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Höhenflug der Piraten: Die guten Populisten

Die Piraten sind Deutschlands Antwort auf den Vormarsch des Populismus in Europa. Aber diesmal haben wir Glück gehabt: Die deutschen Populisten machen keine Angst, sondern Hoffnung.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...830552,00.html
  1. #260

    Zitat von Kirk70 Beitrag anzeigen
    Es geht nicht um Knaller, dann müssen Sie auf die Mirmes gehen, sondern um Kommunikation in der Politik. Und da sind zwangsläufig Binsenweisheiten vertreten. Andernfalls - Ihnen folgend - dürfte ja nichts mehr in dem Kontext einer Argumentation als Untermauerung gesagt werden, was - manchmal auch nur scheinbar - jeder schon weiß. Was ein Quatsch.
    Auf die Mirmes gehe ich schon lang nicht mehr - man bekommt die nach hinten losgehenden Knaller heute schließlich frei Haus geliefert. Mir konnte bislang noch niemand erklären, welche Alleinstellungsmerkmale die Piraten den Altparteien gegenüber so erhaben machen. Der pseudodemokratische Schwarm-Ansatz kann es ja wohl nicht sein. Wo also sind außer der Netzpolitik die Inhalte, die ich bei anderen Parteien nicht finde?

    Zitat von Kirk70 Beitrag anzeigen
    Also, was Bahn brechendes haben denn in letzter Zeit die etablierten so raus gehauen, was in Erkenntnis erst einer Minderheit liegt? Bitte schön...
    Na, da bin ich aber mal auf die bahnbrechenden Ideen der Piraten gespannt. Was ich bisher vernehmen konnte, kam mir überwiegend doch sehr bekannt vor.
  2. #261

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten sind Deutschlands Antwort auf den Vormarsch des Populismus in Europa. Aber diesmal haben wir Glück gehabt: Die deutschen Populisten machen keine Angst, sondern Hoffnung.

    Höhenflug der Piraten: Die guten*Populisten - SPIEGEL ONLINE

    Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Artikel von Herrn Augstein gelesen zu haben, dem ich auch nur ansatzweise beipflichten konnte.
    Artikel wie "die guten Populisten" mögen an sich schon populistisch sein. Nicht weiter schlimm; zu einer tieferen Betrachtung des Phänomens Piraten als Antwort auf die angeblich allgegenwärtige Politikverdrossenheit (gähn) reicht es bei Herrn Augstein aber mal wieder nicht.

    Was an einer Partei, die sich für meinen Geschmack etwas zuviel mit Downloads, Spielen, Musik und absolutistischer Transparenz beschäftigt und die darüberhinaus die repräsentative Demokratie für einen Fehler hält, gut sein soll, weiß ich nicht.
    Ich weiss nur eins: Auch die Piraten müssen sich nach einer Verantwortungssethik, beurteilen lassen. Diese Beurteilung muß sich an den tatsächlichen Ergebnissen und deren Verantwortbarkeit orientieren.

    Augsteins Dilemma ist es mal wieder, nicht zu erkennen, dass die reine Gesinnung nicht selten das Gegenteil dessen hervorbringt,was bewirkt werden soll. Diese Gesinnungsethik (und dies findet Augstein ja immer toll) beurteilt Handlungen nach der Absicht und der Realisierung eigener Werte und Prinzipien und zwar ungeachtet der Handlungsfolgen.
  3. #262

    Zitat von marthap Beitrag anzeigen
    Was an einer Partei, die sich für meinen Geschmack etwas zuviel mit Downloads,
    Also ich störe mich auch daran, daß regelmäßig die Werte einfach auf elektronischem Wege 'runtergeladen werden, die andere geschaffen haben – und das sind jährlich Werte im zweistelligen Billionen$-Bereich!
    Datei:BWS Welt.svg
    Das sind doch alles sogenannte „Umbewertungs-“, also Spekulationsgewinne!
    Die eigentlichen Piraten-Parteien tragen andere Namen …
  4. #263

    Demokratieverständnis

    Zitat von marthap Beitrag anzeigen
    Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Artikel von Herrn Augstein gelesen zu haben, dem ich auch nur ansatzweise beipflichten konnte.
    Artikel wie "die guten Populisten" mögen an sich schon populistisch sein. Nicht weiter schlimm; zu einer tieferen Betrachtung des Phänomens Piraten als Antwort auf die angeblich allgegenwärtige Politikverdrossenheit (gähn) reicht es bei Herrn Augstein aber mal wieder nicht.

