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Hygienemängel in deutschen Kliniken: Krieg um die Keime

REUTERS225.000 Wundinfektionen nach Operationen, bis zu 15.000 Tote pro Jahr: Der Mangel an Hygiene gehört in deutschen Krankenhäusern zu den größten Gefahren. Eine bessere Qualitätssicherung soll Abhilfe schaffen - doch zwischen Vertretern von Kliniken und Patienten kam es jetzt zum Eklat.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...831239,00.html
  1. #10

    Hygienemängel in Krankenhäusern

    Nur ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit zu ungenügender Hygiene in Krankenhäusern:
    Bei einem Besuch eines Familienangehörigen auf der Herz-Intensivstation eines privaten Harburger Krankenhauses waren Seifen- und Sterilisationsmittelbehälter auf dem Patienten- bzw. Besucher-WC leer. Das gleiche ein paar Tage später auf der "Normalstation".
    Das unter diesen Umständen kein Interesse an einer öffentlichen Diskussion bzw. einem Kontrollsystem seitens der Krankenhäuser besteht, verwundert nicht!
  2. #11

    ...

    die sache ist komplex. Hygiene ist die eine sache, mangelnde therapien die andere. problematisch sind die resistenten keime. Die antibiotika sind von scharfen schwert zum stumpfen dolch geworden. dank des massenhaften einsatzes in der tierhaltung und naturlich auch in der humanmedizin bei jedem huster wird das eher schlimmer als besser...anderherum ist dieser medikamentenzweig finanzielles rückgrat der pharmaindustrie... Ein teufelskreis.
    Wen es interessiert, es gäbe noch ganz andere möglichkeiten,aber die pharmariesen und die verfechter der westlichen schulmedizin tun so, als wäre das scharlatanerie und voodootanz...
    http://www.youtube.com/watch?v=_mm3GlUnGFk
    Der witz ist, dass es zur westlichen arroganz gehört, dass den angehenden medizinern nicht mal etwas zur altwrnative zu antibiotika zu lehren... solange man hier zulande nicht umdenkt und andere wege geht, wird die opferzahl durch krankenhauskeime weiter steigen.
  3. #12

    Mal 'ne journalistische Nachfrage

    Ich wundere mich über die Zahl 1000, die von den 225.000 (dreimal im Text erwähnt, obwohl es eine Schätzung ist) Infektionen "erfasst" worden sein sollen. Wo erfasst? Und würde es etwas helfen mehr zu erfassen?

    Ich würde schätzen, dass jede Klinik der Maximalversorgung etwa 1000 Wundinfektionen pro Jahr hat.

    Das Reinigungspersonal ist das eine, die gestiegene Arbeitsdichte das andere: Liefen früher drei OPs in einem Saal, sind es heute fünf oder mehr. Aber natürlich zählt auch das Argument: Alle werden immer älter und kränker und die OPs immer eingreifender. Dann werden eben mehr Antibiotika benötigt und mehr Infektionen entstehen.

    Ob Isolation eine Lösung ist bezweifle ich, da - zumindest auf Intensivststionen - isolierte Patienten _häufiger_ versterben, möglicherweise weil sie schlechter betreut sind. Man muss sich ja jedes Mal einschleusen/umziehen, um zum Patienten zu kommen...
  4. #13

    Solange ich nicht zum Arzt gehe, bin ich auch nicht krank

    Zitat von rhodensteiner Beitrag anzeigen
    Mangel an Hygiene ist Mangel an Geld. Die Krankenhäuser müssen heutzutage eben mindestens kostendeckend arbeiten, die Privaten (Vivantes,etc., ...) müssen sogar Profit abwerfen.
    Soll das eine Rechtfertigung, eine Ausrede, eine Entschuldigung sein ?
    Das ist zynisch!
  5. #14

    .

    Zitat von blowup Beitrag anzeigen
    Hoch lebe der Zynismus, was? Also, wenn 30 Prozent von 15000 Toten vermeidbar wären, sind das fast 5000 Menschenleben. (lassen wir mal Verstümmelungen durch Amputationen großzügig außer acht).

    Wenn man sich überlegt, was der Staat alles an Gängelung und Verboten erlässt, um höchstens ein paar Hundert Menschenleben "zu retten", erscheint das ziemlich verlogen. Ach so, Verbote kosten ja nichts (außer die Freiheit der Bürger). Aber wenns an Geld geht, dann sind Menschenleben egal, was?
    Steigt nicht ein Infektionsrisiko mit einem gestiegenen Stressfaktor, der den Körper zusätzlich schwächt? Ich z. B. musste wegen einer Chemo-Therapie im Jugendalter viel Zeit in Krankenhäusern und Kliniken verbringen. Erholt habe ich mich dort nie. Schlaf gehört für mich zur Erholung und in einem 4-Mann Zimmer, in dem Nachts die Schwestern wegen jedem Furz reinkommen und spätestens um 06:00 Uhr Morgens die Lichter angehen, kann ich nicht schlafen. Ich habe mich deswegen schon sehr oft selbst entlassen um mich Zuhause zu regenerieren. Ich kann ja durchaus jeden Tag (tagsüber) für ein paar Stunden in die Klinik fahren aber Nachts schlafe ich in einem Krankenhaus höchstens 1 Stunde.
  6. #15

