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Hundert Tage Monti-Regierung: Warum in Rom klappt, woran Athen scheitert
APWie schnell kann eine Regierung ein Land verändern? Nach drei Monaten hat Premier Monti Italien vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger gewandelt. Von seinem Technokraten-Kabinett könnten sich die Griechen einiges abschauen. Doch die schwersten Prüfungen stehen Monti noch bevor.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...816727,00.html
- #70 22.02.2012 16:11 von
woher kennen sie italien?
noch selten so einen lobhudelei-artikel gelesen. ich wohne seit 20 jahren in italien. monti hat ausser einer teuerungswelle, steuererhöhungen und vielen ankündigungen mit sofortigen rückziehern, gar nichts erreicht. seine popularitätsstufe ist daher bereits unter 50%. monti will die maroden ital. banken retten. nicht umsonst laufen alle massnahmen über banken und versicherungen. betrachten sie doch das ministergremium, von 13 ministern sind 7 banker. die banker haben doch die weltweite krise provoziert und jetzt sollen banker italien aus dem sumpf ziehen.
monti wird bis zum wahljahr 2013 italien in eine tiefe rezession führen. für ein wirtschaftswachstum fehlen die ideen. um die hohe arbeitslosigkeit bei jungen zu lindern, 31%, reicht es nicht die taxilizenzen zu liberalisieren und 2000 neue apotheken zu bewilligen.
das wahre problem ist das gleiche wie in griechenland, der aufgeblasene staatsapparat(administration), sowie die steuerhinterziehung. beamte entlassen ist in italien "unmöglich", die steuerhinterziehung wurde vom vorgänger ebenso "entschieden" angegangen. die bilanzen sind nach wie vor getürckt, so sind zb 65 milliarden euro im haben, welche eigentlich den leistungslieferanten zustehen würden. die unternehmer warten bis zu 7oo tagen auf eine begleichung der leistungen oder lieferungen.
sprechen sie doch mit kmu betrieben ausserhalb roms, wo nicht nur staatsangestellte arbeiten.
die eu kann monti gerne haben!! - #71 22.02.2012 16:46 von
Sehr interessanter Artikel!
Ich habe vor Kurzem in Peking mit einigen sehr erfolgreichen
mittelständischen Unternehmern verhandelt und wir kamen auch
auf den Zaubermann Monti zu sprechen.
Auch diese Herren sind sehr skeptisch, was Monti und seine Bankster
betrifft, zumal ja Monti in vielen Schlüsselpositionen seine Bank-
kollegen installiert hat, also vollen Durchblick geniesst.
"Monti ist ein toller Verkäufer, der Dir eine Melkmaschine verkauft und Deine einzige Kuh in Zahlung nimmt", wie ein Italiener meinte.
Da er auch mit Draghi aus Goldman-Sachs-Zeiten einen sehr guten
Draht hat, ist wohl klar, dass beide nur das Allerbeste für sich und ihre Bankfreunde herausholen werden und dass dann Deutschland, Merkel,
bezahlen darf, ist allen Geschäftsleuten vollkommen klar, nur wundern
sie sich, dass Merkel und Schäuble offensichtlich zu dumm sind,
(haben sich etwas drastischer ausgedrückt), zu merken, was da
ab April 2012 passieren wird.
Aber alle sind sich klar, dass Monti sehr, sehr clever ist und
Merkel und Schäuble vor dem Frühstück verspeist. - #72 22.02.2012 17:36 von
willige Schafe
Blut, Schweiß und Tränen, jawoll! Dafür muss man den Mann doch abfeiern! Da zieht das Volk auch mir:
Das muss man am Kapitalismus bewundern: Durch seine Symbiose mit der Demokratie erreicht er, dass sich die Schafe freiwillig zur Schlachtbank begeben! Freilich, so ganz will man den Schafen nicht vertrauen, deshalb sollte man es gerade in Krisenzeiten mit der Demokratie auch nicht übertreiben:Die Glaubwürdigkeit wird geschätzt - trotz der Einschnitte steht in Umfragen eine Mehrheit hinter Monti.
Unpopulär, aber notwendig. Um nicht zu sagen alternativlos.In Rom überlassen es Parteien dem Monti-Kabinett, unpopuläre, aber notwendige Reformen durchzusetzen. Gerne auch per Regierungsdekret, vorbei am Parlament. Der Deal ist demokratietheoretisch problematisch, aber er scheint zu funktionieren.
Fragt sich nur: Notwendig für wen oder was? Dummerweise stellt die Frage kaum jemand, und wenn, dann nur in der Form für wen, wo dann nur personalisierter Unfug rauskommt mit Hang zur Verschwörungstheorie. Fragt man hingegen für was, liegt die Antwort im Kapitalismus ziemlich nahe: Für das, um das sich die ganze Chose dreht. Für's Kapital. - #73 25.02.2012 14:41 von
Sie haben hier wohl die Agenda 2010 verpennt. Da wurden dem Normalbürger etliche Lasten aufs Auge gedrückt. Rente mit 67. Trifft wieder nur die Normalbürger.
Die einzigen, die auf keinerlei Privilegien verzichten oder finanzielle Einbußen hinnehmen mussten, waren die Politiker, die Managerkaste und die Reichen. Im Gegenteil, die wurden sogar noch mit massiven Steuersenkungen gepampert. Das ist die Kurzsichtigekeit der Neolibs und die Gier der Profitierenden geschuldet. - #74 25.02.2012 14:44 von
- #75 25.02.2012 14:48 von
- #76 25.02.2012 14:55 von
- #77 25.02.2012 14:56 von
- #78 25.02.2012 15:08 von
- #79 25.02.2012 15:13 von
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