Dass der politische Betrieb zu reformieren ist, ist "eigentlich" hinlänglich bekannt. Braucht es dafür ausgerechnet eine Partei politisch Pubertierender? Ich sage: eher Nein!
Ich sehe in der Piratenpartei ein Sammelsurium politischer Pyromanen, denen es eher um ein kurzfristiges Feuerwerk der eigenen Gefühle denn um tatsächliche Veränderung geht.
Und dann der Name! Für mich sind Piraten prinzipienlose Brandschatzer, Räuber, Plünderer, Vergewaltiger und Mörder - Menschen ohne Moral. Auch mit einem Augenzwinkern kann ich dem Namen nichts abgewinnen. Wenn Piraten nicht gerade im Auftrage eines Könogshauses unterwegs waren, waren sie auf "eigene Rechnung" unterwegs. Stets auf den eigenen Vorteil bedacht. Das waren keine Robin Woods!
Und in der Tat betätigen sich die Mitglieder der Piratenpartei als moderne Freibeuter, indem sie antreten, die kreativen Köpfe - zu denen ich gehöre - zu enteignen. Kleine und große Kreative werden fröhlich in einen Topf geworfen und der Habgier bezichtigt.
Und die Forderung nach dem BGE könnte auch bei Milton Friedmann geklaut sein.
Klar, das Medienkapital ist als Gegner zu mächtig und man müßte sich über politische Strategien verständigen. Da ist es dann einfacher, uns Krativen das bischen, was wir dem Medienkapital abgetrotzt haben. auch noch wegnehmen zu wollen. Und dass das "soziale" Netzwerk Facebook eine riesige Datenkrake ist, stört die Piratenpartei wohl gar nicht. Facebook ist in meinen Augen kein "soziales" Netzwerk, sondern ein Geschäftsmodell zur Zersörung der Demokratie. Von wegen "Selbstbestimmung über meine Daten"! Die Betreiber/Besitzer von Facbook werden reicher und reicher - uns doch scheißegal, scheint da das Motto zu sein.
Ja, der politische Betrieb muss dringend reformiert werden. Es gibt dazu genügend Abhandlungen. Ein Blick in die Werke von Max Weber könnte hielreich sein. Und allen voran das kongeniale Buch "Höhenrausch - die wirklichkeitsleere Welt der Politiker" von Jürgen Leinemann, einem der profundesten Kenner der politisches Betriebes und ehemal geschätzer SPIEGEL-Autor. Würden Politikerinnen und Politiker Leinemanns Befund zur Kenntnis nehmen und statt Selbstinszenierung Selbstreflexion walten lassen, wäre der erste und wichtigste Schritt getan. Dafür bedarf es Erkenntnis.
Mir bleibt die Erkenntnis, dass ich das eine Übel nicht durch ein anderes Übel ersetzen lassen möchte.
Jakob Augstein, ich schätze ihre Kolumnen sehr - doch diesmal sind Sie m.E. auf das falsche Pferd gestiegen. Und wenn nur aus reiner Verzweiflung über den derzeitigen politischen Betrieb - falsches Pferd ist falsches Pferd. Eine Partei mit derart eklatantem Theorie- und Wissensdeffizit hat uns gerade noch gefehlt.
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