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Hohe Abbrecherquote: Ingenieur ist uns zu schwör
In Informatik, Naturwissenschaften und in Ingenieurstudiengängen brechen besonders viele Studenten ab: Fast jeder Zweite hält nicht durch, jeder Vierte verlässt die Uni sogar ganz ohne Abschluss.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...751500,00.html
- #1 17.03.2011 15:11 von
zurück zu Ing. und Dipl. Ing.
Grundlagen für ein langes Schulleben werden in der ersten Klasse gelegt aber genau dort lernen die Kinder das Gegenteil von Leistung. Zu schwer? Ab in die Kuschelecke. Ab zweiter Klasse gibt es Zensuren und da beginnt das große Scheitern. Wenn die Betriebe Lehrlinge testen, kommt das große Erschrecken: MIND Fächer ungenügend weil auch die sie unterrichtenden Lehrer dort ungenügend sind. BWL, Jura und andere Sabberfächer sind da natürlich im Vorteil. Selbst ein Mörder wie Gäffgen hat genug mitbekommen um jetzt gegen seine Folterer auf Schadenersatz und Schmerzensgeld zu klagen.
- #2 17.03.2011 15:11 von android
Tatsache
Tatsache ist, dass viele ingenieurwissenschaftliche Lehrstühle sich a priori etwas darauf zugute halten, die Studenten gründlich zu sieben. Dabei greift man nicht unbedingt immer auf -im eigentlichen Sinne des Wortes- herausfordernde Studieninhalte oder ehrgeizige Studienpläne zurück. Die angehenden Ingenieure werden in ihren Klausuren vielmehr mit unsinnig schwierigen Aufgaben traktiert, deren Schwierigkeitsgrad nichts mit dem Erlernen des Stoffes zu tun hat. Beispiele für den Kenner sind: das Invertieren von 7x7-Matrizen mit Papier und Bleistift oder das kochrezeptartige Lösen von Differentialgleichungen im Akkord, ohne das irgendein Versuch unternommen worden wäre, die dahinter steckenden Konzepte zu erklären.
Was Not täte, wäre eine Besinnung auf mehr Willen zur Lehre und Didaktik. Der an vielen Hochschulen vorhandene Standesdünkel der Ingenieurwissenschaftler, der sich in nach Lust und Laune hochgetriebenen Durchfallquoten niederschlägt, ist jedenfalls weder professionell noch volkswirtschaftlich erstrebenswert. - #3 17.03.2011 15:23 von
Abbrecherquote an deutschen Hochschulen
Solange den Hochschulen die 10 % Absolventen
reichen, die sich entsprechend ordentlich
"eingekauft" haben, solange wird sich an der
geschilderten Situation auch nichts ändern! - #4 17.03.2011 15:27 von MarkH
- #5 17.03.2011 15:39 von
Hier könnte ihre Werbung stehen
Es gibt auch sehr gute Studiengänge mit äußerst geringen Abbrecherquoten. Die Biotechnologie in Braunschweig - an der Nahtstelle zwischen Biologie und Ingenieurswissenschaften - hat eine Abbrecherquote von ungefähr 10%. Das liegt also deutlich unter dem Durchschnitt aller Fächer. Alle Ingeniueurswissenschaftlichen Institute, die an der Lehre beteiligt sind entsprechen - zum Glück - nicht dem Schema, das android hier aufgezeigt hat.
Ich fühle mich jetzt mal als Insider. Auch wenn ich nur Biotechnologie studiere. Solche Aufgaben sind lösbar und geistig nicht besonders anspruchsvoll. Sie werden dadurch unlösbar, weil gerade bei Matrizenrechnungen Fehler auf dem Weg nur schwer vermeidbar sind. Logischerweise steigt die Wahrscheinlichkeit einen Fehler zu machen mit der Länge der Rechnung. Eine Inverse einer 7x7 Matrix zu berechnen ist eine extrem lange Aufgabe!!
Zurück zu meiner Lobrede auf meinen Studiengang:
Wer Tipps haben möchte, wie man einen guten Studiengang konstruiert möge sich melden. Das sagt ein Student! Bei uns haben wir 100%iges Mitspracherecht. Eine Grundvorraussetzung die bei den wenigsten Studiengängen beachtet wird. - #6 17.03.2011 15:40 von
aberwitzige studieninhalte
habe zum glück mein ingenieurstudium beenden können... und kann auch bestätigen, das es richtig schwer war!
leider mußte ich mit meinen berufseinstieg als klassischer bauingenieur feststellen, dass ganz viele themengebiete im studium überhaupt nicht angerissen worden sind;
bedeutet: nach 10 stunden büroarbeitet abends immer noch "weiterlernen". das ging etwa 1,5 jahre so...
und letztendlich muss ich sagen, dass das (schlechte) gehahlt eines ingenieur ein so schweres studium überhaupt nicht rechtfertigt. kann nur jedem davon abraten! - #7 17.03.2011 15:43 von
Standesdünkel?