    Was an einer Partei, die sich für meinen Geschmack etwas zuviel mit Downloads, Spielen, Musik und absolutistischer Transparenz beschäftigt und die darüberhinaus die repräsentative Demokratie für einen Fehler hält, gut sein soll, weiß ich nicht.
    Ich weiss nur eins: Auch die Piraten müssen sich nach einer Verantwortungssethik, beurteilen lassen. Diese Beurteilung muß sich an den tatsächlichen Ergebnissen und deren Verantwortbarkeit orientieren.

    Augsteins Dilemma ist es mal wieder, nicht zu erkennen, dass die reine Gesinnung nicht selten das Gegenteil dessen hervorbringt,was bewirkt werden soll. Diese Gesinnungsethik (und dies findet Augstein ja immer toll) beurteilt Handlungen nach der Absicht und der Realisierung eigener Werte und Prinzipien und zwar ungeachtet der Handlungsfolgen.
    Hört sich so an nach "Alle Macht dem Pöbel ist Untergang für Alle". Aber "Schwarmintelligenz" geht irgendwo davon aus, dass der Pöbel sich auch nicht "Eins" ist und demnach setzt sich in Summe etwas durch was intelligenter als die Summe einzelner Pöbelteile ist. Klar hat der kontrollfreakige gutbezahlte Intellekt da seine Probleme - aber vielleicht und hoffentlich bleibt am Ende nichts anderes übrig als "TRUST!" Zumindest würde die Zukunft damit abenteuerlicher und spannender für alle. ;-)
  5. #264

    Ruhig Blut

    Zitat von Schizo-Gen Beitrag anzeigen
    Hört sich so an nach "Alle Macht dem Pöbel ist Untergang für Alle". Aber "Schwarmintelligenz" geht irgendwo davon aus, dass der Pöbel sich auch nicht "Eins" ist und demnach setzt sich in Summe etwas durch was intelligenter als die Summe einzelner Pöbelteile ist. Klar hat der kontrollfreakige gutbezahlte Intellekt da seine Probleme - aber vielleicht und hoffentlich bleibt am Ende nichts anderes übrig als "TRUST!" Zumindest würde die Zukunft damit abenteuerlicher und spannender für alle. ;-)
    Falls Sie auf die "repräsentative Demokratie" ansprechen:
    In der Tat halte ich sie für eine der größten Errungenschaften der Menschheit. Wer sie aus modischen oder infantilen Beweggründen aufs Spiel setzt, weiß nicht was er tut. Dieser Form der Demokratie aber einfach plebizitäre Elemente als deren Gefahr ("alle Macht dem öbel") anzuführen, ist etwas billig.
    Um Missverständnissen vorzubeugen: Es liegt mir fern, Piraten oder deren Wähler als Pöbel zu betrachten. Genauso weigere ich mich, über Schwarmintelligenz (das tut ja gerade eh jeder) im Zusammenhang mit Demokratie außer mit Soziobiologen zu reden.
  6. #265

    Demokratieverständnis

    Zitat von marthap Beitrag anzeigen
    Falls Sie auf die "repräsentative Demokratie" ansprechen:
    In der Tat halte ich sie für eine der größten Errungenschaften der Menschheit. Wer sie aus modischen oder infantilen Beweggründen aufs Spiel setzt, weiß nicht was er tut. Dieser Form der Demokratie aber einfach plebizitäre Elemente als deren Gefahr ("alle Macht dem öbel") anzuführen, ist etwas billig.
    Um Missverständnissen vorzubeugen: Es liegt mir fern, Piraten oder deren Wähler als Pöbel zu betrachten. Genauso weigere ich mich, über Schwarmintelligenz (das tut ja gerade eh jeder) im Zusammenhang mit Demokratie außer mit Soziobiologen zu reden.
    Na, Populismus hat schon was mit "Pöbel" zu tun. Und da haben Sie schon völlig recht, dass das im Kontext eben *repräsentativer" Demokratie i.d.R. eine üble Sache ist. "Gut" können Populisten nur dann sein, wenn sie einen direkt-demokratischen Ansatz vertreten.
  7. #266

    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen
    Was genau ist am Schweizer Modell nicht auf deutschland anwendbar? Haben die so eine total unterschiedliche Mentalität und Wirtschaftsstruktur?

