Forum: Blogs
Honorarstreit: Patienten müssen noch im September mit Praxisschließungen rechnen
dapdDie Kassenärzte drohen mit Warnstreiks. Noch in diesem Monat könnten Praxen vorläufig geschlossen bleiben, warnen die Mediziner. Die Kassen nennen die Kritik an dem Honorarbeschluss "überzogen und unbegründet". Gesundheitsminister Bahr fordert von beiden Seiten Mäßigung.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...853692,00.html
- #1 03.09.2012 17:35 von
dickes Polster
[QUOTE=sysop;10883720]Die Kassenärzte drohen mit Warnstreiks. Noch in diesem Monat könnten Praxen vorläufig geschlossen bleiben, warnen die Mediziner. Die Kassen nennen die Kritik an dem Honorarbeschluss "überzogen und unbegründet". Gesundheitsminister Bahr fordert von beiden Seiten Mäßigung.
Das war klar. Wo so viel Geld herumliegt, steigt sein Geruch gar bald in die Nasen der Ärzteschaft. Weil so viel Geld ankommt, sind die Beitragssätze von 15,5% entschieden zu hoch. Nicht bei der Rentenversicherung gehört der Beitrag gesenkt, sondern bei den Krankenkassen. Ich kann mein Geld selbst sparen und möchte das nicht der KK erlauben. Es kann mir doch niemand erzählen, dass es den KK erlaubt ist, so viel zu viel Geld aufzuhäufen, ohne es zurückzugeben. Wieso wird das nicht korrigiert? Wo ist der Aufschrei des Gesetzgebers? Ich höre nichts, von keiner Partei. Ungeheuerlich. Das Geld gehört in die Taschen der Beitragszahler, nicht in die Taschen der Ärzte. Lasst sie streiken. In den Städten gibt es sowieso viel zu viel Ärzte, und auf dem Land gibt es sowieso viel zu wenige. Hier wie da wird ein Streik nicht sonderlich auffallen. - #2 03.09.2012 17:55 von
Kassenzulassung entziehen
Weder die steigenden Kosten (für, Treibstoff, Strom etc) noch der Inflationsausgleich ist bei Otto Normalverdiener in den Gehalts- bzw. Lohnsteigerungen angekommen. Und das bei Bruttoeinkommen, die weit entfern von den Nettoeinkünften der Ärzte sind.
Also Fazit: wer als Arzt steiken will und seine Praxis schließt, verliert automatisch für drei Jahre die Kassenzulassung.
Dann können sich die Damen und Herren Ärzte ja bei den Privatpatienetn schadlos halten!!!! - #3 03.09.2012 18:32 von
Absahnerei
Ich sach ja, die Ärzte kriegen den Hals nicht voll. Auf der einen Seite die Patienten so schnell wie möglich abfertigen, auf der anderen dicke Rechnungen und Pseudorechnungen bei der Krankenkasse einreichen.
- #4 03.09.2012 18:37 von
Wie wäre es mit einem Patientenstreik?
So 4 Wochen keine Kundschaft für die Doktoren? Und Menschen aus den Grenzregionen könnten sogar auf Arzt-Kollegen aus F + A + NL + B + L + DK + PL + CZ zurückgreifen.
Bei Kuren ist das z. B. in PL + CZ schon recht mächtig geworden. Und nicht nur das.
Deustche Ärzte: Man kann auch ohne Euch. Man (= Patient) hat es nur noch nicht versucht.
Aber...wer weiss? - #5 03.09.2012 18:56 von
Überzogen
Das die Krankenkassen den Ärten das Honorar kürzen wollten, ist natürlich auch nicht der richtige Weg. Aber ein Plus von 11 Prozent?! Die netten Damen und Herren im weißen Kittel leben wohl auf dem Mond. 1800 Euro mehr im Jahr ist schon mehr als die meisten anderen Branchen bekommen (inklusive meiner!). Wer den Berufsstand des Arztes angehört nagt sicher nicht am Hungertuch und wenn doch würde ich mir mal ernsthafte Gedanken über meinen Praxisstandort machen.
