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Hohe Beratungsprovisionen: Abzocke beim Bankberater

dpaDeutschlands Bankkunden genießen eine Gratiskultur - nur wenn es um ihre Geldanlage geht, zahlen viele Verbraucher teils horrende Gebühren, häufig ohne ihr Wissen. Die Politik will damit Schluss machen. Doch für beherzte Reformen fehlt der Mut.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...824751,00.html
  1. #30

    Aber alle rennen sie in die Bäckerei Discounts und lassen sich von Werbung "Landbrot" "nach alter Rezeptur" usw. verarschen. Wo ist bitte der Unterschied? Jeder Verkäufer wird seine Produkte, ob sie schlecht oder gut (Ansichtssache) sind entsprechend positiv darstellen um sie zu verkaufen.

    Ihr seid nur alle viel zu gierig nach Renditen und zu faul euch zu informieren. Möglichkeiten gibt es viele - auch für gierige Rentner.
  2. #31

    Die Kasse, die spart, fährt doch gerade eine

    Werbekampagne, in der sie sich als kompetenten Berater andient.

    Nun, mein Gespräch dortsselbst so in etwa so aus:

    Die Erklärung zu meinem Finanzstatus und Anlage- und Risikointeressen hatte ich schon beim Erstgespräch abgegeben.

    Im nächsten Gespräch wurde ich mehrfach gefragt, in was in anlegen wolle.
    Meine Ziele hatte ich schon erläutert.
    Ich entgegnete, daß ich mir eine Auswahl von verschiedenen Angeboten erwarte.
    Mir wurde erwiedert, daß sie mir nichts anbieten können, wenn sie meine Risikobereitschaft nicht kennen.
    Ich entgegnete, daß ich dies erst entscheiden könne, welches Risiko ich eingehe, wenn ich das Investment kenne, das die Bank mir vorlegt. So wäre ich durchaus bereit, auch eine höhere Summe in risikobehaftete Anlagen zu investieren.
    Das ist wie mit einer Katalogbestellung: Da ist alles einsehbar, und der Kunde entschiedet dann, was er will.
    So in etwa machte ich meine Rendite-Ziele in der Beratung unmißverständlich klar.
    Ich mußte die Besprechug abbrechen, da mir kein Angebot gemacht wurde.
    In einem erneuten Gespräch erklärte ich in Anwesenheit des FL meine Vorstellungen erneut.
    In einem weiteren Gespräch wurden mir 5 Vorschläge gemacht, von denen ich drei näher analysierte.

    In den ganzen Gesprächen, auch mit freien Beratern und Beratern anderen Banken habe ich festgestellt, daß es durchaus möglich ist, daß ein informierter und interessierter Kunde oft mehr weiß als der Berater oder der zugibt zu wissen.

    Mir wurde immer das Beratungsprotokoll zur Unterschrift vorgelegt.
    Bei meiner Weigerung wurde dann verwundert getan, auch schon die übergeordnete Stelle angerufen ("..das weiss ich nicht, ich muß das erst klären...ja, sie haben recht...").

    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die "Beratungsbereitschaft" sehr schnell gegen Null geht, sobald es dem "Berater" klar ist, daß die Gegenseite sich sehr wohl mit den unterschiedlichen Anlagearten auskennt und sich der Risiken bewußt ist.
    Dann ist automatisch Aus mit den "Angeboten".

    Was schliesse ich daraus?

    In diesen modernen Zeiten ist jeder auf sich selbst gestellt und gefordert.
    Jeder muß sich selbst das Spezialwissen aneignen, um im Haifischbecken des täglichen Lebens bestehen zu können.

    (Versicherungen, Handwerksleistungen, Finanzwesen, Steuerrecht, Energieversorgung, Gesundheitswesen, Rente, uvam)
    Die Alten und bildungsferne Bevölkerung ist nur die Fischnahrung im Haifischbecken.

    Dank an die Privatisierung!

