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Hollande-Sieg in Frankreich: Rückkehr der Sozis

Noch nie war eine Wahl in Frankreich so wichtig für die Deutschen wie diese. Mit ihrem Nein zu Nicholas Sarkozy haben die Franzosen auch gegen den Europa-Kurs von Angela Merkel gestimmt. Sigmar Gabriel kann sich über den Ausgang freuen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...829135,00.html
  1. #160

    zeitliche Abfolge

    Zitat von Brennstoff Beitrag anzeigen
    Über die Thesen des Hrn. Augstein kann man durchaus geteilter Meinung sein!
    Der 1. Gedanke der Kanzlerin zur Aufflackernden Euro-Krise war doch der, Griechenland aus dem Euroraum zu entlassen. Das wäre m.M.n. der bedeutend bessere Weg für Europa gewesen.
    Erst Sarkozy hat sie umgestimmt, um seine Banken zu retten!

    Und nun zur dicken Berta!
    Ich brauche mich dazu garnicht selbst zu äußern denn es gibt dazu eine wunderbar sachliche Betrachtung und die findet man hier:

    Geldflut der EZB: Die Eine-Billion-Euro-Frage - Europa - Politik - Wirtschaftswoche

    Und der Weg der unpolitischen Bundesbank war ein Fehler? Nun die Bundesbank und ihre Erfolge bis zur Euro-Einführung verweisen jeden Kritiker auf die Plätze.
    Ein Fehler war die Konzeption der EZB mit ihrer politischen, nicht logischen, geschweige denn nach Risiken gewichteten Stimmverteilung, die Deutschland zu einem Opfer und dass als größtem Teilhaber degradierte.
    Hrn. Augstein muss man immer zugute halten, dass er ein glühender Vertreter der europäischen Idee ist.
    Aber ein Europa mit einem finanziell zerschlagenen Deutschland wird es aus vielen Gründen nicht geben.
    Das finanzielle Hasard-Spiel mit dem Euro wird schief laufen!
    Ist diese Idee abwegig und weit hergeholt??
    Die Wahlen in GR, F, etc. und als Sargnagel zuletzt in den Niederlanden werden alles, was bisher verhandelt wurde, ad absurdum führen.
    Für ernsthafte und nachhaltige Lösungen ist es zu spät, verbleiben also nur weitere dicke Bertas und Euro-Bonds, um weitere Zeit zu kaufen, Zeit um den endgültigen Zusammenbruch des Eurosystems hinauszuzögern.
    Dazu kommt noch, dass das Unwohlsein in der deutschen Bevölkerung, hervorgerufen durch die bisherigen Rettungsmaßnahmen, sich meiner Meinung nach früher oder später, eher früher, zu einem Proteststurm entwickeln wird. Das ist wohl eine Frage des Temperaments.

    Nicht nur weil eine Mehrheit überhaupt nicht (mehr) versteht, was da passiert, sondern weil es der deutschen Mentalität widerspricht, das sich der bisher verlässliche Staat, in einen wildgewordenen Finanzspekulanten
    verwandelt, auf den man sich zukünftig nicht mehr verlassen kann.
    Zu viel Geld verlässt Deutschland auf nimmer Wiedersehen, das zumindest hat der Michel mitbekommen!
    Die Zeichen hierzulande stehen sowieso allenthalben auf Protest, bloß wie genau er sich äußern wird, steht noch nicht fest.
    Das die Piraten, trotz allen Gegenwindes in alle Parlamente einziehen werden, halte ich für ausgemacht.
    Das die SPD und die Grünen durch die Gewinne der SP in Frankreich bessere Chancen bekommen werden, jedoch keinesfalls.
    Ihr Engagement für Euro-Bonds steht in weiten Teilen für den endgültigen Ausverkauf Deutschlands und daran werden sie noch heftig zu knabbern haben!
    Da haben Sie allerdings die zeitliche Abfolge durcheinandergebracht:

    Die Euro Krise ist erst dann richtig aufgeflackert, nachdem sich Frau Merkel über die Möglichkeit, dass Griechenland den Euro Raum verlassen könne, geäußert hatte.
    MFG
    jolip
  2. #161

    da wird noch in überkommenen Links-Rechts-Strukturen gedacht. Herr Augstein: Heute geht es um Wettbewerbsfähigkeit der Euroländer, und solange die nicht existiert, sind Ihre ewigen altsozialistischen Verteilungsphilosophien gegenstandslos. Gabriel und all die anderen Träumer werden erst aufwachen, wenn die Rechtsparteien die Mehrheit haben. Dann dürfte es zu spät sein.
  3. #162

    ...

