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Höhenflug der Piraten: Die guten Populisten

Die Piraten sind Deutschlands Antwort auf den Vormarsch des Populismus in Europa. Aber diesmal haben wir Glück gehabt: Die deutschen Populisten machen keine Angst, sondern Hoffnung.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...830552,00.html
  1. #10

    vormarsch

    Wird der Begriff "Vormarsch" des Populismus eigentlich nur gebraucht, um eine journalistische Dringlichkeit und Spannung rüberzubringen?

    Populismus gab es immer und wird es immer geben, ich halte nichts von Alarmstimmung --- aber scheinbar muss immer alles schlimmer werden damit Nachrichten spannend bleiben...
  2. #11

    Zitat von brazzy Beitrag anzeigen
    Glaubt wirklich noch jemand, die FDP schafft es bei der nächsten Bundestagswahl über die 5-Prozent-Hürde?
    Ja, weil es so kommen wird. Leider.
  3. #12

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten sind Deutschlands Antwort auf den Vormarsch des Populismus in Europa. Aber diesmal haben wir Glück gehabt: Die deutschen Populisten machen keine Angst, sondern Hoffnung.

    Höhenflug der Piraten: Die guten*Populisten - SPIEGEL ONLINE
    Was sagt es eigentlich über eine Demokratie aus, wenn "Populismus" erstmal negativ behaftet ist? "Populismus" kommt von "Populus" - "Das Volk". Und das Volk ist nunmal der Souverän in einer echten Demokratie. Natürlich haben wir extra Berufspolitiker die uns davor schützen, dass uns unser Laienwissen ins Verderben stürzt, aber dennoch: Das Volk hat eine neue Stimme verdient, denn es wird schon lange nicht mehr gehört, und nur noch alibimäßig alle vier Jahre zu den Wahlurnen getrieben. Es werden ja doch immer nur die gleichen Parteien gewählt, denn gewählt wird nur, wer Aufmerksamkeit von den Medien bekommt - ist das noch Demokratie? Die Piraten haben fast zufällig die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen, als sie sich im Zuge der aktuellen Diskussionen um Privatsphäre, Datenschutz und Urheberrecht im Internet gründeten. Sie haben jetzt die Möglichkeit frischen Wind zu bringen und des Volkes Stimme wieder hörbar zu machen. Das reicht bereits als Grund sie zu wählen, die Inhalte sind zweitrangig. Das sagen viele ihrer Wähler und das wird ihnen auch von den Medien immer wieder vorgeworfen. Sie sind eine populäre Partei. Aber sind sie eine populistische Partei? Wenn sie doch angeblich kaum Inhalte haben und erst recht nicht wegen der Inhalte gewählt werden? Die Journalisten widersprechen sich immer wieder selbst und gegenseitig, weil sie die Piraten einfach nicht fassen können. Ich bin gespannt was da noch kommt.
  4. #13

    Könnte passieren.

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Piraten = Demokratie reloaded.
    Was passiert, wenn sie diesen Anspruch nicht verwirklichen, weil sich die Karrieristen durchsetzen? Oder das Experiment im Chaos scheitert?
    Kommt dann die große politische Depression, der unausweichliche Gang in die postdemokratische Ordnung, wo wir schon fast angelangt sind, nämlich der Klüngelherrschaft der politischen Klasse mit Lobbyisten?
    Ich gebe den Piraten eine Chance von 25 Prozent.
    Ihre Denkansätze (Transparenz, Basisdemokratie) sind sehr edel.
    Fast zu edel um durchsetzbar zu sein.
    Das Gegeifer der anderen Partein (die Grünen legen ja nun auch eifrig los) wird die Sache noch schwerer machen.

    Wenn die Piraten scheitern oder sich wie die Grünen zu Gesinnungsnutten entwickeln - dann sehe ich schwarz für die Demokratie. Eben weil dann der Bürger sagen wird:
    "Alles das gleiche Pack!" und das wählen sein lassen wird
  5. #14

    Welche Bedeutung haben die Piraten

    Die Piraten in D haben mit den populistischen Parteien in Europa nicht viel gemeinsam, was manan den Ausgangsforderungen sehen kann, wie z.B. Abschaffung von Urheberrechten, anonymisierte Kennungen für Blog's und Chat's, ... . Damit kommen sie aus der idealisierten Welt der Nerds. Es stellt sich hier nicht die Frage, ob durch den rasanten Zulauf neue Themen dazu kommen, sondern welche Themen das sind. Sicher ist nur, dass die Hohlphrasen eines Herrn Schlömer zum Urheberrecht und dem Gesetzesentwurf dazu nicht lange tragen werden, ohne dass die Piraten weitaus mehr Antworten zu gesellschaftlichen Fragen als jetzt haben.

