Höhenflug der Piraten: Die guten Populisten

Die Piraten sind Deutschlands Antwort auf den Vormarsch des Populismus in Europa. Aber diesmal haben wir Glück gehabt: Die deutschen Populisten machen keine Angst, sondern Hoffnung.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...830552,00.html
  1. #270

    Witzig

    Zitat von Traumschau Beitrag anzeigen
    Dann gibt es möglicherweise eine Alternative:
    Wenn die derzeitige Koalition abgestraft wird, die SPD gleich mit, weil die ja nur auf Muttis Schoß will und die Wähler das wissen und so langsam die Nase so voll haben, dass sie vielleicht nicht einmal der FDP über die 5%-Hürde helfen, dann haben wir möglicherweise eine "linke" Mehrheit im BT. Obwohl, die Grünen zähle ich nicht dazu! Die sind schon link, aber nicht links!
    Das Argument, man darf die Piraten nicht wählen, weil das evtl. zu einer großen Koalition führt, ist wirklich aberwitzig!
    Stellen Sie sich mal vor, man wählt alle 4 Jahre einmal die Partei, von der man sich am meisten verspricht. Komischerweise haben die Deutschen fast immer gegen ihre eigenen Interessen gewählt.
    Vielleicht wählen sie diesmal eine Partei, die ihre Interessen, die Demokratie und insbesondere das GG ernst nimmt: dann gibt es für mich nur noch die Linke und die Piraten.
    Witzig in dem Zusammenhang ist die Grün-Rote Landesregierung in BW. Stuttgart 21 hat sie nach oben gespült und am Ende wird doch gebaut. Man könnte meinen der Wähler hat schlicht die Partei gewählt, die für die Volksabstimmung war und nicht unbedingt für den "Inhalt" den die Partei repräsentiert.
    Früher gab es mal die TV-Sendung "Wie würden Sie entscheiden?" Irgendwie so könnte man sich Direktdemokratie vorstellen. Allerdings sollten die Expertenmeinungen vor der Abstimmung gehört werden - Experten werden sicher noch gebraucht. Irgendwie müssten sich die Parteien und Politiker da ganz neu definieren. "Piraten" sind ja eine "Un-Partei" indem Sie ja eigentlich gar keine politischen Positionen vertreten, ausser dem Volk (Parteimitgliedern) eine Plattform zu bieten seinen eigenen Willen kund zu tun.
  2. #271

    xxx

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Da s...

    Die Ökonomen meines Vertrauens haben von Anfang an Eurobonds empfohlen, damit hätte man die Spekulanten außen vor halten können, aber da war das neoliberale Ideologiebrett vor, da war nichts zu machen. Jetzt wird etwas Ähnliches diskutiert, nennt sich jetzt „Schuldentilgungsfond“.
    Schon krass wie Sie die Vorschläge zu Eurobonds nachbeten.
    Da in den nächsten paar Jahren fast - alle - Altkredite verlängert werden müssen würden wir für - alle - Kredite Italiens, Spaniens und Co. haften.
    Einige Fantastilliarden also...
    Wer kann das wollen außer der Finanzindustrie?
    Bei welcher Bank arbeiten Sie?
  3. #272

    Eurobonds

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    Schon krass wie Sie die Vorschläge zu Eurobonds nachbeten.
    Da in den nächsten paar Jahren fast - alle - Altkredite verlängert werden müssen würden wir für - alle - Kredite Italiens, Spaniens und Co. haften.
    Einige Fantastilliarden also...
    Wer kann das wollen außer der Finanzindustrie?
    Bei welcher Bank arbeiten Sie?
    Wenn Sie diese strikt ablehnen - was durchaus nachvollziehbar ist - dann müssen Sie sich auch damit abfinden, daß der EURO nicht zu halten ist.

    Der EURO bedingt eine Europäische zentrale Wirtschafts- und Finanzregierung mit weitgehender Aufgabe nationaler Haushaltsrechte. Aus diesem Scenario ergibt sich zwangläufig eine Transferunion, vergleichbar dem innerdeutschen Finanzausgleich.

    In der gegenwärtigen politischen Situation Europas ist aber eine zentrale Wirtschafts-/Finanzregierung nicht durchsetzbar, weder bei den nationalen Regierungen, noch bei den Wählern der verschiedenen Nationen. Es fehlt schlicht ein Europäisches Nationalbewußtsein.
    Und eine "Europäische Führungspersönlichkeit" ist auch nirgendwo in Sicht.
    Die heutige "Krisenpolitik" steckt doch in folgendem Dilemma: Einerseits soll gespart werden um die Schulden "in den Griff" zu bekommen, andererseits soll Wachstum generiert werden, was heutzutage offenbar nur durch Neuverschuldung möglich ist (zu sein scheint?).