- #6 03.09.2012 19:11 von
Gemäss einer im "British Medical Journal" vom Juni 2000 veröffentlichten Untersuchung gingen nach 3 Monaten Streik der israelischen Ärzte die Todesfälle massiv im ganze Land zurück. In Jerusalem berichtete das größte Bestattungsunternehmen von nur 93 Todesfällen im Monat Mai, gegenüber 153 Todesfällen im Vorjahr (1988: 133; 1997: 139)
Ähnliche Zahlen wiesen die anderen Städte auf. Einzige Ausnahme war Haifa. Dort gibt es nur ein Spital, und das Personal beteiligte sich nicht am Streik. Deshalb gab es dort gleich viele Todesfälle wie in den Vorjahren.
Die Jerusalemer Beobachtung war bei weitem kein Einzelfall: Bereits 1983 konnte man denselben Effekt bei einem 4,5 Monate andauernden Ärztestreik in Israel feststellen.
-----------------------------
Einen Rückgang der Todesfälle um 18% gab es 1976 in Los Angeles County, während die Ärzte dort streikten. Dr. Milton Roemer, der zu jener Zeit Professor für Gesundheitsfürsorge an der Kalifornischen Universität von Los Angeles (UCLA) war, untersuchte siebzehn von den größten Krankenhäusern im County. Während des Streiks hatte es demnach 60% weniger Operationen gegeben. Nach dem Ende des Streiks stiegen diese Zahlen umgehend wieder auf ihr altes Niveau.
Auch in Bogota, der Hauptstadt von Kolumbien, ist es schon zu einem Ausstand der Ärzte gekommen. Im "National Catholic Reporter" wurde demnach berichtet, daß es während dem 52 Tage andauernden Streiks 35% weniger Sterbefälle gab, was vom Nationalen Leichenbestatterverband bestätigt wurde. - #7 03.09.2012 19:11 von
optional
1800€ mehr im Jahr, ja. Aber nicht 1800€ mehr Einkommen sondern 1800€ mehr Umsatz.
- #8 03.09.2012 19:44 von
Restrukturierung nach niederländischem Vorbild
Ich bin inzwischen für die niederländische Struktur: Keine Aufteilung mehr in Privat- und gesetzl. Kassen, keine niedergelassenen Fachärzte mehr, stattdessen medizinische Versorgungszentren, die der Krankenkasse gehören und die Fachärzte beschäftigen (wo dies nicht durch Krankenhäuser geschieht). Damit fällt die unsägliche Verteilungsbürokratie weg, genau wie die Ineffizienz, die das "Wirtschaften" der nie in Unternehmensführung ausgebildeten Mediziner mit sich bringt. Die jetzige Organisationsform nutzt nur den Ärzten, die so Vermögen bilden und in den Familien steuerlich begünstigt weitervererben können. Ich kann mich noch an die letztjährige Ärzte-Demo erinnern: Auf dem Parkplatz reihten sich teure Daimlers, BMWs, Porsches, diverse SUVs aneinander. Die Herrschaften mussten selbst lachen, als sie aus diesen Wagen die Plakate mit den Armutsparolen herauskramten...
- #9 03.09.2012 19:49 von
Streikidee
Es sollte ausreichen, ein Quartal lang nicht den 10 Euro Gerichtsvollzieher zu spielen sondern die Forderungen an die Kassen abzutreten, ich denke, so ein softstreik würde alle beteiligten erfreuen und zeigen, wo für die praxen 1 Mrd verlagerte kosten liegen, die per rechtsverordnung eingespart werden könnten. Ich denke, ein Terrorstreik wie bei der Lufthansa sollte nicht unser ding sein.
Die aktuellen Top-Themen
Antworten / Zitieren