    Zitat von Federal-States-Of-Europe Beitrag anzeigen
    Das eigentliche Augenmerk ist hier eigentlich auf die Rechtsradikalen zu richten, da Sarkozys nächste Amtszeit offenbar und erwartungsgemäß mit Hilfe der Front National zustande kommen wird. Da sind ein bis zwei Nasen Vorsprung für Hollande sicherlich .....
    1. Ich halte weder die Kandidatin Le Pen für eine Rechtsradikale, noch einen großteil der Wähler der Front National.
    Die meisten Programmpunkte machen Sinn und sind eine logische Konsequenz aus verfehlter Einwanderungs- und Europapolitik der Vergangenheit.
    Ein Rechtsradikaler ist für mich vor allem jemand, der Menschen aufgrund ihrer Ethnie oder Herkunft grundlegend ablehnt, nicht jemand, der sch um die gesellschaftliche Entwicklung Sorgen macht, also z.B. kriminelle Ausländer abschieben möchte.
    Auch Leute, die Multikulti ablehnen, sind für mich nicht zwingend rechtsextremen.

    2. Ich dachte über die EU mal genau wie Sie. Leider hat sich herausgestellt, dass der elementare Grundsatz jeder Gemeinschaft, die Auf Verträgen beruht, nämlich "pacta sunt servanda", für die EU scheinbar nicht gilt. Die Verträge sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden.
    Das betrifft natürlich vor allem die Eurozone, aber auch die EU glänzt durch einen Mangel an demokratischer Kontrolle und Legitimation.

    3. Meine Schlussfolgerung lautet daher:
    Nicht die verdrossenen Bürger sind schuld daran, wenn es mit der EU bergab geht, sondern die Politiker und Bürokraten, die den Karren in den Dreck gefahren haben.
    Das sind die Totengräber des "europäischen Gedanken".
  4. #163

    Zitat von Kurt2.1 Beitrag anzeigen
    Da Sie mich schon direkt ansprechen, nur soviel: Wenn Sie glauben, in F leben ca. 20% Rechtsradikale, sind Sie ein Einfallspinsel.
    Und wenn Sie mit dem Begriff "Extremismus der Mitte" nichts anfangen können, sind SIE einer (Stichwort "Das wird man doch wohl noch sagen dürfen").
  5. #164

    Zitat von Kurt2.1 Beitrag anzeigen
    Da Sie mich schon direkt ansprechen, nur soviel: Wenn Sie glauben, in F leben ca. 20% Rechtsradikale, sind Sie ein Einfallspinsel.
    Und noch etwas: Ihnen ist vermutlich nicht bewusst, dass auch der Oberlippenbärtige demkratisch gewählt wurde, und zwar von Leuten, die jeden Verdacht, in irgendeiner Weise radikal zu sein, entrüstet von sich gewiesen hätten. Muss sich Geschichte wiederholen, bis es wieder mal zu spät ist?
    Sie legen eine bewundernswärtige Naivität an den Tag, das muss ich schon sagen. Da wirkt Ihre Einlassung mit dem "Einfaltspinsel" besonders lächerlich.
  6. #165

    Wenn ich so etwas...

    Zitat von knobel Beitrag anzeigen
    (...)
    Btw kann man nur auf die Einsicht einzelner Länder wie Großrbritannien hoffen, die dieser peinlichen Veranstaltung "Europa" endlich den Rücken kehren.
    ... zu lesen bekomme, macht sich Fassungslosigkeit bei mir breit. Haben Sie eigentlich eine Vorstellung davon, welchen Segen die vergangenen 60 Jahre für uns alle bedeuteten? Wie alt, bzw. wie jung sind Sie.
  7. #166