Also einfacher als ne Matrix invertieren oder eine DGL zu lösen, die ja einfach lösbar sein muss, gehts ja kaum. Mehr ist auch kaum drin bei 2 Semestern Mathe. Im Diplom hat man sich noch 4 Semester mit Mathe rumgeschlagen...
Ich würde es nicht auf einzelne Fachbereiche beschränken. Natürlich gibt es mal bei der einen oder anderen Klausur irre Quoten (ich hab mal bei ner Klausur erlebt, dass 95% durchfielen, bei 250 Teilnehmern). Aber dann war der Prof sauer weil niemand in der Vorlesung war oder sonstewas.
Ansonsten möchten die doch auch dass es genügend Ings gibt.
Ein Ing-Studium stellt nunmal hohe Anforderungen. Und ich finde es Schade, dass bei der Bologna-Reform nicht mehr auf die Unterschiede einzelner Studiengänge eingegangen wurde.
Wobei ich auch annehme dass viele Schüler immer vom Geld was der Ing verdienen kann in die Unis gelockt werden...
Ich bin dafür, dass ein Ing-Studium bis zum Master gemacht werden muss, dann gibt es auch genügend Zeit für vertiefte Grundkenntnisse, dann müssen die Unis nicht schon nach 6 oder 7 Semestern den Studenten quasi Marktreif ohne Sicherheitsrisiko für die Menschheit formen. - #8 17.03.2011 15:45 von
Ursachen
Das Phänomen ist nicht neu: Schon immer waren die Studienabbrecherquoten in den MINT-Fächern höher. Die intellektuellen Anforderungen waren und sind immens hoch, der Leistungsdruck enorm. In der Mitte bis Ende der 70er-Jahre waren Klausuren an der Uni, an der ich zu der Zeit Mathematik studiert habe, mit einer Durchfallquote von 50 bis 70 % in den ersten Semestern an der Tagesordnung. Und in theoretischer Physik war es nicht anders. Wer das erfolgreich (i.e. ausreichend (!) oder besser) überstanden hatte und ins Hauptstudium kam, hat i.a. auch den Abschluss des Studiums geschafft und dann deutlich bessere Noten erzielt.
Der jetzt beobachtete Anstieg der Abbrecherzahlen ist wohl nicht so sehr auf den Bologna-Prozess zurückzuführen als vielmehr auf die Tatsache, dass zu viele ungeeignete Schüler (m/w) ein Studium aufnehmen.
Man kann ihnen das noch nicht einmal verübeln, haben sie doch i.a. Abiturzeugnissse in der Hand, die ihnen gute Leistungen attestieren. Dass diese Zeugnisse vielfach das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden, weil das Niveau des Abiturs insbesondere in den letzten Jahren stark gesunken ist, können oder wollen die Schüler (m/w) nicht sehen.
Weil schlechte Noten verpönt sind und vielfach nicht mehr gegeben werden dürfen (Drittelerlass ...), gehen manche Lehrer den einfachen Weg und nennen ausreichend, was nicht mehr ausreichend ist. Dadurch verschiebt sich auch der Maßstab der anderen Noten.
Um nur EIN Beispiel zu zitieren:
http://www.extra-verlag.de/wedemark/...ium-d3985.html
Und aus dieser Quelle
http://www.standardsicherung.schulmi..._GOSt_2010.pdf
stammt folgendes Zitat:
"Der Trend zu besseren Abitursergebnissen setzt sich
somit kontinuierlich fort. Insgesamt 742 Schülerinnen (431) und Schüler (311) erreichten die Abiturnote 1,0.
(Vergleich zu 08/09 626 Schülerinnen (369) und Schüler (290))."
Da muss man sich nicht wundern!
Die Schüler sind überdies vielfach der Leistung entwöhnt und fühlen sich naturgemäß schnell überfordert, wenn sie sich nach der Schule einmal wirklichen Anforderungen gegenübersehen. - #9 17.03.2011 15:47 von
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