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Hungriges Raubtier: Eisbär schwimmt fast 700 Kilometer am Stück

Im Sommer müssen Eisbären oft fasten - weil ihre Nahrung mit dem arktischen Eis nach Norden wandert. Manchmal schwimmen die hungrigen Tiere der Beute auch hinterher - und*überwinden dabei unglaubliche Distanzen, wie ein aktueller Fall beweist.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...741707,00.html
  1. #50

    Arktis Eisfrei

    Interessant ist vielleicht auch zu erwähnen, dass es auch in der jüngeren Vergangenheit starke Schwankungen bei der arktischen Eisbedeckung gab. So legen Arbeiten Norwegischer Forscher nahe, dass die Arktis vor 6000-7000 Jahren teilweise Eisfrei war.

    http://www.ngu.no/en-gb/Aktuelt/2008...000-years-ago/
    Das wundert nicht unbedingt. Aus den in Zentralgrönland geborgenen Eiskernen kann man die Temperatur dort recht gut rekonstruieren. Und dabei findet man für den Zeitraum von vor 5000-8000 Jahren Temperaturen, die etwa 2,5 °C höher waren, als heutzutage:
    http://www.science-skeptical.de/blog...-kalter/00896/

    Offensichtlich haben die Eisbären diese Schwankungen unbeschadet überstanden. Wir sollten uns also mehr über die Anpassungsfähigkeit dieser Tiere freuen, als ständig neue Schreckgespenster an die Wand zu malen.
  2. #51

    Warmes Mittelalter?

    [QUOTE=facepalm;7038921]Die von vielen Skeptikern "heiß"geliebte Mittelalterliche Warmphase war mit recht hoher Sicherheit eben nicht wärmer als die Gegenwart:
    http://www.ncdc.noaa.gov/paleo/pubs/.../mann2008.html
    Die Studie von Michael Mann, auf die Sie verweisen, ist im Grunde ein Neuaufguss des ziemlich in Verruf geratenen "Hockeyschlägers" vom gleichen Autor.
    In einer jüngeren Arbeit vom gleichen Autor schreibt dieser, dass es an einigen Stellen im Mittelalter durchaus wärmer war als heute, das wäre aber lokal begrenzt gewesen.

    http://www.science-skeptical.de/blog...ptance/001310/

    Ob es wärend der Zeit des Mittelalters global wärmer war als heute ist sehr schwer zu beantworten. Schließlich ist die Ermittlung einer aktuellen Globaltemperatur mit all den Messstationen die wir heute haben, immer noch ein schwieriges Unterfangen. Da aus Temperatur-Proxy-Daten vergleiche mit der Vergangenheit anzustellen ist nicht einfach.

    Fest steht jedoch, dass es vor 1000 Jahren an vielen Orten der Welt (und das weltweit) wärmer war als heute. Und auch historische Aufzeichnungen etwa über Flusspegel Vegetatgionsperioden aus vielen Teilen der Welt bestätigen das.

    http://www.science-skeptical.de/blog...lation/001195/

    Hier finden Sie eine Übersichtskarte mit Temperaturrekostruktionen, die das Mittelalter wärmer zeigen als die heutige Zeit:

    http://pages.science-skeptical.de/MW...armPeriod.html
  3. #52

    Zuerst der

    Zitat von rudolf.kipp Beitrag anzeigen
    Fest steht jedoch, dass es vor 1000 Jahren an vielen Orten der Welt (und das weltweit) wärmer war als heute. Und auch historische Aufzeichnungen etwa über Flusspegel Vegetatgionsperioden aus vielen Teilen der Welt bestätigen das.

    http://www.science-skeptical.de/blog...lation/001195/
    Dann sagen Sie mir doch wo in Südnorwegen und Schottland Wein angebaut worden ist. Ich frage das in jedem Klimablog und bekomme keine Antwort.
    Übrigens Gerste, Weizen und Roggen werden heute weiter nördlich angebaut als je zuvor.

