Hundert Tage Monti-Regierung: Warum in Rom klappt, woran Athen scheitert

APWie schnell kann eine Regierung ein Land verändern? Nach drei Monaten hat Premier Monti Italien vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger gewandelt. Von seinem Technokraten-Kabinett könnten sich die Griechen einiges abschauen. Doch die schwersten Prüfungen stehen Monti noch bevor.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...816727,00.html
  1. #70

    woher kennen sie italien?

    noch selten so einen lobhudelei-artikel gelesen. ich wohne seit 20 jahren in italien. monti hat ausser einer teuerungswelle, steuererhöhungen und vielen ankündigungen mit sofortigen rückziehern, gar nichts erreicht. seine popularitätsstufe ist daher bereits unter 50%. monti will die maroden ital. banken retten. nicht umsonst laufen alle massnahmen über banken und versicherungen. betrachten sie doch das ministergremium, von 13 ministern sind 7 banker. die banker haben doch die weltweite krise provoziert und jetzt sollen banker italien aus dem sumpf ziehen.
    monti wird bis zum wahljahr 2013 italien in eine tiefe rezession führen. für ein wirtschaftswachstum fehlen die ideen. um die hohe arbeitslosigkeit bei jungen zu lindern, 31%, reicht es nicht die taxilizenzen zu liberalisieren und 2000 neue apotheken zu bewilligen.
    das wahre problem ist das gleiche wie in griechenland, der aufgeblasene staatsapparat(administration), sowie die steuerhinterziehung. beamte entlassen ist in italien "unmöglich", die steuerhinterziehung wurde vom vorgänger ebenso "entschieden" angegangen. die bilanzen sind nach wie vor getürckt, so sind zb 65 milliarden euro im haben, welche eigentlich den leistungslieferanten zustehen würden. die unternehmer warten bis zu 7oo tagen auf eine begleichung der leistungen oder lieferungen.
    sprechen sie doch mit kmu betrieben ausserhalb roms, wo nicht nur staatsangestellte arbeiten.
    die eu kann monti gerne haben!!
  2. #71

    Sehr interessanter Artikel!

    Zitat von fraene42 Beitrag anzeigen
    noch selten so einen lobhudelei-artikel gelesen. ich wohne seit 20 jahren in italien. monti hat ausser einer teuerungswelle, steuererhöhungen und vielen ankündigungen mit sofortigen rückziehern, gar nichts erreicht. seine popularitätsstufe ist daher bereits unter 50%. monti will die maroden ital. banken retten. nicht umsonst laufen alle massnahmen über banken und versicherungen. betrachten sie doch das ministergremium, von 13 ministern sind 7 banker. die banker haben doch die weltweite krise provoziert und jetzt sollen banker italien aus dem sumpf ziehen.
    monti wird bis zum wahljahr 2013 italien in eine tiefe rezession führen. für ein wirtschaftswachstum fehlen die ideen. um die hohe arbeitslosigkeit bei jungen zu lindern, 31%, reicht es nicht die taxilizenzen zu liberalisieren und 2000 neue apotheken zu bewilligen.
    das wahre problem ist das gleiche wie in griechenland, der aufgeblasene staatsapparat(administration), sowie die steuerhinterziehung. beamte entlassen ist in italien "unmöglich", die steuerhinterziehung wurde vom vorgänger ebenso "entschieden" angegangen. die bilanzen sind nach wie vor getürckt, so sind zb 65 milliarden euro im haben, welche eigentlich den leistungslieferanten zustehen würden. die unternehmer warten bis zu 7oo tagen auf eine begleichung der leistungen oder lieferungen.
    sprechen sie doch mit kmu betrieben ausserhalb roms, wo nicht nur staatsangestellte arbeiten.
    die eu kann monti gerne haben!!
    Ich habe vor Kurzem in Peking mit einigen sehr erfolgreichen
    mittelständischen Unternehmern verhandelt und wir kamen auch
    auf den Zaubermann Monti zu sprechen.

    Auch diese Herren sind sehr skeptisch, was Monti und seine Bankster
    betrifft, zumal ja Monti in vielen Schlüsselpositionen seine Bank-
    kollegen installiert hat, also vollen Durchblick geniesst.

    "Monti ist ein toller Verkäufer, der Dir eine Melkmaschine verkauft und Deine einzige Kuh in Zahlung nimmt", wie ein Italiener meinte.

    Da er auch mit Draghi aus Goldman-Sachs-Zeiten einen sehr guten
    Draht hat, ist wohl klar, dass beide nur das Allerbeste für sich und ihre Bankfreunde herausholen werden und dass dann Deutschland, Merkel,
    bezahlen darf, ist allen Geschäftsleuten vollkommen klar, nur wundern
    sie sich, dass Merkel und Schäuble offensichtlich zu dumm sind,
    (haben sich etwas drastischer ausgedrückt), zu merken, was da
    ab April 2012 passieren wird.

