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Hungersnot in Ostafrika: Uno spricht von*"größter Katastrophe der Welt"
In Somalia*tobt ein*Bürgerkrieg,*die Nachbarländer*leiden unter extremer Dürre, die Region steuert direkt in eine Tragödie. Millionen Menschen sind vom Tod bedroht, Flüchtlingslager mit dem Ansturm überfordert - und erstmals seit fast 30 Jahren*spricht die Uno offiziell von einer Hungersnot.
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...775372,00.html
- #240 23.07.2011 18:14 von Daddeldu
Das klappt nicht...
...aus den von Ihnen bereits angedeuteten Gründen.
Im Gegensatz zu den NATO-Jets, die über Libyen im Einsatz sind, dürften die europäischen Marineeinheiten am Horn von Afrika noch genügend Munition haben, denn auch mit Warnschüssen vor den Bug ging man ja bislang höchst sparsam um. Muß schon ein ziemlicher Frust für die Marine sein, aufgrund der ihnen von politischer Seite befohlenen Zurückhaltung (die allein aus dem ständigen Schielen auf das Protest- und Wählerpotential im eigenen Land resultiert) sich dermaßen zahm und zahnlos geben zu müssen.
Natürlich könnte man -wenn man denn dürfte- bereits auf hoher See und vor der Küste die Piratenplage zumindest schon einmal mächtig einschränken. Natürlich ist für jedermann absolut evident, was die kleinen Nußschalen mit starken Außenbordern (neuerdings auch einige nagelneue Rennboote – die gute Konjunktur macht`s möglich) und deren Mutterschiffe da treiben. Und natürlich kann man auch die ohnehin nur noch wenigen tatsächlich dem Fischfanggewerbe nachgehenden Boote von den für die Kaperung vorgesehen Booten unterscheiden. Im Prinzip reicht da schon eine längere Beobachtung der jeweiligen Verhaltensmuster per Fernrohr oder Radar. Und bei näherer Inspektion sowieso, denn mit automatischen Handfeuerwaffen und Granatwerfern werden auch in Afrika in der Regel keine Fische gefangen.
Aber derartige Kontrollen sind selten – und auch für diese müssen die Kapitäne dem Flottenkommando (das über komplizierte Kommandostrukturen die politischen Vorgaben erhält) handfeste Verdachtsmomente vorlegen und späterhin seitenweise Berichte schreiben. Initiative und an die jeweilige Situation im Aktionsgebiet angepaßte Entscheidungen sind unerwünscht und können die Karriere kosten.
Ergo waren bislang als eindeutig geltende Beweislagen zumeist nur dann gegeben, wenn die Piraten bereits zur Tat geschritten waren. Aber selbst dann und bei möglichst behutsamer Festnahme führt das anschließend dann zu jahrelangen aufwendigen Prozessen, bei denen sich Juristen über Auslegungen von See-, Völker- und Menschenrecht streiten und Gutachter über das Alter und die Schuldunfähigkeit der Piraten. Und wehe von Anklägerseite fällt auch nur eine einzige möglicherweise diskriminierende Bemerkung...
Andere Marineeinheiten z.B. aus Indien handhabten das, als sie massiv beschossen wurden, auch schon mal etwas rigider – und prompt gab es lautstarken Protest der Menschenrechtsorganisationen.
Was bei uns auch in den Medien gerne vergessen oder unterschlagen wird, ist, daß Piraterie, Menschenhandel und Schmuggel jeglicher Art eine überaus lange Tradition in Somalia haben. Und immer schon waren es auch die Fischer, die dabei ihre Finger mit im Spiel hatten und sich ein interessantes Zubrot verdienten. Es sind in aller Regel nicht die unschuldigen Lämmchen, als die sie hier bei uns dargestellt werden.
Es waren zunächst auch die Fischer sowie die Coast Guard, die bei der Verklappung von Müll vor ihrer Küste die Hand aufhielten. Und genau diese waren es auch, die nach dem völligen Zerfall jeglicher staatlicher Strukturen die räuberischen Clans im Hinterland auf die attraktiven Erwerbsquellen auf hoher See aufmerksam machten.
Fruchtbare Kooperation oder auch gelungene Symbiose nennt man das – glaube ich.
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