    Interessant wird die Frage sein, was bei den nächsten Bundestagswahlen passiert. Eine zeitlang habe ich geglaubt, niemand könne so blöd sein, die Boy Group (FDP) zu wählen, aber das scheint sich nach neuesten Umfragen zu ändern. Gesetzt den Fall, wir hätten 6 Parteien im neuen Bundestag, halte ich eine "Große Koalition" für nahezu unausweichlich. Ob das allerdings der Demokratie dient, wage ich stark zu bezweifeln. Die Unzufriedenheit dürfte dann wachsen.

    Eine Trendwende zu mehr innerparteilicher Demokratie und transparenten Entscheidungsprozessen in den etablierten Parteien CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne sehe ich derzeit nicht. Zu sehr hat sich seit der Ära Kohl das Prinzip der autoritäten Parteiführung in den Parteien durchgesetzt. Da nützen auch Triumvirate und Doppelspitzen nichts. Man muss sich nur den Blick auf innerparteiliche Kritiker und den Umgang der Parteiführung damit ansehen (z.B. Pofalla - Bosbach, ...).
  6. #15

    Es ist doch nahezu alles besser für Deutschland als eine rot- grüne Regierung. Rot Grün hat das unsägliche Hartz IV auf den Weg gebracht, die Ökosteuer und damit die Benzinverteuerung verursacht und mit einer radikalen Förderung der wieder verwertbaren Energien die Strompreise in nahezu Wucherhöhen getrieben.

    Es bleibt als Alternative nur noch eine grosse Koalition oder ein in die Verantwortung nehmen der von vielen unterschätzen Piraten, die ein besseres Potential zu bieten haben als mancher meint. Sie konnten nur in der Kürze seit ihrer Gründung noch kein konkretes Programm zu Papier bringen, aber was in den verschiedenen Parteiforen und Veröffentlichungen gelesen habe sagt mir in den meisten Punkten zu. Sie sind der Weg, um dem "Otto Normalo" die Politik wieder verständlich zu machen und so aus der Politikverdrossenheit zu holen. Das bisher ige Rohprogramm kann klar nicht so stehen bleiben, aber mit den richtigen Leuten am richtigen Platz sind die Piraten die politische Zukunft Deutschlands und ein möglicher Koalitionspartner der CDU.

    Denn eins ist wohl klar: Die FDP hat abgewirtschaftet und sich aus eigener Schuld zur 3 % Kraft gemacht.
  7. #16

    neues Sammelbecken

    Zitat von jokra Beitrag anzeigen
    ich denke das einzige problem, dass das erstarken der piraten nach sich zieht, ist das schwächer werden der linkspartei.
    sinnvoller wäre das verschwinden der fdp, wodurch den piraten der (links)liberale part im parteienspektrum zukommen würde.
    Ich denke (und hoffe!) das die Piraten ein neues Sammelbecken werden.
    Stimmen müssten sie den Grünen (die ihre Wurzeln noch mehr verraten haben als die SPD) kosten - und zwar massivst.
    Das Gekeife der Grünen (sie sein die Partei der Alternative und würden die große Koalition verhinden) zeigt dass dort die Message angekommen ist.
    Die FDP, ja auch dort werden die Piraten räubern, aber nur marginal fürchte ich. Der konservative Flügel um Herrn Brüderle, der ja den Neo-Kapitalismus predigt hat zuviele Anhänger (Wachstums-Anbeter und Mövenpicker)
    Die Linke, nun hier haben die Piraten Chancen.
    Zum einen, weil sie sich als "Protestpartei" etablieren - also Stimmen von Wählern bekommen, die einfach die Schnauze voll haben.
    Das bedingslose Grundeinkommen, Kulturflatrate, etc. das sind "linke" Themen.. aber es gibt genug Wähler der Linken die immer noch von "Sozialismus siegt!" träumen. Und die bleiben Oskar & Co. treu.

    Die Jungwähler sind das größte Potential. Schon weil die Piraten "ihre Sprache" sprechen und ihre Medien nutzen. Hinzu kommen noch Wähler wie ich. Also Leute die der Überwachungswahn unserer letzen Innenminister einfach reicht und die sich über die Internet Kompetenz der herrschenden Klasse einfach nur weglachen
  8. #17

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten sind Deutschlands Antwort auf den Vormarsch des Populismus in Europa. Aber diesmal haben wir Glück gehabt: Die deutschen Populisten machen keine Angst, sondern Hoffnung.

