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Hybrid- und Elektroautos: Meine Emissionen sind kleiner als deine

Wer ist der Sauberste? Wenn 2010 die ersten Elektroautos auf den Markt kommen, ist das die entscheidende Frage. Weil der Gesetzgeber den technologischen Wandel verschlafen hat, können Autohersteller die Kunden an der Nase herumführen - und Verbrauch und Emissionen munter beschönigen.

http://www.spiegel.de/auto/fahrkultu...656189,00.html
  1. #1

    Mpg

    1 Gallone = 3,78541178 Liter
  2. #2

    CO2 und Liter unterscheiden

    In einem stimme ich dem Artikel völlig zu: dass Opel den Ampera mit einem Verbrauch von "1,6 Litern auf 100km" bewerben darf, weil dies für die /ersten/ 100km der Fall ist, das ist wirklich eine böse Falle. Sowas sollte nicht erlaubt sein. Der Verbrauch in Litern soll sich bei Fahrzeugen mit einem Benzin/Diesel-Tank gefälligst darauf beziehen, dass man sich die ganze Fahrt über aus diesem Tank bedient. Denn dass genau das gemeint ist, muss man als Normalbürger erwarten. Da hilft es dann auch nicht, dass Opel die wahren 4,8 Liter irgendwo in einer Fußnote nachschiebt.

    Was den CO2-Ausstoß angeht, bin ich dagegen anderer Meinung. Natürlich verursacht man einen CO2-Ausstoß, wenn man sich den Strom aus dem nächsten Kohlekraftwerk holt, aber das ist jedem klar. Genauso klar ist, dass man keinen CO2-Ausstoß erzeugt, wenn der Strom aus dem Windrad oder der Solaranlage kommt. Man sieht heutzutage auf der Stromrechnung, was man verursacht. Beim Autokauf kann es gar keine sinnvolle Zahl dazu geben, weil der Autohändler nicht wissen kann, woher der Kunde seinen Strom bezieht. Vom Elektroauto selbst kommt jedenfalls kein CO2-Ausstoß, und deshalb kann/darf/muss dort die 0 stehen.

    Auf jeden Fall brauchen wir eine neue Kennzeichnung, aus der klar hervorgeht, was wirklich los ist. Und aus der insbesondere hervorgeht, wie effizient der reine Elektrobetrieb ist. Ich würde mir wünschen, dass man eine Verbrauchszahl in KWh einführt (incl. Verluste durch die Batterietechnik). Und zwar für alle Autos gleichermaßen (dadurch lässt es sich leicht vergleichen). Bei Wagen, die sich aus unterschiedlichen Treibstoffquellen bedienen, müsste man die Zahl für jeden Modus einzeln angeben. Die 'eine' Zahl für alles gibt es dann nicht mehr, und das ist auch gut so - stiftet nur Verwirrung.
  3. #3

    Guter Anfang, schlechtes Ende

    Hallo,
    nichts gegen die Kernaussage und gegen die nette Umschreibung ... aber hätte sich der Autor nicht mal das Wie überlegen können?!
    "Elektroautos sind nicht sauberer als Spritschlucker denn Sie verpulvern Kohlendioxid durch die Kraftwerke"
    Geht's noch?!

    Weil die Regierung und die Stromkonzerne es nicht schaffen NUR saubere Kraftwerke zu bauen, ist der dumme Autofahrer schuld weil er diesen Umstand nicht beachtet hat und deshalb genauso gut einen Benziner nehmen kann.
    Wenn der Artikel mit einer Kritik oder einem Appell hätte enden wollen, dann bitte im Stil von: "Elektroautos sind ein Riesenschritt aber die Stromkraftwerke müssen auf dem gleichen zeitlichen Stand sein".

    Aber so wirkt der Artikel wie von Einem geschrieben der nie zufrieden ist und der entweder Alles oder Nichts will.
    Wahrscheinlich steht der Verfasser vor seinem BMW 3er und sagt überzeugt:

    "Mein Wagen stösst Kohlendioxid aus, aber was soll's! Solange die Stromkraftwerke nicht 100% umweltfreundlich sind ist dieser Wagen genauso sauber wie Toyota's Elektroauto."

    So wird sich bestimmt nichts ändern.
  4. #4

    Warum Kohlekraftwerke?

    Hier wird geschrieben:
    Das führt zu wunderlichen Ergebnissen. Der Opel Ampera (das deutsche Alter Ego des Chevy Volt) hat einen ECE-Verbrauch von 1,6 Litern, woraus ein CO2-Wert von sensationell niedrigen 37,9 g/km resultiert. Die Rechung lässt freilich außer acht, dass der Strom für die ersten, benzinfrei absolvierten 60 Kilometer irgendwo herkommen muss - aus Kohlekraftwerken zum Beispiel.
    Ist die Rechnung wieder anders wenn der Strom aus Windrädern kommt?
    Was ist mit dem Energiemix?
    Atomenergie...
  5. #5

    Ruf nach Vorschriften

    Ein Kfz benötigt eine bestimmte Energiemenge um von A nach
    B zu kommen. Diese hängt uA vom Gewicht ab. Klar, da baue ich
    zusätzlich noch einen Elektromotor und eine halbe Tonne Akkus
    hinein und habe dann Null-Emission ...