    (Hahaha, ich mußte gerade das Schreiben für eine Stunde unterbrechen, es ging um die Steuererklärung meines Kindes: Wie das FA tickt, der Steuerberater, online mal ihre Steuern berechnent, Abzugsmöglichkeiten erkundent, etc...
    Erzähl mir nix von Steuern, die Durchführungsverodnungen hatte ich auch in der Schublade und manchmal auch dabei, wenn der FB nicht so wollte. Aber das hat sich inzwischen gebessert.)
  3. #32

    Berater

    Mitarbeiter von Banken sollten sich überhaupt nicht "Berater" nennen dürfen. Von einem Berater erwarte ich, dass er mich berät, also meine Interessen wahrnimmt. Der Bankangestellte hingegen verkauft mit etwas und nimmt dabei die Interessen der Bank wahr (bzw. auch seines, nicht gefeuert zu werden). Was das mit Beratung zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Die Frau hinter der Wursttheke hat ja auch "Fleischfachverkäuferin" gelernt und nicht "Fleischfachberaterin" - auch wenn sie mir rät, ob ich zum Fondue besser Filet oder Rumpsteak nehme. Sie bleibt Angestellte des Fleischladens und Verkäuferin.
    Der Begriff "Berater" sollte unabhängigen Finanzberatern vorbehalten bleiben. Ob jemand bereit ist, die zu bezahlen, ist eine andere Frage.
  4. #33

    Buch oder Internet

    Zitat von moerderpuppe Beitrag anzeigen
    Nachdem ich etliche Anlagen angedreht bekommen habe, die für mich (völlig) ungeeignet sind, war ich es leid! Meine Erkenntnis: Das Einzige, was hilft, ist, sich selber schlau zu machen!

    Und das hab ich jetzt mit dem Buch "Geldanlage für Faule" der Stiftung Warentest. Lieber Bankberater - freu' dich schon auf unseren nächsten Termin!
    Genau. Buch oder Internet. Mich spricht der Titel sehr an. Daher gibts für mich nur noch ETFs.
  5. #34

    Wie wahr...

    Zitat von fatherted98 Beitrag anzeigen
    ...ich habe seit 20 Jahren keine Beratung mehr in Anspruch genommen....die Bankster die einem da gegenüber sitzen haben zum einen meist keine Ahnung zum anderen lassen sie sich diese aber teuer bezahlen. Spätestens nach Lehmann sollte jeder Bankkunde um diese Leute einen Bogen machen....wer Beratung braucht mache sich im Internet schlau...oder kaufe sich alternativ ein Buch über Aktien, Anleihen usw....und was er dann nicht versteht: Hände weg.
    Das sehe ich genauso. Ich war auch schon seit Ewigkeiten bei keinem Bankberater mehr. Ich will nicht einmal mehr recherchieren, welche Aktien o. ä. gerade die besten sind, weil ich bisher zu ziemlich jedes Mal die richtige Ausfahrt verpasst habe. Ich fahre mit ETFs als Sparfonds schon lange gut. Und online muss ich mir den Schmarrn von den Bankstern auch nicht anhören.
  6. #35

    Tja Herr Kaiser - Recherche Hilft!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschlands Bankkunden genießen eine Gratiskultur - nur wenn es um ihre Geldanlage geht, zahlen viele Verbraucher teils horrende Gebühren, häufig ohne ihr Wissen. Die Politik will damit Schluss machen. Doch für beherzte Reformen fehlt der Mut.

    Hohe Beratungsprovisionen: Abzocke beim Bankberater - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Zum Thema Bundesschatzbriefe ohne Provision hilft ein Blick in das zugehörige Produktinformationsblatt, in dem seit Juli letzten Jahres für alle Wertpapiere die Provisionen transparent dargestellt werden müssen....
    http://www.bundeswertpapiere.de/uplo...19.01.2012.pdf

    Auch der Aktienindexfonds (ETF) wird Sie bei Ihrer Hausbank i.d.R. ca. 1,0% Provision kosten. Preiswerter gibt´s dies nur beim Internetbroker.

