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Höhenflug der Piraten: Die guten Populisten

Die Piraten sind Deutschlands Antwort auf den Vormarsch des Populismus in Europa. Aber diesmal haben wir Glück gehabt: Die deutschen Populisten machen keine Angst, sondern Hoffnung.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...830552,00.html
  1. #250

    Wenn es den Piraten gelingen sollte, die von Merkel betriebene Entdemokratisierung der politischen Entscheidungsprozesse, die Degeneration des Bundestages zur Volkskammer 2.0 und den Weg in die Enteignung der Bevölkerung und in die finanzielle Knechtschaft der Finanzindustrie zu verhindern oder wenigstens zu verzögern, dann könnten sie das Großartigste werden, was der deutschen Nachkriegspolitik überhaupt passieren konnte.
    Aber selbst wenn es nur dazu reicht, die in ihren Dogmen erstarrten Grünen wachzurütteln oder gar abzulösen, hätte die Partei schon etwas extrem nützliches erreicht.
  2. #251

    Naja,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten sind Deutschlands Antwort auf den Vormarsch des Populismus in Europa. Aber diesmal haben wir Glück gehabt: Die deutschen Populisten machen keine Angst, sondern Hoffnung.

    Höhenflug der Piraten: Die guten*Populisten - SPIEGEL ONLINE
    ich habe so den Eindruck, dass über die Piraten nicht so berichtet wird, wie es angemessen wäre. Die Kritiker, die den Piraten Populismus, Null-Ahnung, etc. vorwerfen, sollten mal das Programm der NRW-Piraten lesen. Da steht vieles drin, was schlicht und ergreifend einMensch mit gesundem Menschenverstand nur unterschreiben kann - und die Ansichten werden begründet!! TINA hat ausgedient. Die Struktur der Partei ist nicht auf Machterhalt der Vorturner ausgerichtet, noch überhaupt auf Machtgewinnung, koste es was es wolle. Die etablierten Parteien sind deshalb schon fast unwählbar, weil sie nur den Machterhalt anstreben, indem sie die Interessen der mächtigen Lobbys bedienen.
    Schauen Sie sich das mal an, da "werden Sie geholfen":
    Piratenpartei Landesverband Nordrhein-Westfalen - NRW-Web:Wahlprogramm 2012

    Wer da noch sagt, "die haben keine Ahnung", sind meiner Ansicht nach aber ganz schwer auf dem Holzweg!
  3. #252

    Böse Populisten

    Was sind eigentlich Populisten?
    Das sollen Menschen sein, die mit Gefühlen Stimmungen erzeugen und damit Politik machen.
    Genau genommen sind dann Großaufnahmen von sehr kranken Kinden aus der 3.Welt auch populistische Aktionen, weil man durch diese Bilder Mitleid erzeugen und so Geld einsammeln will.
    Die Forderug nach mehr Sozialleistungen hört sich beim Wähler auch gut an, erzeugt gute Gefühle und ist nach dieser Definition auch Populismus.
    Die Atomdebatte wird meist auch nur über die Angst vor nuklearen Unfällen geführt, ist also auch rein populistisch.

    Aber in diesem Zusammenhang hört man das Wort Populismus nie.
    Natürlich nicht.
    Es wird ja ausschließlich zum Schlechtmachen aller Menschen benutzt, die Rechts von der Mitte stehen.
    So viel Einseitigkeit müssen wir eben aushalten.
  4. #253

    Angst?

    Zitat von Kirk70 Beitrag anzeigen
    Wer iss dat denn? So ein Tagebuch schreibe ich Ihnen auch auf meiner Page. Da kann ich alles rein schreiben.
    Selbstüberschätzung scheint ein weit verbreiteter Wesenszug bei den Piratenanhängern zu sein.

    Zum Inhalt:
    Wenn Sie glauben bei den etablierten Parteien sähe inhaltlich konkreter aus, müssen Sie mir sagen in welchem Land Sie leben.
    Bei den anderen Parteien kann man auch einiges bemängeln, konkreter wie die Piraten sind sie aber allemal.

    Ich weiß noch nicht, ob ich den Piraten mit meiner Stimme helfen soll eine Chance zu bekommen, sehr sehr wahrscheinlich als Opposition im Bundestag mitzuwirken.
    Geben Sie Ihre Stimme der Linkspartei, da haben Sie mehr davon. Diese Partei ist eine echte Alternative. Zwar auch mit Fehlern, aber zumindest mit fundierter Gesellschaftskritik.

    Aber was Sie schreiben ist schlicht bei allen Parteien so. Und die Piraten keinerlei Kranzzeit einzugestehen zeigt Ihre dogmatische Haltung. Ein Dogma hat mit einer Wahrnehmung nichts zu tun.
    Die Piraten gibt es doch nicht erst seit der Berlinwahl!

    Selbst die Parteien, die die Karenzzeit aufgrund Jahre langer Existenz verlassen haben, haben Politiker in ihren Reihen, die genauso Unsinn, oder gar Radikales, reden wie manche bei den Piraten.
    Das ist nicht mein Problem bei den Piraten. Mich stört die Beliebigkeit, das Herumwuseln ohne festen Standpunkt, ohne Kompass.