    Aber alle sind sich klar, dass Monti sehr, sehr clever ist und
    Merkel und Schäuble vor dem Frühstück verspeist.
  3. #72

    willige Schafe

    Blut, Schweiß und Tränen, jawoll! Dafür muss man den Mann doch abfeiern! Da zieht das Volk auch mir:
    Die Glaubwürdigkeit wird geschätzt - trotz der Einschnitte steht in Umfragen eine Mehrheit hinter Monti.
    Das muss man am Kapitalismus bewundern: Durch seine Symbiose mit der Demokratie erreicht er, dass sich die Schafe freiwillig zur Schlachtbank begeben! Freilich, so ganz will man den Schafen nicht vertrauen, deshalb sollte man es gerade in Krisenzeiten mit der Demokratie auch nicht übertreiben:
    In Rom überlassen es Parteien dem Monti-Kabinett, unpopuläre, aber notwendige Reformen durchzusetzen. Gerne auch per Regierungsdekret, vorbei am Parlament. Der Deal ist demokratietheoretisch problematisch, aber er scheint zu funktionieren.
    Unpopulär, aber notwendig. Um nicht zu sagen alternativlos.

    Fragt sich nur: Notwendig für wen oder was? Dummerweise stellt die Frage kaum jemand, und wenn, dann nur in der Form für wen, wo dann nur personalisierter Unfug rauskommt mit Hang zur Verschwörungstheorie. Fragt man hingegen für was, liegt die Antwort im Kapitalismus ziemlich nahe: Für das, um das sich die ganze Chose dreht. Für's Kapital.
  4. #73

    Zitat von protoscorsair Beitrag anzeigen
    Mit der Demokratie ist das so eine Sache: Die Kurzsichtichtigkeit von Politikern ist vor allem der Kurzsichtigkeit der Wähler geschuldet.
    Menschen haben doch keinen Grund, Privilegien freiwillig aufzugeben und so stehen sie zu denen, die predigen, dass alles so bleiben kann wie es ist. (Siehe auch die Linke in Deutschland).
    Sie haben hier wohl die Agenda 2010 verpennt. Da wurden dem Normalbürger etliche Lasten aufs Auge gedrückt. Rente mit 67. Trifft wieder nur die Normalbürger.
    Die einzigen, die auf keinerlei Privilegien verzichten oder finanzielle Einbußen hinnehmen mussten, waren die Politiker, die Managerkaste und die Reichen. Im Gegenteil, die wurden sogar noch mit massiven Steuersenkungen gepampert. Das ist die Kurzsichtigekeit der Neolibs und die Gier der Profitierenden geschuldet.
  5. #74

    Zitat von herr_kowalski Beitrag anzeigen
    geht das gut.
    Wenn die nicht mehr Knöpfchen "Ankauf" drücken können ist das past perfect.
    Wenn gleich beim ersten Angriff der „Märkte“ auf Griechenland das Knöpfchen Ankauf gedrückt worden wäre, wären die ganzen Rettungsschirme überflüssig.
  6. #75

    Zitat von misterbighh Beitrag anzeigen
    nicht den Unterschied erkennen. Bei beiden zahlen die Bürger die Zeche und die Millionärsschmarotzer lachen sich tot.
    Fakelaki heißen in Italien Bustarelli. Die italienische Finanzpolizei ist sehr effektiv und das ist ja wohl der gravierendste Unterschied.
  7. #76

    Zitat von BonChauvi Beitrag anzeigen
    Das war bei uns nicht anders. Italien ist nun mal auch kein Billiglohn-Land, wie die von Ihnen erwähnten Staaten.
    Aber eben auf dem Wege dorthin, ein Billiglohnland zu werden. Geht es nach Merkel und Co wird die ganze EU in ein Billiglohngebiet ausgebaut. Dann werden Tageslöhne von 5,-€ abwärts die Realität.
  8. #77

    Zitat von stupp Beitrag anzeigen
    Wie Helmut Schmidt schon richtig erkannt hat, zeigt China gerade einen anderen Weg auf, glücklich und gleichzeitig erfolgreich zu sein.
    Naja, ob die Mehrheit der Bevölkerung glücklich ist, bezweifle ich mal .
  9. #78

    Zitat von dunkelbass Beitrag anzeigen
    wer in einer - mutmaßlichen - Union eine Partnerin wie Frau Merkel hat, der braucht echt keinen Feind. Die vertritt NUR die Interessen der Frankfurter Hochhäuser und schmeißt ihre "Partner" in die Hände der Spekulanten. Na bravo! Deine Argumente sind eher Bild-typisch, Junge!
    Die schmeisst nicht nur die Partner in die Hände der Spekulanten, die opfert auch die Normalbevölkerung Deutschlands.
  10. #79

    Zitat von willi2007 Beitrag anzeigen
    Wie war das in Deutschland mit den VW-Manager Peter Hartz? Unter den Folgen leiden zig Millionen Menschen noch heute!
    Und es werden immer mehr.