau!
    Neidloser Glückwunsch!
  10. #79

    Re: Blindflug

    Zitat von kl1678 Beitrag anzeigen
    Im Idealfall wird der Segler durch moderne Technik (Radar-, AIS-Alarm) rechtzeitig geweckt und dann wach genug, ein erfolgreiches Ausweichmanöver durchzuführen.
    Nach allem, was ich gelesen zu haben glaube, war Laura damit ausgestattet, und als das kaputt ging hat sie unterbrochen und Ersatz kommen lassen. Oder?


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