    Also auch hier ist der Anleger, der bereit ist seine Augen aufzumachen mal wieder klar im Vorteil.

    Wer allerdings Renditen von 5% einfahren möchte, wenn "sichere" Bundeswertpapiere wie die genannten Bundesschatzbriefe gerade mal bei 1,2% Rendite aktuell liegen - Vor Steuern und Inflation! - sollte sich bewußt sein, daß hier das höhere Risiko bezahlt wird.

    Sprich wir brauchen mehr Finanzbildung und damit ein Verständnis von Rendite und Risiko.

    Aber ist die von vielen beschworene Honorarberatung der Weisheit letzter Schluß?

    Welcher Anleger mit einem Anlagebetrag von z.B. 5.000 EUR wird wohl bereit sein für eine qualifizierte Beratung zwischen 80 und 150 EUR zu zahlen (Analog mittlerer Satz Anwaltskosten 1,3% zzgl. MwSt.)?

    Hier hat Herr Christ leider recht - der deutsche Anleger sieht keinen Wert in der Vermögensanlage-Beratung. Er vertraut lieber in der Masse seinem Tagesgeldkonto bei durchschnittlich 1,3% (Top 2,75%) Zinsen und vergißt die Steuern und erst recht die Inflation....

    Es gibt also noch einiges zu regeln, aber bitte zielgerichtet. Auch wir Anleger haben eine Mitwirkungspflicht....
  7. #36

    Das Geld entzaubern

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschlands Bankkunden genießen eine Gratiskultur - nur wenn es um ihre Geldanlage geht, zahlen viele Verbraucher teils horrende Gebühren, häufig ohne ihr Wissen. Die Politik will damit Schluss machen. Doch für beherzte Reformen fehlt der Mut.

    Hohe Beratungsprovisionen: Abzocke beim Bankberater - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Das staatliche Beratungsangebot ist gut. Es gibt genügend Informationen von Verbraucherzentralen und anderen öffentlichen Stellen und es besteht kein Grund, das Eigentum an Geld anders zu schützen als an anderen Gütern.

    Keine staatliche Stelle warnt den Blinden davor, sich einen Fernseher und ein i-Pad zu kaufen - so viel Eigenverantwortung muss sein. Sogar ins Autohaus dürfte er gehen, ohne dass der Staat zum Eingreifen genötigt wäre.
    Die Eigentumsgarantie des Artikels 14 GG und die Sozialbindung des Eigentums darin macht auch keinen Unterschied zwischen Geld und anderen Gütern.

    Es gehört zu den gelungensten Markting-Operationen aller Zeiten, dass sich Banken in die Position gebracht haben, in der sie heute sind. Sie von diesem Sockel herunterzuholen, wäre aller Unterstützung wert.
    Aber nicht um den Preis von Bevormundung, nicht so, dass bestimmte Produkte verboten werden. Mit seinem Geld soll jeder machen können, was er will. Und auf dieses Wollen darf in unserem Land auch die Werbung Einfluss zu nehmen versuchen. Insofern gibt es auch das Grundrecht auf Geldverlust infolge ungenügenden Sich-Kümmerns. Selbst wenn das Omi mit ihrem Sparbuch nicht passt!

    Der Staat ist nur verpflichtet, den Geldwert in etwa zu erhalten. Der Staat ist nicht dazu da, den Bürger vor Verlusten durch eigene Fehler zu schützen. Wenn ich ein Produkt kaufe, das ich nicht verstehe, ist das meine Schuld! Nicht die des Verkäufers und schon gar nicht die des Staates. Was für jedes andere Gut, vom Kupferarmbändern über Rheumadecken bis Tupperware gilt, gilt auch für die "Ware Geld"!
  8. #37

    Warum wollen Staat & Banken unwissende Anleger?