    Solange ich nicht zum Arzt gehe, bin ich auch nicht krank

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    :Krieg um die Keime
    Die Überschrift fasst das Dilemma in der schönsten und knappesten Form zusammen: Krieg um Keime.
    Man sollte sich dem Krieg gegen die Keime widmen!
  7. #16

    Zitat von na_iche Beitrag anzeigen
    [...]
    Wen es interessiert, es gäbe noch ganz andere möglichkeiten,aber die pharmariesen und die verfechter der westlichen schulmedizin tun so, als wäre das scharlatanerie und voodootanz...
    Lebensretter Ostblockviren - Ein Weg aus der Antibiotikakrise mit Phagen - YouTube
    Der witz ist, dass es zur westlichen arroganz gehört, dass den angehenden medizinern nicht mal etwas zur altwrnative zu antibiotika zu lehren... solange man hier zulande nicht umdenkt und andere wege geht, wird die opferzahl durch krankenhauskeime weiter steigen.
    Schoen! Aber gibt es auch schon Breitbandphagen?

    Und auch Phagen werden von der boesen Pharmaindustrie gezuechtet werden muessen ...
  8. #17

    Zitat von moev Beitrag anzeigen
    Eher Pechsache. Bei der Anzahl der potentiell betroffenen sind 15.000 ein sehr niedriger Prozentsatz. Der ist natürlich immer noch zu hoch und sollte gesenkt werden, allerdings sind deswegen die Krankenhäuser keine Todesfallen in denem man nach jeder OP Glückspilz sein muss nicht diese Keime zu erwischen, sondern eben einer der Pechvögel sein muss die sie erwischen.
    Das geht völlig an der Realität vorbei - nicht nur die Hygienemängel in deutschen Kliniken sind eklatant, manche Pflegeheime sind geradezu durchsetzt mit MRSA-Patienten. Es würde mich wirklich wundern wenn die Anzahl der Infektionen über alle Sektoren des deutschen Gesundheitssystems hinweg so niedrig wäre wie im Artikel angegeben.
    Infektionen da als "Pech" zu bezeichen ist ein Witz.
    Es wurde hier bereits mehrfach erwähnt - als Deutscher in einem holländischen Krankenhaus erfährt man mal wie sich damals Aussäztige in Lepra-Kolonien gefühlt haben müssen. Und ja, die Holländer haben vollumfänglich Recht.
    Ihre Argumentation à la "es ist doch alles halb so wild" ist der Grund warum sich an den Teils desolaten Zuständen in deutschen Kliniken seit Jahrzehnten schon nichts ändert (ist ja nicht so dass das ein neues Problem wäre...). Es ist schockierend teilweise live mitzuerleben was für grundlegende Fehler in puncto Hygiene in Kliniken Alltag sind (von der Reinigungskraft bis zum Chefarzt rauf ist da keiner ausgenommen)
  9. #18

    Zitat von vincent1958 Beitrag anzeigen
    ..gibts ja in Holland weniger Pechvögel!...Gehen sie dort mal in ein Krankenhaus;da werden Sie als deutsches" MRSA Keim Mutterschiff "erst mal 3 Tage in Quarantäne gesteckt....die Jungs da drüben sind erheblich weiter in dieser Frage!
    Tja, hier geht das schon alleine deshalb nicht, weil der MDK (medizynischer Dienst der Krankenkassen) Ihnen diese Kosten einfach mal so rausstreicht. Das erbringen Sie sozusagen für lau. Stichwort "Verweildauerüberschreitung" Kein Krankenhaus kann sich das leisten.

    Aber scheinheilig gegen Mißstände protestieren, das ist natürlich drin - vor allem bei den Kostenträgern (Krankenkassen)
  10. #19

    Zitat von vincent1958 Beitrag anzeigen
    ..gibts ja in Holland weniger Pechvögel!
    Ja.
    Zitat von vincent1958 Beitrag anzeigen
    ...Gehen sie dort mal in ein Krankenhaus;da werden Sie als deutsches" MRSA Keim Mutterschiff "erst mal 3 Tage in Quarantäne gesteckt....die Jungs da drüben sind erheblich weiter in dieser Frage!
    Und trotzdem erwischt es leider hin und wieder den ein oder anderern.

    Die letzten Zahlen die ich für Deutschland finden konnte waren für 2004, in diesem Jahr wurden 11,5 Millionen Operationen durchgeführt.

    Die 15.000 sind also 0,1%. Wäre sicher schön wenn man es auf 0,01% reduzieren könnte, aber es bleibt für den einzelnen eine vernachlässigbare Bedrohung. Da ist es wahrscheinlich auf dem Weg in KH einen schweren Unfall zu haben.


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