    Daher bleibt schlechterdings nur die Aufgabe des EURO und Rückkehr zu nationalen Währungen. Hierbei sind Zusammenschlüsse von Ländern mit einem wirtschaftlich vergleichbaren Leistungsniveau vorstellbar, aber auch hier wegen nationaler Rivalitäten schwer darstellbar. Denn auch hier wären einheitliche Finanzverwaltungen notwendig.

    Jedenfalls wäre es heute notwendig sich zu überlegen, wie die EURO-Länder zu nationalen Währungen zurückkehren könnten, ohne unser krisengeschütteltes Finanzsystem vollends ins Chaos zu stürzen.

    Aber den z.Z. tonangebenden Politikern Europas fehlt es selbst dazu an Verständnis und Fantasie ebenso wie an Durchsetzungswillen. Es wäre ja auch ein - für Politiker offenbar unvorstellbar - Eingeständnis, Fehler begangen zu haben.
  4. #273

    Zitat von wolly21 Beitrag anzeigen
    Wenn Sie diese strikt ablehnen - was durchaus nachvollziehbar ist - dann müssen Sie sich auch damit abfinden, daß der EURO nicht zu halten ist.
    Der EURO bedingt eine Europäische zentrale Wirtschafts- und Finanzregierung mit weitgehender Aufgabe nationaler Haushaltsrechte. Aus diesem Scenario ergibt sich zwangläufig eine.....
    Eine Transferunion über das derzeitige Maß hinaus ist utopisch, eine Rückkehr zu alten Währungen auch.
    Die anderen Länder (uns wir ) müssen Reformieren und sparen. Zur Not fliegen einige Länder eben aus dem Euro raus.
    Alternativlos, leider...
  5. #274

    das ist doch unfug

    Zitat von Hoppeditz Beitrag anzeigen
    Ihre schönen Inhalte in allen Ehren - sie nützen Ihnen in der Opposition rein gar nichts. Fakt bleibt nach heutigem Umfragestand, dass Piratenwähler Frau Merkel eine dritte Amtszeit in einer Großen Koalition bescheren werden. Die einzige Chance, Piratenthemen auf Bundesebene durchzusetzen, besteht darin, SPD und Grüne zu unterwandern. Das wäre mal echtes Entern.
    Diesen Vorwurf müssen sich eher diejenigen machen lassen, die weiter CDU, FDP und SPD wählen.
    Vielleicht sollten sich die Wähler der Grünen und der SPD nochmal fragen, ob die Partei, die sie vielleichtseit Jahrzehnten treu wählen überhaupt noch die Partei ist, die sie damals aus Überzeugung gewählt haben oder ob diese Partei vielleicht sich so geändert hat, dass sie für viele Werte von damals heute gar nicht mehr steht.

    Ich verstehe auch die Logik nicht...wozu SPD oder Grüne unterwandern?? Das ist so ähnlich wie wenn man Aufwand, Geld und Nerven in die Reparatur eines zu verschrottenden Autos steckt an Stelle sich direkt ein neues Auto zu kaufen. Das ist für mich kein Entern sondern dumm.
    SPD und Grüne haben mit der Agenda 2010 das umgesetzt, was die FDP und CDU schon immer wollten. Speziell die SPD trägt nun mit der Unterstützung Merkels dazu bei, dass Europa zum Armenhaus der Welt wird, die Mittelschicht in rasendem Tempo verschwindet und Milliarden Steuergelder an Banken und Spekulanten umverteilt werden.
    Damit ist neben der FDP, der die Merkel die Themen schon geklaut hat auch die SPD völlig überflüssig. Die Grünen kämpfen mit der Agenda Erblast haben aber offenbar noch Restverstand in den Reihen und haben vielleicht noch irgendwie eine Berechtigung - auf lange Sicht sind die Stimmen bei den Piraten aber sicher besser aufgehoben als bei der SPD, FDP, CDU oder den Grünen.
  6. #275

    ???

