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Horror-Remake "Let Me In": Auch im Süden kann das Blut gefrieren

Die junge Abby ist wunderlich. Sie läuft barfuß durch den Schnee, ordnet Rubiks Zauberwürfel im Handumdrehen und trinkt das Blut von ermordeten Passanten. Der Kinofilm "Let me in" ist das Remake eines schwedischen Horrorfilms und überzeugt - gerade durch die konsequente Verlagerung in die USA.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,803504,00.html
  1. #20

    Zitat von Europas Beitrag anzeigen
    Bei einer Sprache, die man nicht versteht? Nein, das ist nicht naheliegend.
    Fürs Verständnis haben Sie die Untertitel. Sie drehen sich da ein wenig im Kreis..

    Das werde ich natürlich nicht versuchen, denn das ist völliger Blödsinn - und das wissen Sie sicherlich auch.
    Eben, es gibt Situationen, in denen sind Synchronisation völliger Blödsinn. Oder verwässern zumindest ein Stilelement massiv. Wenn Ihnen das egal ist sei das Ihnen gegönnt, aber anderen ist das halt wichtig. Darum ging es aber unterm Strich: Mal abgesehen von der sowieso zentralen Geschmackskomponente macht die Diskussion nur am konkreten Objekt wirklich Sinn. Da gebe ich Ihnen auf der anderen Seite auch gerne recht, dass es genug Beispiele gibt, bei denen es irrelevant genug ist um sich nicht an einer Synchronisation stören zu müssen.

    Es gibt keinen Markt dafür. Es will nur eine winzige Gruppe, für die es wirtschaftlich nicht lohnt. Was ist das Problem? Wer Originalversionen mit Untertiteln will, kaufe sich eine DVD.
    Schon wieder ein Zirkelschluss. Es besteht natürlich kein Markt dafür, wenn man die Bevölkerung über Jahrzehnte auf Synchronisationen konditioniert und gar kein Wahlangebot besteht. Hätte man das unter verdrehten Vorzeichen betrieben würde das Resultat höchstwahrscheinlich andersrum lauten. Zumal man an der Stelle eher sagen müsste, dass auf Anbieterseite kein Interesse besteht, immerhin ist für gewisse Segmente der deutschen Filmschaffenden das Synchronisationsgeschäft ein gutes Zubrot.
  2. #21

    Zitat von Europas Beitrag anzeigen
    Und wenn man dann noch beim Mitlesen an einer anderen Stelle ist als der Sprecher, was ja der Normalfall ist, dann hat man einen völlig kaputten Eindruck.
    Wie erwähnt, diese Schwächen sind beiderseitig vorhanden, weshalb das Argument letztlich sinnlos ist. Einen deutschen Text stimmig auf einen chinesischen Schauspieler zu sprechen ist mindestens ebenso so unmöglich ohne optische oder inhaltliche Verfremdung, hinzu kommt noch die Problematik der stimmlichen Übereinstimmung. Also ist es wieder eine Frage, welchen Nachteil man eher in kauf nimmt. Rein persönlich sehe ich da beim Untertitel den geringeren Verlust..

    Man geht einem schrägen Hobby nach (mit dem man, wie mit jedem Hobby, andere nicht überheblich nerven sollte). Mehr nicht.
    Wie enden Sie eigentlich immer bei dieser scheinbaren Impertinenz? Leiden Sie da an irgendwelchen Komplexen wenn Sie das ohne Anlass mir gegenüber anbringen? Zumal der Vorwurf etwas absonderlich ist, da sich nach meiner Erfahrung eher Synchro-Fans gerne abschätzig über Andersdenkende äussern. Wie Sie hier auch mit solchen Aussagen. Würde ich den Konsum von Synchronisationen als schräges Hobby - als welches es vielen erscheint - titulieren wäre das Gejaule wohl ohrenbetäubend.
  3. #22

    Eli aus der Kiste

    Habt ihr Original-Sprachen Befürworter wenigstens verstanden was Eli im Morse-Code in schwedisch aus der Kiste klopft ? :-))
  4. #23

    Also ich höre am liebsten die Schauspieler selber sprechen und nehme dafür auch Untertitel in kauf.
  5. #24

    .

    Zitat von ThorstenNYC Beitrag anzeigen
    Ich versuche ja eigentlich, mich mit Pauschalurteilen über ganze Völker zurück zu halten, aber die deutsche Abneigung gegenüber fremdsprachigen Filmen mit Untertiteln ist wirklich bedauernswert. Synchronisation bedeutet – besonders bei der billigen Fließbandarbeit, die in Deutschland mittlerweile die Regel ist – meist leider Verkrüppelung des Originalwerks. Bestenfalls (!) wird ein neues Werk geschaffen, dass aber nur so aussieht wie das Original.

    Bevor jetzt das zu erwartende Geschrei losgeht, wie toll Synchronisation doch sei: als ich noch in Deutschland lebte und nichts anderes kannte, dachte ich auch so.
    Ich weiß nicht, wo Synchronisation die "Verkrüppelung des Originalwerks" bedeutet. Es gibt gut und schlecht synchronisierte Filme.

