Horrorfilm "Hell": "Wir fressen uns nicht, wir schlachten uns bloß"

Ein höllisch gutes Lichtspiel: In seinem Regiedebüt "Hell" entwirft Tim Fehlbaum das gleißende Horror-Bild einer*zerstörten Welt - Wälder verbrannt, Straßen verödet, alles Vieh verendet. Zwei Frauen und ein Mann kämpfen ums Überleben.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,787281,00.html
  1. #1

    ...

    Danke, SPON. Wieder einmal wurde ich davor bewahrt, Zeit und Geld im Kino zu verschwenden.
  2. #2

    Dann schon lieber...

    Zitat von Mardor Beitrag anzeigen
    Danke, SPON. Wieder einmal wurde ich davor bewahrt, Zeit und Geld im Kino zu verschwenden.
    ...auf Ice Age 4 im nächsten Sommer warten, gell?
  3. #3

    ein bisschen hiervon....

    Habe den Film in der Sneak gesehen und war wirklich angenehm überrascht, ob der Umsetzung. Für eine deutsche Produktion wirklich gut, macht wenig Aufhebens um Effekthascherei, sondern erzählt die Geschichte eben genau in der Tristess, in welcher der Film handelt.
    Einzig die viel zu zurückhaltende Herzsprung hat mich etwas gestört. Zu weinerlich, zu schüchtern und gleichzeitig zu passiv.

    Kann man sich aber trotzdem anschauen. Man sollte aber auf nichts unerwartetes hoffen. Hat man alles schon gesehen in Book of Eli, The Road und sogar Wrong Turn findet sich in Hell wieder.
    Dass SPON übrigens spoilert ist extrem bitter! Nimmt dann doch irgendwie den (vorhersehbaren) Überraschungsmoment!
  4. #4

    ...

    Schöner Artikel mit ordentlicher Aussage, arg verklausuliert formuliert...

    Muss etwas, das mit Kultur zu tun hat so seltsam zu lesen sein, damit man weiss, dass es um Kultur geht?
    Kurze, verständliche Sätze waren doch mal chic bei Zeitungen. Ist doch keine Prosa...

    "Aus der radikal femininen Perspektive, die "Hell" 90 Minuten lang konsequent durchhält, ergibt sich schließlich das größte Wagnis, das Fehlbaum mit seinem Film eingegangen ist: dass sich das an Hektoliter von Hämoglobin gewohnte, mehrheitlich männliche Horror-Publikum während der gesamten Zeit mit dem Anblick von wenigen Tropfen Menstruationsblut zufrieden geben muss."
  5. #5

    Ochnö

    Das ist mit Abstand immer das Dümmste an all diesen postapokalytischen Stories, Kannibalen.
    Die Leute kämpfen eigentlich ums Überleben, aber für eine aufreibende Menschenjagd bleibt natürlich Zeit - zumal an den überlebenden Menschen ja auch noch so viel Fleisch dran sein dürfte...

    Erstaunlich ist auch, dass die Pflanzen alle verbrannt sind - wo man sich dann fragt, wie da jetzt nun noch genug Sauerstoff in der Luft sein soll. Der Mensch braucht schließlich eine Mindestsättigung und neben der fehlenden Sauerstoffproduktion dürften auch durch die Feuer das meiste davon verbraucht sein.
    Der Mensch ist sich selbst der Wolf, das ist dermaßen ausgelutscht, weil es in Filmen der absolute Standard ist, dass Menschen sich plötzlich gegenseitig sinnlos umbringen, wenn sie eh ums Überleben kämpfen.

    Da sind Ausnahmen schon eine positive Überraschung. Ich weiß den Namen nicht mehr, aber es gab da mal einen Horrorfilm über einen parasitäten Organismus, der nur aus Stacheln bestand und in andere Organismen damit hineinwuchs. Interessant war, dass es mit einem Überfall anfing, ein Raubmörder und seine Frau, die ein Pärchen auf der Straße als Geißel nahmen, um mit ihnen das Land zu verlassen. Während der vorher eher schüchternde Biologiestudent im Laufe des Horrors aus sich heraus kam, u.a. weil er sein biologisches Wissen einbringen konnte, hat der Kriminelle die Notwendigkeit der Zusammenarbeit erkannt, damit auch er überleben kann und wurde kooperativ. - Weitaus sinnvoller als diese immergleiche MadMax-Gangs Getue.
  6. #6

    Danke für die Spoiler-Warnung!

    Zitat von Zynisch_Kontrovers Beitrag anzeigen
    Habe den Film in der Sneak gesehen und war wirklich angenehm überrascht, ob der Umsetzung. Für eine deutsche Produktion wirklich gut, macht wenig Aufhebens um Effekthascherei, sondern erzählt die Geschichte eben genau in der Tristess, in welcher der Film handelt.
    Einzig die viel zu zurückhaltende Herzsprung hat mich etwas gestört. Zu weinerlich, zu schüchtern und gleichzeitig zu passiv.

    Kann man sich aber trotzdem anschauen. Man sollte aber auf nichts unerwartetes hoffen. Hat man alles schon gesehen in Book of Eli, The Road und sogar Wrong Turn findet sich in Hell wieder.
    Dass SPON übrigens spoilert ist extrem bitter! Nimmt dann doch irgendwie den (vorhersehbaren) Überraschungsmoment!
    Habe den Artikel nun dank Ihres Beitrags nicht gelesen. Zu den Vorbildern: Ich kenne nur ein paar Filmausschnitte aus einer Vorschau, aber bei denen kam bei mir spontan den Verdacht auf, dass der Regisseur genau die Computerspiele kennt, die ich auch kenne, z.B. "Fallout 3" oder "S.T.A.L.K.E.R.". Ich denke schon, dass ich mir den Film im Kino ansehen werde. Wann bekommt man schon einmal in einem deutschen Streifen eine solche Optik geboten?
  7. #7

    Hauptsache radikal feminin-minin, minin, minin

    Zitat von SPON
    Aus der radikal femininen Perspektive, die "Hell" 90 Minuten lang konsequent durchhält, ergibt sich schließlich das größte Wagnis, das Fehlbaum mit seinem Film eingegangen ist: dass sich das an Hektoliter von Hämoglobin gewohnte, mehrheitlich männliche Horror-Publikum während der gesamten Zeit mit dem Anblick von wenigen Tropfen Menstruationsblut zufrieden geben muss.
    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,787281,00.html
    Warum muss ein mit wenig Blut auskommender Endzeitfilm zwangsläufig »radikal feminin« sein? Wegen dem Menstruationsblut?
    Kino wird immer mehr zum Risiko für den Geldbeutel und das eigene Befinden.
  8. #8

    Au weia

    Herr Schöning hat den Film nicht verstanden und spoilert dann auch noch. Filmkritiken sollte man nur auf www.kritikertipp.de lesen, sonst versaut man sich das Kinovergnügen. Der Film ist Klasse, auch wenn man ihn verstanden hat. Das Beste was das deutsche Kino momentan zu bieten hat.
  9. #9

    Emmerich - bitte nicht!

    Die beiläufig erwähnte Tatsache, daß unser "Sindelfinger Spielbergle", dieser Haudrauf und Welten-Zerstörer Roland Emmerich als Producer da mitgewirkt hat,läßt bei Cineasten ja alle Alarmglocken schrillen. Bleibt nur zu hoffen, daß sich seine Mitwirkung aufs Geldgeben beschränkt hat...