Zwischen Ärzten und Krankenkassen zeichnet sich ein massiver Streit über die Honorare ab: Die Kassen wollen die Vergütung für die niedergelassenen Mediziner um gut sieben Prozent kürzen, die Kassenärzte fordern elf Prozent mehr - eine Differenz von fast sechs Milliarden Euro.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...849139,00.html
Das Einkommen kann immer nur dann wirklich beurteilt werden, wenn man die Arbeitszeit kennt. Allgemeinärzte arbeiten über 55 Stunden pro Woche und verdienen deutlich weniger als die hier genannten Durchschittswerte aller Ärzte.
Lasst mich raten: Es wird ein Plus von rund 5 Prozent rauskommen.
Und nun ratet Ihr mal, wie das bezahlt wird und von wem!
Die Kassen hat noch nie interessiert, wenn sie ein Versicherter auf Abrechnungsfehler hinwies (Privatpatienten können sowas merken, wenn sie z.B. eine Rechnung über zwei Röntgenaufnahmen erhalten, aber nur einmal "geknipst" wurde (selber damals erlebt)): "Wir können da auch nichts machen." Aha, wer dann??? Ist ja für die Kassen kein Problem. Zur Not werden die Beiträge den Schmu-Abrechnungen "angepasst", auch wenn doch angeblich die momentanen Milliarden Überschüsse für genau solch "schlechte Zeiten" sein sollen. Denn die werden in guten Zeiten auch nicht rausgerückt. Das ist so wie bei den Lohnverhandlungen die Arbeitgeber immer argumentieren. Da sind die Zeiten auch immer unpassend für Lohnerhöhungen.
Statistiken sind immer mit Vorsicht zu genießen... immer!
Aber ich glaube die niedergelassenen Ärzte kommen nur in seltenen Fällen nicht ausreichend auf ihre Kosten und wenn dem so ist, dann in Randbezirken und diese wenigen Beispiele sollten nicht als Rechtfertigung für eine allgemeine Erhöhung dienen. Das ist nämlich bei den Klinikärzten immer wieder ein beliebtes Argument... Der Chefarzt braucht auch 10% mehr, weil der Assistenzarzt viel arbeitet und wenig verdient.... Deppenbande...
Wir kloppen uns den Buckel krumm und erzielen trotz einer riesigen Praxis nicht annähernd die genannten Zahlen.
Ich halte in dieser Rechnung auch die genannten 31000 durch Privatpatienten für maßlos übertrieben - der Anteil liegt im Schnitt wohl eher bei 10% der Gesamteinnahmen...
Über eine Erhöhung der Gebühren kann man sich trefflich streiten - eine Reduzierung der Honorare halte ich allerdings für unzumutbar; gerade in Zeiten, in denen sämtliche Gewerkschaften 6% Gehalt und mehr fordern.....
Zwei Jäger schiessen auf einen Haasen: Einer trifft einen Meter hinter ihm, der andere einen Meter vor ihm.
In diesem Falle ist der Haase statistisch gesehen 2 x tot...
Soweit ich informiert bin, entstehen zwar Zugewinne, aber die landen leider nie dort wo sie landen müssten: Bei den Haus- und Landärzten. Da sollte bald mal irgendwer nachhaltig eingreifen.
In vielen Branchen gab es in den letzten Jahren massivste Reallohnverzichte oder Stagnation in den letzten 10 Jahren, aber die Ärzte packen sich in eine rosa Wolke und wollen von allem nichts wissen.
Aber als Bestandteil eines sehr kranken Systems müssen auch sie ihren Beitrag leisten. Als Freiberufler genießen sie eh schon viele Vergünstigungen im Steuerrecht. Sie verdienen nachweislich üppig (bitte, Ausnahmen bestätigen immer die Regel!) und auf einmal lese ich hier etwas von Stunden pro Woche?
Leute, wo ist denn der Ehrenkodex der Ärzte hin, weshalb unser ganzes Rechtssystem die Hand über den Ärzten hält? Den höchsten Schutz fordern aber dann eiskalt den Stundenlohn ausrechnen? Dann sind diese Ärzte falsch am Platz.
Außerdem: Die meisten PRaxen umgehen das, indem sie jedes Quartal die PRaxis einfach 3 Wochen schließen und der Patient kann gucken wo er bleibt. Da es keinen funktionierenden Austausch unter Ärzten gibt, wird alles dann mal schön doppelt abgerechnet.
Und was sollen Journalisten sagen, oder all die anderen Leute, die nicht nach Tarif arbeiten? Die arbeiten weitaus mehr als 55 Stunden wie hier beschrieben. Oder normale Unternehmer?
Nein, liebe Ärzte, bei diesen Verdienstzahlen müsst auch Ihr einen Beitrag leisten!