    Man kann übrigens in Deutschland leben und trotzdem Filme im Original sehen. Und die Liste der Filme, die man tatsächlich besser im Original sieht, ist kurz.

    Und: als es keine schlechten Untertitel gäbe. Ich erinnere an "Down by law". Ton: "Oh, there's a hole in the boat". Untertitel: "Da ist ein Hilfe im Boot".
  6. #25

    .

    Zitat von Celegorm Beitrag anzeigen
    Auf Hochdeutsch parlierende Samurai oder Favela-Kids wirken halt seltsam und zerstören schnell mal die Atmosphäre eines Films.
    Ich finde es noch deutlich unangenehmer, wenn man gerade bei dialoglastigen Filmen vor lauter Untertitellesen gar nicht mehr mitbekommt, wer gerade was sagt. Oder dass das ein Film und kein Hörspiel ist.
  7. #26

    .

    Zitat von Celegorm Beitrag anzeigen
    Schon wieder ein Zirkelschluss. Es besteht natürlich kein Markt dafür, wenn man die Bevölkerung über Jahrzehnte auf Synchronisationen konditioniert und gar kein Wahlangebot besteht. Hätte man das unter verdrehten Vorzeichen betrieben würde das Resultat höchstwahrscheinlich andersrum lauten. Zumal man an der Stelle eher sagen müsste, dass auf Anbieterseite kein Interesse besteht, immerhin ist für gewisse Segmente der deutschen Filmschaffenden das Synchronisationsgeschäft ein gutes Zubrot.
    "Konditioniert", also bitte.
    In jeder größeren Stadt gibt es auch Kinos, wo das Original läuft, ob mit oder ohne Untertitel. Und die gibt es seit vielen Jahrzehnten. Und obwohl die dortige Bevölkerung das weiß, sind das doch nur Nischenveranstaltungen.
    In Deutschland gibt es die beste Synchronisierungsindustrie der Welt. Echte Schauspieler, die zudem unter der Aufsicht von Regisseuren das machen.

    Ich muss jetzt nicht Beispiele für gute Synchronisationen bringen, denn das sind die meisten. Ganz davon abgesehen, dass ein nicht geringer Teil von der Synchronstimme profitiert, gehen wir von John Wany über Woody Allen bis hin zu Matthew Fox (aus "Lost").

    Es gibt auch Beispiele für eine schlechte Synchronisation. Das sind aber deutlich wenigere.
  8. #27

    Zitat von ThorstenNYC Beitrag anzeigen
    Ich versuche ja eigentlich, mich mit Pauschalurteilen über ganze Völker zurück zu halten, aber die deutsche Abneigung gegenüber fremdsprachigen Filmen mit Untertiteln ist wirklich bedauernswert. Synchronisation bedeutet – besonders bei der billigen Fließbandarbeit, die in Deutschland mittlerweile die Regel ist – meist leider Verkrüppelung des Originalwerks. Bestenfalls (!) wird ein neues Werk geschaffen, dass aber nur so aussieht wie das Original.

    Bevor jetzt das zu erwartende Geschrei losgeht, wie toll Synchronisation doch sei: als ich noch in Deutschland lebte und nichts anderes kannte, dachte ich auch so.
    Einer der Gründe, warum ich keinen Fernseher besitze, und der Hauptgrund, warum ich mir keine deutsch synchronisierten Filme im Kino ansehe, ist die inzwischen grottenschlechte deutsche Synchronisation, bei der man sich manchmal ernsthaft fragt, ob die Synchronisierer überhaupt der Sprache mächtig sind, die sie da "übersetzen".
    Untertitel? Meinetwegen, aber wenn man diese auch noch abschalten könnte, um sich besser auf den Film konzentrieren zu können, wäre mir das noch lieber.
  9. #28

    Zitat von joschitura Beitrag anzeigen
    Für kleinere Länder (Norwegen usw.) lohnt es nicht, Synchronfassungen herzustellen.
    In Deutschland hingegen lebt eine ganze Industrie davon.
    Und Untertitel .....
    Als so ist es wieder nur Geiz, der den Ausschlag gibt? Ich hätte es mir denken können...
  10. #29

    Während ich mir Filme lieber im Original anschaue, wenn ich die entsprechende Sprache spreche, kann ich nicht nachvollziehen warum ich mir einen Film in einer Version anschauen sollte, in der ich ohne Untertitel kein Wort verstehe.

    Natürlich entspricht die in der Stimme getragene Gefühlsregung im Original eher den Vorstellungen des Originalregisseurs, aber es muß ja nicht zwangsweise heissen dass das in der synchronisierten Fassung nicht ebenfalls gewahrt, oder vielleicht sogar besser gemacht wird. Während das in westlichen Produktionen kaum eine Rolle spielt, so werden Emotionen in asiatischen Produktionen stimmlich unterschiedlich intoniert - so dass nicht nur die Worte, sondern auch die Stimme übersetzt werden muß.

    Auch wenn in schlechten Synchronisierungen Nuancen verloren gehen, weil einfach alles eingedeutscht wird, wohingegen im Original z.B. Teile in schwedisch statt in dänisch gesprochen werden - das bekomme ich ja nichtmal mit.


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