    Was man wirklich in D tun muss, ist einfach folgendes: Geld in Bildung und Ausbildung investieren, Firmengründungen erleichtern, auch Venture Capital Investitionen erleichtern, Bürokratie abbauen, Steuern für Unternehmen vereinfachen (nicht herunterschrauben), Kündigungsschutz lockern, Wirtschaftssubventionen herunterfahren, kleinere und mittlere Unternehmen von unsinnigen Vorschriften befreien.

    Aber das sind ziemlich dicke Bretter, die es zu bohren gilt.

    Dann werden Sie schon sehen, wie das Wachstum ganz von alleine kommt, es gibt massenhaft kreative und intelligente Leute, die in D etwas auf die beine stellen könnten, wenn es nicht so furchtbar kompliziert und langwierig wäre.
    Da sind ja einige gute Ansätze dabei, die ich auch mitgehen würde, nur skaliert das Schweizer Modell einfach nicht. Die EU Zone hat jetzt schon ein Problem mit den Handelsüberschüssen von Exportweltmeister Deutschland. Als kleine Schweiz und mit der Möglichkeit Fachkräfte flexibel aus D & Ösiland einzukaufen, sowie mit den Umsatzen und Gewinnen als Bankendrehkreuz und dem Tourismus im Rücken, stellt sich das anders dar. Auch bei einer Binnenmarkt orientierten Ökonomie wie der USA lässt es sich mit guten Bedingungen für Venture Kapital und lockerem Kündigungsschutz das grundsätzliche Problem nicht lösen. Der Einbruch beim Arbeitsmarkt und der darauf folgende Zusammenbruch des Immobilienmarktes waren ja ein wesentlicher Auslöser der Krise 2008.
    Bei Bürokratieabbau, Bildung, Streichung von Subventionen und Vereinfachung von Steuer und anderen Vorschriften rennen Sie bei mir offene Türen ein. Dies allein wird die Probleme aber nicht langfristig lösen können.
  8. #267

    Chance

    Zitat von Hoppeditz Beitrag anzeigen
    Ihre schönen Inhalte in allen Ehren - sie nützen Ihnen in der Opposition rein gar nichts. Fakt bleibt nach heutigem Umfragestand, dass Piratenwähler Frau Merkel eine dritte Amtszeit in einer Großen Koalition bescheren werden. Die einzige Chance, Piratenthemen auf Bundesebene durchzusetzen, besteht darin, SPD und Grüne zu unterwandern. Das wäre mal echtes Entern.
    Wenn Sie mal einen Wahl-O-Mat zu einer der anstehenden Landtagswahlen bemühen, werden Sie feststellen, dass die inhaltlichen Unterschiede der Piraten zu den von Ihnen so verschrieenen Altparteien nur sehr marginal ist. 90 Prozent der piratischen Inhalte finden sich 1:1 in der Programmatik von Linken und Grünen wieder. Es wäre aus meiner Sicht angebracht, den Hype um die neuen Heilsbringer langsam mal runter zu fahren - die kochen nämlich auch nur mit (liquidem) Wasser.
    Dann gibt es möglicherweise eine Alternative:
    Wenn die derzeitige Koalition abgestraft wird, die SPD gleich mit, weil die ja nur auf Muttis Schoß will und die Wähler das wissen und so langsam die Nase so voll haben, dass sie vielleicht nicht einmal der FDP über die 5%-Hürde helfen, dann haben wir möglicherweise eine "linke" Mehrheit im BT. Obwohl, die Grünen zähle ich nicht dazu! Die sind schon link, aber nicht links!
    Das Argument, man darf die Piraten nicht wählen, weil das evtl. zu einer großen Koalition führt, ist wirklich aberwitzig!
    Stellen Sie sich mal vor, man wählt alle 4 Jahre einmal die Partei, von der man sich am meisten verspricht. Komischerweise haben die Deutschen fast immer gegen ihre eigenen Interessen gewählt.
    Vielleicht wählen sie diesmal eine Partei, die ihre Interessen, die Demokratie und insbesondere das GG ernst nimmt: dann gibt es für mich nur noch die Linke und die Piraten.
  9. #268