    Widerspruch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Noch nie war eine Wahl in Frankreich so wichtig für die Deutschen wie diese. Mit ihrem Nein zu Nicholas Sarkozy haben die Franzosen auch gegen den Europa-Kurs von Angela Merkel gestimmt. Sigmar Gabriel kann sich über den Ausgang freuen.
    Dass Herr Augstein einen Wahlsieg der Sozialisten in Frankreich ebenso herbeisehnt wie ein "Comback der Sozis" ist so wenig überraschend wie der morgige Sonnenaufgang. Letztlich wird der Souverän zu entscheiden haben, wer in Frankreich künftig die Richtlinien der Politik bestimmt und sollten die Sozialisten tatsächlich gewinnen, so erwarte ich keine Eintrübung des deutsch-französischen Verhältnisses, auch wenn dies vielleicht aus durchsichtigen wahltaktischen Gründen hier und da behauptet wird. Auch geht es bei den Präsidentschaftswahlen nicht darum, die Deutschen oder Frau Merkel zu stoppen. Die Eurokrise wurde nicht von Frau Merkel verursacht, sondern sie ist wie wir alle die Leidtragende, weil sie einen erheblichen Teil ihrer Amtszeit und Milliarden Euro an Steuergeldern dafür verwenden muss, die Fehler anderer Länder auszubügeln. Wer wenig Geld hat muss sparen und darf nicht weiter Schulden machen, vor allem wenn er von Deutschland als größtem Financier der EU Unterstützung erwartet. Was hier verächtlich als "Sparzwang" bezeichnet wird, ist nicht mehr und nicht weniger als gesunder Menschenverstand, den ich selbst Menschen mit geringem Bildungsniveau und Intelligenzquotienten hierzulande zubillige.
    Deutschlands Führungsstärke innerhalb der EU ist einzig darauf zurückzuführen, dass wir infolge der harten Arbeit von Millionen Arbeitnehmern und einer florierenden Wirtschaft das wirtschaftlich stärkste und stabliste Land in der EU sind, worum uns viele andere EU-Bürger beneiden. Dass wir aus dieser Position heraus versuchen, unseren Einfluss innerhalb der EU dafür zu verwenden, die Gemeinschaft insgesamt wirtschaftlich zu stabilisieren ist nicht nur unser gutes Recht; diese Führungsrolle wird sogar von uns erwartet, wie es sinngemäß der polnische Außenminister vor einiger Zeit ausdrückte. Insoweit sehe ich dem Ausgang der französischen Präsidentschaftswahlen gelassen und unseren Bundestagswahlen 2013 noch viel gelassener entgegen.
  8. #167

    Vereinfachung

    Zitat von egowehner Beitrag anzeigen
    Die Deutschen sind nicht die Franzosen - leider. Politische
    Klugheit ist bei uns Mangelware: Eine Kanzlerin, die uns auf Dauer die Schulden anderer Staaten zahlen lässt, ist nur in Deutschland möglich. Schiss, wohin man blickt.
    Ein französischer Sozialismus - ein gesundes Mass an
    nationalem Ego ist da selbstverständlich - wäre wünschenswert. Aber wir müssen ja immer die Lemminge spielen.
    Ich bin bestimmt kein Anhänger unserer derzeitigen Kanzlerin aber jetzt bringen sie mich in die Verlegenheit Ihr mal zur Seite zu springen. Dem Widerstand von Frau Merkel gegen fast alle EU-Staaten ist es zu verdanken, dass wir (noch) keine Euro-Bonds haben. Sie zeigt Solidarität mit den krankelnden EU-Staaten stellt aber auch Bedingungen. Wollen Sie, dass wir für Versäumnisse anderer ohne wenn und aber einstehen? Wollen Sie die Möglichkeit schaffen, dass sich andere EU-Staaten hemmungslos an unseren Steuergeldern laaben können? Denken Sie allen Ernstes, dass marode EU-Staaten so bewegt werden Ihre Finanzen wieder in Ordnung zu bekommen?
    Dann wählen Sie die SPD, die Grünen oder die Linke. Deutschland in der "Generalhaftung".
  9. #168

    Zitat von knobel Beitrag anzeigen
    der Fettsack schon rein anatomisch nicht. Btw kann man nur auf die Einsicht einzelner Länder wie Großrbritannien hoffen, die dieser peinlichen Veranstaltung "Europa" endlich den Rücken kehren.
    Die Veranstaltung "Europa" ansich ist ganz und gar nicht peinlich. Es sind die Veranstalter, die dieses Projekt durch Inkompetenz, armselige Ideologien und "zu wenig Arsch den rein materialistisch denkenden und handelnden Lobbys gegenüber" kaputt machen.
  10. #169

    Zitat von Kurt2.1 Beitrag anzeigen
    ... dass am Ende wieder nur eine GroKo übrig bleiben wird - mit Merkel, Steinbrück etc, wie gehabt.
    Die brauchte natürlich überhaupt nicht nur übrigzubleiben. Die "Hollande-Mehrheit" wäre, wenn alle Beteiligten das denn wollten, sicherlich auch bei Einzug der Piraten in den Bundestag erreichbar, und selbst wenn sie verfehlt würde: es käme dann ja immerhin auf einen Versuch an, ob und ggf. in welcher Form die Einbindung der Piraten in ein "Bündnis der fortschrittlichen Kräfte" möglich wäre. Von vornherein ausschliessen muss man das, trotz vieler derzeit lautwerdender Misstöne, nicht.

    Allerdings brauchte es dazu eine sozialdemokratische Partei, so wie es sie etwa in Skandinavien gibt. Daran fehlt es hier, wir haben unter diesem Namen nur eine pseudolinke Schwindelfirma.


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