    Zitat von rudolf.kipp Beitrag anzeigen
    Hier finden Sie eine Übersichtskarte mit Temperaturrekostruktionen, die das Mittelalter wärmer zeigen als die heutige Zeit:

    http://pages.science-skeptical.de/MW...armPeriod.html
    Da mach ich mal den ersten Link aus Ihrem Bildchen auf:
    http://pages.science-skeptical.de/MWP/Paulsen-2003.html
    Upps. CWP wärmer als MWP. Vieleicht sollten sich die Klimaskeptiker mehr e-mails zusenden.
  4. #53

    Die zweite

    Zitat von rudolf.kipp Beitrag anzeigen
    Interessant ist vielleicht auch zu erwähnen, dass es auch in der jüngeren Vergangenheit starke Schwankungen bei der arktischen Eisbedeckung gab. So legen Arbeiten Norwegischer Forscher nahe, dass die Arktis vor 6000-7000 Jahren teilweise Eisfrei war.

    http://www.ngu.no/en-gb/Aktuelt/2008...000-years-ago/
    Teilweise eisfrei ist die Arktis auch heute.

    Zitat von rudolf.kipp Beitrag anzeigen
    Das wundert nicht unbedingt. Aus den in Zentralgrönland geborgenen Eiskernen kann man die Temperatur dort recht gut rekonstruieren. Und dabei findet man für den Zeitraum von vor 5000-8000 Jahren Temperaturen, die etwa 2,5 °C höher waren, als heutzutage:
    http://www.science-skeptical.de/blog...-kalter/00896/

    Offensichtlich haben die Eisbären diese Schwankungen unbeschadet überstanden. Wir sollten uns also mehr über die Anpassungsfähigkeit dieser Tiere freuen, als ständig neue Schreckgespenster an die Wand zu malen.
    Findet man an den Stellen wo das dänische Team gebohrt hat Eisbären?
  5. #54

    .

    Zitat von rudolf.kipp Beitrag anzeigen
    Der Artikel, in dem mithilfe genetischer Methoden (Analyse der Mytochondrien DNA) die Trennung zwischen Braunbär und Eisbär in die Zeit vor ca. 150.000 Jahre datiert wurde ist Anfang 2010 publiziert worden (http://www.pnas.org/content/early/20...1&ssource=mfc).
    Das ist ein sehr interessanter Artikel, vielen Dank. Offenbar gelang es dieser faszinierender Spezies sich binnen 30-50.000 Jahren an sein einzigartige Habitat anzupassen. In erdzeitgeschichtlichen Dimensionen ist das schon ein sehr, sehr kleiner Zeitraum. Indes bleibt es offen, ob es dem Eisbären gelingen wird, sich binnen weniger Generationen an die Folgen der anthropogenen Erwärumng zu adaptieren, die ja bekanntlich die arktischen Regionen besonders deutlich trifft. Neuste Studien geben aber Anlass zur Hoffnung:

    http://www.nature.com/nature/journal...ture09653.html
  6. #55

    Eem-Warmzeit

    Zitat von rudolf.kipp Beitrag anzeigen
    (Der Eisbär-Fossilien, welche für die Studie verwendet wurden, waren "mindestens 110.000 Jahre", stammten also aus der Eem-Warmzeit oder aus der Zeit kurz davor).
    Die Eem-Warmzeit begann vor etwa 126.000 Jahren und endete vor 115.000 Jahren. (aus Wikipedia)
    Gefunden hat man übrigens 1 Knochen und 1 Zahn. Ob der Eisbär schon so spezialisiert war auf das Leben auf dem Eis ist doch höchst spekulativ.
  7. #56

    Versuch einer Antwort:

    Zitat von spiegelleser987 Beitrag anzeigen
    Haben Sie dafür irgendeine Quelle? Man findet nur massenhaft Beiträge im Internet in denen das behauptet wird. (...) Bisher wurden nur 2 (in Worten: zwei Stück) ertrunkene Eisbären gefunden. Wo ist der Rest?
    Quelle:
    DOI: 10.1007/s00300-005-0105-2
    Monett, C. and J.S. Gleason (2006) Observations of mortality associated with extended open-water swimming by polar bears in the Alaskan Beaufort Sea. Polar Biology (29) 681-687
    Zitat aus dem öffentlich zugänglichen Abstract:

    "During aerial surveys in early September, 2004, 55 polar bears (Ursus maritimus) were seen, 51 were alive and of those 10 (19.9%) were in open water. In addition, four polar bear carcasses were seen floating in open water and had, presumably, drowned."