    Der Strom kommt ja aus der Steckdose. Wird das Öl halt im
    Kraftwerk verbrannt oder ich nehme Atom. Echter Fortschritt.

    Wozu der Ruf nach dem Gesetzgeber ? Der EU-Prüfzyklus ist
    praxisfern, einer für Elektrokarren vermutlich nicht besser.
    Die Lobyisten werden sich da auch wieder einklinken, je nach
    Interessenlage kommt dann auch wieder praxisferner Unsinn
    heraus.
  6. #6

    Kohlekraftwerke gibt es vor allem in D und Polen

    Komme aus der Schweiz, wo der Strom in Wasserkraftwerken und Atomkraftwerken erzeugt wird. Dass Elektroautos in Deutschland Kohlestrom tanken ist wohl bald ein politisches Problem für Deutschland, nicht aber ein Problem des deutschen Autofahrers. Ich schaetze, dass in 20 Jahren Werbung für Kohelkraft (gar Braunkohle) wie ich sie im SPON immer wieder miterlebe, verboten sein wird und sich im Bewusstein eingeprägt haben wird: Kohle tötet.
  7. #7

    Einige ergänzende Gedanken...

    Zu ihrem Artikel fallen mir wenigstens zwei Gedanken ein, die man vielleicht ergänzen sollte, nämlich
    1. Ist es aus Gründen der Vergleichbarkeit natürlich schon das beste, dieselben Kriterien zur Beurteilung des Verbrauchs von Elektroautos anzuwenden wie bei Autos mit Verbrennungsmotoren, auch wenn diese Kriterien selbst vielleicht nicht stichhaltig sind.
    2. Ist die Idee der Renaissance der Elektroautos natürlich die Möglichkeit, CO2-frei zu fahren, was im Moment zwar wegen der Kohlekraftwerke noch nicht, aber bei einem langfristigen vollständigem Umstieg auf erneuerbare Energien dann doch möglich sein wird, was aber freilich nicht geht, wenn man die Mineralölprodukte direkt verheizt (dieses hätte man meines Erachtens wenigstens erwähnen sollen).
  8. #8

    Wie, der Strom kommt aus dem Kraftwerk?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer ist der Sauberste? Wenn 2010 die ersten Elektroautos auf den Markt kommen, ist das die entscheidende Frage. Weil der Gesetzgeber den technologischen Wandel verschlafen hat, können Autohersteller die Kunden an der Nase herumführen - und Verbrauch und Emissionen munter beschönigen.

    http://www.spiegel.de/auto/fahrkultu...656189,00.html
    Daß ich noch erleben darf, daß mal in der zeitung steht, daß Strom für E-Autos aus der Steckdose und damit aus einem Kraftwerk kommt...Nicht zu fassen.
    Wird man das vielleicht jetzt auch für die als Allheilmittel gepriesene Brennstoffzelle einsehen?
    Daß sich der Kunde so aufs Kreuz legen läßt hat übrigens rein gar nichts mit dem "Verschlafen der Entwicklung" durch die Autokonzerne zu tun, sondern mit der reißerischen Erischtserstattung durch die Medien, die die über alles, wo elektro draufsteht jubeln ("Hurra, ein Disco-Bus in Köln fährrt mit Strom! Super, der Ministerfuhrpark in Berlin [oder wo auch immer] wird auf E-Autos umgerüstet!")

    Tztztz....

    Gruß
    Aquifex
  9. #9

    Irrweg Elektromotor?

    Diesen Hype um den Elektromotor im Auto kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Fragen wir mal auf lateinisch: Cui bono? - Wem nützt's?

    1. Die Automobilindustrie hat ein Qualitätsproblem. Wenn ich an meine ersten Autos denke - nach 150.000 km waren die ausgelutscht. Mein jetziges hat 165.000 km auf dem Tacho und wird wohl noch das doppelte schaffen. Neue Technologie - neue Vorschriften - neue Umsätze. Es ist ja so einfach.

    2. Die Energiekonzerne - hier mal die mit dem Strom: Neue Märkte, ganz einfach.

    Und dabei ist fraglich, ob das ganze wirklich funktioniert. Wie im Artikel - Auch bei der Produktion von Strom entsteht CO2. Und beim Transport gibt's Verluste (10 %), beim Wandeln in chemische Energie im Akku und beim Rückwandeln (50 %) und so weiter. Und damit haben wir den Verbrauch von 15,5 kWh/100 km schon mehr als verdoppelt.

    Und das ganze mit fragwürdiger Technologie: Giftige Säuren in den Akkumulatoren, beschränkte Rohstoffvorräte, nur wenige Lieferanten für die Rohstoffe.

    Vielleicht sollten wir mal andere Wege gehen: In den küstennahen Wüsten dieser Erde könnte man z.B. Algen mittels Sonnenlicht und Meerwasser in Retorten züchten, daraus Ethanol gewinnen und das wieder verbrennen. Dann hätten wir auch nicht das Reichweitenproblem. Im Stadtverkehr (60 km wie Chevrolet Volt) brauch ich eh kaum ein Auto. Und der Fernpendler von Deggendorf nach München, der würde ohne schwere Akkus und zusätzliche Elektromotoren sparsamer fahren. Und es bliebe noch ausreichend Kofferraum für den Wochenbedarf einer vierköpfigen Familie an Getränken.








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