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Homohass unter Jugendlichen: Zum Schweigen verdammt

Sie liebte Mädchen und wurde von Mitschülern bloßgestellt, er liebte Jungen und erlebte Homohass im Heimatort: Madeleine und Kevin wissen, unter welchen Druck Schwule und Lesben im Teenageralter von anderen Jugendlichen gesetzt werden - und wie lange diese mit den Folgen kämpfen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...687924,00.html
  1. #240

    Von wegen unnatürlich...

    Zitat von rabenkrähe Beitrag anzeigen
    .....

    Ich finde die Reaktion verständlich. Sexualität gibt es um der Fortpflanzung willen, ohne selbige machte Sexualität keinerlei Sinn. Deswegen ist gleichgeschlechtliche Liebe jedenfalls nicht "natürlich" oder "normal", oder wie man das bezeichnen möchte, vielleicht auch eine Verantwortungsablehnung, sich .....
    Mein Gott, was für ein mittelalterlicher Stuss...
    a) Homo- und Bisexualität ist genauso "natürlich" (was auch immere das heißen soll) und evolutionär bedingt wie heterosexualität. Sie hat sich aus der Heterosexualität entwickelt, weil Sexualität und "Liebe" bei den Wirbeltieren eine wichtige soziale Funktion zur Stärkung des Zusammenhalts und zum Überleben der Gruppe hat (besonders wichtig bei Tieren, die nur in der Gruppe überleben können, wie der Mensch, der allein weder jagen noch sich der Raubtiere erwehren kann). Sie ist in der Tierwelt weit verbreitet. Bisexualität ist dort eher die Norm als die Ausnahme, aber auch Homosexualität ist weit verbreitet. Weitere evolutionäre Vorteile (unter vielen):
    - Homosexuelle Pärchen adoptieren andere Tiere, deren Eltern gestorben sind oder sie verlassen haben.
    - Bisexuelle Delphine schützen sich gegenseitig bei Hai-Angriffen und spielen sich gegenseitig Weibchen zu.
    - Homosexuelle Tiere verteidigen die Familie ihres "heterosexuellen liebhabers" gegen Angreifer.
    Usw...
    Gäbe es keinen evolutionäre Vorteil, wären homo- und bisexualität nicht so stark verbreitet, sondern längst ausgestorben. Bei manchen Tieren (z.B. manchen Huftieren) ist homosexuelles Verhalten die Regel, heterosexueller Sex wird nur praktiziert, wenn die Weibchen läufig sind.
    Lehrreich ist der Wikipedia-Eintrag zu "Sexualität":
    "Bei vielen Wirbeltieren hat das Sexualverhalten zusätzliche Funktionen im Sozialgefüge der Population hinzugewonnen, die nichts mehr mit dem Genomaustausch zu tun haben müssen, so dass dann die handelnden Partner auch nicht unbedingt unterschiedlichen Geschlechts sein müssen." Homo-, Bisexualität und Transgender können auch bei niederen Tieren beobachtet werden, nur sind sie dann meist das Ergebnis sehr spezifische Anpassungen, die einen Vergleich mit den Wirbeltieren verbieten.
    Aber Ihre Bemerkung zur "natürlichkeit" beweist einmal mehr, dass die meisten unserer ach so modernen Mitbürger Homosexualität immer noch für eine Krankheit halten, auch wenn sie es abstreiten.
    b) Hätte nur "natürliches" eine Existenzberechtigung, müßte man z.B. auch medizinische Behandlungen (z.B. Chemotherapie) verbieten (unnatürlich!) und generell kranke Menschen sterben lassen, um nicht in die "natürliche" Auslese einzugreifen. Im dritten Reich hat man sich auch sehr oft auf die "Natur" berufen... Sie sehen, wie gefährlich eine solche Argumentation ist, zumal wenn man, wie Sie, keine Ahnung von dem Thema hat, und sich ein auf den ersten Blick logischer Schluß im Nachhinein als Unsinn erweist. Man sollte sich deswegen nicht anmaßen, etwas zu verurteilen, nur, weil man es nicht versteht.
    Mit freundlichen Grüße,
    T.A.


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