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    Eine Transferunion über das derzeitige Maß hinaus ist utopisch, eine Rückkehr zu alten Währungen auch.
    Die anderen Länder (uns wir ) müssen Reformieren und sparen. Zur Not fliegen einige Länder eben aus dem Euro raus.
    Alternativlos, leider...
    Welche fliegen raus? Welche bleiben drin?
    Glauben Sie die verbliebenen "Restländer" einigen sich eher auf eine zentrale Finanzverwaltung, gemeinschaftliche Wirtschaftspolitik? Glauben sie der künftige Französische Präsident (egel ob Sarkozy oder Hollande) wird bereit sein, auch nur ein Zipfelchen seiner Souveränität (=hier gleich Macht)n abzugeben?

    Wenn rausgeflogen wird, fliegen alle mit!
  7. #276

    Inhalt

    Zitat von ProDe Beitrag anzeigen
    Diesen Vorwurf müssen sich eher diejenigen machen lassen, die weiter CDU, FDP und SPD wählen.
    Vielleicht sollten sich die Wähler der Grünen und der SPD nochmal fragen, ob die Partei, die sie vielleichtseit Jahrzehnten treu wählen überhaupt noch die Partei ist, die sie damals aus Überzeugung gewählt haben oder ob diese Partei vielleicht sich so geändert hat, dass sie für viele Werte von damals heute gar .....
    Ich finde die Piraten wären damit bestens beraten so wenig wie möglich Themen und Inhalte zu haben und das sogar ganz offen als Programm zu proklamieren. Was jetzt läuft ist nur eine Kampagne sie auf etwas festzunageln und vorzuführen. Letztlich soll doch aber genau der Bürger entscheiden was er will. Und was er wollen könnte und sollte wäre z.B. den Paragraphendschungel auszumisten (wäre ein Riesenspaß) oder den Pharma-Selbstbedienungsladen Gesundheitswesen zu reformieren. Da sind Punkte wo der Bürger am allermeisten entmündigt wird.
  8. #277

    Demokratieverständnis

    Zitat von Schizo-Gen Beitrag anzeigen
    Ich finde die Piraten wären damit bestens beraten so wenig wie möglich Themen und Inhalte zu haben und das sogar ganz offen als Programm zu proklamieren. Was jetzt läuft ist nur eine Kampagne sie auf etwas festzunageln und vorzuführen. Letztlich soll doch aber genau der Bürger entscheiden was er will. Und was er wollen könnte und sollte wäre z.B. den Paragraphendschungel auszumisten (wäre ein Riesenspaß) oder den Pharma-Selbstbedienungsladen Gesundheitswesen zu reformieren. Da sind Punkte wo der Bürger am allermeisten entmündigt wird.
    Wenn man das jetzige System mal weiter reflektiert, ist es im Prinzip nichts anderes als ein System der Bevormundung. Der Wähler wählt sich einen Vormund, von dem er meint, dass der seinem Sinne entscheiden und handeln wird. Und die Parteien müssen sich als guter und kompetenter Vormund/ Interessensvertreter für verschiedene Wählerschichten verkaufen. Die Piraten könnten aber ganz offen sagen: wir wollen gar nicht Euer Vormund sein, insofern ist es auch nicht so sehr wichtig wie kompetent oder dilettantisch wir sind.
  9. #278

    Wer rausfliegt..

    Zitat von wolly21 Beitrag anzeigen
    Welche fliegen raus? Welche bleiben drin?
    Glauben Sie die verbliebenen "Restländer" einigen sich eher auf eine zentrale Finanzverwaltung, gemeinschaftliche Wirtschaftspolitik? Glauben sie der künftige Französische Präsident (egel ob Sarkozy oder Hollande) wird bereit sein, auch nur ein Zipfelchen seiner Souveränität (=hier gleich Macht)n abzugeben?

    Wenn rausgeflogen wird, fliegen alle mit!
    Die PIGS Staaten fliegen raus.
    Wenn Frankreich zickt, die auch.
    Wenn die nicht wollen gründen wir den Euro - Nord mit den Restländern.
    Die sind wirtschaftlich ähnlich leistungsfähig.
    Macht ist also nicht weiter abzugeben...
  10. #279

    Zeitgeist-KONSUM !!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten sind Deutschlands Antwort auf den Vormarsch des Populismus in Europa. Aber diesmal haben wir Glück gehabt: Die deutschen Populisten machen keine Angst, sondern Hoffnung.

    Piraten sind die guten Populisten - SPIEGEL ONLINE
    HERR AUGSTEIN,
    idealisieren Sie nicht so sehr die Piraten -(...) Die Piraten sind naiv, idealistisch, romantisch (...).

    Die Enttäuschung könnte viel mehr weh tun, je höher man fliegt.

    Die "Sympathischen" sind AUCH NUR Kinder des Zeitgeistes.
    Vergessen wir das nicht.