Homoehe-Debatte bei Illner: "Schwul bis hinter beide Ohren"

Rückzugsgefechte statt Kulturkampf: Bei Maybrit Illners Runde zur Homoehe gingen den konservativen Gegner einer Gleichstellung schnell die Argumente aus. Stattdessen kamen kuriose Vergleiche. Ein Schweizer Rechtsaußen sah gar den "Arterhalt" in Gefahr.

Homoehe-Debatte bei Illner - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Kein Wunder ...

    ... dass da als Gleichstellungsgegner wirklich nur die hintrauen, von denen man so wirklich noch nie etwas gehört hat: gegen die Gleichstellung von Homosexuellen zu sein ist argumentativ so sinnlos, dass man damit politischen Selbstmord begeht. Was mich wundert, ist, dass die Haltung von Angela Merkel (ich mache nichts, bevor das BVerfG mich dazu zwingt) als liberal durchgeht. Aber im Verhältnis zu den Hardlinern aus der Sendung ist das vermutlich sogar liberal. Es ist alles eine Frage der Perspektive.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Rückzugsgefechte statt Kulturkampf: Bei Maybrit Illners Runde zur Homoehe gingen den konservativen Gegner einer Gleichstellung schnell die Argumente aus. Stattdessen kamen kuriose Vergleiche. Ein Schweizer Rechtsaußen sah gar den "Arterhalt" in Gefahr.

    Homoehe-Debatte bei Illner - SPIEGEL ONLINE
    Eine sehr gute Zusammenfassung, die die Sendung in all ihrer Tragikomik wiederspiegelt.

    Vielleicht hätte man den Argumentativen Offenbarungseid von Frau Reiche gegen Ende der Sendung noch etwas ausführlicher ausführen können.
    Auf die direkte Frage von Herrn Beck was denn nun der förderungswürdige Vorteil bei der Ehe zwischen Frau Merkel und Herrn Sauer im Gegensatz zur Lebenspartnerschaft von Herrn Westerwelle und Herrn Mronz für den Staat sei, kam nur noch Gestammel und das im Text erwähnte Glaubensbekenntnis.

    Es war ein ungleicher Wortkampf.
    Die Hardcorekatholikin war obwohl Sie vorher extra zwei Zahlen gelernt hatte sehr schlecht vorbereitet. Und der rechte Schweizer hat immer versucht vom eigentlichen Thema wegzureden, da er sich der fehlenden schlagenden Argumente bewusst war.
    Vielleicht hätten Reiche, die Katholikin und der Rechte sich vorher drei Seiten im SPON-Forum zum Thema anschauen sollen.
    Dort waren die äußerst dürftigen Argumente für eine Benachteiligung von Homobeziehungen wenigstens teilweise noch ansprechend und weniger peinlich präsentiert.
  3. #3

    Es geht doch nur ums eine...

    Alle Verliebtheit, wie ätherisch sie sich auch gebärden mag, wurzelt allein im Geschlechtstriebe, ja ist durchaus nur ein näher bestimmter, spezialisierter, wohl gar im strengsten Sinne individualisierter Geschlechtstrieb.
    - Arthur Schopenhauer -

    Wer seinen Geschlechtstrieb mit dem gleichen Geschlecht ausleben und befrieden möchte soll das gerne tun - aber den Rest der Welt damit doch bitte in Ruhe lasse und nicht immer irgendwelche Forderungen stellen.
  4. #4

    Herzerfrischend ist die Auseinandersetzung....

    Dumme konservative Argumente sind ueberall dumm: ob bei den Republikanern in den USA oder in der CDU. Als Politikern sehenden Auges einem Teil der Gesellschaft die vom GG garantierten Rechte zu verweigern, ist allerdings eine Frechheit. Als Kind von dieser Frau Bevervoerde wuerde ich mir die Kugel geben... trotz Vater und Mutter. Und, ach ja: bis vor ein paar Hundert Jahren galten Frauen als minderwertig und trugen die Erbsuende in sich... das war auch mal "das Normale"...
  5. #5

    Da zeigt sich eben...

    ob jemand wirklich aufgeklärt, tolerant und unsere jetzige Gesellschaft erkannt hat. Es nützt wenig mit Motiven aus einer schrecklichen Zeit auf Stimmenfang zu gehen und darin sein heil zu finden. Diese Verklärung des "früher war alles besser" Ausrufs zeigt wie wenig Aufklärung und Intelligenz in diesen Vertretern der "alten" Zeit herrscht. Würden Sie sich besser und tiefer mit der Geschichte auseinander gesetzt haben, könnten Sie sicher besser argumentieren. Aber leider finden diese dummen Bemerkungen in einer sehr zerrissenen Gesellschaft durchaus Ihr Publikum.
  6. #6

    Wie pflanzen sich eigentlich Homophile fort?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Rückzugsgefechte statt Kulturkampf: Bei Maybrit Illners Runde zur Homoehe gingen den konservativen Gegner einer Gleichstellung schnell die Argumente aus. Stattdessen kamen kuriose Vergleiche. Ein Schweizer Rechtsaußen sah gar den "Arterhalt" in Gefahr.

    Homoehe-Debatte bei Illner - SPIEGEL ONLINE
    Sind Schwule und Lesben das Ergebnis ungeschlechtlicher Vermehrung?
    Hat sich ein Elternteil geklont oder was?
    Wenn also hier die biologische Funktion der Heterosexualität ins Lächerliche gezogen wird, ist das schon merkwürdig.
    Die rechtliche Stellung ist eine Sache, die biologische eine andere.

    Homophile Paare tragen tatsächlich zur Arterhaltung nichts bei, außer sie bedienen sich eines andersgeschlechtlichen Partners.
    Ist das so schwierig zu verstehen?
  7. #7

    Genau

    solche Kommentare zeigen immer wieder die Kluft zwischen Homo und Heterosexualität. Die panische Homophobie die sich in 3 Sätzen wiederspeigeln kann ist erschreckend. Sexualität ist Sexualität. Aber wahrscheinlich denken Sie auch das Frauen hinter den Herd gehören. Und finden das lustig.
  8. #8

    Ablehnung bedeutet nicht Intoleranz

    Zitat von Andreas Rolfes Beitrag anzeigen
    - Arthur Schopenhauer -

    Wer seinen Geschlechtstrieb mit dem gleichen Geschlecht ausleben und befrieden möchte soll das gerne tun - aber den Rest der Welt damit doch bitte in Ruhe lasse und nicht immer irgendwelche Forderungen stellen.
    Homopaare sind keine Ehe - diese Meinung bedeutet doch keine Intoleranz.
    Es gibt Geschwisterpaare, die für einander lebenslang sorgen, doch auch keiner Ehe gleichgestellt werden. Gleiches gilt für Kind-Elternteil.
    Diese Partnerschaften müssen sich dabei keinesfalls diskriminiert fühlen.
  9. #9

    Ablehnen und diskriminieren

    Zitat von Manollo Beitrag anzeigen
    ....Ein Blinder wird auch nicht Lufthansa-Pilot, ein Rollstuhlfahrer nicht in die Fußball-Nationalelf aufgenommen, ein Tauber hat wenig Chancen, Nachfolger von Simon Rattle zu werden. Soll ich wegen Diskriminierung klagen, weil mir der Schülertarif bei der BVG verwehrt wird?
    Sobals ich eine Frau heirate, diskriminiere ich alle anderen Frauen?