    Der Staat beeinflusst die Finanz-Bildung der Bevölkerung massiv...

    In meinem ersten Volksschuljahr – gut, das ist schon einige Jahre her – kam der „Sparkassen-Onkel” in die Schule, setzte sich ans Lehrerpult und durfte uns 1 Stunde lang Sparbücher aufschwatzen.

    Die staatliche Lehrerin, der wir 6- und 7 Jahre alten Kinder vertrauten, stand daneben und schaute zu, wie sich uns der Onkel als Berater präsentierte. Kein Wort darüber, ob wir da was nachrechnen sollten, was uns da der Onkel erzählt.

    Später am Gymnasium gab’s keinerlei Unterricht in Wirtschaft. Heute bin ich immer wieder überrascht, dass selbst Hochschulabsolventen simpelste kaufmännische Rechnungen – sogar Prozentrechnung und Verteilungsrechnung – nicht lösen können.

    Bei einer kaufmännischen Fortbildung sah ich, dass Studenten mit BWL-Vordiplom eine Einkaufskalkulation mit all den Auf- und Abschlägen nicht erstellten konnten.

    Ein Journalisten-Kollege erzählte mir, wie sein Professor am ersten VWL-Vorlesungstag stolz verkündete: „99 Prozent von dem, was Sie hier lernen, werden Sie in der Praxis nie brauchen.”

    Ich konnte es gar nicht glauben, dass der Diplom-Volkswirt im Studium nie etwas über das US-Banker-Treffen 1910 auf Jeykyll Island hörte. Ein Treffen, das der Ursprung für die Federal Reserve und das Verschuldungs-System unserer Staaten war.

    Andererseits achtet der Staat eifersüchtig darauf, dass kaum ein privater Anbieter Wirtschaftsausbildung in Deutschland anbieten kann. Was da unterrichtet wird, wird streng von staatlichen Stellen überprüft.

    Und ich glaube, dass es sich die Banken nicht gefallen lassen würden, wenn Professoren an staatlichen Universitäten zu kritisch denkende Wirtschaftler ausbilden würden.

    Dass es auf dem Markt keine Bankkaufleute geben kann, die Anlegern etwas erzählen, was den Banken nicht gefällt, dafür sorgen die Banken selbst.

    Einfach dadurch, dass sie Bankkaufleute selbst auswählen und ausbilden. Und der Staat achtet streng darauf, dass selbst ein Master of Finance von der New York University nicht zur externen Bankkaufmann-Prüfung zugelassen wird, wenn er nicht vorher bei einer Bank gearbeitet und bewiesen hat, dass er ins Schema passt.

    Die staatliche Begründung dafür ist die, dass Bankkaufleute auch das Kunden-**Beratungs**-Gespräch in der Praxis lernen müssten. Es heißt ausdrücklich nicht, dass die Lehrlinge in der Praxis lernen müssen, wie man unerfahrene Kunden über den Tisch zieht.

    Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe mich auf die externe IHK-Prüfung zum Werbekaufmann und zum Bankkaufmann angemeldet. Werbekaufmann war kein Problem. Bankkaufmann unmöglich.

    Mittlerweile werden Bürger, die sich verkalkulieren, sogar in TV-Doku-Soaps verspottet. Und genüsslich berichten Presse und Fernsehen darüber, wenn sich ein Prominenter von Beratern aufs Kreuz legen ließ und zahlungsunfähig wurde.

    Ich finde es nicht richtig, dass der Staat kaufmännische Ausbildung verhindert. Ich will nicht m-e-h-r Staat. Ich will, dass sich der Staat aus unserem Leben raushält.

    Mir passt es nicht zusammen, dass man Kindern erst den Sparkassen-Onkel in die Schule schickt, im weiteren Leben Wirtschaftsausbildung verhindert und dann von den Erwachsenen Kritikfähigkeit gegenüber Banken verlangt...


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