    Naja,

    Zitat von marthap Beitrag anzeigen
    Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Artikel von Herrn Augstein gelesen zu haben, dem ich auch nur ansatzweise beipflichten konnte.
    Artikel wie "die guten Populisten" mögen an sich schon populistisch sein. Nicht weiter schlimm; zu einer tieferen Betrachtung des Phänomens Piraten als Antwort auf die angeblich allgegenwärtige Politikverdrossenheit (gähn) reicht es bei Herrn Augstein aber mal wieder nicht.

    Was an einer Partei, die sich für meinen Geschmack etwas zuviel mit Downloads, Spielen, Musik und absolutistischer Transparenz beschäftigt und die darüberhinaus die repräsentative Demokratie für einen Fehler hält, gut sein soll, weiß ich nicht.
    Ich weiss nur eins: Auch die Piraten müssen sich nach einer Verantwortungssethik, beurteilen lassen. Diese Beurteilung muß sich an den tatsächlichen Ergebnissen und deren Verantwortbarkeit orientieren.

    Augsteins Dilemma ist es mal wieder, nicht zu erkennen, dass die reine Gesinnung nicht selten das Gegenteil dessen hervorbringt,was bewirkt werden soll. Diese Gesinnungsethik (und dies findet Augstein ja immer toll) beurteilt Handlungen nach der Absicht und der Realisierung eigener Werte und Prinzipien und zwar ungeachtet der Handlungsfolgen.
    man kann ja grundsätzlich gegen Moralapostel sein und totale Transparenz in der Politik für gefährlich oder für Irsinn halten .... oder eben nicht!
    Stellen sie sich mal, alle Ausschüsse des Bundestages wären öffentlich, es würde öffentlich über die Ausfuhr von Rüstungsgüter entschieden, etc. Die Sache ist doch, dass solche Entscheidungen im Dunkeln ablaufen, weil sie weder im Interesse D. - außer einigen Profiteuren, noch im Interesse der Weltgemeinschaft sind. Wenn die Menschen nicht nur ahnten sondern auch wüßten, was die Politik und ihre Marionettenspieler so alles treiben, hätten wir morgen eine Revolution. Mittlerweile gibt es ja schon so viele Möglichkeiten, sich fernab der Mainstreammedien qualitativ höchstwertig zu informieren, dass immer mehr Menschen merken: was da läuft ist nicht gut.
    Und genau deshalb gibt es überhaupt die Piraten. Zum Glück!
  10. #269

    Transparenz und Moderne

    Zitat von Traumschau Beitrag anzeigen
    man kann ja grundsätzlich gegen Moralapostel sein und totale Transparenz in der Politik für gefährlich oder für Irsinn halten .... oder eben nicht!
    Stellen sie sich mal, alle Ausschüsse des Bundestages wären öffentlich, es würde öffentlich über die Ausfuhr von Rüstungsgüter entschieden, etc. Die Sache ist doch, dass solche Entscheidungen im Dunkeln ablaufen, weil sie weder im Interesse D. - außer einigen Profiteuren, noch im Interesse der Weltgemeinschaft sind. Wenn die Menschen nicht nur ahnten sondern auch wüßten, was die Politik und ihre Marionettenspieler so alles treiben, hätten wir morgen eine Revolution. Mittlerweile gibt es ja schon so viele Möglichkeiten, sich fernab der Mainstreammedien qualitativ höchstwertig zu informieren, dass immer mehr Menschen merken: was da läuft ist nicht gut.
    Und genau deshalb gibt es überhaupt die Piraten. Zum Glück!
    Ich sprach auch nicht von Transparenz sondern von dieser absoluten Transparenz, die schon totalitäre Züge trägt. Ein interessanter Artikel dazu:
    Transparenz und Moderne -








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