    Wer so eine radikale Ablehnung gegenüber einer Partei, die es mal etwas anders versuchen will, äußert muss ja ganz schön Angst haben.
    Ja, mächtig Angst, besonders wenn ich Piraten in Talkshows erlebe, schlottern mir die Knie, diese Coolness, diese Kompetenz, diese Stringenz – umwerfend!
  5. #254

    Politikverdrossenheit?

    Ich stimme Herrn Augstein überwiegend zu. Nur, er spricht von Politikverdrossenheit. Ich meine es ist wohl eher Politikerverdrossenheit, wie das große Interesse an den Piraten und ihr derzeitiges Hoch ja beweißt. "Transparenz", da wird der Bürger sofort wach.

    Und zwar auf allen Ebenen. Wenn ich nur sehe wie zum Beispiel in meiner Heimatstadt wegen jeder Pillepalle-Angelegenheit, flugs die Ratssitzungen nichtöffentlich werden, kriege ich einen dicken Hals.
  6. #255

    Revolutionieren wir die SPD

    Mein Gott, Jakob: welch grund- und haltloses Geschwafel! Und ich frage mich - und andere - auch hier zurecht, warum es eigentlich immer nur den Menschen ermöglicht ist, ihre Auffassungen zu veröffentlichen, die unter „Willensbildung des Volkes“ – also der Legitimation für die freiheitliche Definition von Parteiendemokratie und Pressefreiheit des Art. 21 GG – Volksverdummung und Volksver***ung verstehen und praktizieren?! Hier einige diskussions- und merkwürdigen Antworten meinerseits:

    Was die Deutschen in ihrer qualitativen Mehrheit auszeichnet, das ist die Erkenntnis, dass es ihnen gut geht wegen der quasi-sozialistischen Verfasstheit – man informiere sich diesbezüglich einmal bei Mitt Romney oder dem Kriegsverbrecher George W. Bush, um zu verstehen, was ich hier feststelle – des deutschen Staats- und Politikbetriebs, die es bisher gewährleistet hat, dass die mehrwertproduzierende Arbeit als Grundlage der persönlichen Bereicherung angesehen und geschützt worden ist; wir nannten diese Epoche die Epoche der Sozialen Marktwirtschaft.

    Dass es damit vorbei ist, dass das Raffende Kapital durch seine Politik der „Systemrelevanz“ von zockenden Spielcasinos – „to big to fail“ – die Regierungen jetzt auch für jedermann offensichtlich in der Hand hat, dass also Sozial- und Bildungspolitik auch in Deutschland ein Auslaufmodell sind, das haben nicht nur die Politiker als von den Herrschenden tolerierte (oder abgesägte) Betriebsratsmitglieder der AG Deutschland resignativ oder gleichgültig eingesehen, sondern auch ihre Bestaller. Die von Augstein richtig erwähnte „Politikverdrossenheit“ ist also das Resultat einer Systemkrise, die „Systemkrise“ zu benennen sich in grauer Vorzeit nur der Müntefering Franz und der Steinbrück Peer in einem Anfall von intellektueller Erleuchtung anzudeuten getraut hatten.

    Dass die Piraten ein – verzweifelter, hilfloser, ohnmächtiger – Reflex auf das Versagen der SPD als sozialistischer Grundgesetzpartei ist, das sollte wenigstens auch von Augstein gesagt werden Gespaltene Linke: Warum die Genossen nicht nach der Macht greifen . Dass die „verschlungenen Pfade“ in Wirklichkeit ein Ausdruck der Prinzipienlosigkeit der Programmatik der SPD sind, sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben Linke in der Krise: Protestpartei a.D.

    Dass das Organisationsprinzip der Piraten und ihre schiere Existenz keine Zukunft haben, das wissen alle, die an den Schalthebeln der Macht sitzen. Sie lassen die ungezogenen Kinder gewähren, wohlwissend, dass deren psychosoziale Konstitution - das Resultat einer jahrzehntewährenden hedonistisch-selbstisch fundierten familialen und sozialen Sozialisation – sie dafür ungeeignet macht, die Opfer an wirklich politischer Energie aufzubringen, die unerlässlich sind, den Herrschenden die Leviten zu lesen und sie letztlich zu entmachten. Um nicht missverstanden zu werden: dass dies so ist, ist für mich kein Grund, diese neue Art der virtuellen, digitalflüchtigen Jugendbewegung zu verachten, sondern nur der Grund, ihren Verursachern – hier vor allem der impotenten SPD-Führung, aber auch der der PDL – virtuell in den **** zu treten und sie als Versager vor der Geschichte der Arbeiterbewegung zu geißeln.
  7. #256

    Friedman war der Koch

    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen
    Gerne würde ich verstehen, wie der "freie" Sozialismus denn funktionieren würde, nur mal so als theoritischer Entwurf. Wie, wenn nicht durch das Anbieten von mehr oder weniger Geld, bekomme ich denn Leute dazu, Arbeit zu machen?

