Wie üblich glauben Einige, wenn man sich nur unabhängig macht sind die Probleme gelöst. Außer man findet Gefallen an einem ewigen Problemstaat und abhängigen Protektorat wie bsw. dem Kosovo.
Nachdem man aus dem mentalen Unabhängigkeitsbesäufnis augewacht ist, wird man schnell erkennen, daß das Land eigentlich nur gemeinsam eine Zukunft hat.
Abgesehen davon, daß viele Fragen wie bsw. der Verlauf der Grenzen und die zukünftige Beziehung mit dem Nordsudan noch nicht gelöst sind. Es ist auch kaum klar wer Schulden, internationale Verpflichtungen usw. übernehmen wird bzw. will. Die vernünftige Ausnützung der Ölressourcen kettet ohnehin beide Staaten unlösbar aneinander.
De facto können sie im Südsudan tun und lassen was sie wollen, die Musik spielt irgendwo anders. Einigen müssen sich letztendlich die wesentlichen Mächte des Westens(bzw. deren Energiekonzerne) mit denen der aufstrebenden Mächte(in erster Linie China). Einigen müssen sie sich ohnehin weil im Süden sich das Öl und im Norden sich die Raffinerien, Pipelines und Exporthäfen befinden. Ohne dem Einen und den Anderen gibt es kein Geschäft. ;)
Neue Pipelines zu alternativen Häfen bsw. in Kenia halte ich für entfernte Zukunftsmusik, wenn nicht noch weniger. Über Nabucco wird seit Jahren geredet und auch dort geht wenig weiter.
"Sudan’s petroleum minister and leading Southern Sudan ruling party official described a proposed pipeline to take oil from Southern Sudan to world markets through Kenya as, “uneconomical.”
"is not economical and it will be expensive."
"If you are forced, economy does not make sense, but under peaceful conditions we will continue to use existing facilities,"
http://www.ecosonline.org/news/2010/..._uneconomical/
Nein, Sudan und Südsudan sind allein schon wegen des Geschäfts zur Zusammenarbeit verdammt. Das die "Grenzziehung" in dieser Region friedlich verlaufen wird, glauben nicht einmal die wohlmeinendsten Beobachter.
Viele werden es nie begreifen aber Selbstbestimmungsrecht der Völker in einem multiethnischen Gebiet führen automatisch zu Flucht, Vertreibung und Schlimmeren.
Gute und Böse gibt es dabei nicht; nur Starke und Schwache und wehe den Schwachen.
Wäre eigentlich eher für eine lockere Föderation, die sowohl die Rechte der Muslime wie Christen, Seßhaften wie Nomaden garantiert und die Öleinkünfte teilt, gewesen. Der Süden hat nun seine Unabhängigkeit, kommt aber vom Norden nicht weg und ist dabei seine eigene Zukunft zu verspielen. Wo zum Teufel soll der Unterschied zwischen zwei Staaten, die zur engen Zusammenarbeit gezwungen sind und einem sehr föderalen Gebilde bestehen...?
Ich denke wir kennen hier die Antwort... ;)
Viele Grüße aus Südtirol...

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