    Höhenflug der Piraten: Die guten*Populisten - SPIEGEL ONLINE
    Sehr guter Kommentar aus meiner Sicht, auch einer der den Kern trifft. Die Piraten sind mit ihren Forderungen/Plänen tatsächlich Populisten. Allerdings bringen sie neue Ideen ins eingestaubte Politikgeschäft und sorgen (hoffentlich) für ein Umdenken bei den etablierten Parteien.
  9. #18

    So naiv

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten sind Deutschlands Antwort auf den Vormarsch des Populismus in Europa. Aber diesmal haben wir Glück gehabt: Die deutschen Populisten machen keine Angst, sondern Hoffnung.

    Höhenflug der Piraten: Die guten*Populisten - SPIEGEL ONLINE
    sind die Piraten gar nicht.
    Naiv sind eher die etablierten Parteien (teilweise auch Medien), die offenbar immer noch nicht die durch das Internet bewirkten Umwälzungen begriffen haben - trotz Arabischer Frühling.
    Gefallen ist das Informations- und Meinungsmonopol, das Regierung und Medien bisher inne hatten, nach dem Motto, was in der Welt passiert ist, bestimmt die Tagesschau.
    Und während Parteien wie Medien teilweise vielleicht immer noch das Internet für ein vorwiegend jugendliches Medium mit vorrangigem Interesse für Chats, Mobbing und Partnerschaftssuche halten, tummelt sich dort längst die Intelligenz, vom Astrophysiker bis zum Altphilologen. Natürlich auch alle möglichen Ideologen und Schwachköpfe, mit denen umzugehen das Netz aber längst gelernt hat.
    Wenn von Schwarmintelligenz die Rede ist, dann muss man diese Intelligenz mit einrechnen. Und dann sollte man erkennen, dass man da einen sehr, sehr ernst zu nehmenden Gegner vor sich hat, bestens informiert, mit weltweiten Kontakten und keineswegs darauf angewiesen, sich bei der Informationssuche auf deutsche Quellen zu beschränken.
    Also, so rein populistisch würde ich die Piraten nicht nennen.
    Obgleich Deutschland in der Tat ein bisschen stolz darauf sein kann, dass es eine so ganz andere 'Bewegung' hat.
  10. #19

    Gut geschrieben, Herr Augstein. Das kommt der Wahrheit ein großes Stück näher. Ich bin Pirat geworden, nicht weil ich zu allen Themen die Antwort suche/kenne, sondern weil mir der Sprachstil und die festgefahrenen Muster der gegenwärtigen Politik missfallen. Ich werde konstant für dumm verkauft.
    Die Piraten brauchen keine Koalition im Sinne dessen, was wir alle seit Jahren durch unsere Politiker als Koalition verkauft bekommen... Wir wollen Menschen, die mit gesundem Menschenverstand und ohne intransparente Lobbyismus-Einflüsse Lösungen finden. Egal, zu welcher demokratischen Patei sie gehören.
    Deshalb können Sie auch Mitglied der Piratenpartei werden und gerne die Mitgliedschaft in Ihrer anderen Partei behalten.

    Bei sogut wie jeder Äußerung eines etablierten Politikzirkusangestellen lässt sich die Frage nach dem Geld stellen - wer hat für diese Äusserung bezahlt oder profitiert davon am meissten. Es geht garnicht um direkte Zuwendungen, auch nicht darum, ob es überhaupt ungesetzlich ist (unmoralisch interessiert ja niemanden mehr), sondern um all die Seilschaften, die die finanzierten Interessenspolitik der bürgernahen Politik vorziehen.
    Dabei bleiben regelmäßig die Bevölkerungsgruppen aussen vor, die sich die Finanzierung Ihres Lobbyismus gar nicht erlauben können...

    Und noch eines:
    Der Bürger (zur Abgrenzung nutzt der Politiker hier das Wort "Wähler") entscheidet sich nicht für eine "große" Koalition und die entsprechenden regelmäßigen Äusserungen der Spitzenpolitiker nach Wahlen sind eine unglaubliche Frechheit.
    Koalitionen binden im Sinne der Nachhaltigkeit und Verläßlichkeit, sind aber Gift, denn Sie führen zu Tauschgeschäften und Absprachen, die nicht im Sinne des Bürgers waren.


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