    Mein Kommentar dazu:
    10 lebendige Eisbären wurden schwimmend auf hoher See beobachtet, und 4 tote Eisbären wurden treibend gesichtet. 4 von 14 = 28,6%. Und es stellen sich Fragen: wie lange treibt ein toter Eisbär im Meer? Sinkt er ab? Wird er von anderen Meeresorganismen gefressen, und wenn ja, wie schnell?
    Und wieviele generell ertrinken, weiß wohl keiner genau, da ja nicht regelmäßig per Flugzeug solche Zählungen auf der Hochsee durchgeführt werden - ist ja auch ne ziemlich große Fläche...
  8. #57

    Re

    Zitat von Maschinchen Beitrag anzeigen
    Offenbar gelang es dieser faszinierender Spezies sich binnen 30-50.000 Jahren an sein einzigartige Habitat anzupassen.
    Als Daumenregel sagen die Biologen, dass es ca. 100.000 Jahre dauert für eine Artaufspaltung.
    Es kommt auch auf die Definition von "Art" an. Man kann z.B. Eisbären mit Grizzlies kreuzen, was aber in der Natur eigentlich nicht vorkommt aber möglich ist und soweit ich gehört habe sogar zu fertilen Nachkommen führt.

    Und "wie schnell" sich eine Art an ein neues Habitat bzw. an veränderte Umweltbedingungen anpassen kann, kommt auch auf die vor der Veränderung im Genpool vorhandenen Allele an. Wenn 95% der Population nicht an die Veränderung angepaßt sind, sterben 95% aus, 5% angepaßte Individuen überleben. Und die vermehren sich dann wieder, wenn es keine Konkurrenz innerhalb der Nische gibt.

    Ich mach mir auch keine Sorgen, dass der Eisbär aussterben könnte. In freier Natur vielleicht, aber es gibt ja genügend Zoos, wo man die Tiere dann hinter Gittern "bewundern" kann. Das dürfte den meisten Menschen ja wohl reichen.
  9. #58

    @ platten

    Zu #53

    Zitat von platten Beitrag anzeigen
    Dann sagen Sie mir doch wo in Südnorwegen und Schottland Wein angebaut worden ist. Ich frage das in jedem Klimablog und bekomme keine Antwort.
    Übrigens Gerste, Weizen und Roggen werden heute weiter nördlich angebaut als je zuvor.
    Die Daten zur Weinbaugeschichte habe ich aus: Weber, Wilfried "Die Entwicklung der nördlichen Weinbaugrenze in Europa. Eine historisch-geographische Untersuchung"
    http://weinbaugeschichte.bmelv.de/fr...&titel_id=5728

    Es würde mich nicht wundern, wenn man heute Getreide in extremeren Regionen Anbauen kann, als das im Mittelalter der Fall war. Dazwischen liegt schließlich eniges an Enwicklung, vor allem die "Grüne Revolution" ab Mitte des letzten Jahrhunderts.

    Es würde mich allerdings schon interessieren, wo konkret Weizen Nördlich von 63° Nord (Trondheim) oder Gerste nördlich 70° Nord angebaut wird.

    Zitat von platten Beitrag anzeigen
    Da mach ich mal den ersten Link aus Ihrem Bildchen auf:
    http://pages.science-skeptical.de/MWP/Paulsen-2003.html
    Upps. CWP wärmer als MWP. Vieleicht sollten sich die Klimaskeptiker mehr e-mails zusenden.
    Wie bereits gesagt, die Temperaturen auf der Erde waren sicherlich nicht unisono höher als heute (und auch in der jüngeren Vergangenheit entwickelt sich die Temperatur schließlich uneinheitlich). Allerdings war es im Mittelalter an vielen Stellen weltweit wärmer als heute.

    zu #54

    Offensichtlich wollen Sie falsch verstehen. Die Aussage der norwegischen Forscher ist so zu verstehen, dass die Arktis zeitweise eisfrei war. Ein Zustand von dem sie heute meilenweit entfernt ist.

    Und vermutlich findet man in Zentral-Grönland, von wo die Eisbohrkerne stammen, keine Eisbären. Was auch immer Sie mit dieser Frage bezwecken wollen...
  10. #59

    Zeit für Artbildung

    Zitat von Maschinchen Beitrag anzeigen
    Das ist ein sehr interessanter Artikel, vielen Dank. Offenbar gelang es dieser faszinierender Spezies sich binnen 30-50.000 Jahren an sein einzigartige Habitat anzupassen. In erdzeitgeschichtlichen Dimensionen ist das schon ein sehr, sehr kleiner Zeitraum. ...
    So kurz ist der Zeitraum gar nicht. So geht man etwa davon aus, dass in den zentralafrikanischen Seen sich sehr viele verschiedene Buntbarscharten in einem ähnlich kurzen Zeitraum entwickelt haben.


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