    Zu Milton Friedmann:
    Milton Friedman

    Und, natürlich haben nicht die Chiago Boys den Volkswirtschaften die Rosskur verpasst sondern die Führer dieser Volkswirtschaften. Sie können nicht den Schreiber des Rezeptes verantwortlich machen, wenn ein Gericht weniger gut gelingt, als es gedacht war, sondern immer nur den Koch.

    In Chile hat es z.B. wirtschaftlich ganz gut geklappt, politisch nicht, das war eine schreckliche Diktatur.
    Wikipedia-Einträge sind zu mißtrauen. Zum Teil finden sich dort viele interessengeleitete Beiträge. Ich verlasse mich da ganz altmodisch auf Bücher.
    Wie es in Chile "geklappt" hat, ist noch heute zu beobachten. Eine Neffe arbeitet in Chile. Ich bin bestens informiert. Mal zum nachdenken: Pinochet holte sich Chicag-Boys ins Land. Die Diktatur ermöglichte die wirtschaftlichen Grausamkeiten. Der Koch hat streng nach Rezept gekocht. Nicht nur in Chile. Wie gesagt, Noami Klein lesen. Da steht alles drin.
  8. #257

    Krude Thesen

    Ein schräge Realität, die sich Herr Augstein da zusammenbastelt. Es geht nicht um entweder oder, es geht um die Macht des Souverän. Die etablierten haben das Volk und die Gewaltenteilung ausgehebelt.
    Es ist schön zu sehen wenn ein Patrik Döring mit einem Piraten diskutiert und dabei sein krudes Demokratieverständnis in aller Pracht aufleuchten lässt. Sagte ich Demokratieverständnis? Verzeihung, es muss heissen undemokratisches Verständnis.
    In D und Europa haben sich mafiöse Strukturen entwickelt, die den Staat unter sich aufteilen. Die Piraten müssen gar nicht mehr machen, als den Anschein von Demokratie erwecken und schon haben sie gewonnen. Der Unterschied ist so krass und augenscheinlich, dass jedem klar wird, Menschen wir Döring gehören nicht in ein demokratisches Parlament und der merkt nicht einmal wie er sich entlarvt, so selbstverständlich ist ihm der Machtanspruch geworden.
    Was die Piraten und Wilders oder andere auszeichnet, ist die offene Diskussion, die offene Auseinandersetzung (hoffentlich reagieren die nicht auf die ersten Maulkorb Versuche), alles ist willkommen solange es nicht die seit Jahren geübte gleichgeschaltete Propaganda Sülze ist, die kein denkender und sehender Mensch mehr ertragen kann.
    Richtig peinlich wird es, wenn die Dinosaurier versuchen über liquid Democracie zu diskutieren und dabei neben dem demokratischen Mangel auch gleich die technischen Grenzen preisgeben. So ist das wohl wenn man es sich in der Macht bequem gemacht und sich vom Souverän entwöhnt hat.
    Große Teile des Parlaments zeichnet sich durch einen Machtanspruch aus der im Umfang vergleichbar ist mit deren Ahnungslosigkeit.
  9. #258

    Aufwachen

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    ......Oder das Experiment im Chaos scheitert?
    .....
    Das Experiment Blockparteien ist nach demokratischen Gesichtspunkten längst gescheitert, also schlimmer kann es nicht mehr werden.
    Gut geht es in diesem Land nur noch den Parteien, ihren Mitgliedern und denen für die sie Lobbyarbeit machen.
    Wer braucht ein solches Parlament, dass sich in der Funktion sieht das Volk zu entmachten und auszuplündern?
  10. #259

    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen
    Na und? Soll ich wegen der politischen Großwetterlage jetzt nicht mehr das wählen, was für mich am meisten Sinn macht? Ich richte doch meine Wahlentscheidung nicht nach möglichen Koalitionen aus, sondern nach Inhalten.
    Ihre schönen Inhalte in allen Ehren - sie nützen Ihnen in der Opposition rein gar nichts. Fakt bleibt nach heutigem Umfragestand, dass Piratenwähler Frau Merkel eine dritte Amtszeit in einer Großen Koalition bescheren werden. Die einzige Chance, Piratenthemen auf Bundesebene durchzusetzen, besteht darin, SPD und Grüne zu unterwandern. Das wäre mal echtes Entern.

    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen
    Nebenbei gesagt ist es meiner Sin auch völlig unerheblich, ob die CDU nun mit der FDP oder den Sozen ins Bett steigt, der Unterschied ist so marginal, dass mich das nicht kümmern muss.
    Wenn Sie mal einen Wahl-O-Mat zu einer der anstehenden Landtagswahlen bemühen, werden Sie feststellen, dass die inhaltlichen Unterschiede der Piraten zu den von Ihnen so verschrieenen Altparteien nur sehr marginal ist. 90 Prozent der piratischen Inhalte finden sich 1:1 in der Programmatik von Linken und Grünen wieder. Es wäre aus meiner Sicht angebracht, den Hype um die neuen Heilsbringer langsam mal runter zu fahren - die kochen nämlich auch nur mit (liquidem) Wasser.


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